Donnerstag,07.Juli 2022
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Goldpreis trotzt steigenden Zinsen

Gold, Goldpreis, Zinsen
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist auf über 3 Prozent angestiegen. Der Goldpreis hielt bis Dienstagnachmittag die Marke von 1.850 US-Dollar pro Unze.

Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen sind gegenüber Vorwoche stark angestiegen. Der Goldpreis notierte am Dienstag dennoch fester.

Goldpreis

Am Dienstagnachmittag um 17:15 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 1.851 US-Dollar pro Unze (+0,6 %) das entsprach 1.729 Euro (+0,48 %). Damit hat sich Gold auf Dollar-Basis weiter gefestigt und bleibt auf dem steigenden 12-Monats-Trend. Der Euro-Goldpreis bewegt sich weiterhin knapp oberhalb einer wichtigen charttechnischen Unterstützung. Im Vorwochenvergleich sind die Kurse in beiden Währungen kaum verändert.

Anleihe-Renditen

Währenddessen sind die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen gegenüber Vorwoche erneut stark gestiegen – und das in ganzer Breite. So rentierten entsprechende US-Papiere am Dienstag mit 3,01 Prozent (Vorwoche: 2,85 %). Deutsche 10-jährige weisen Marktzinsen von 1,31 Prozent aus. Und es gibt zahlreiche weitere Länder, deren Renditen im Vorwochenvergleich mit zweistelligen Prozentanstiegen aufwarten.

Anleihe, Renditen, Zinsen

Am Donnerstag steht das Ergebnis der EZB-Sitzung an. Analysten rechnen mit einer Leitzinserhöhung, möglicherweise um 50 Basispunkte. Entsprechend reagieren auch die Anleihen.

Anleihe-Renditen und Goldpreis

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf Gold? Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.

Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Goldnachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht sind, steigt der Goldpreis oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse).

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10 Kommentare

  1. @Klapperschlange

    Der Reverse repo steigt immer weiter. Weiß aber nicht so recht, was mir das eigentlich sagen soll. Es passiert im Prinzip ja gar nichts, ausser das der steigt.

    Was soll das für Konsequenzen haben? Ich kann noch nichts daraus ableiten.

    • @Stillhalter

      Es liegt doch auf der Hand: den Finanzmärkten wird „Cash“, also Liquidität
      entzogen (welche z.B. Firmen als Kredite brauchen, um zu investieren).

      Ich möchte Zoltan Pozsar, den Repo-Guru der Credit Suisse, zitieren,
      der es am besten erklärt hat:
      „Die neu bepreisten RRP-Fazilitäten werden für das Bankensystem
      schnell zu einem Problem werden: Das Bankensystem wird von einer
      Aktiva-Beschränkung (Einlagen strömen herein, können aber nirgendwo
      anders als bei der Fed ausgeliehen werden) zu einer Passiva-Beschränkung
      (Einlagen verschwinden und können nirgendwo anders als auf dem
      Geldmarkt ersetzt werden).“

      Was er damit meint, ist, dass ein RRP-Satz von 0,00 % früher die
      Zuweisung von trägen, überschüssigen Reserven nicht belohnte, sondern
      lediglich einen Ort bot, um sie zu parken.
      Jetzt, da die Fed einen großzügigen Renditeanstieg im Vergleich zu den
      Zinssätzen von Billionen von Schatzbriefen bietet, werden wir eine große
      Veränderung auf dem Tagesgeldmarkt erleben, da Billionen von Kapital von
      traditionellen Anlagen in das RRP der Fed umgeschichtet werden.“

      ✌(༼•!•༽)✌

      • @klapperschlange

        O.k die FED entzieht dem Markt Liquidität, durch Zinsen am Reverse Repo Markt.
        Dann möchte man den Leitzins erhöhen.
        Schließlich will man mit dem Tapering beginnen.

        Kann man davon ausgehen, daß sich durch das Tapering der Reverse Repo verkleinert? Da ist ja überschüssige Liquidität, die man nicht gut investieren kann, sondern da parkt.

        Durch das Tapering entzieht die FED dem Markt ja auch Liquidität.

        Dann hätte das Tapering keinen grossen Effekt und wäre recht ungefährlich für den Markt? Wie war das 2019 als der Versuch des Tapering scheiterte?

        Sorry liebe Klapperschlange, ich hoffe auf Hilfe da ich das noch nicht so recht verstanden habe, darum die Fragen.

        • @stillhalter
          Ich durchschaue das Ganze auch nicht.
          Ich habe den Eindruck, dass der Repo und Reverse Repo sowie Tapering und QE extra geschaffen wurden um das eigentliche Desaster zu verschleiern. Ich denke, dass das so funktioniert, wie es schon Fräulein Milchmädchen machte:
          Rechte Tasche Linke Tasche und eventuell noch Omas Tasche und die von Erna, der Milchkuh, alles schön im Kreis herum.
          Hat es nicht auch Wirecard so ähnlich gemacht ?
          Das alles hat ehrlichem Kaufmannstum und rechtschaffendem Bankenwesen kaum noch was zu tun. Und wird im Desaster enden, so oder so.

          • @maruti

            Da bin ich erleichtert, dass auch andere am Finanzmarkt interessierte Menschen es nicht verstehen. Vermutlich ist es wirklich so, dass man es auch nicht verstehen soll. Das es am Ende böse enden wird ist auch klar. Wenn die Regierungen Kredite als Sondervermögen deklarieren, dann sollte einem auffallen, daß da was nicht stimmen kann.

        • @Klapperschlange
          Erklärungsversuch (ich war damit nicht selbst beruflich befasst, aber a bisserl was bekommt man schon mit).

          1.) Banken haben gegenseitige „Girokonten“, über die sie die ganzen gegenseitigen Geschäfte abwickeln. Das gleich sich ja nie aus, also am Tagesende hat Bank A immer einen Überschuss (oder eine Zahlungsverpflichtung) gegenüber Bank B.
          Man hat also „overnight“ Guthaben oder Kredite gegen andere Banken.
          In normalen Zeiten ist das kein Problem.
          Man geht davon aus, dass die andere Bank das bei Fälligkeit dann auch zahlen kann.
          Also lässt man den Kontostand einfach so stehen.

          2.) Jetzt ist irgendwie ein bisserl Krise und die Banken trauen sich nicht mehr über den Weg.
          Die Finanzsoftware der Bank „nettet“ die ganzen Zahlungsverpflichtungen (verrechnet als Forderungen und Verbindlichkeiten), jeden Abend.
          Dann bleibt um 11 Uhr Nachts ein Guthaben oder eine Zahlungsverpflichtung.
          Beispiel:
          Ergebnis ist, dass meine Bank eine 500 Mio. overnight Forderung an Lehman Bros. hat.
          Was mach ich jetzt als Finanzvorstand ?
          Lass ich „overnight“ die 500 Mio. Guthaben bei der Lehman-Bank stehen, oder lieber doch nicht ?
          Wenn ichs stehen lasse und Lehman macht die Grätsche, ist das Geld weg.

          Also: ich bekomme kalte Füße und fordere sofortigen Ausgleich.
          Lehman besorgt sich die 500 (bei der Fed), überweist sie mir und ich bunkere die 500 Mio. dann overnight wieder bei der Fed.
          So ist mein Geld sicher.
          Wenn Lehmann in die ewigen Jagdgründe geht ist es mir egal. Nicht mehr mein Problem.
          Wenn wir Angst hätten, dass unsere Hausbank morgen pleite geht, würden wir ja auch noch heute das Konto abräumen.

          So kommt es jetzt zu dem Hochlaufen der Repos / RRepos .

          QE ist das längerfristige Geschäft. Ich bekomme als Bank kostenlos Geld nachgeworfen, um es in Pleitefirmen oder Pleitestaaten zu pumpen (das ist jetzt nicht die offizielle Definition).

          Alles stark vereinfacht.

          In echt ist das gar nicht witzig.
          Als die 2008er Finanzkrise gekocht hat, mussten zur schlimmsten Zeit einige Vorstände in der Bank übernachten. Wenn vor Mitternacht die Zahlungssalden aus dem Finanzbereich gekommen sind, hätte man notfalls die Entscheidung treffen müssen, einer anderen Bank den Stecker zu ziehen (also Zahlungen zu stoppen). Mit allen Folgen.

          Vielleicht erinnert Ihr Euch: die staatliche KfW hat sich diese Arbeit nicht gemacht und in der Nacht der Pleite noch etliche hundert Mio. an Lehman überwiesen.
          Futsch.

          • @Stillhalter /@MeisterEder

            Danke für die Unterstützung,- ich hatte mich schon niedergekniet
            hingesetzt, um die @Stillhalter-Fragen zu beantworten, mußte
            dann aber feststellen, daß das Thema „REPO, Reverse REPO,
            QE und QT“ in der Antwort (zwangsläufig) mitbehandelt werden
            müßte, sodaß ich mit meinem Kommentar bald mehrere
            Bildschirmseiten füllte und wieder Text kürzen wollte.

            Als dann noch neue Zweifel hinzukamen, ob man in einem
            Forum mit dem Thema „GOLD“ dieses finanztechnische
            Thema „Repo/QE/QT“ zu sehr breittreten sollte, bin
            ich ermüdet über meinem Tablet . . . ✍ eingeschlafen (sorry,
            war schon nach 23 Uhr).
            Da man auch im deutschsprachigen WEB viele Artikel zu den
            Themen „Repo/QE/QT“, möchte ich daher darauf verweisen.
            ╲╭( ͡° ͜ʖ ͡° )╮╱

  2. @meisterEder
    Danke für die Erklärung. Trotzdem kompliziert genug.
    Nur, genau so etwas, dass sich verbündete Banken plötzlich nicht mehr über den Weg trauen und Mühle zu machen, das sollte doch, so wurde gesagt, beseitigt worden sein. Derartiges sollte nicht wieder geschehen.
    Die Banken sollten im Rahmen der Finanzreform diszipliniert und unter Aufsicht gestellt worden sein.
    Alles nur leere Worte gewesen ?
    Egal, ein weiterer Grund den Banken zu misstrauen und auf Gold zu setzen.
    Übrigens, scheint das heute gegen 16:30 übliche Golddrückerchen etwas schief gegangen zu sein.

    • @Maruti
      Wenn man auf die richtigen harten Geldanlagen setzt, kann es einem egal sein, was die dort spielen.
      Und wer dabei auf die Schn…. fällt oder nicht.
      Meinetwegen können die dort Purzelbäume in den 6-fachen Rittberger einbauen.
      Und dabei noch Harfe spielen.
      Mir egal.

      Aurum hat das Ende Griechenlands (das mit Alexander dem Grossen), des Römischen Reiches, von Byzanz, zweier ägyptischer Reiche und noch jede Menge andere Kleinigkeiten überlebt.
      Da ist der Euro etc. nur eine klitzekleine Randnotiz, wenn überhaupt.

      Bankenaufsicht:
      Ein Witz. Und ein schlechter dazu.
      Stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Jura- oder BWL-Studium fertig.
      Sie haben die Wahl:
      1.) Sie gehen für ein A13-Gehalt zu einer lausigen Behörde mit lausiger Personalausstattung und ohne echte Kompetenzen. 30 Jahre später sind Sie dann bei A15.

      2.) Oder Sie gehen in ein hübsches vollklimatisiertes Büro und verdienen auch A13, aber mehrmals pro Jahr.
      Und Sie können das sehr nennenswert steigern. Mit spätestens 50 haben Sie genug, um aufhören zu können.

      Frage:
      Wer bekommt die 10 % der besten Absolventen ab ?
      Und wer die 10 % Schlechtesten ?
      Eben.

      Das ist ungefähr so, als würden Sie den Reifenmonteur des örtlichen Dacia-Händlers zur Lufthansa schicken um nachzusehen, ob die ihre 747 oder A 380 auch richtig warten und fliegen.
      Und der darf nicht mal alleine richtig in die Bücher schauen.

      Wichtig; nix gegen die Leute bei der BaFin: die können einfach keine ordentliche Aufsicht machen. Dazu bräuchte man 10 mal so viele und einen ganz anderen gesetzlichen Rahmen. Die dürfen ja fast nix.
      Power und Personal wäre nötig.

      Will der Staat offensichtlich nicht.
      Beispiel: wie lange hat man sich mit Cum-Ex auf der Nase rumtanzen lassen ?
      Über 10 Jahre.
      Das hätte man auch schon im 2. Jahr brutal abwürgen können.
      Jetzt würde ich gerne Schäuble und Olaf fragen, warum man es nicht gemacht hat.

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