Montag,26.Februar 2024
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Goldpreis: Dieser Kursprung steht noch aus!

Der Goldpreis stieg nun vier Wochen in Folge an. Zuletzt scheiterte aber mehrfach der Sprung über die 2.000er-Marke.

Gold, Goldpreis, Bankenkrisen (Bild: Goldreporter @midjourney)
Der Goldpreis beendete die vergangene Handelswoche mit einem kleinen Kursgewinn von 0,5 Prozent. Mehrfach scheiterte der nachhaltige Sprung über die Schwelle von 2.000 US-Dollar. Aber die Angst vor einer Ausweitung der Bankenkrise beflügelte den Kurs immer wieder kurzfristig (Bild: Goldreporter @midjourney).

Goldpreis – 2.000 Dollar im Blick

Der Goldpreis unternahm in dieser Woche einen weiteren Anlauf über die Marke von 2.000 US-Dollar pro Unze. Kurzfristig gelang es Gold mehrfach diese Schwelle zu überspringen. Doch das Edelmetall konnte das Niveau nicht bis ins Wochenende retten.

Die Zentralbanken stehen wahrscheinlich vor den größten Herausforderungen seit Jahrzehnten. Nach einer langen Phase mit Dauerniedrigzinsen und einer damit angefeuerten Blase bei vielen Vermögenswerten ist die Inflation im vergangenen Jahr auf die Verbraucherpreise übergesprungen.

Die eingeleitete Zinswende hat nun eine Bankenkrise heraufbeschworen. Damit kämpfen die Geldpolitiker an zwei Fronten, denn die Inflationsraten bleiben hoch. Dennoch ist neue Liquidität erforderlich, um das Finanzsystem erneut zu stabilisieren. Am Ende steht eine Fortsetzung der systematischen Geldwertvernichtung. Und davon profiziert Gold.

CoT-Daten

Was geschah zuletzt am US-Terminmarkt? Die US-Aufsichtsbehörde CFTC hat es nun geschafft, erstmals seit Anfang Februar wieder aktuelle CoT-Daten zu veröffentlichen. Also betrachten wir die Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 21. Februar 2023.

Hier ist die Netto-Short-Position der „Commercials“ in den vergangenen zwei Wochen deutlich angestiegen. Zuletzt ging es um 18 Prozent nach oben auf 183.568 Kontrakte. Damit standen diese Händler unter dem Strich mit umgerechnet 570 Tonnen Gold auf der Verkaufsseite.

Auf der Gegenseite stieg die Nette-Long-Position der „Großen Spekulanten“ noch einmal um 13 Prozent auf 158.605 Kontrakte. Dabei weist die Untergruppe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften“) nun mit 81.229 Kontrakten die größte Netto-Long-Position auf seit dem Ende Januar.

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Open Interest

Währenddessen stieg der Open Interest, also die Summe aller offenen Gold-Kontrakte, gegenüber Vorwoche um 2,35 Prozent auf 469.874 Kontrakte. Und bis zum Handelsschluss am gestrigen Freitag ging es noch einmal kräftig um 5,6 Prozent rauf auf 496.094 Kontrakte.

Goldpreis-Entwicklung

Dreimal sprang der Goldpreis in dieser Woche kurzzeitig über die Marke von 2.000 US-Dollar. Gleich zu Wochenbeginn, sowie am Donnerstag und Freitag. Das Wochentief wurde am Mittwoch bei 1.936 US-Dollar erreicht. Letztlich beendete Gold die Handelswoche auf Basis der US-Futures dann mit 1.983 US-Dollar pro Unze (April-Kontrakt). Damit legte der Goldpreis gegenüber Vorwoche noch einmal leicht um 0,5 Prozent zu. Es war gleichzeitig der vierte Wochengewinn in Folge.

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Goldpreis in US-Dollar, US-Futures, Wochenchart (5 Min.): Schon in der Vorwoche scheiterte der nachhaltige Ausbruch über die Marke von 2.000 US-Dollar. Und auch diese Woche unternahm der Goldpreis drei vergebliche Anläufe (Quelle: CME Group).

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen sind die Goldbestände in den COMEX-Tresoren vergangene Woche weiter geschrumpft – mit einer Ausnahme per 8. Dezember 2022 nun vierundvierzig Wochen in Folge. Denn per 23. März 2023 summierte sich das Inventar bei den von der COMEX beauftragten acht Depotbanken auf insgesamt 21,29 Millionen Unzen. Das waren rund 70.000 Unzen weniger als am vergangenen Freitag (Vorwoche: -130.000 Unzen). Dabei sanken die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Edelmetall-Bestände der Kategorie „eligible“ um rund 660.000 Unzen auf nur noch 9,8 Millionen Unzen.

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 496.094 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 49.609.400 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu 42,9 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 44,8 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den Kontraktmonat März nun 5.202 Anträge auf physische Auslieferung. Damit kamen innerhalb einer Woche 462 hinzu (Vorwoche: +1.719). Zum Vergleich: Im Vormonat waren es insgesamt 15.350 Anträge. Dagegen gab es im bisherigen Rekordmonat Juni 2020 insgesamt 55.102 „Delivery Notices“.

Goldpreis-Ausblick

Kommende Woche stehen bei Gold und Silber die Verfallstermine an der COMEX an. Im diesem Umfeld kommt es oftmals zu dynamischen Kursbewegungen. Die jüngste Entwicklung bei den Gold-Futures zeigen eine anhaltende Marktstärke, denn der steigende Goldpreis zog weitere Händler an.

Am vergangenen Freitag kamen Bankaktien erneut stark unter Druck, allen voran jene der Deutschen Bank. Die Entwicklungen im Zuge der aufflammenden Bankenkrise werden kurzfristig auch den weiteren Weg für den Goldpreis vorgeben und darüber entscheiden, ob die Schwelle von 2.000 US-Dollar zeitnah überwunden werden kann. Aber: Gibt es fundamental keine weiteren Impulse, dann wäre nach den mehrfasch gescheiterten Ausbruchsversuchen eine erneute Konsolidierung bei Gold nicht überraschend.

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10 Kommentare

    • @Thanatos
      Sehr gut, was können wir daraus lernen ?
      1.) Es gibt immer eine längere Zeitspanne, in der der Kluge sehen und hören und lesen kann, dass sich da ein massives Problem zusammenbraut.
      2.) Am Ende geht es immer rasend schnell.
      3.) Der Kluge kann die Zeitspanne von 1.) Immer nutzen, sich vorzubereiten und in Sicherheit zu bringen.
      4.) Der Dumme sieht nix, hört nix und erlebt die praktische Wkrkung des schönen Satzes von Gorbatschow:
      Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

      Es ist immer so, die Masse lernt nichts.

      Jetzt komme ich mal wieder mit einem bildlichen Vergleich (keine Sorge, nicht das „unsinkbare“ Schiff).
      Als Bergbewohner: eine Lawine.
      Es schneit 5 Tage, alle Einheimischen wissen ab Tag 3, dass sie nicht mehr in die Berge dürfen, alles sieht aber optisch noch super aus.
      Am Tag 5 um 14.03 Uhr zeigt sich oben ein kleiner Riss in der Schneedecke, 3 Sekunden später 5 Risse.
      Wenn man dann blöd war, ist man 30 Sekunden später tot.

      Unser Finanzsystem steht gerade dort um 14.03 Uhr, wo aus einem Riss mehrere Risse werden.
      Na, wie das wohl ausgeht ?

    • Dieser Satz ist ja genial und beinhaltet die Zukunft von D.:Auch die Pleite kann zu einem Werk der Vollkommenheit werden…

  1. Die Zeiten werden turbulent, aber zu Enttäuschung mancher wird dieses System weiterhin laufen. Die Menschen lassen weiterhin ihr Geld auf die Bank, auch wenn die Zahl derer die Gold physisch kaufen steigt, wird dies wenig Auswirkungen haben. Es kann sein das der Goldpreis teils nach unten geht, aber die Tendenz zeigt ein anderes Bild. Ist doch schön für uns, wenn wir in Zukunft durch den goldkauf mit Gewinn rausgehen, das Geld durch die Inflation gerettet haben, der Sozialstaat weiter existiert. Da hast du ein Vermögenswert, überall akzeptiert, eine Sicherheit fürs Alter. Was will man noch?

    • @Big Driver Also ich besuche morgen wieder den Geldautomaten meines Vetrauens Ich möchte nicht warten bis täglich nur noch 80 Euro rauskommen wie damals in Griechenland.

  2. @(·̿Ĺ̯·̿ ̿) ⚡

    Anstelle des Wortes zum Sonntag werfen wir heute einen Blick auf
    den US-Bankenindex;
    (guckst Du hier:)

    Was soll uns diese Grafik sagen?

    Wie schon 2008 ist das Vertrauen der Banken untereinander geschmolzen;
    man leiht sich gegenseitig kaum mehr Geld, vergibt keine Kredite mehr, weil
    man nicht weiß, ob der Kredit-Nehmer am Montag noch „lebt“.

    Da parken die Banken ihre $Milliarden lieber bei der FED (am Freitag
    $2,218 BILLIONEN zu einem Zinssatz von 4,8%); guckst Du hier auf
    Powell‘s FED-Konto:

    https://www.newyorkfed.org/markets/data-hub

    ( ͡◒ ͜ʖ ͡◒) ✌

    • @Klapperschlange

      Die Iden des März [lateinisch Idus Martiae] schlagen für die Banken-Szene voll durch. Ursprünglich nur eine Metapher für bevorstehendes Unheil, zeigen sie sich nun als Kahlschlag-Menetekel sondergleichen.

      Der Bankenindex, das unbekannte Wesen. Du hättest uns ja vorwarnen können, dass sich dahinter Leid, Verlustängste und desperate Verzweiflung verbergen. Ja, sogar Agonie.

      Alleine im März haben Bankaktien global eine Billion US-Dollar [1000 Milliarden] an Marktkapitalisierung verloren. Ok, laut der Asiatischen Entwicklungsbank lagen die Schäden der globalen Finanzkrise 2007ff. bei 50 Billionen. Aber es ist ja noch Zeit.

      https://finanzmarktwelt.de/bankenkrise-banken-aktien-verlieren-1-billionen-dollar-264877/

      Aber es gibt ja noch Licht am Ende des Tunnels. Anstelle der traditionelle Sonntagsumfrage das Prinzip Hoffnung à la Postillon. Danke dafür.

      https://www.der-postillon.com/2023/03/fleischantrieb.html

  3. @BigDriver
    Sehr richtig! Und für uns Goldkäfer ist es auch gut, wenn die 80 % Schlafschafe da draußen möglichst wenig kapieren! Stell Dir nur mal vor, nur 1 % der Bevölkerung würde zusätzlich in den AU-Handel einsteigen! Es würde sicher nicht den Preis extrem rauftreiben, aber die Vorräte bei unseren Goldhändlern würden ziemlich schnell schrumpfen! Wenn nix mehr zum kaufen da ist, können wir Goldfans auch nicht beliebig einkaufen. Die meisten werden ohnehin erst aufwachen, wenn es zu spät ist. Vermutlich passiert es wie immer an einem WE morgens – wenn die Banken dicht sind, sodaß kein run mehr möglich ist (inkl. Geldautomaten leer). Und dann geht vermutlich das Geheule & Gebettel los – da kommt meine T T V -Theorie dann zum Tragen! Zudem haben viele in diesen Zeiten gar keine Kapazitäten mehr für ein Au-Invest. Und für die, die noch kaufen könnten, aber die Fakten ignorieren gilt der alte Philosophen-Satz: „Wer seine Augen nicht zum sehen benutzt, braucht sie später zum weinen!“
    Amen & schönen, gewaltfreien Sonntag wünscht
    Der Dokta

  4. @Golden Eye
    Habe die Tage ein Gespräch mit einen Arbeitskollegen über Goldkauf. Der weiß nicht wie, wo, was zum kaufen gibt’s. Viele denken, gehe ich mal zur Bank meines vertrauens, oder bestelle ich online. Habe ihn den Vorschlag gemacht, zusammen zu gehen das er anonym kaufen kann. Zwei große Edelmetallhändler in der Nähe, beide seriös. Sagte zu ihn er soll sein Allerwertesten bewegen und JETZT kaufen, preis relativ egal wenn man nichts hat um sich abzusichern.

  5. Scheint vorbörslich wieder runter zu gehen beim Gold und aufwärts mit den Aktien.
    Man will wohl einen deutlichen Abstand zu den 2.000 Dollar herstellen und die Indizes stabilisieren.
    Letztlich bedeutet das, da das Geld nicht vom Himmel fällt, auch, vermehrte Ankäufe der Zentralbanken von Anleihen. Obwohl eine Rezession unausweichlich ist.
    Mehr Schulden mit noch mehr Schulden bekämpfen,
    das Motto der Keynes Jünger seit 20 Jahren.
    Das klappt immer, auch im Privathaushalt.
    „Sind sie überschuldet ? Kein Problem, nehmen sie neue Kredite auf und tilgen damit die Schulden.
    Ach, die Bank zickt ? Drohen sie damit, sie wären systemrelevant und Arbeitsplätze sind gefährdet.:)“

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