Samstag,15.Juni 2024
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Goldpreis mit Verlusten gestartet: Was geschieht jetzt?

Der Goldpreis ist mit Verlusten ins neue Jahr gestartet. Auch die Händler am US-Terminmarkt warten nun auf die weitere Inflations- und Konjunktur-Entwicklung.

Goldpreis schwächer

Am Freitag beendete der Goldpreis den US-Futures-Handel mit 2.052 US-Dollar pro Unze (Februar-Kontrakt). Das entsprach 1.873 Euro. Damit notierte Gold 1 Prozent niedriger als am letzten Handelstag vor dem Jahreswechsel. Auf Euro-Basis betrug der Abschlag lediglich 3 Euro. Was geschah vergangene Woche am US-Terminmarkt? Dazu betrachten wir zunächst die aktuellen CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 2. Januar 2024.

Gold, Goldpreis (Bild: Goldreporter)
Der Goldpreis ist 2023 gut gelaufen. Für 2024 werden Zinssenkungen erwartet. Die Frage ist nun, in wieweit sich diese Hoffnungen in den kommenden Wochen bestätigen (Bild: Goldreporter).

CoT-Daten

Hier stieg die Netto-Short-Position der „Commercials“ nun drei Wochen in Folge – zuletzt um 1,3 Prozent auf 235.478 Kontrakte. Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ marginal ab auf 207.649 Kontrakte. Dabei stieg die Netto-Long-Position der Untergruppe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) um 2,5 Prozent auf 109.149 Kontrakte.

Open Interest

Währenddessen stieg der der Open Interest im Vorwochenvergleich um 1,8 Prozent auf 500.364 Kontrakte. Aber bis zum Handelsschluss am Freitag ging es um knapp 1 Prozent nach unten auf 495.117 Kontrakte.

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Gold, CoT-Daten

Gold-Optionen

Bei den Gold-Optionen sehen wir nun einen Anstieg des Open Interest um 6 Prozent auf 794.648 Optionen. Dabei stieg die Put/Call-Ratio auf 0,48 (Vorwoche: 0,449). Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 209 Call-Optionen (Vorwoche: 223). Somit nahm der Goldpreis-Optimismus in diesem Handelssegment gegenüber Vorwoche ab.

Goldpreis-Entwicklung

Im Wochenverlauf gab der Goldpreis kontinuierlich nach. Am Dienstag waren im Handelsverlauf 2.087 US-Dollar erreicht worden. Volatil wurde es dann am Freitag im Umfeld der US-Arbeitsmarktdaten, die besser ausfielen als erwartet. Hier gab der Goldpreis zunächst nach auf das Wochentief von 2.033 US-Dollar, zeigte dann einen Rebound bis auf 2.070 US-Dollar, um daraufhin wieder um 20 US-Dollar auf den Schlusskurs von 2.052 US-Dollar zurückzukommen.

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Goldpreis-Entwicklung in der vergangenen Woche auf Basis der US-Futures (Februar-Kontrakt). Im Umfeld der US-Arbeitsmarktdaten am Freitag gab es erhöhte Volatilität (Quelle: CME Group).

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen sanken die Goldbestände in den COMEX-Tresoren gegenüber Vorwoche um 10.000 Unzen auf 20,03 Millionen Unzen. Dabei blieben die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ unverändert bei 9,78 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 495.117 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 49.511.700 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu 40,5 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 40,1 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den neuen Kontraktmonat Januar bislang 2.778 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Zum Vergleich: Im gesamten Dezember waren es 15.134 Anträge. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Ausblick Gold

Der jüngste Goldpreis-Rückgang war im Vorwochenvergleich begleitet von einem rückläufigen Open Interest. Das kann ein Signal nachlassender kurzfristiger Marktschwäche sein. Allerdings dürfte der Handelsbetrieb erst in der kommenden Woche wieder den vollen Betrieb aufnehmen. Die Aktienmärkte zeigten sich zuletzt auch anfällig für Gewinnmitnahmen. Bis zuletzt gab es hohe Erwartungen für anstehende Zinssenkungen in den USA. Am kommenden Donnerstag stehen neue Inflationsdaten aus den USA an. Diese könnten kurzfristig deutlichen Einfluss an die Kursentwicklung an den Märkten haben.   

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5 Kommentare

  1. Ich habe so ein Gefühl, das Gold immer Sommer richtig durchstarten wird, in Euro dann 2000-2200 Papiereinheiten.
    10% in 2023,steuerfrei und todsicher. Also klagen sollte man da nicht!

  2. Je länger sich der Goldpreis über der 2.000 Dollar Marke hält, desto geringer wird die Chance für das Kartell diesen noch mal nachhaltig unter 2.000 zu befördern.
    Schön wäre es, wenn der Kampf um die 2.100 los ginge.
    Denn dann könnte man bei jedem Rücksetzer bedenkenlos zugreifen und zwar ohne Sorge, dass der Preis noch deutlich unter 2.000 fällt.
    Eines muss bei Goldeinkäufen aber gesagt werden:
    100 Euro die Unze kurzfristigen Verlust muss man tragen können. Sonst soll man es lieber lassen.

  3. Ich erwarte eher positive AU-Entwicklungen.
    In Anbetracht der weltweiten Krisen (nix ist bisher wirklich gelöst), die Flucht der Großen in Au (s. China) – und hier in Dummland stehen die Zeichen jetzt mal so richtig auf Sturm (die Landwirte – und wer weiß, wer sich da noch so alles anschließt…!?). Eben alle, die unter der verfehlten Ampelpolitik zu leiden haben – nur die will partout nicht Schuld sein! Da wird jetzt von „Diskussionskultur“ gesprochen – die haben jahrzehntelang Zeit dazu gehabt! Stattdessen wurde die soziale Marktwirtschaft durch die etab. Blockparteien zerstört. Wenn gar nichts mehr ging, wurde eben einfach auf große Koalition gemacht – so blieben die Pöstchen schön verteilt. Quasi DDR 2.0! Immer noch nix kapiert: die Mehrheit will nicht mehr diskutieren, sondern die Hauptverantwortlichen einfach nur noch weg haben! Egal, die Quittung kommt jetzt so nach und nach… Von der noch nicht aufgearbeiteten Corona-Krise noch gar nicht geredet…
    Der Deckel wird wegfliegen und AU in ungeahnte Höhen bringen! Das muß nicht zwangsläufig gut sein („…wenn Gold zu Geld wird…“) – aber ein klein wenig mehr können wir schon noch vertragen…
    Allen AU-compagneros hier ein friedvolles WE
    Der Dokta

  4. Moin,
    sehr interessantes Interview mit Marc Faber.

    „Deutschland ist ein Musterbeispiel wie grüne Politik ein Land zerstören kann»: Börsenguru Marc Faber über Ursula von der Leyen und die AfD, Fortschritte in China und Anlagetipps zum Jahreswechsel“

    https://weltwoche.de/daily/deutschland-ist-ein-musterbeispiel-wie-gruene-politik-ein-land-zerstoeren-kann-boersenguru-marc-faber-ueber-ursula-von-der-leyen-und-die-afd-fortschritte-in-china-und-anlagetipps-zum-jah/

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