Mittwoch,21.Februar 2024
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Goldpreis: Ist das der Beginn einer neuen Rally?

Der Goldpreis ist zurück über 2.000 US-Dollar. Was kann den Goldpreis jetzt noch antreiben, wo es nun deutliche Signale für Zinssenkungen gibt?

Goldpreis-Comeback

Die Aussichten auf sinkenden Zinsen in den USA haben den Goldpreis in der Wochenmitte wieder deutlich angetrieben. Am Donnerstag verbuchte Gold nach dem Fed-Ergebnis am Vorabend einen Tagesgewinn von 2,4 Prozent und schloss wieder deutlich über 2.000 US-Dollar. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich die nach den Rekordhochs eingesetzte Konsolidierung fortgesetzt. Was geschah vergangenen Woche am US-Terminmarkt? Dazu betrachten wir zunächst die aktuellen CoT-Daten per 12. Dezember 2023.

Gold, Goldbarren, Goldpreis (Bild: Goldreporter)
Goldpreis steigt wieder: Aussichten auf deutlich sinkende Zinsen im kommenden Jahr könnten Gold auch bei institutionellen Anlegern wieder stärker auf die Einkaufsliste setzen (Bild: Goldreporter).

CoT-Daten

Hier sank die Netto-Short-Position der „Commercials“ erstmals seit vier Woche wieder – gegenüber Vorwoche um 6 Prozent auf 212.808 Kontrakte. Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 7,5 Prozent ab auf 188.233 Kontrakte. Dabei kam die Netto-Long-Position der Untergruppe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) um 12 Prozent zurück auf 95.528 Kontrakte.

Open Interest

Währenddessen nahm der Open Interest im Vorwochenvergleich noch einmal um 3,6 Prozent ab auf 469.939 Kontrakte. Und bis zum Handelsschluss am Freitag ging es allerdings wieder um 1,6 Prozent nach oben auf 477.622 Kontrakte.

Gold-Optionen

Dagegen sehen wir bei den Gold-Optionen eine erneute Zunahme des Open Interest um 3,5 Prozent auf 894.175 Optionen. Dabei stieg auch die Put/Call-Ratio auf 0,497 (Vorwoche: 0,488). Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 201 Call-Optionen (Vorwoche: 205). Somit nahm der Goldpreis-Optimismus in diesem Handelssegment gegenüber Vorwoche etwas ab.

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Goldpreis-Entwicklung

Die Goldpreis-Entwicklung in der vergangenen Woche war vom Ergebnis der Fed-Sitzung geprägt. Hier signalisierten die Geldpolitiker für das kommende Jahr größere Zinssenkungen als erwartet. So sprang der Goldkurs wieder deutlich über die Marke von 2.000 US-Dollar und erreichte am Donnerstag sogar zeitweise wieder 2.062 US-Dollar. Ins Wochenende ging es dann mit 2.035 US-Dollar pro Unze. Somit ergibt sich gegenüber Vorwoche ein Kursanstieg von 0,7 Prozent.

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Goldpreis-Entwicklung in der vergangenen Woche auf Basis der US-Futures (Februar-Kontrakt). Nach der Fed-Sitzung sprang Kurs wieder deutlich über 2.000 US-Dollar (Quelle: CME Group).

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen stiegen die Goldbestände in den COMEX-Tresoren gegenüber Vorwoche um 70.000 Unzen auf 20,06 Millionen Unzen (Vorwoche: +80.000). Dabei nahmen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 20.000 Unzen ab auf 9,79 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 477.622 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 47.762.200 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu 42,0 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 41,6 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC nun für den Kontraktmonat Dezember 13.910 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen innerhalb einer Woche 1.364 hinzu. Zum Vergleich: Im gesamten November waren es 6.016 Anträge. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Goldpreis-Ausblick

Der Kampf um die Marke von 2.000 US-Dollar ist erneut eröffnet. Dabei ist der permanente Drang Richtung Norden unverkennbar. Und die Marktstärke ist zurück. Ein wirklich nachhaltiger Anstieg über diese Schwelle steht aber weiter aus. Die Aussichten auf sinkenden Zinsen können Gold auch für institutionelle Investoren wieder interessanter machen. Allerdings dürfte kurzfristig auch eine „Endjahres-Rally“ am Aktienmarkt Kapital anziehen. 

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3 Kommentare

  1. Das mit den sinkenden Zinsen ist so eine Sache.Man könnte auch sagen, man hat Powell das Wort im Munde umgedreht. Gesagt hat er es nämlich nicht und die Schuldenmacher hoffen eben auf frisches Geld für weitere Schulden. Frau Lagarde hat denen einen gleich danach einen Dämpfer versetzt und sie hat sich sicherlich mit Powell abgesprochen.
    Möglich, dass die Zinsen wieder sinken, aber sicher nicht 2024 oder 2025. Denn die 2% so sagte Powell, müssen nachhaltig sein und nicht nur eine Eintagsfliege.
    Glaubten die Schuldenmacher tatsächlich, dass die Zinsen schon am 13. Mai sinken, wenn am 12. Mai 2% Inflation erreicht wird ?
    Die höheren Zinsen sind genau so nur vorrübergehend, wie es die Inflation angeblich auch ist oder gewesen sein sollte.

  2. Ich denke, dass die Inflation dauerhaft eine gewisse Größenordnung von 2 – 4 % inne haben wird und demzufolge gehe ich auch nicht davon aus, dass die Zinsen schon bald deutlich nachgeben werden.
    Ein entsprechender Zinssatz verhindert auch unnötige und nicht zielführende Investitionen, was dem Klima langfristig auch gut tut.
    Einen schönen Sonntag und bleibt dem Aurum und Argentum treu.
    Der Kryptomane

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