Sonntag,03.März 2024
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Goldpreis: Darum kann es jetzt nach oben gehen!

Die Netto-Short-Position des „Managed Money“ ist auf den niedrigsten Wert seit November gefallen. Ist das nun auch der Boden beim Goldpreis?

Goldpreis gestiegen

Erstmals seit fünf Wochen ist der Goldpreis auf Basis der US-Futures wieder mit einem Kursgewinn ins Wochenende gegangen. Dabei über wogen technisch Faktoren. Auch ein kurzer Einbruch am Freitag konnte bis zum Handelsschluss wieder aufgefangen werden. Was passierte mit Gold am US-Terminmarkt? Dazu betrachten wir zunächst aktuellen CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 22. August 2023.

Gold, Goldpreis, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Hat der Goldpreis nach der viermonatigen Konsolidierung nun einen belastbaren Boden gefunden? Das kurzfristige Momentum spricht dafür (Bild: Goldreporter).

Interessante CoT-Daten

Hier setzte sich der Trend der vergangenen vier Wochen fort. Denn die Netto-Short-Position der „Commercials“ sank gegenüber Vorwoche um weitere 14 Prozent auf 121.036 Kontrakte. Das heißt, diese kommerziellen Händler standen unter dem Strich noch mit umgerechnet 376 Tonnen Gold auf der Verkaufsseite (Vorwoche: 441 Tonnen).

Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ ebenfalls um fast 16 Prozent ab auf 101.946 Kontrakte. Dabei schrumpfte die Netto-Käufe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften“) noch einmal um 69 Prozent auf nur noch 9.109 Kontrakte. Damit wurde nun der niedrigste Wert seit dem 8. November 2022 erreichte. Und das war der Zeitpunkt zu dem die letzte große Aufwärtsbewegung beim Goldpreis begann.

Open Interest

Währenddessen nahm der Open Interest gegenüber Vorwoche um 0,78 Prozent ab auf 430.239 Kontrakte. Bis zum Handelsschluss am Freitag ging die Summe aller offenen Gold-Kontrakte dann um wieder um 1 Prozent nach oben auf 434.769 Kontrakte.

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Gold-Optionen

Und erneut ist auch die Anzahl der Gold-Optionen weiter gestiegen. Denn der Open Interest stieg im Vorwochenvergleich um weitere 6 Prozent auf 902.557 Optionen. Dabei nahm Put/Call-Ratio ab auf 0,428 (Vorwoche: 0,435). Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 234 Call-Optionen (Vorwoche: 230). Damit hat sich der überwiegende Optimismus in diesem Sektor gegenüber Gold weiter verstärkt.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis auf Basis der US-Futures (Dezember-Kontrakt) beendete die Handelswoche mit 1.943,30 US-Dollar pro Unze. Damit kam der Kurs gegenüber Vorwoche um 1,3 Prozent voran. Dabei gab es bis zum Freitagnachmittag (MEZ) eine recht kontinuierliche Aufwärtsbewegung. Aber im Umfeld der Rede von Jerome Powell im Zuge des Finanzgipfels in Jackson Hole knickte der Goldpreis noch einmal kurzfristig stärker ein.

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Goldpreis in US-Dollar, US-Futures (Dezember-Kontrakt), Wochenchart (5 Min.): Der kurzfristige Trend zeigt jetzt nach oben. Und der Futures-Preis liegt weiter gut 30 Dollar über dem Spotkurs (Quelle: CME Group).

Dort betonte der Fed-Präsident einmal mehr, dass die US-Notenbank die Zinsen weiter anheben könne, sofern erforderlich. Das war im Grund keine neue Erkenntnis. Aber jede kleine geldpolitische Nuance aus dem Mund des Fed-Offiziellen wird von Analysten natürlich haarklein seziert. Und schließlich betonte Powell die weiterhin hohe Kernrate beim PCE-Preisindex (4,3 %). Dagegen wittern Short-Seller im Umfeld feststehender, potenziell marktbewegender Termine oft ihre Chance. Allerdings wurde der Knick beim Goldpreis bis zum Handelsschluss am Freitag wieder weitgehend ausgebügelt.

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen sanken die Goldbestände in den COMEX-Tresoren gegenüber um rund 190.000 Unzen auf 21,60 Millionen Unzen. Dagegen stiegen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 410.000 zurück auf 10,70 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 434.769 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 43.476.900 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu 49,7 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 50 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den Kontraktmonat August nun 12.036 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen vergangene Woche nur 1.189 hinzu (Vorwoche: +178). Zum Vergleich: Im Juli waren es insgesamt nur 3.308. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Gold-Ausblick

Wir sehen bei den Gold-Futures nun eine klare Bereinigung der Positionen. Die spekulativen Fonds sind so wenig optimistisch gegenüber dem Goldpreis positioniert, wie zuletzt vor der großen Aufwärtsbewegung im vergangenen November. Nachdem auch wichtige kurzfristige Unterstützungen beim Goldpreis hielten, bestehen nun gute Chancen, dass sich das Edelmetall auf dem aktuellen Niveau festigt. In der kommenden Woche stehen die Verfallstermine an der COMEX an, sowie die neuen US-Arbeitsmarktdaten. Danach wird man sehen, wo die Reise für Gold Richtung Herbst hingeht.

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4 Kommentare

  1. Wenn das so ist, dass das Kartell nun wieder einkaufen muss, bedeutet das für uns, ebenfalls einkaufen.
    Möglicherweise pendelt nun der Goldpreis nicht mehr um 1800 Dollar, sondern um 1900 Dollar.
    Der Herbst, bzw. der Dezember wird es zeigen ob das Kartell noch nachhaltig in der Lage ist, den Goldpreis nach dem Motto 2013 zu drücken und damit eine neues QE mit 0% oder Minuszinse auszulösen.
    Nach dem Motto: Mach es nochmal, Uncle Sam.

    • @maruti

      Du sagts doch immer das das Kartel immer wie es will den Preis drücken kann. So 200 bis 330 no problem.
      Am Tag. Warum biste also jetzt so unsicher?
      Wegen Minuszinsen. Diese Idee gab es schon vorlanger zeit. Herr Gesell läst grüßen. Entwertung der Geldscheine wenn die nicht bis Stichtag z.B. Jahresende weg sind. Stempel drauf und 5 % Minus.
      Aus 100 mach 95. Ein alter Zopf.

      • @Kevin
        Sicher ist das Kartell in der Lage den Preis um diesen Betrag zu senken, nicht sn einem Tag, aber so in 2-3 Monaten wohl. Da braucht man doch nur Geld zu drucken und eine Zinspause verkünden.
        Der Witz ist, dass heute die Medien schreiben:
        „Börsen fester, wegen der Lockerung“
        Also, wenn mein Papa das Taschengeld lockerer machte, war damit auch meine Börse fester.
        Nur, einer muss lockerer machen und damit blechen. 3 mal darf man fragen, wer das am Ende ist. Und in Deutschland, dem Schlusslicht Europas, beginnt man das langsam zu realisieren. Wie beim Fussball.
        Die GDL Gewerkschaft fordert nun 500 Euro monatlich für jeden und einen steuerfreien Inflations Ausgleich von 3.800 Euro.
        Wer blecht dann wohl dafür um mit dem Axel Schweiss Express von Bochum nach Wanne Eickel zu reisen ? Und damit die Börsen der Eisenbahn-Kutscher fester zu machen.?

  2. Gold steigt in solchen Tippel Schritten, dass einem Angst und Bange werden könnte. Im ganzen August von 1880 Dollar bis auf 1920 Dollar. Also 40 Dollar nur.
    Diese 40 Dollar erreicht das Kartell mit einen einzigen Abwurf an einem Freitag Nachmittag üblicherweise.

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