Samstag,13.Juli 2024
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Goldpreis: Steigende Chancen auf Kurserholung

Mit den ausgelaufenen Juli-Gold-Futures werden die Karten auf dem Goldmarkt neu gemischt. Kann sich der Goldpreis jetzt stärker erholen?

Goldpreis

Vergangene Woche waren Verfallstermine am US-Warenterminmarkt. Am Donnerstag liefen im Futures-Handel die Gold- und Silber-Kontrakte des Monats Juli aus. Dabei kam der Goldpreis am gleichen Tag deutlicher unter Druck. Denn parallel waren in den USA überraschend positive Wirtschaftsdaten gemeldet worden (siehe: Goldpreis sinkt, Aktien steigen: Warum das jetzt?).

Gold, Goldpreis, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Der US-Goldmarkt erfuhr am Donnerstag eine kurzfristige Marktbereinigung. Bei fallendem Goldpreis stiegen in größerem Umfang Short-Seller aus (Bild: Goldreporter).

Dagegen konnte sich Gold am Freitag wieder etwas erholen. Dabei ist es wichtig anzumerken, dass sich der Goldpreis auf Basis der US-Futures immer am Preis für den meistgehandelten Kontrakt orientiert. Und das waren Ende vergangener Woche die Dezember-Futures, die zuletzt mit erheblichem Aufschlag zu den zeitnäheren Kontrakten gehandelt wurden. So ging der Dezember-Kontrakt mit 1.998 US-Dollar pro Unze ins Wochenende, während es bei den August-Futures nur 1.958 US-Dollar waren. Das heißt, am US-Terminmarkt für die kommenden Wochen verstärkt auf einen steigenden Goldpreis spekuliert.

CoT-Daten

Wir betrachten die jüngsten CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 25. Juli 2023. Hier sank die Netto-Short-Position der „Commercials“ gegenüber Vorwoche um 7 Prozent auf 198.210 Kontrakte. Das heißt, diese kommerziellen Händler standen unter dem Strich mit umgerechnet 616 Tonnen Gold auf der Verkaufsseite (Vorwoche: 664 Tonnen).

Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 10 Prozent ab auf 173.639 Kontrakte. Dabei gingen die Netto-Käufe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften“) um 17 Prozent zurück auf 95.287 Kontrakte.

Open Interest

Währenddessen sank der Open Interest gegenüber Vorwoche noch einmal um 1,2 Prozent auf 476.176 Kontrakte. Und bis zum Handelsschluss am Freitag ging die Summe aller offenen Gold-Kontrakte um weitere 5,8 Prozent zurück auf 448.169 Kontrakte.

Gold-Optionen

Auch bei den Gold-Optionen ist gegenüber Vorwoche ein deutlicher Rückgang des Open Interest zu verzeichnen. Denn dieser kam per 28.07.23 um 16 Prozent zurück auf 726.313 Optionen. Dabei kam die Put/Call-Ratio von 0,47 auf 0,44 zurück. Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen 228 Call-Optionen (Vorwoche: 212). Damit stieg unter dem stich der Optimismus bei allerdings gleichzeitig rückläufigem Options-Handel.

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Goldpreis-Entwicklung

Wie bereits eingangs beschrieben, beendete der Goldpreis die Handelswoche auf Basis der August-Futures mit 1.958,80 US-Dollar pro Unze. Das heißt, hier ergibt sich gegenüber Vorwoche ein Kursrückgang um 0,3 Prozent. Am Mittwoch hatte Gold bei 1.982 US-Dollar noch sein Wochenhoch erreicht. Dagegen ging es am Donnerstag noch einmal runter auf 1.942 US-Dollar.

Gold, Goldpreis, Futures, Wochenchart
Goldpreis in US-Dollar, US-Futures (August-Kontrakt), Wochenchart (5 Min.): Am Donnerstag war an der COMEX Verfallstag der Juli-Kontrakte. Gold kam bis auf 1.942 US-Dollar zurück.

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen stiegen die Goldbestände in den COMEX-Tresoren gegenüber um rund 90.000 Unzen auf 22,33 Millionen Unzen. Allerdings sanken die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 390.000 zurück auf 10,21 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 448.169 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 44.816.900 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu 49 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 46 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den Kontraktmonat Juli nun 3.308 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen vergangene Woch nur noch 33 hinzu. Dagegen liegen für den neuen Kontraktmonat August jetzt bereits 5.402 Anträge vor. Zum Vergleich: Im Juni waren es insgesamt 20.690. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Goldpreis-Ausblick

Der deutlich gefallene Open Interest bei erneut schwächerem Goldpreis deutet auf eine kurzfristig nachlassende Marktschwäche hin. Die Logik dahinter: Long-Trader haben in diesem Umfeld zuletzt ihre Preisvorstellungen (Verkaufspreis) reduziert, um Short-Seller zur Glattstellung ihrer Positionen und damit zum Ausstieg zu bringen. Der Markt wird kurzfristig bereinigt. Das heißt, dem neuen Kontrakt-Monat werden die Karten auf dem Goldmarkt womöglich neu gemischt. Und dabei stehen die Chancen auf eine Kurserholung nicht schlecht.

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8 Kommentare

  1. Interessante Analyse.
    Wie ich das so interpretiere, wird sich der Goldpreis in der nächsten Zeit so zwischen 1950 und 1980 Dollar bewegen. Auch nicht schlecht, da letztlich ein dramatischer Absturz eher unwahrscheinlicher wird.
    Dieser wird dann eher bei den Aktienpapieren wahrscheinlicher.
    Also, streichen wir die 1500 oder 1700 Dollar und fokussieren uns auf die 1900-2000 Dollar.
    Seitwärts bullisch genannt.

  2. @Maruti
    Während der Corona Zeit sind auch gute, starke Unternehmen um 50 % abgestürzt. Einige davon haben weniger als 1 Jahr, andere wieder 2 Jahre gebraucht um derer vor Corona Niveau zu erreichen. Die Frage ist wer und wie viele Unternehmen werden ein hypothetischen Absturz von 80 % überleben?
    Sind tech Unternehmen relevant für ein Neubeginn, oder sind Unternehmen relevant die aus den Bereichen, Energieerzeugung und Versorgung, Baumaschinen, Agrarmaschinen, Gütertransport und hier speziell Eisenbahn, Rostoff Fördernde Unternehmen.
    Dividenden sind schön und gut, schnell wachsenden Unternehmen um mehr Geld zu generieren auch, was ist aber mit eine Krisen sichere Basis des Aktiendepots?
    Was ist mit Gold als Absicherung? Fragen über Fragen.

    • @BigDriver
      Das erstere ist eben ein Vertrag auf Papier.
      Ähnlich wie ein Arbeits- Ehe- oder Mietvertrag. Er beruht auf Gegenseitigkeit, Treu und Glauben.
      Eine Aktie ist keine Besitzurkunde, wie manche glauben.
      Auch eine Heiratsurkunde ist keine Besitzurkunde wie in manchen klerikalen Regimen.
      Auch wenn, eine Urkunde ist immer noch ein Vertrag.
      Gold ? Ist weder ein Vertrag, mit niemandem, noch eine Urkunde von jemanden .
      Ein jeder mag sich sein Urteil bilden.
      Bisher wurden noch alle Verträge gebrochen und ein Großteil aller Urkunden obsolet.
      Insofern ist die Antwort einfach:
      Vertrauen Sie den Menschen und deren selbst gemachten Gesetzen und glauben Sie, dass diese bedingungslos eingehalten werden, dann nehmen Sie deren Papierwerke.
      Wenn nicht, dann Gold.
      „Ich habe nichts gegen Papiergeld, ( auch Aktien oder Sonstiges), solange die Obrigkeiten klug und weise und mit nahezu göttlicher Voraussicht handeln.
      Aber bis es soweit ist, setzen Sie lieber auf Gold.“
      Maruti meint, eine KI könnte vielleicht die Lösung sein, so sie denn von oben kommt.

    • @ Big Driver
      Ich hadere schon länger ob ich meinen älteren Mobilbagger gegen einen neuen tauschen soll.
      Dazu müsste ich gute 3Kg Gold oder einen Großteil der Aktien liquide machen.
      Und immer wieder kommt der gleiche Entschluss: Nein, die alte Maschine bleibt und in meinem Alter kommt man sehr gut so über die Runden.
      Bei denWirtschaftsaussichten steht das Gerät womöglich nur noch im Hof.
      Doch wie entwickeln sich die Assets?
      Steigen diese auch in einer schweren Wirtschaftskrise? Oder Implodiert nach von Greyerz Prognosen das ganze, aber dann ist eben die Baumaschine ebenso weniger wert!
      Wie Sie sehen stehen nicht nur Sie vor Entscheidungen.
      Doch sind diese Grübeleien wohl eher Luxusprobleme….

      • Vor 20 Jahren kostete ein neuer Volvo-Midibagger knapp über 20.000 €. Sie ahnen es sicher, dafür gibt’s heute nur noch einen abgelutschten Gebrauchten.
        Mein 5 Jahre alter Hubwagen kostet neu mittlerweile auch das doppelte. Billiger wirds nicht, nur das Papier wird immer weniger WERT!!!

        • Aus Ihrem Beispielen folgt dann aber nicht Gold zu kaufen sondern Autos und Hubwagen, denn Gold ist nichtmal ansatzweise mitgestiegen …

          • @klugerrand
            Wir schreiben hier über Gold und nicht über Autos, Bagger, Aktien oder ähnliches.
            Gold hat eine andere Funktion.
            Wenn Sie sich den 20, 40, oder 50 Jahreschart
            ansehen und darüber den Wertverlust des Dollars legen, sehen sehr wohl die Steigerung.
            Zur Zeit versucht man eben, wieder mal, wie schon so oft, den Deckel bei 1980 / 2.000 Dollar festzuzurren. Ähnlich wie bei 980 / 1.000 Dollar und 50 folgende um Anleger vom Gold fernzuhalten.
            Genützt hat es noch nie.
            Genau so wenig wie das QE oder nun die Zinsen.
            Das Papier wird seinen intrinsischen Wert erreichen und der ist Null. Das gilt auch für Carerpillar. Der wird dann halt von China oder Indien übernommen und man druckt ein neues Papier.
            Der Investor wird sagen, was juckt mich das Papier von gestern, ich investiere in das neue mit Perspektive und Potential.
            Und der Goldbesitzer lächelt wieder mal, wie schon so oft. In der Ruhe und im Gold liegt die Kraft.

  3. @Fritzthecat
    Der Herr Greyerz hat auch seine eigenen Interessen wie er Geld verdient. Genauso wie ein Bank Berater oder Versicherungsmakler, es geht schlussendlich nur ums Geschäft. Ich will aber nicht behaupten das der Herr Greyerz Unrecht hat, aber man soll die Kirche in Dorf lassen. Maruti schrieb mal, Aktien sind schuldscheine, ein Vertrag aufs Papier.
    Mag sein, aber welche Wahl hat man sein Geld zu investieren? Auf der Bank lassen bei 1 bis 1,5 % Zinsen? Alles in Immos zu stecken oder gar alles in Aktien? Oder alles in Edelsteine oder Gold investieren? Ich finde ohne irgendwelche Panik und Untergangstheorien, je nach Investitionssumme in mehrere assets.
    Was Ihrem Mobilbagger angeht, solange das Gerät ohne große Probleme läuft, stehen lassen. Wo wir dabei sind, schauen Sie mal den Kursverlauf von Caterpillar, wann ist das Unternehmen gegründet? Es hat Kriege und mehrere Finanzkrisen überlebt, schauen Sie mal die Produktpalette. Von kleinen Mini Bagger, bis Turbinen, ist alles für die Bau Branche dabei. No.1 Global in sein Gebiet, fast schon Monopolstellung. Schlussendlich gebaut wird immer ob vor eine Finanzkrise oder Krieg, oder danach.

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