Samstag,15.Juni 2024
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Goldpreis nach Nahost-Schock: Was geschieht jetzt?

Nach dem Schock in der Nahost-Krise sortieren sich die Märkte. Der Goldpreis verzeichnete zu Wochenbeginn leichte Abgaben, die Anleihe-Renditen steigen wieder.

Goldpreis-Entwicklung

Am Dienstagvormittag um 9:30 Uhr kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt 1.919 US-Dollar. Das entsprach 1.819 Euro. Damit sehen wir im Vorwochenvergleich beim Goldpreis Kursgewinne von 3,3 Prozent beziehungsweise 3,5 Prozent (in Euro).

Gold, Goldpreis, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Der Goldpreis legte innerhalb einer Woche um mehr als 3 Prozent zu. Auch die Anleihen-Kurse (sinkende Renditen) zogen kurzfristig an. Nun sehen wir leichte Gegenbewegungen. Investoren warten ab, wie sich die Lage in Nahost entwickelt (Bild: Goldreporter).

Die Zuspitzung der Nahost-Krise mit starken Kursgewinnen vor dem Wochenende und der Short-Squeeze an der COMEX wirken nach. Denn am Freitag verzeichnete die Gold-Notierung im US-Futures-Handel mit 3,1 Prozent den größten Tagesgewinn seit dem 12. Januar 2022.

Ausblick

Allerdings gab es nun zu Wochenbeginn bereits eine kleine technische Gegenbewegung, die den Goldpreis wieder rund 1 Prozent zurückkommen ließ. Nun beobachten Investoren natürlich vor allem die weitere Entwicklung im Israel-Konflikt. Dabei zeigte sich in der Vergangenheit (auch nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine), dass an den Börsen nach (geo-)politischen Schocks oft schnell wieder zur Tagesordnung übergangen wird. Insbesondere dann, wenn es zeitnah zu keiner weiteren Eskalation kommt. Zumindest kommt es dann zur Rückbesinnung auf die bekannten Markt-Katalysatoren (Inflation, Wirtschaft, Zinsen). Auf der anderen Seite hat der Goldpreis durch die starke Aufwärtsbewegung in der vergangenen Woche charttechnisch erneut wichtigen Boden gutgemacht.

Marktzinsen fallen

In diesem Umfeld haben auch die Anleihe-Renditen wieder etwas angezogen, nachdem die Anleihen-Kurse im Run auf vermeintlich „sichere Häfen“ vergangene Woche zugelegt hatten. So rentierten 10-jährige US-Staatsanleihen am Dienstag mit 4,75 Prozent – nach 4,66 Prozent vor einer Woche. Parallel stiegen auch die Marktzinsen in der Eurozone. Denn deutschen Anleihen mit entsprechender Laufzeit brachten 2,81 Prozent – nach 2,76 Prozent am vergangenen Dienstag. Entsprechend zugelegt haben die Renditen der anderen europäischen Papiere.

Anleihen, Renditen Staatsanleihen, USA, Deutschland, Zinsen

Renditen und Goldpreis

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf den Goldpreis? Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert.

Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme. Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Gold-Nachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht sind, steigen die Edelmetalle oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse).

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13 Kommentare

  1. So ein Schock für Börsen ist meist schnell abgefrühstückt und die Medien trommel schon mit super Wirtschaftsnachrichten. Wie China will die Wirtschaft ankurbeln oder die Inflation fällt gegen Null, die Zinsen fallen demnächst und die Importe schrumpfen und die Exporte steigen.
    Alles Fake News, nichts davon stimmt.
    Aber man will die Papieranleger zum beherzten Zugreifen motivieren, schon vor Jahresende. Buy in October.
    Wenn, ja wenn die Politik nicht einen Strich durch die Rechnung macht.
    So sich China Taiwan einverleibt, Iran die Strasse von Hormuz dicht macht und die Hisbolla nen nahen Osten abfackelt, derweil Putin nach weiteren Staaten schielt und wieder sich munter der Eroberung der Ukraine widmen kann.
    Bei all dieser freundlichen Lage in der hiesigen Welt fehlt zum ganzen Glück nur noch der erhobene Zeigefinger von Frau Berbock.
    “ Aber ich sagte euch doch, ihr sollt doch nicht….“
    Und wir ?
    Wir werden in unserer Ansicht jeden Tag mehr bestätigt, dass wir unser Gold noch brauchen werden.

    • In dem letzten Satz befürchte ich, liegt sehr viel Wahrheit. Ich befürchte auch, dass ein Teil von uns ans Eingemachte gehen muss.

      • Snowflake:
        In den letzten 12 Monaten habe ich einem Freund wiederholt etwas abgekauft. Eigentlich mache ich so etwas nicht gerne. Aber er sagte, dass er Bares bräuchte. Den Spread hatten wir uns geteilt. So war es für jeden von Vorteil. Einmal habe ich vorsichtig nach dem Grund für den Verkauf gefragt. Er sagte, seine Freundin bräuchte einen neuen Flatscreen-TV. Er kann oder will nicht erkennen, dass diese Frau ihn ausnutzt. Meine sehr zurückhaltend vorgebrachten Bedenken hatte er barsch zurückgewiesen. Wer seine EM für solchen Nonsens raushaut, der hat keine EM verdient.

        • Ich sehe das auch so wie Sie. Das Edelmetall sollte nur in der Not verkauft werden und nicht für derartige Dinge, die nur ein paar Jahre halten und dann Schrott sind.

  2. Maruti trifft den Punkt! Gruß an Ihre wachsame Tiefsee-Muräne… :-) Elfriede, oder so…?
    @Snowflake
    Ja, kann sein! Aber 3 Leute bestimmt nicht: Maruti, Schreinermeister & ich!
    Mein EM-Händler sagte mir schon, dass einige eben aus Not verkaufen…
    Traurig, aber wohl unvermeidlich…
    Buena notte!
    Il Dottore

    • @Goldeneye
      Es ist immer auch eine Frage, wie stringent man denkt und wie konsequent man danach handelt.
      Das war schon bei Covid so: es gab z.B. Kleinunternehmer (vom Reisebüro bis zur Gastro), die haben ihre letzten Reserven aufgebraucht, manchmal incl. Altersvorsorge, um das rational unvermeidliche Ende ihres Unternehmens nur um Monate nach hinten zu verschieben.
      Und die haben dann alles verloren.
      Völlig sinnlos.

      Da wo ein Freund wohnt, gibt (gab !) es mitten in einer wohlhabenden Kleinstadt (Oberbayern) einen herausragend guten Bäcker/Konditor. Super Produkte, angeschlossenes Cafe.
      Keine Konkurrenz im Umkreis. Top Qualität (der Kaffee z.B. von Dinzler) und top Auswahl.
      Der war 50 Jahre lang „die Made im Speck“, völlig verdient.
      Vor 4 Monaten hat er seine Öffnungszeiten massiv reduziert.
      Mo ganz zu. die anderen Tage nur bis 15.00 Uhr. Samstag bis 12.

      Anfang Oktober hat er geschlossen.
      Nicht mehr rechenbare Energiepreise, hoher Krankenstand der Mitarbeiter, Keine Lehrlinge mehr, Nachfolgeproblematik.
      O-Ton: wenn jetzt noch das Bürgergeld kommt, krieg ich überhaupt keine Verkäuferinnen mehr.
      Um gegen die Kostenlawine anzukommen, müsste er bei qualitativ hochwertiger Produktion für das Brötchen mindestens 1,50 und das Stück Kuchen 6 Euro verlangen.
      Wenn er noch genügend Personal finden würde.
      Das schafft die Hälfte seiner Kunden nicht.
      Also hat er konsequent den Stecker gezogen. Den Laden gab es seit ca. 1925.
      Die Kraft muss man haben.

      Mein Freund der Installateur kann seinen Betrieb nur noch mit Mitarbeitern aus Osteuropa am Laufen halten.
      Die arbeiten noch, sind auch um 6 Uhr in der Früh auf der Baustelle und machen sich die Finger schmutzig.
      Hat sich auch noch keiner über fehlendes Gendern und das 4. Dixi-Klo für die weiteren Geschlechter beschwert Und er kann die Preissteigerungen weitergeben.

      Debilistan wird sich die nächsten 2 bis 5 Jahre in einem Ausmaß verändern, das sich kaum ein Mensch vorstellen kann.

      Leute, haltet EUER Metall beisammen.

      • Meister Eder:
        Der Nachbar in Polen hat ebenfalls eine Bäckerei. Ein Unternehmen in jetzt 4.Generation, 420 Mitarbeiter und einige Filialen. 60 T€ an Corona-Hilfe hat er bekommen. Angesichts der Größe des Unternehmens ein Witz. Er brauchte damals einen Kredit von 2 Millionen Euro zum Überbrücken. Als er den bekommen hatte, musste er die Corona-Hilfe sofort zurückerstatten. Begründung: durch den Kredit habe er ja jetzt Geld.
        Anfang 2022 wurde der Stromabschlag von zuvor monatlich 700 T€ auf 1,20 Mio. Euro/Monat erhöht. Seit einiger Zeit findet er kein Personal mehr. Verkäufer, Fahrer und Lagerarbeiter – also eher geringqualifizierte Kräfte – sind nicht zu bekommen. Die Leute wollen nicht mehr arbeiten. Für mich ist es schmerzhaft und traurig zugleich. Dennoch habe ich Hochachtung für die Unternehmer, die nicht aufgeben. Das Unternehmen hat die gesamte DDR-Zeit überstanden und der Nachbar sagt, damals seien die Bedingungen besser gewesen, als es zur Zeit der Fall ist.
        Ich als kleiner Feld-, Wald- und Wiesen-Anwalt mache diesen Zirkus nicht mehr mit. Ich habe meine Arbeit reduziert und habe viel Freizeit. So muss ich mich nicht mehr so sehr darüber ärgern, dass ich mit meiner Arbeit Steuern erwirtschafte, die der Staat gegen die Interessen unseres Landes einsetzt. Dadurch, dass ich immer schuldenfrei war und sehr vorsichtig gewirtschaftet habe, bin ich auch wirtschaftlich verhältnismäßig gut durch die Corona-Zeit gekommen.

        • @Racew Die DDR Handwerker und Kleinunternehmer kamen alle wunderbar über die Runden,die hätten in diesem Irrenhaus sofort das Handtuch geworfen.

      • @Maestro Wie immer richtig beobachtet hier im Umland von Berlin genau dasselbe,das Bürgergeld lässt das letzte bischen Leistungsbereitschaft bei der Jugen den Bach runtergehen.

    • @Dottore
      Es gibt so einen laxen Spruch für das Internet: Nirgends gibt es mehr Münchhausengeschichten als im Netz.
      Darum bin ich eher bei dem wohl schwer erkrankten W. Schneider, der diesen Tresor auch einmal in diese
      Richtung verortete. An dieser Stelle alles Gute für WS und das es Dir hoffentlich bald wieder besser geht.

  3. @Golghase
    Bin komplett bei Dir! WS ist ein Juwel in diesem Forum! Hoffe, er ist noch unter uns…!???
    Verneige mich immer vor fachlicher Kompetenz…!
    @alle Ihr doch auch, oder???
    Der Dokta

    • @GoldenEye
      Ja.
      Thanatos hatte mal geschrieben: „Courage braucht es, um hinter dem Weltlauf das Bizarre, den Wahnwitz zu erkennen. Und die Realsatire quittiert man am besten mit humoristischem Gebrauchszynismus.“
      Gut, das hat translator nicht immer so quittiert, aber den ersten Teil hat er, wenn ich mir das erlauben darf, zutiefst verstanden. Er hat hier viel Seele und Herz ins Spiel gebracht. Ich hoffe auch, dass er wieder fit wird.

    • @ Golden Eye
      Man konnte sich mit Wolfgang wunderbar über Ableitungen aus der Geschichte, auch mal außerhalb der Goldkurse, unterhalten. Da war der recht GR großzügig. Darum WS kämpfe.

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