Freitag,01.März 2024
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Goldpreis trotzt steigenden Zinsen

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Goldpreis stabil: Die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen ist auf dem Niveau zu Zeiten der Eurokrise angekommen.

Der Goldpreis ist gegenüber Vorwoche um mehr als ein Prozent gestiegen. Nach wie vor belasten aber hohe Zinserwartungen. 

Goldpreis gestiegen

Am Dienstagvormittag um 11 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 1.843 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 1.729 Euro. Damit verzeichnete Gold im Vorwochenvergleich einen deutlichen Kursgewinn. Denn in US-Dollar gerechnet stand der Goldpreis 1,7 Prozent höher als vergangenen Dienstag. Auf Euro-Basis legte Gold immerhin 1,3 Prozent zu.

Anleihe-Renditen

Währenddessen sind die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen weiter angestiegen. So rentierten entsprechende US-Bonds am Dienstag mit 3,95 Prozent (Vorwoche: 3,93 %). Dagegen stiegen die Zinsen deutscher Papiere im gleichen Zeitraum von 2,58 Prozent auf zuletzt 2,74 Prozent. Dabei handelt es sich im Rahmen unserer wöchentlichen Analyse um den höchsten Wert seit Juli 2011. Damals stieg die deutsche Rendite im Zuge der Eurokrise auf 2,91 Prozent.

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In gleichem Maße stiegen die Marktzinsen nun in den anderen Euro-Ländern. In Griechenland liegen sie bereits bei 4,63 Prozent und Italiens Regierung muss für neue Schulden Zinsen in etwa gleicher Größenordnung zahlen.

Zinserwartungen

Die Entwicklung der Renditen folgt den allgemeinen Zinserwartungen. Erst kürzlich erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, man werde alles tun, was nötig sei, um die Inflation im Euroraum auf das Mandatsziel von zwei Prozent zurückzuführen. Das heißt, in den kommenden Monaten könnten weitere kräftige Zinsschritte anstehen. Denn die offizielle Inflationsrate im Euroraum ist im Februar nur leicht auf 8,5 Prozent zurückgekommen. Damit liegt dieser Wert weiterhin erheblich über dem von der EZB angestrebten Verbraucherpreisanstieg. Und derzeit steht der Euro-Leitzins bei 3,00 Prozent. Nun steht am 16. März die nächste Zinsentscheidung an.

Geldpolitik

Dagegen wir die US-Notenbank am 22. März ihre nächsten geldpolitischen Entscheidungen bekanntgeben. Wie sind die Markterwartungen? Am US-Terminmarkt wird derzeit ein Zinsschritt um 25 Basispunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 72 Prozent gehandelt. Allerdings kann sich dieser Wert in den kommenden Tagen noch einmal verschieben. Denn es stehen zahlreiche Daten zum US-Arbeitsmarkt an sowie die Vorlage des Rechenschaftsberichts von Fed-Präsident Jerome Powell vor dem US-Kongress. Mehr dazu hier: Goldpreis-Entwicklung: Darauf kommt es jetzt an!

Anleihe-Renditen und Gold

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf den Goldpreis? Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.

Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Gold-Nachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht sind, steigen die Edelmetalle oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse).

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14 Kommentare

  1. Zitat: Ich zahle jeden Zins, wenn ich die Schuld nicht zurückzahlen muss.
    Nicht von mir.
    Ich zumindest kaufe auch bei 10 % Zins keine Staatsanleihen.
    Das wäre OHNE Risiko nur bei 2-3 % echter Inflation nach Steuern ein Geschäft.
    Wie gesagt: ohne Risiko.
    Lachhaft.

    Bei den derzeit wahren 18 % Inflation bräuchte man -vor Steuern- eine Verzinsung von knapp 40 % .
    Plus Risikozuschlag.
    Solche Prozente gibt es nur in Schottland.
    Und nur in 0,7 l -Flaschen.

  2. Der Goldpreis kommt wie üblich, sm Nachmittag zurück, so dass das eine 1% plus wahrscheinlich zu einem 1% Minus wird.

  3. Und in den letzten Tagen wieder um einiges gefallen. Ohne mir große Illusionen zu meinem Goldhandel Fachwissen zu machen , sagt mir mein Gefühl, es liegt nicht nur an den Zinsen. Wenn irgend jemand zu handelsschwachen Zeiten in Fernost 5 Tonnen Gold verkauft, sollte man das am Chart sehen. Genauso wie wenn Händler mit shorten anfangen, und der Rest dieser einzusparenden Spezies mitziehen muß, um die Verluste klein zu halten.

  4. Den Einfluss der homöepathischen Zinsen auf den Goldpreis kann man getrost vernachlässigen.Die Öffnungszeiten des Londoner Casinos sind da viel wichtiger.Was solls, wer manipuliert hat es nötig und sicher trifftige Gründe.Preisschwankungen so um 1-2% nehme ich nur noch am Rande zur Kenntnis.Ruhig schlafen kann ich und ob ich etwas mehr oder weniger schwindsüchtige Luscheuero auf dem Konto habe ist nebensächlich.

  5. Man muss denken wie beim Schach.
    Mehrere Züge voraus.
    Steigende Zinsen sind im 2. Zug gut für uns.
    Weil dann das Schulden-Kartenhaus umso schneller zusammenfällt.
    Und der Euro auch.
    Die ganze Südschiene kann sich keine 3 % leisten.

      • @Wolfgang Schneider
        Kann es nicht lesen, Bezahlschranke.
        Aber lass mich raten: mehr Schulden, neue Sondertöpfe, mehr Bevormundung, mehr Bürokratie.
        Und: mehr Geld für alles was GRÜN ist: also Waffen und Windräder.

        Nicht aufregen: das Steuergeld, das die jetzt rauswerfen, ist das Steuergeld unserer Ur-, Ur-, Ur-, Ur-, Ur-Enkel. Alles davor wurde schon lange verbrannt.
        Wenn die clever sind, sind die dann sowieso nicht mehr hier.

    • @meister Eder
      Oh, die können. Allen voran Italien und Frankreich.
      5% Zinsen bei 18% Inflation konnte man sich schon immer leisten. In Zeiten der Lira und des Franc, von Peseten und Drachmen gar nicht zu reden.
      In Italien werden die Ferrari und Lamborghini Fahrer und Fahrerinnen immer jünger und in Deutschland immer älter.

      • @Maruti
        Stimmt, dazu muss man aber einen/viele Volldeppen*Innen finden, der/die/das/xyrpf bei 18 % Inflation eine 5 % Staatsanleihe kauft/en.
        Noch dazu von diesen Ländern.
        Upps, da hab ich was übersehen: Christine zu Frankfurt kauft ja absolut jeden Mist.
        Immer und in unbegrenzter Höhe.
        Ja denn…….

        So, da sind wir wieder beim Euro: es wird immer mehr die 1921-er Reichsmark.
        Dieses Jahr hat eine ganz tolle Sache ihren 100. Geburtstag.
        Die Schuldenentsorgung des Deutschen Reiches, Teil 1.
        War im November, bis dahin haben wir ja noch etwas Zeit.
        Wenn die Insolvenzverschleppung den Turbo-Gang einlegt, hilft nur Hardware.

        Ich fasse nur noch Investments an, die unbrennbar sind.
        Noch einfacherer Test: sie müssen in Wasser untergehen.
        Euroscheine schwimmen immer, zu leicht eben.
        Und hoffe darauf, dass doch noch mal ein Nachkaufdip kommt.

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