Samstag,15.Juni 2024
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Goldpreis mit neuen Rekorden: Was passiert jetzt?

Der Goldpreis hat vergangene Woche neue Rekordmarken in US-Dollar und Euro gesetzt. Wir betrachten die jüngste Entwicklung am US-Terminmarkt.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis ist ausgebrochen. Wochenlang scheiterte immer wieder der Versuch, die Marke von 2.000 US-Dollar nachhaltig zu überbrücken. Und während der Euro-Goldpreis in diesem Jahr schon neue Rekordmarken setzte, blieb die Dollar-Notierung weiter hinter ihrem im Jahr 2020 erreichten Allzeithoch zurück. Am Freitag gelang nun dieser Kurssprung. Wir analysieren, was vergangene Woche am US-Terminmarkt geschah und was dies für die weitere Kursentwicklung bedeuten könnte.

Gold, Goldpreis, Bulle, Goldmünzen (Bild: Goldreporter)
Rekordhoch bei 2.089 US-Dollar: Die Bullen überrollen den Goldmarkt, können die Bären vor dem Jahresende noch kontern? (Bild: Goldreporter)

CoT-Daten

Dazu betrachten wir zunächst die jüngsten CoT-Daten mit den Positionen der größten Handelsgruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 28. November 2023. Hier stieg die Netto-Short-Position der „Commercials“ gegenüber Vorwoche noch einmal um knapp 15 Prozent auf 218.592 Kontrakte.

Auf der Gegenseite ging es mit der Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 16 Prozent nach oben auf 200.084 Kontrakte. Dabei stieg die Netto-Long-Position der Untergruppe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) um 45 Prozent auf 114.893 Kontrakte. Damit wurde der höchste Wert seit dem 18. Juli 2023 erreicht.

Gleichzeitig ist der Anteil der „Großen Spekulanten“ auf 39 Prozent gestiegen, was Mitte Juli und zuletzt ein Zwischenhoch darstellte.

Open Interest

Währenddessen nahm der Open Interest leicht ab. Denn diese Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX ging gegenüber Vorwoche um 0,5 Prozent auf 505.658 Kontrakte. Allerdings ging es dann bis zum Handelsschluss am Freitag wieder um knapp ein Prozent nach oben auf 510.597 Kontrakte.

Gold-Optionen

Dagegen sehen wir bei den Gold-Optionen nach dem Verfallstermin einen starken Rückgang des Open Interest um 26 Prozent auf 806.297 Optionen. Allerdings sank auch die Put/Call-Ratio auf 0,484  (Vorwoche: 0,542). Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 200 Call-Optionen (Vorwoche: 185. Somit nahm der Goldpreis-Optimismus in diesem Handelssegment gegenüber Vorwoche noch einmal deutlich zu.

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Goldpreis-Dynamik

Der Goldpreis bewegte sich im Futures-Handel an der COMEX die gesamte vergangene Woche oberhalb von 2.020 US-Dollar (Februar-Kontrakt). Die Handelswoche beendete das Edelmetall bei 2.089,70 US-Dollar: neues Rekordhoch. Im vorbörslichen Handel sprang der Futures-Kurs in der Nacht zum Montag bereits kurzzeitig auf 2.145 US-Dollar. Unterdessen hat auch der Euro-Goldpreis mit 1.920,15 Euro auf Basis der US-Futures ein neues Allzeithoch erreicht.

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Goldpreis-Entwicklung in der vergangenen Woche auf Basis der US-Futures. Neuer Kursrekord und womöglich ein nachhaltiger Anstieg über 2.000 US-Dollar. Kurzfristig ist aber Übertreibung im Markt (Quelle: CME Group).

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen stiegen die Goldbestände in den COMEX-Tresoren gegenüber Vorwoche um 120.000 Unzen auf 19,99 Millionen Unzen. Dabei nahmen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 20.000 Unzen zu auf 9,83 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 510.597 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 51.059.700 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell nur noch zu 39,1 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 39,7 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC nun für den neuen Kontraktmonat Dezember bereits 11.453 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Zum Vergleich: Im gesamten November waren es 6.016 Anträge. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Goldpreis-Ausblick

In der vergangenen Woche stellten wir bereits eine steigende Marktstärke im Bereich der Gold-Futures fest. Nun ist der Open Interest mit dem Goldpreis weiter angestiegen, was das bullische Szenario weiter bekräftigt. Der deutliche Schub über die Marke von 2.000 US-Dollar dürfte für viele bislang noch verhaltende Goldinvestoren ein Kaufsignal sein. Allerdings ist mit der starken Marktdynamik auch eine kurzfristige Kursübertreibung verbunden. Früher oder später wird es also „Gewinnmitnahmen“ geben. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass diese dem übergeordneten Aufwärtstrend großen Schaden anrichten können.

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22 Kommentare

  1. Erst stieg der Goldpreis von rund $2070 auf $2135 und fällt dann über $100 ??? also wenn heute keine brutale Manipulation am Werk war dann fresse ich ein Besen .

    • Ich bin davon überzeugt, daß die Bullen einfach mal mit dieser Übertreibung zeigen möchten, was möglich ist. Immerhin gibt es im Zinsmarkt noch keine faktische Veränderung, sondern nur Spekulationen. Wie der Bericht es ja schon formulierte: Aus Zinssorge wird Zinsfantasie. Die Frage ist jetzt, wie geht es weiter? Bullisch oder bärisch? Ab wann sollte man nachkaufen?

  2. Gold wurde mal wieder ordentlich vermöbelt. Wie GR vermutet Gewinnmitnahmen also, wie ich denke von kurzer Dauer. Vor einigen Tagen schrieb ich hier, daß die Banken jetzt händeringend versuchen werden den Goldpreis unter 2500 $ zu halten. Warten wir es ab. Vergessen wir aber nie wenn das Gold durch die Decke geht, stehen unangenehme Zeiten vor der Tür. Aber dafür haben wir ja das Zeug.

  3. @Goldhase
    Ja, habe ich! Und jetzt erstmal wieder runter… Macht aber nix – das Treppchen wird weiter nach oben zeigen! Insgesamt wird es auf hohem Niveau bleiben – sure…
    Also wie immer – keep calm! Nach 45 Jahren AU-Erfahrung schockt einen nichts mehr…
    Honi soit, qui mal y pense
    Euer Dokta

  4. @GoldenEye
    Ich dachte weniger an uns Normalos, denen es vermutlich allen ähnlich ging,eher an die Goldspekulanten. Übrigens ihr Spruch zur Taube auf dem Dach; danke für ein paar Minuten lächeln.

  5. Na wenn man so die Nachrichten von der Börse verfolgt, dann gibt es nur Gründe für Optimismus: der Deutsche DAX scheint nur noch die Richtung nach oben zu kennen, keine Probleme, keine teure Energie, keine Fiaski bei VW oder BASF, nur pure vorweihnachtliche Glückseligkeit.. und Gold mal eben um über 100 Dollar gedrückt.
    Fazit: der Mainstream sollte natürlich nur in Aktien „investiert“ sein..

    https://www.deraktionaer.de/artikel/maerkte-forex-zinsen/dax-peilt-in-der-neuen-woche-ein-neues-allzeithoch-an-aber-20344775.html

  6. @Goldhase
    Gerne, wenn ich damit helfen konnte! Wir alle sollten mind. 1 X täglich herzlich lachen – schüttet Endorphine aus und nützt der Gesundheit! Da wir ja alle in einem Boot sitzen was Krisen angeht…
    Eine Krähe wäscht die andere!
    Der Dokta

  7. Ich habe gestern die angezeigten Kurse bei goldpreis.de und ariva.de verfolgt. Bei der ersten Internetseite war die Chartlinie vormittags gekappt, als es dort bis 1.965,62 EUR hoch ging. Bei Ariva wurde über Nacht der Kurs um über 14 Euro nach unten korrigiert und es wurde danach für gestern ein Maximalkurs von nur noch 1.914,05 angezeigt. Bislang waren die Kurse auf beiden Seiten immer relativ nah beieinander und die Über-Nacht-Korrektur (Dollarkursschwankungs-Ausgleich) auch nur moderat. Es wurden also von den üblichen Manipulatoren nicht nur Unmengen erfundenes FIAT-Hebelgold auf den Markt geworfen, sondern die Chartseiten arbeiteten auch nicht sauber. Aber irgendwann wird für diese Leute Zahltag sein.

    • @Amos
      Vergessen Sie die Anzeigetafeln, Die waren schon in Zeiten vor Internet Phantasietafeln und jetzt erst recht.
      Da stimmt nix.

    • @Golden Eye
      Wer Normalos sind, wird vermutlich jeder für sich und anders deffinieren.
      Für mich sind es Menschen mit Durchschitteinkommen, die ihr Geld in
      Altenativen zu Aktien, Sparguthaben und Girokonten anlegen. Zähle ich
      auch Bitcoiner durchaus dazu. Da ich die Einkommen meines Neffen und
      seiner Frau ( beides Doktors aller Kassen) ungefähr kenne, weiß ich nicht,
      ob die in diese Pauschalgruppe fallen. Meine mir besonders ans Herz gewachsene Begrufsgruppe der RA würde ich für mich einmal ausschließen.

  8. @Goldhase
    Ja, schwer zu sagen – die Grenzen sind fließend… Blöde Frage von mir!
    Kommt eben darauf an, wieviel man vom Einkommen / Vermögen in AU schieben will / kann…
    Jeder hat pers. Präferenzen! Jeder muß selbst wissen, wann seine Schäfchen im Trockenen sind!
    Der Dokta

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