Freitag,01.März 2024
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Goldpreis ausgebremst durch Dollar-Stärke

Während die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen und der US-Dollar weiter kräftig ansteigen, hält der Druck auf den Goldpreis an.

Gold, Goldpreis, US-Dollar, Krügerrand, Goldmünzen (Foto: Goldreporter)
Negative Dollar-Gold-Korrelation: Während der Goldpreis Anfang Februar sein Jahreshoch erreichte, markierte der Dollar ein markantes Zwischentief. Auch zuletzt tendierten die Notierungen in gegensätzliche Richtungen.

Goldpreis

Am Dienstagvormittag um 10 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 1.812 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 1.706 Euro. Damit gab der Kurs im Vorwochenvergleich um weitere 1,2 Prozent beziehungsweise 0,8 Prozent (in Euro) nach. Das heißt auch, seit dem Jahreshoch am 1. Februar mit 1.950 US-Dollar (1.783 Euro, am 25.01.23) kam Gold 7 Prozent zurück (4 Prozent in Euro).

US-Dollar fest

Geprägt ist der jüngste Kursabschwung von einem steigenden US-Dollar. Denn während man in den USA bereits schon wieder über Zinssenkungen am Jahresende spekuliert, bleiben im Euroraum Erwartungen an ordentliche Zinsschritte bestehen. Entsprechend gestiegen sind zuletzt auch die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen.

Anleihe-Renditen

So rentierten entsprechende deutsche Papiere am Dienstag mit 2,58 Prozent (Vorwoche: 2,48 %). In gleicher Weise stiegen auch die Marktzinsen im Rest des Euroraums. Dabei näheren sich die griechischen und italienischen Renditen langsam der 5-Prozent-Marke. Währenddessen stiegen auch die US-Zinsen weiter an. Denn 10-jährige Bonds rentierten zuletzt mit 3,93 Prozent, nach 3,86 Prozent in der Vorwoche. Und das ist immerhin der höchste Wert seit Anfang November 2022.

Anleihen, Rendite, Zinsen, USA, Deutschland

Ausblick

Die klare Korrelation zwischen US-Dollar- und Goldpreis-Entwicklung ist nicht zu übersehen. Denn parallel zum Gold-Peak erreichte der Dollar Anfang Februar gegenüber dem Euro ein markantes Zwischentief. Das heißt, positive Impulse für Gold sind aus fundamentaler Sicht erst dann zu erwarten, wenn die US-Währung wieder stärker südwärts tendiert. Dazu beitragen können beispielsweise ein erneuter Anstieg der Inflationsraten oder womöglich überraschend schlechte US-Wirtschaftsdaten mit einer Rückkehr geringerer Risikotoleranz unter Anlegern („Risk-on“). Was in dieser Woche noch an Terminen anstehen, lesen Sie hier: Gold und Silber: Neue Kursimpulse zum Monatswechsel?

Anleihe-Renditen und Gold

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf den Goldpreis? Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.

Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Gold-Nachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht sind, steigen die Edelmetalle oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse).

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6 Kommentare

  1. Diese Woche bietet uns eine fast schon inflationäre [sic!] Flut an Daten. Am Donnerstag wird das Zahlenwerk zur Inflation in der Eurozone deutlich machen, warum die EZB in ihrer Trutzburg zu Basel an der restriktiven Geldpolitik, sprich weiteren Zinserhöhungen festhalten wird.

    Die heute veröffentlichten nationalen Daten aus Frankreich und Spanien geben schon mal einen Vorgeschmack – eine weitere Anhebung der Zinsen um einen halben Punkt bei der nächsten Entscheidung der EZB am 16. März ist damit so gut wie sicher.

    Um Punkt 8 Uhr 45 wurde die Inflation aus Frankreich für den Monat Februar vermeldet: Mit 7,2 Prozent wird ein weiteres Rekordhoch erreicht [die Erwartungen lagen bei 7,0 Prozent]. Spanien wiederum meldete einen Anstieg auf 6,1 Prozent, auch hier höher als die Erwartungen.

    Das wird die negative Korrelation zwischen US-Dollar- und Goldpreis-Entwicklung unterstützen. Auch hier zieht der Euro an, genauso wie flächendeckend die Anleiherenditen in der Eurozone. Die Rendite für zehnjährige deutsche Schuldverschreibungen steigt von 2,57 Prozent auf 2,65 Prozent.

    https://finanzmarktwelt.de/aktuell-euro-und-anleiherenditen-steigen-262648/

    • Update

      Das Statistische Bundesamt hat vor gerade mal 2 Stunden die Vorabschätzung in Sachen deutsche Inflation für den Monat Februar veröffentlicht. Im Jahresvergleich stiegt sie um 8,7 Prozent nach ebensolchen 8,7 % im Januar. Die geneigten Erwartungen lagen bei nur 8,5 Prozent.

      Der Alm-, äh, Preisauftrieb bei Energie lässt sukzessiv nach mit +19,1 Prozent nach +23,1 Prozent im Januar. Unser aller Nahrungsmittelpreise klettern weiter gen Norden von +20,2 Prozent im Januar auf 21,8 Prozent im Februar. Das sind die Headlines.

      Die unvermeidlichen Experten sind sich derweil uneins und fabulieren einfach frei von der Leber weg. Während das IFO-Institut deutliche Anzeichen für ein Abflauen der Inflation sieht – schließlich wollen weniger Unternehmen ihre Preise erhöhen -, spricht die Commerzbank [von Insidern liebevoll CoBa genannt] von einer unbotmäßig hartnäckigen Kerninflationsrate [ohne T̵i̵e̵r̵f̵u̵t̵t̵e̵r̵ Nahrungsmittel und Energie].

      Und so ruft die CoBa wenig überraschend nach „kräftigen Leitzinserhöhungen“.

      https://www.wallstreet-online.de/nachricht/16625256-inflation-bleibt-hoch-deutschland-inflationswahnsinn-weiter-neueste-vorlaeufige-daten

  2. Wieso kauft die BoJ US-Schulden wie besengt?
    https://www.bnnbloomberg.ca/yen-bulls-stymied-by-relentless-japanese-demand-for-foreign-debt-1.1888857
    Ob es einen Zusammenhang damit gibt, daß Japan seit 1945 immer noch keinen Friedensvertrag hat und ein Protektorat Böhmen und Mähren ist? Der Staat Japan ist selber hoch verschuldet, das aber bei den eigenen Bürgern. Eine Binnen-Verschuldung.

    Mein Fazit: 1823-2023 – es ist Zeit, die Monroe-Doktrin endlich zu bestatten.
    Sie stinkt nämlich schon lange.

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