Sonntag,21.Juli 2024
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Goldpreis kassiert fünfte Verlustwoche in Folge

Der Goldpreis im US-Futures-Handel gab vergangene Woche noch einmal 1,8 Prozent nach. Die US-Börsenaufsicht kann nach wie vor keine aktuellen CoT-Daten liefern.

Gold, Goldpreis, Bär, Goldmünzen (Foto: Goldreporter)
Goldpreis: Ein starker US-Dollar, steigende Anleiherenditen und ein negatives Momentum lassen derzeit die Bären auf dem Goldmarkt triumphieren (Foto: Goldreporter).

Goldpreis erneut schwächer

Mittlerweile verzeichnet der Goldpreis in der fünften Woche in Folge einen Kursverlust. Unter anderem belasten steigende Anleihe-Renditen, der gestärkte US-Dollar und das negative Momentum die Kursentwicklung. Währenddessen kann die US-Aufsichtsbehörde CFTC auch in der vierten aufeinanderfolgenden Woche keine aktuellen CoT-Berichte vom US-Futures-Handel liefern.

CoT-Daten

Zur Erinnerung: Ein Cyberangriff auf einen Datendienstleister verhinderte laut der Behörde ab Anfang Februar die akkurate und zeitnahe Übermittlung der Zahlen. Damit bleiben auch die aktuellen Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures weiterhin im Dunkeln. Immerhin liegen nun die CoT-Daten vom 31. Januar 2023 vor. Allerdings haben diese zurückliegenden Informationen keine wirkliche Relevanz mehr für die aktuelle Marktbeurteilung. Aber Schritt für Schritt sollen nun bis Mitte März alle fehlenden Reports nachgereicht werden, erklärt die CFTC auf ihrer Internetseite.

Open Interest

Allerdings können wir weiterhin die Entwicklung des Open Interest auswerten, also die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX. Hier werden per Handelsschluss am gestrigen Freitag 425.354 Kontrakte. Damit ergibt sich gegenüber Vorwoche ein Anstieg um 0,4 Prozent. Das heißt, der fallende Goldpreis zieht inzwischen neue Gold-Futures-Händler an. Und das ist eher ein Zeichen steigender Marktschwäche.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis beendete die Handelswoche auf Basis der US-Futures (April-Kontrakt) mit 1.818 US-Dollar pro Unze. Damit sank der Kurs gegenüber Vorwoche noch einmal um 1,8 Prozent (Vorwoche: -1,3 %). Dabei ging es im Wochenverlauf kontinuierlich nach unten und der Goldpreis ging praktisch auf dem 5-Tage-Tief ins Wochenende.

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Goldpreis in US-Dollar, Wochenchart (5 Min.): Gold beendete den Futures-Handel ganz in der Nähe des Wochentiefs (Quelle: CME Group).

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen gehen die Goldbestände in den COMEX-Tresoren weiter zurück. Mit einer Ausnahme per 8. Dezember 2022 sind diese nun vierzig Wochen lang geschrumpft. Denn nun summierte sich das Inventar per 23. Februar 2023 auf 21,66 Millionen Unzen. Das waren rund 80.000 Unzen weniger als am vergangenen Freitag (Vorwoche: -450.000 Unzen). Dabei stiegen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Edelmetall-Bestände der Kategorie „eligible“ um rund 20.000 Unzen auf 10,78 Millionen Unzen.

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 425.354 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 42.535.400 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu 50,9 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 51,3 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den Kontraktmonat Januar nun 15.350 auf physische Auslieferung. Damit kamen innerhalb einer Woche 710 Vorgänge hinzu (Vorwoche: +1.627). Zum Vergleich: Im Vormonat waren es insgesamt 20.750 Anträge. Dagegen gab es im bisherigen Rekordmonat Juni 2020 insgesamt 55.102 „Delivery Notices“.

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10 Kommentare

  1. „Der Goldpreis im US-Futures-Handel“. Was will man dazu noch sagen oder gar in die Zukunft spekulieren, wenn Wetten seinen Preis bestimmt. Vielleicht das der Goldpreis Spielball von Weniger ist. So eine Art Offener Vollzug
    mit ein paar Tagen Freigang.

  2. Das war alles zu erwarten. Wenn die 1800 Dollar nicht halten, kann es bis 1720 runter gehen. Spätestens da aber sollte jeder nachkaufen, der das noch im Plan hat.
    Das wären in Euro um die 1620 die Unze.

  3. @Maruti
    Wäre schön wenn der Preis runtergeht, dieses Jahr möchte ich hauptsächlich für die Kids einkaufen. Die sollen das bekommen wenn die Erwachsenen sind, da machen doch schöne Motive mehr her als Krügerrands, Maples, Philis, Sovereigns. Bis jetzt China Panda 30g & 15g, Lunar Pferd 1oz. In Gold. China Panda 30g, Lunar Pferd 1oz. Kookaburas 1oz. In Silber. Dieses Jahr Lunar Hase & Tiger 1oz. Gold & Silber, für mich einige Helvetias.
    Trotzdem bin ich auch für Aktien offen, auch wenn ich hier von einigen kontra bekomme:) BYD ist ein guter Kandidat, die haben mehrere sparten, nicht wie Tesla. Preis, Ausstattung, Leistung, Top. Die werden dieses Jahr in Europa expandieren, allein SIXT hat schon 120000 Fahrzeuge vorbestellt. In Oberklasse Segment sind die mit den u8 & u9 präsent. Fahre selbst kein elektro, mir geht es ausschließlich nur um die Aktie von BYD. Wie sagte damals mein Vater als er 2002 einen neuen A6 TDI kaufte, jetzt ist Diesel interessant, irgendwann in Zukunft nicht mehr. Heute sind Hybride & Elektro interessant, weil politisch gewollt.

    • @Big Driver
      Nun ja, Aktien sind nur Verträge auf Papier. Ein Vertrag mit BYD.
      Was letztlich Verträge wert sein können, weiss niemand.
      Beispiel: START wurde einseitig gekündigt, Riester versucht es gerade, Wirecard hat es gemacht, Beispiele gibt es viele, Paradebeispiel: Die Versicherungen.
      Mein Vater, RA, sagte mal zu mir:
      Ein Vertrag ist nur so viel wert, wie Du einfordern kannst.
      Und selbst vor Gericht ist man in Gottes Hand.
      Dazu kommt noch, dass auch ein Urteil des Gerichtes wenig nützt, sollte der Kontrahent, hier BYD am längeren Hebel sitzen.
      Man muss also einen Richter finden und einen zu Beklagenden.

      • @Maruti
        Und sitzt die Bande in Panama, Liberia oder Takatuka-Land, wo der Vater von Pippi Langstrumpf Negerkönig war, so nützt Dir auch ein vollstreckbarer Titel nichts, Den kannst Du getrost zum Klopapier legen, das Du seit Beginn von Corona im Keller gehortet hast. Besser schon, wenn Dir @Translator einen Gefallen tut, dort anruft und seinen russischen Akzent einschaltet: „Challo, chier Firma Inkasso-Team Moskau. Wir chaben gechört, daß Sie chaben Schulden bei gute Klient von uns. Und weil chaben Schulden ist schlecht für Gesundheit, wir vorschlagen, daß du, Genosse, deine Schulden ganz schnell bei uns bezahlen. Plus kleine Aufschlag, das aber sehr, sehr bald. Wir wissen, wo Deine Tochter gehen zur Schule, und ansonsten noch schönen Tag. Do swidanija.“ Ob das so ganz rechtsstaatkonform ist – naja, bin kein Jurist und mag keine juristische Beratung erteilen. Hatte mal einen „Arbeitgeber“ aus Düsseldorf in den 1990er Jahren, der mir bis heute 17.600 DM Bruttolohn schuldet. Mein Titel gilt noch bis 2027. Der gute Mann hatte 5 Wochen, bevor er sich einen Übersetzer & Dolmetscher vom Arbeitsamt vermitteln ließ, eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben, das hieß damals noch Offenbarungseid. Dreister ging es nicht. Ich erfuhr später, daß er seine EV regelmäßig alle 3 Jahre abgab, damit seine Gläubiger ihn kreuzweise konnten. Der von mir in die Spur geschickte Gerichts-Vollzieher schickte mir eine Rechnung i.H.v. 96 DM mit dem lapidaren Hinweis, der Mann sei nicht pfändbar. Wir unbeleckten Ossis haben eine Menge Lehrgeld gezahlt.

      • @Maruti
        Es gibt noch viel bösere Tricks: ein US Pharmakonzern hat etliche Miliardenklagen wg. Nebenwirkungen eines Produktes am Hals.
        Lösung: die Sparte wird mitsamt der Patente an eine Briefkastenfirma in South Carolina ( glaube ich) ausgegliedert.
        Der Mutterkonzern hat dann damit nix mehr zu tun.
        Die neue Tochter geht sofort pleite, wenn das erste Urteil kommt.
        Pech für die Kläger.
        Nennt sich Stille Beerdigung.

        • @MeisterEder
          Das 11. Gebot lautet, du sollst dich nicht erwischen lassen. Erklär mir mal bitte, was Anton Schlecker und seine Kinder falsch gemacht haben, daß die deutsche Justiz sie am Ende drankriegte. Danke Dir im voraus.

          P.S.: Einer von den geschädigten und am Ende geprellten Amis sollte sich einen russischen Akzent zulegen. Ich hätte als CEO dieses Banditen-Konzerns Muffensausen angesichts der vielen Schießeisen in God’s Own Country und der allgemein niedrigen Hemmschwelle zur Gewalt. Wozu ist ein Todkranker fähig, der nichts zu verlieren hat?

          Heute 10 Liter Säfte und einen Beutel mit Schokolade und Marzipan-Kram zum kleinen Kinderheim nach Frankfurt (Oder) gebracht. Mann, diesen CEO würde ich dazu verdonnern, in Kinderheimen Klos zu schrubben, und hinterher kontrolliert mein gewesener NVA-Spieß diese auf Sauberkeit. Wollte ja einmal Jura studieren und Richter werden. In meiner Stasi-Akte steht drin, warum das nicht sein durfte.

          • @Wolfgang Schneider
            Den Fall Schlecker kenne ich nicht genau genug.
            Aber es oft so, dass von sehr selbstsicheren Unternehmern massive Fehler gemacht werden, weil diese sich nicht rechtzeitig gute Beratung kaufen.
            So war die Vermögensverschiebung an die Kids so extrem mies gemacht, dass es eben auffliegen musste. Gut für die Gläubiger.
            Zu den USA, der genannte Pharmafall: die Angst hätte ich als Manager auch.

            Gute Beratung ist teuer, bringt aber auch was.
            Beispiel: wir (also Pumuckl und ich) haben in alle Verträge immer eine extrem genaue „Change of Control“-Klausel reingeschrieben.
            Sollte der Anspruchsgegener irgendwann verkauft, fusioniert, verschenkt ….(es folgt eine endlose Liste) oder auf irgendeine denkbare Art verändert werden, so muss die Haftung zu 100 % auf die Konzernmutter zurückübertragen werden oder gleich dort bleiben. Eine 2 Seiten lange Haftungsschlinge, aus der niemand rauskommt.

  4. @Maruti
    Ich weiß was du meinst in Bezug auf Aktien, Wirecard war ja ein negatives paradebeispiel. Von Riester oder ähnlichen Mist lasse ich die Finger. Mir geht es hauptsächlich das Kapital aufzuteilen, zum Vergleich beide Immobilien in Greece aktuelle verkaufsoption 350000,00€ da die jährlich von Wert geschätzt werden. Gold & Silber habe einigermaßen genug(?) kaufe ich weiter nach Möglichkeit. Aktien sind Unternehmensbeteilung, dafür kommen auch die Dividenden. Die Wirtschaft muss weiter wachsen, ohne Wachstum, kein Gewinn, ohne Gewinn gehen die Türen zu und die Angestellten gehen nach Hause und bleiben da. Aktuelles Beispiel BASF, die bauen hier ab und woanders auf.
    Ausserdem sehe ich das von eine andere Seite, Immobilien, Ackerland, Aktien, usw. sind offenes Kapital, heißt für den Staat offen zu betrachten. Gold & Silber anonym gekauft und nicht in Bankschliessfach deponiert ist verstecktes Kapital. Deswegen auch die Aufteilung zu 40% Gold & Silber, Rest Immobilien und Aktien. Hoffe versteht du meine Argumentation.
    Schöne Grüße, Big Driver.

  5. ‚Ja, wo laufen sie denn? Mein Gott, bei mir ist alles dunkel. Wo laufen sie denn hin?‘

    Wenn ich es recht überlege, hätte ich mich eigentlich @Loriot nennen müssen. Denn ob nun auf der Rennbahn oder im EZB-Turm zu ̶B̶a̶b̶e̶l̶ Basel, es gilt das uralte Diktum ‚Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun.‘ [Thanatos 23:34].

    Jedenfalls stellen die Endverbraucher des Finanzsystems der EZB ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey gaben 58 Prozent der rund 5.000 Teilnehmer an, kein Vertrauen mehr in die EZB zu haben. 62 Prozent glauben nicht an die inflationssenkende Wirkung der geldpolitischen Medikation.

    Besonders erschrecken muss uns, dass das Glaubwürdigkeitsproblem der EZB auch die eigenen Mitarbeiter[theatralische Kunstpause]Innen + Diverse erfasst hat. Von einer sog. ‚Lohn-Preis-Spirale‘ kann nämlich auch intern überhaupt keine Rede sein. Der hauseigenen Gewerkschaft ‚Ipso‘ zufolge haben die eigenen Leute nur wenig Vertrauen in die Fähigkeiten der EZB zur Inflationsbekämpfung, wobei der Liebesentzug auch die Chefetage betrifft.

    EZB ist eben das neue Normal. Ipso beklagt, dass die für 2023 vereinbarte Gehaltssteigerung von etwa vier Prozent längst nicht zum Inflationsausgleich ausreicht. Lohnsteigerungen also, die real zu einem Lohnverlust führen – diese Art von Dialektik zeugt immerhin von Humor. Denn der Unterhaltungswert der EZB hält sich ansonsten durchaus in Grenzen. Sicher, die EZB befindet sich wie andere Notenbanken auch in einer schier unauflösbaren Zwangslage…

    …aber diese erratische Geldpolitik – vom Leugnen der Inflation bis zu den aktuellen Übersprungshandlungen -, nee, also wirklich, ‚wo laufen sie denn‘?

    https://www.wiwo.de/unternehmen/banken/europaeische-zentralbank-mitarbeiter-umfrage-stellt-ezb-fuehrung-nur-sehr-maessiges-zeugnis-aus/28928994.html

    Mein sonntägliches Aperçu [statt der traditionellen Sonntagsumfrage des Postillon].
    Einfach klasse, unsere „Eliten“:

    https://www.telepolis.de/features/Spanien-Zuege-die-nicht-durch-Tunnel-passen-7526261.html

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