Mittwoch,08.Dezember 2021
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Goldpreis: Warnsignale vom US-Terminmarkt?

Gold, Goldpreis, COMEX (Foto: Goldreporter)
Das „Smart Money“ stockte seine Versicherung gegen einen fallenden Goldpreis die zweite Woche in Folge auf. Dabei handelt es sich um die eigentlichen Goldverwender (Foto: Goldreporter).

Erstmals seit Ende Oktober verbucht Gold wieder einen Wochenverlust. Dabei stockt das „Smart Money“ nun seine Versicherung gegen einen fallenden Goldpreis auf.

Goldpreis schwächer

Nach dem starken Kursanstieg seit Monatsbeginn hat der Goldpreis vergangene Woche etwas Federn gelassen. Einen markanteren Kursknick gab es am gestrigen Freitag nach 18:30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt brachte der Vizepräsident des U.S. Federal Reserve Systems, Richard Clarida, angesichts der stark gestiegenen Inflation und der Verbesserung der US-Jobdaten eine schnellere Reduzierung der Wertpapierkäufe im Rahmen des Dezember-Treffens der Fed ins Gespräch.

Gold, Goldpreis
Goldpreis in US-Dollar am 20.11.21. Um 18:30 Uhr gab Fed-Vize Clarida während einer Online-Konferenz eine Statement ab, dass den US-Dollar kurzzeitig beflügelte und die Edelmetalle drückte (Quelle: GodmodeTrader).

CoT-Daten

Dennoch blieb die Stimmung der spekulativen Goldhändler am US-Terminmarkt in der vergangenen Woche bullisch. Wir betrachten die aktuellen CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 16. November 2021.

Und hier stieg die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ gegenüber Vorwoche noch einmal um 3,8 Prozent auf 287.539 Kontrakte. Dabei nahmen die Netto-Käufe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) sogar um 13 Prozent zu auf 142.385 Kontrakte. Das ist der höchste Wert seit dem 28. April 2020.

„Smart Money“ wird vorsichtiger

Auf der Gegenseite stieg die Netto-Short-Position der „Commercials“ um 4 Prozent auf 287.539 Kontrakte. Und hier ist bemerkenswert, dass sich das „Smart Money“, also die eigentlichen Goldverwender („Prod/Merch/Proc/User“) in der zweiten Woche in Folge stärker gegen die Risiken eines Goldpreis-Rückgangs absicherten. Denn deren Vorwärtsverkäufe erhöhten sich netto noch einmal um knapp 16 Prozent auf 68.194 Kontrakte (Vorwoche: +12 Prozent). Diese Händlergruppe hat verdankt ihren Beinamen der Annahme, dass sie besonders gut über die Vorgänge auf dem Goldmarkt informiert ist.

Gold, CoT, Positionen

Gold, CoT-Daten

Open Interest

Der Open Interest, also die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX, stieg gegenüber Vorwoche noch einmal um 7 Prozent auf 612.612 Kontrakte. Mehr Verträge waren zuletzt am 10. März 2020 im Umlauf, mit damals 633.470 Kontrakten.

Bis zum Handelsschluss am gestrigen Freitag ging der Open Interest dann um 3,4 Prozent auf 611.989 Kontrakte.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis im US-Futures-Handel kam vergangene Woche um 1,1 Prozent zurück auf 1.846,80 US-Dollar pro Unze (Dezember-Kontrakt). Wie ist diese Entwicklung einzuordnen? Unserer Einschätzung: Die wichtigen Akteure an der COMEX agierten zuletzt etwas vorsichtiger. Das könnte vorübergehend noch einmal zu etwas schwächeren Notierungen beim Goldpreis führen.

COMEX-Lager

Währenddessen summierten sich die Gold-Bestände in den COMEX-Vaults per 18. November 2021 auf 33,34 Millionen Unzen. Damit nahm das Inventar im Rahmen unserer wöchentlichen Berichterstattung erstmals seit dem 22. Juli 2021 wieder zu, und zwar um rund 210.000 Unzen. Aber seit dem genannten Zeitpunkt wurden rund 2,1 Millionen Unzen (rund 66 Tonnen) Gold aus den COMEX-Lagern abgezogen.

Auslieferungsanträge

Derweil haben Goldhändler an der COMEX für den Kontraktmonat November nun 2.077 Anträge auf physische Auslieferung gestellt. Das heißt, vergangene Woche kamen 957 hinzu. Zum Vergleich: Im gesamten Vormonat waren es nur 3.831 Anträge. Dagegen wurden im bisherigen Rekordmonat Juni 2020 seinerzeit 55.102 Lieferanträge eingereicht. Das heißt, die Terminhändler forderten seinerzeit besonders stark echtes Gold, als Alternative zum reinen Barausgleich am Vertragsende.

Goldreporter

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15 KOMMENTARE

  1. Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln.
    So macht man das immer schon, um arm zu werden.
    Aber, das war zu erwarten. Das Jahresende naht und es ist abgesprochen, dass Gold auf Jahressicht keine Gewinne machen darf. Im Gegensatz zu Aktien.
    Und so gesehen muss Gold runter. Auf unter 1.700 Dollar.
    Die 1.620 Dollar von Ukunda sind noch lange nicht vom Tisch.
    In Euro wird das so nicht bleiben, der ist nun zu billig.
    Also, geht der wieder auf 1:18 und damit wäre die Unze zum Jahresende zu etwa 1.350 Euro zu haben.
    Der Krügerrand dann zu 1.400 Euronen.
    Ich pokere weiter.
    Wer das nicht will, soll den Rand jetzt zu 1.700 Euro kaufen und maruti in Ruhe lassen.

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  3. Maruti es gibt viele, die jetzt Gold kaufen, dieses Phänomen beobachte ich seid jahren, es wird gekauft wen die Kurse steigen. Aber hauptsache dann den Black Friday von Fa. Besos entgegen fibern…. ich warte auch und fiebere dem Jahreswechsel entgegen, da glaub ich auch an kursfälle – wen auch nicht ( mehr ) an unter 1400 Euronen, aber für unmöglich halte ich es nicht. Wen dann in 3 Monaten ein neues Ath in € UND $ kommt, werden die Goldhändler leer gekauft, wetten ? Aber dann…..hab ich was an zu bieten.
    Same procedure as every year, James.

    • @oliver
      1400 Euro mögen ( von mir) übertrieben sein.
      Aber was soll es. Hauptsache man kauft nicht gerade zum „Allerhöchsten Preis“ und meckert nachher, wie:
      „Nie wieder Gold, oder hätte ich doch den DAX, Bitcoin oder was immer gekauft.“
      Abgesehen davon gab es in den Jahren 2013-2016 genügend Lästermäuler hier im Forum.
      Ex, grandmaster, Federico und andere, welche sich über diejenigen mit Häme und Spott lustig machten, welche 2011 ihre Edelmetalle gekauft hatten.
      Sollte nicht schon wieder passieren.
      Sicher, ich hätte schon im März kaufen können, rechnete aber nicht, dass die Inflation so schnell einsetzt.
      Verzockt, gebe ich zu. Aber jeder andere hätte ja kaufen können und wäre jetzt, angesichts der doch in Euro hohen Goldpreise glücklich.
      Fazit: ich rechnete eher mit einem steigenden Euro, verlängertem Lockdown und statt Inflation noch etwas länger eine Deflation und damit sinkende Goldpreise.
      Manchmal kommt es anders als man denkt.
      Wir laufen aber, da bin ich fast sicher, in den nächsten Lockdown hinein. Es könnte sein, dass die Inflation sich als ein Wechsel zwischen Deflation und Inflation oder sogar Stagflation entpuppt.
      ( meine persönliche Meinung).

      • @Maruti, ein Lockdown wird zu 100% kommen. Warum? Weil er -scheinbar- gewollt ist.
        Sollten jetzt die Preise zum Jahresende fallen, wäre das Problem, dass die Händler dann wieder dicht sind und man nicht offline kaufen kann.
        Sehr ärgerlich.

  4. Ich bin jedenfalls froh, nicht unbedingt zu jedem preiß kaufen zu müssen, das eine oder andere gramm nenne ich bereits meins. Jeden monat den ich warte, erhöht sich die mögliche kaufmenge, um die Summe meiner Harz 4 bezüge. Und durch jeden kauf, die dauer meines Rentenurlaubes auf den Malediven. Wir treffen uns in rund 10 jahren mal auf ein Wässerchen auf Male, um uns übers Kartell lustig zu machen @Maruti. Und dann tauchen wir mal nach deinem Zeug im Ozean……

  5. @Pokerface
    Völlig klar, sie wollen sich nicht blamieren und
    als begossener Pudel dastehen.
    Es besteht durchaus die Wahrscheinlichkeit, dass
    die Fiat-Drucker nochmal richtig Gas geben um
    eine schwere Rezession zu verhindern.
    Dadurch wird eine letzte, vielleicht sogar länger
    andauernde Scheinblüte erzeugt. Gut für Aktien,
    schlecht für EM.
    Die letzte gute Kaufchance.
    Der €
    könnte allerdings schwächer werden. Mittel-,
    bis Langfristig garantiert. Es wird im Euroraum
    kein Tapering geben und Zinserhöhung schon
    gar nicht.
    Ruhig bleiben und Kamillentee trinken so wie ich.

    • @Donaustreuner
      Ach was, was meinen Sie, wie oft ich im Leben schon hingefallen bin, ins Fettnäpfchen getreten oder den Pudel dargestellt habe. Aber, es kommt darauf an, wieder aufzustehen. Und es kommt darauf an, am Ende noch zu stehen.
      Und nochmals, niemand, wirklich niemand muss sich nach meiner Meinung, welche ich hier in den Raum stelle, richten. Ich lästere dafür aber auch über keine, welche Pech gehabt hatten.
      Im Herbst 2020 war ich völlig sicher, dass Gold von den 2.000 Dollars runter kommt und sagte, ich werde bis Frühjahr 2021 warten. Und es geschah. Im März erreichte Gold Preise weit unter 1700 Dollar.Und ich bin ziemlich sicher, dass Gold zum Jahresende nochmals deutlich runter kommt und der Euro teurer wird.
      Nun, so ähnlich schreibt es auch schon GR. „Warnsignale“
      Und wenn nicht ? Wenn Gold 2.000 Dollar erreicht, dann habe ich eben 1 Jahr umsonst gewartet, aber auch nichts verloren, im Vergleich zum Herbst 2020.
      Und die Chance gehabt, im Frühjahr gekauft haben zu können.
      Also, ein begossener Pudel sieht nun wirklich anders aus.

  6. @oliver
    So ist es richtig.
    Ich bin nur zu spät darauf gekommen. Karriere und Jagt nach Money war wichtiger. Ein Irrtum, wie ich zerknirscht gestehen muss.
    Gerne in Male. Ich liebe die Malediven, obwohl dort der Massentourismus samt Zerstörung der Umwelt längst eingezogen ist. Ein Paradies der anderen Art nunmehr.
    Beton, Luxus und Swimmingpools auf den Atollen.
    Ja, Male, die Victory liegt noch immer dort unten vor der Einfahrt in den Hafen. Immer noch bei happiger Strömung.
    Ich war bis zur Korallenbleiche an die 30 mal auf den Atollen, und es gibt nichts vergleichbares.
    Nach der Korallenbleiche war ich meistens im Roten Meer
    in der Gegend um Port Sudan, aber auch Hurghada, Safaga oder Marsa Alam. Leider auch dort der Massentourismus und wilde Bautätigkeit.
    Aber die Brothers, Shab Rumi ( Sudan), Elphinstone, die Furys oder das Panorama Riff sind noch da.
    Welcome, Oliver.

  7. Wen du mal wieder in Marsa alam bist, schau mal bei der Sataja beach vorbei, ich habe wenige orte auf der Welt gesehen mir einem vergleichbaren Korallenriff. Die Delfine da sind bereits handzahm.
    Und grüß Amani von mir, einen Tee gibts immer von ihm.
    Sorry GR für das of topic.
    Übrigens ….beim sortieren meines bestandes ist mir gerad auf gefallen das ich vor ziemlich genau 10 jahren mal für Builion Silberware 29 € pro Unze bezahlt hab. Nur mal so zum nachdenken….

    • @Oliver
      mach ich.
      Übrigens habe ich auch einige Silbermünzen ( Eagle und Maples). zu diesen Preisen gekauft. Doch damals stand laut Aussage meines Bankers der Euro wirklich auf der Kippe.Da fehlte nicht mehr viel. Man sah es an den zittrigen Händen und Stimmen von Merkel und Steinbrück, welche sagten, die BRD garantiere für die Sparbücher der Deutschen. Hätten die aber gar nicht gekonnt. Mittlerweile ist dies alles vergessen. Auch der wackelige Dollar, welcher in Amero umbenannt werden sollte und der Euro, welcher in Nordo und Südo gespalten werden sollte. Wallstreet und Banken occopy war das Motto. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Occupy_Wall_Street
      Es kam anders, hätte aber sein können.
      Deshalb, wir haben keinen Fehler gemacht, die Münze zu 29 Euro zu kaufen.
      Wer was anderes behauptet, ist ein Dummkopf.
      Der könnte auch in 10 Jahren sagen, ätsch, ich habe mich nicht impfen lassen und Corona verschwand auch so.

  8. @Maruti
    Sie haben die Leute gewarnt und ihnen reinen
    Wein eingeschenkt, das war wirklich super.
    Niemals bin ich schadenfroh wenn andere mal
    Pech haben.
    Jedem gönne ich den Erfolg, ohne Neid.
    Fehlgriffe macht jeder ,keiner bleibt verschont.
    Machen sie weiter so, ihre Prognosen finde ich
    sehr interessant.
    Die Räuberbande könnte durchaus bis Silvester
    noch einen Keulenschlag planen.
    Viel Glück!

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    • @HerrRossi
      Maynard Keynes sagte mal, als er über das langfristige Schuldenproblem angesprochen wurde
      “ Langfristig sind wir ohnehin alle tot“
      So wird auch der Finanzkapitalismus eines Tages tot sein, wie es der Kommunismus schon heute ist.
      Alles ist vergänglich.
      Beim Menschen ist es aber leider so, dass meistens nichts Besseres hinterherkommt.
      Also, HerrRossi, nun Butter bei die Fische:
      Was schlagen Sie nun vor, statt des derzeitigen
      Systems ?.
      Wie soll das Neue nun aussehen ?
      …. Alle Menschen werden Brüder, wo….
      Nicht wirklich.
      Denken Sie an Kain und Abel.

      • @Maruti
        Nur gut, dass wir nicht in der Schule sind ;-), aber die vielfältigen Vorschläge zur Finanzmarktregulierung liegen ja längst vor. Von der stärkeren Überwachung bis hin zur Abwicklung der Rating-Agenturen. Bei den großen Banken wird von der Aufspaltung (Trennbankensystem) bis hin zur Zerschlagung alles breit diskutiert. Es wurden bereits größere Regulierungen auf den Weg gebracht, Stichwort Dodd-Frank-Act oder Glass-Steagall-Act. Ersterer wurde durch Trump geschliffen. Denn die Rechtspopulisten stehen immer für die Entfesselung der Finanzmärkte. Überhaupt ist die Diskussion vielfältig: Von der Forderung nach Finanztransaktionssteuern bis hin zu Vergesellschaftungen. Usw. etc.

        Das alles könnten Sie wissen, nur steht Ihnen Ihr sozialdarwinistisches Menschenbild im Weg. Bzw. Sie stehen sich selber im Weg ;-)! Ihr Kampf aller gegen aller ist ja ein Kernbestandteil liberaler Ideologien und entspringt als Rechtfertigungsideologie direkt der Marktwirtschaft. Die ökonomische Konkurrenz wird einfach zur Naturkonstante biologisiert. Das kann man schon bei Hobbes nachlesen. Das „Wolfsgesetz der Konkurrenz“!

        • @HerrRossi
          Alles schön und gut mit Ihrem Vorschlag, alles abzureissen. ( war es Lenin, welcher sagte, will man Neues schaffen, muss man Bestehendes
          abreissen ? ) Vielleicht ein anderer.
          Aber, bei all Ihrer Abreisserei ( Demolition and Destruction), Sie müssen dann auch gleich die Demokratie mit abreissen, weil Sie sonst keine Mehrheit für Ihr Vorhaben finden.
          Also wünschen Sie sich eine Diktatur. Im Ernst ?
          So eine, wie die DDR oder die Sowjetunion ?
          Die gibts. Nordkorea.
          Keine Ratingagenturen, Banken auch keine, da zerschlagen und Kommunismus wieSie sich ihn wünschen.
          So nebenbei, was hält Sie hier noch im viel zu warmen berliner Nest ?

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