Freitag,09.Dezember 2022
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Goldpreis: Erste Anzeichen für einen Umschwung!

Goldpreis, Gold, COMEX, Goldbarren (Foto: Goldreporter)
Nach Erreichen des Wochentiefs am Freitag folgte am gleichen Tag eine Goldpreis-Rally um 40 US-Dollar. Die Spekulanten am US-Terminmarkt könnten nun erneut auf dem falschen Fuß erwischt werden (Foto: Goldreporter).

Am US-Terminmarkt stiegen Goldpreis und Open Interest zuletzt parallel. Unterdessen sind die Fonds bei Gold so stark short-positioniert wie vor vier Jahren.

Goldpreis

Der Goldpreis zeigte vor allem zu Wochenbeginn Erholungstendenzen. Am Ende ging die Goldunze zumindest mit einem kleinen Plus aus der Handelswoche. Am Freitag hatten Vertreter der US-Notenbank Erwartungen auf weniger kräftige Zinsanhebungen geschürt. So erklärte etwa Mary Daly, Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco, es sei Zeit, über kleinere Zinsschritte zu sprechen. Allerdings wird für die November-Sitzung zunächst einmal eine weitere Anhebung der Federal Funds Rate um 75 Basispunkte erwartet.

Was geschah vergangenen Woche am US-Terminmarkt? Wir betrachten dazu die jüngsten CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im amerikanischen Gold-Futures-Handel per 18. Oktober 2022.

CoT-Daten

Hier sank die Netto-Short-Position der „Commercials“ gegenüber Vorwoche nach dem Anstieg in der Vorwoche wieder deutlich. Denn es ging um 13 Prozent nach unten auf 90.030 Kontrakte. Wobei vor allem die eigentlichen Goldverwender („Prod/Merch/Proc/User“) ihre Vorwärtsverkäufe fast um ein Drittel reduzierten.

Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 18,5 Prozent ab auf 76.956 Kontrakte. Dabei stieg die vor sieben Wochen etablierte Netto-Short-Position des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) um knackige 360 Prozent auf 25.698 Kontrakte. Damit sind diese spekulativen Händler so stark auf der Verkaufsseite positioniert wie seit dem 27. November 2018 nicht mehr. Damals war das „Managed Money“ mit 58.390 Kontrakten netto-short.

Gold, CoT, Positionen

Gold, CoT-Daten

Open Interest

Währenddessen stieg der Open Interest, also die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX, gegenüber Vorwoche leicht um 0,77 Prozent auf 434.701 Kontrakte. Bis zum Handelsschluss am gestrigen Freitag ging es dann rauf um 1,5 Prozent auf 441.371 Kontrakte (+0,9 % ggnü. Vorwoche).

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis beendete die Handelswoche auf Basis der US-Futures mit 1.662,50 US-Dollar pro Unze (Dezember-Kontrakt). Somit kletterte der Kurs gegenüber Vorwoche um 0,75 Prozent. Die Preisspanne betrug in den vergangenen fünf Handelstagen rund 50 US-Dollar. Am Montag waren noch 1.673 US-Dollar erreicht worden. Der Freitag lieferte das Wochentief bei 1.622 US-Dollar aber auch eine Intraday-Rally um 40 US-Dollar auf den genannten Schlusskurs.

Gold, Goldpreis, Chart, COMEX
Goldpreis in US-Dollar, Wochenchart (5 Min.), Basis: US-Futures, Dezember-Kontrakt (Quelle: CME Group)

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen sanken die Goldbestände in den COMEX-Tresoren in der nunmehr dreiundzwanzigsten Woche in Folge. Denn per 20. Oktober 2022 summierten diese sich auf 25,58 Millionen Unzen. Damit wanderten noch einmal rund 160.000 Unzen ab (Vorwoche: -540.000 Unzen). Dabei stiegen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Edelmetall-Bestände der Kategorie „eligible“ erneut, um diesmal 180.000 Unzen auf 13,65 Millionen Unzen.

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 441.371 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 44.437.100 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu 57,6 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 58,8).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den Kontrakt-Monat Oktober nun 23.303 Anträge auf physische Auslieferung. Das heißt, vergangene Woche kamen 1.098 hinzu (Vorwoche: 686). Zum Vergleich: Im Vormonat waren es insgesamt nur 12.269 Anträge. Dagegen gab es im bisherigen Rekordmonat Juni 2020 insgesamt 55.102 „Delivery Notices“.

Einordnung Goldpreis / Short-Seller

Die extrem pessimistische Positionierung des „Managed Money“ am US-Terminmarkt hat sich in dieser Woche wieder deutlich verschärft. Die Marktstimmung kann unter steigenden Kursen schnell umschlagen, wenn die Spekulanten einmal kräftig auf dem falschen Fuß erwischt werden („Short Covering“). In dieser Woche sind Goldpreis und Open Interest gemeinsam angestiegen. Dies ist bereits ein Signal zunehmender Marktstärke. Ganz nebenbei hielt zuletzt auch eine wichtige Unterstützung im Euro-Goldchart.

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9 Kommentare

  1. In den letzten Jahrzehnten wurden die Spekulanten meistens auf dem falschen Fuss erwischt.
    Diesmal könnte es für diese Clique sehr teuer werden.
    Aber, keine Sorge, man wirft ihnen ja das Geld freudig hinterher. Weiss man denn sonst nicht, was man mit der Kohle anfangen soll, vor lauter Langeweile.
    Es ist schon ein Riesenproblem, wenn man zu viel Geld hat. Maruti kann das verstehen.

    • @maruti
      Ne, das ist überhaupt kein Problem.
      Zum Händler und schwupdiwupp werden aus einem Koffer Papierschnipsel 4 kg Barren, die man locker in der Hosentasche nach Hause tragen und irgendwo im Keller einbetonieren kann.
      Problem gelöst.
      Bis evtl. ein Urenkel mal was braucht.

      Vorsicht !
      Mit der Hilti nicht zu viele Löcher in tragende Wände bohren…..

      Silberfans haben es noch einfacher: einfach eine Trennwand aus den 20 kg -Barren hochmauern und schön verputzen. Super Geräuschdämmung durch das Gewicht.

      Also : wo ist das Problem ?

  2. Morgen 22:45 ZDF „Leschs Kosmos“ über Bitcoin und die Blockchain, jetzt schon in der Mediathek.
    Sollte man sich zumindest angeschaut haben.

  3. Naja, die „besten“ Anleger investieren in Anleihen und Aktien, wird von jedem Finanzberater wärmstens empfohlen. Leider haben wir hier ein paar „vernachlässigbare“ Probleme:

    1. Die wichtigsten Währungen dieser Welt, egal ob $, €, SwFranken, Riminbi oder Pfund, sind mittlerweile
    Weichwährungen, die sogar zum „Verbrennen“ nicht mehr taugen. Man schaue sich doch mal die
    Schuldenstände dieser „FIAT-Währungsländer“ an. Und noch schlimmer, die Schuldenstände vieler Firmen.

    2. Die wichtigsten Aktienmärkte haben seit Jahresbeginn sehr hohe Verluste zu verzeichnen.

    3. Die Inflationsrate in US-Amerika und Europa und in vielen sog. Schwellenländern liegt nahe oder über
    10 v.H.

    4. Sollte eine Aktie -wie es durchaus in den letzten Jahren möglich war- an Wert gewinnen und sogar Dividenden abwerfen, müssen diese versteuert werden und nicht zu knapp. Beim Erwerb dieser Papiere wird
    fallen auch Kosten an.

    5. Seriöse Anleihen verzinsen bei weit unter 5 v.H., also bei der aktuellen Inflation eine „super“ Geldanlage.

    6. Gold ist eigentlich seit Jahrtausenden als Werterhaltungs- und Zahlungsmittel von jeder Kulturepoche
    akzeptiert worden.

    7. Gold lässt sich nicht sinnlos vermehren, wie die genannten Währungen, kann man nicht drucken und
    irgendwie „billig“ herstellen. Gold resuliert aus Vorgängen, die bei Supernnovaen im All enstehen, d.h. be
    extremen Druck und bei extremer Hitze.

    8. Der Erwerb von Gold ist noch steuerfrei.

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