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Italien, Hyperinflation und Gold

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Einheitswährung, die nicht auf alle Passt

Die für alle geltende Einheitswährung war letztlich eine Katastrophe für die schwächeren Eurozone-Länder wie Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, etc. Der Euro ist zu stark für diese Länder. Die Folge sind schwache Exporte sowie Zahlungsbilanz- und Haushaltsdefizite. Länder wie Deutschland hingegen profitieren von einem aus ihrer Sicht schwachen Euro, der für starke Exporte und Überschüsse sorgt. Die andere Seite der Medaille ist aber, dass die EZB – also hauptsächlich Deutschland – die Defizite der schwächeren Länder finanzieren muss. Und wie wir alle wissen, werden diese Schulden niemals zurückgezahlt. Also, egal wie man es dreht, das EU-Experiment wird in einem Desaster enden. Die Frage ist nur, wie lange es noch dauern wird.

Währungsentwertung – hochansteckend

Hätten Italien, Griechenland oder Spanien immer noch ihre Landeswährungen, so wären diese jetzt schon wesentlich schwächer. Währungsentwertung wird die große ansteckende Krankheit sein, mit der die Welt in den kommenden Jahren leben muss. Sie wird die meisten Währungen der Welt treffen und wie ein Flächenbrand um sich greifen. Wie bei vielen Krankheiten liegt der Ausgangspunkt in der Regel in der Peripherie. Nehmen Sie nur die Türkei, Argentinien und Venezuela als Beispiel. Im Verlauf dieses Jahrhunderts sind die Währungen dieser drei Länder eingebrochen. Und dieser Einbruch beschleunigt sich jetzt.

Im Verhältnis zum Gold hat die Türkische Lira seit Januar 2000 ganze 97 % an Wert verloren, und dieser Sturz beschleunigt sich jetzt. Wer sich mit Gold abgesichert hatte, konnte zusehen, wie der Goldpreis relativ zur Lira in den letzten 18 Jahren um das 38-fache gestiegen ist (siehe Chart unten).

Schlimmer ist das Problem in Argentinien. Argentinien hatte vor 100 Jahren noch eine sehr starke Wirtschaft; in letzter Zeit durchlief das Land jedoch eine Krise nach der anderen. Der Argentinische Peso hat seit 2000 im Verhältnis zum Gold 99 % seines Wertes verloren. Das heißt also, dass Gold relativ zum Peso in diesem Jahrhundert um das 119-fache gestiegen ist.

Schauen wir uns jetzt noch das perfekte Beispiel für eine desaströs gemanagte, sozialistische Wirtschaft mit einer daraus resultierenden Hyperinflation an. Ich spreche natürlich von Venezuela. Der Venezolanische Bolivar hat seit Januar 2000 gegenüber Gold 99,999 % seines Wertes verloren. In diesem Jahrhundert hat der Bolivar also um das 550.000-fache gegenüber Gold abgewertet.

Hyperinflation

Das mag alles unwirklich klingen. Diese drei Währungen haben in nur 18 Jahren zwischen 97 % und 99,999 % ihres Wertes verloren. Für die dort lebenden Menschen ist all das keinesfalls unwirklich: Sie leiden unter den abgrundtiefen Wertverlusten ihres Geldes und den desaströsen Einbrüchen ihrer Lebensstandards.

Und glauben Sie nicht eine Sekunde daran, dass diese Regierungen ihren Bürgern auch nur einmal rieten, sich abzusichern – auch dann nicht, als ihnen klar war, dass unbegrenzte Geldmengen gedruckt werden würden. Nein, für die Menschen gab keine Vorwarnung. Dasselbe gilt heute für alle westlichen Länder. Die Regierungen in Europa, den USA und Japan (um nur einige zu nennen) sind schon seit den 2000er-Jahren dabei, ihre Währungen zu zerstören. Wie die Tabelle zeigt, hat der Euro relativ zum Gold seit 2000 um 75 % abgewertet, der Dollar um 78 % und der Yen um 79 %.

Also: Die Inflation, die zur Hyperinflation führen wird, ist im Westen schon auf dem Weg. Es beginnt immer erst langsam, obgleich der Wertverlust der letzten 18 Jahren schon erheblich gewesen ist. Wir werden dasselbe in der EU erleben, wir werden es in den USA erleben, und wir werden es in Japan erleben.

Auf dem Weg zur Hyperinflation

Doch keine Regierung redet darüber, wie sie die eigene Währung zerstört. Und keine westliche Regierung erzählt ihrem Volk, wie man sich durch Goldbesitz davor schützt. Ganz im Gegenteil. Sie manipulieren den Goldpreis und betrachten Gold als barbarisches Relikt, das in einem modernen Währungssystem keinen Platz hat. Wir wissen natürlich, warum sie das machen: Weil Gold nicht gedruckt oder entwertet werten kann. Zudem offenbart der Goldpreis ihr betrügerisches Vorgehen beim Ruinieren der Währung und der Wirtschaft.

Der Osten kauft die gesamte Gold-Jahresproduktion

Schauen wir uns abschließend zwei Länder an, die Gold verstehen und deren Bevölkerung Gold in beträchtlichen Mengen kauft und hält.

Wie der Chart oben zeigt, haben China und Indien seit 2008 fast 25.000 Tonnen Gold gekauft. Durchschnittlich kauften sie damit den überwiegenden Teil der jährlichen Goldminenproduktion auf – zusammen mit Russland und der Türkei.

Entwertung der westlichen Währungen wird zur Hyperinflation führen

Mein Ratschlag für Anleger ist also folgender: Lernen Sie aus den jüngsten Wirtschaftsproblemen/-katastrophen in der Türkei, Argentinien und Venezuela. Persönlicher Goldbesitz, selbst ganz geringer, hätte die Besitzer in diesen Ländern vor der Misere gerettet. Jetzt ist es also entscheidend, die deutlichen Indikatoren ernst zu nehmen, die uns vor schweren Problemen in Europa, Japan und den USA warnen. Ein 75-79%iger Währungswertverlust in diesen Ländern sagt uns, dass dieser in den nächsten Jahren bis zum intrinsischen Wert von NULL fortschreiten wird. Dies wird am Ende zur gleichen Hyperinflation führen, wie wir sie in Argentinien und Venezuela jetzt sehen.

Und sogar noch wichtiger ist:

Ignorieren Sie die Propaganda der westlichen Staaten und Banken, die weder Geschichte noch Gold verstehen. Folgen Sie stattdessen dem Vorbild Chinas und Indiens und schützen Sie sich gegen die kommende Zerstörung des Papiergeldes durch physisches Gold und etwas Silber.

Egon von Greyerz ist Gründer und Managing Partner der Matterhorn Asset Management AG (www.goldswitzerland.com).

Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen im Rahmen von Gastbeiträgen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung von Goldreporter dar.

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Eingetragen von am 13. Jun. 2018. gespeichert unter China, Euro, EZB, Gold, Indien, Inflation, News. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

8 Kommentare für “Italien, Hyperinflation und Gold”

  1. Es ist nicht die Inflation, welche mich vorsichtig macht. Dagegen kann man sich schützen.
    Mit Sachwerten, von mir aus auch Wertpapieren, wenn die was wert sind.
    Nein, aber mit einer Hyperinflation oder einem Währungscrash samt Reform kommt die Gier des Staates. Nach dem, was man hat und der Staat gerne hätte.
    Wozu brauchen sie Immobilien, Wertpapiere, könnte er sagen. Wir brauchen das für Brot und Unterkunft der Armen. Also, her damit.
    Bezugscheine dann für alle. ( Nur nicht für den Staatskader natürlich, wo kämen wir denn da hin).
    Und da bleibt als einzige Alternative nur das EM oder, wers mag, auch Diamanten, Edelsteine, Schmuck.
    Dass all das anonym und diskret zu sein hat, versteht sich.
    Und eben diese Sicherheit kostet extra. Wie eine Versicherung in guten Zeiten.
    Sinnlos bei Gold über Rendite zu sprechen.
    Meine Sig Sauer P228 hat sich bisher auch noch nicht rendiert.
    Kostete gute 2000 Euro.
    Rostet nicht und hält die nächsten 200 Jahre.Wie Gold und wird auch nicht archaiisch.
    Totes Kapital, nicht ?
    Arbeitet auch nicht, die SIG.
    Deshalb verkaufen und in Aktien mit Dividende investieren ?
    Solange die Zeiten gut sind, ginge das.
    Oder treten ab heute keine Katastrophen mehr ein ?
    Dank Draghi, Merkel, Trump und FED.
    Lieber Herr Greyerz, Sie haben Gold nicht verstanden.
    Es ist eine Waffe, unbeliebt, gefährlich in falschen Händen.Der Gute Bürger, treu und folgsam, braucht das nicht, natürlich.
    Und demnächst gibt es auch keine Waffenproduktion mehr, weltweit, überall.
    Da wird digital am PC geschossen, harmlos.Ballerspiele für Generäle.
    Schöne Träume, welche daran glauben.

  2. Rechnet man die Verbindlichkeiten aus dem Target2-System hinzu, liegt die Staatsverschuldung Italiens gemessen am BIP inzwischen bei rund 160 Prozent und nicht bei roundabout 135: Der Target-Saldo entspricht rund 27 Prozent der italienischen Wirtschaftsleistung.

    https://www.welt.de/finanzen/article177387650/Euro-Krise-Europas-Dispo-bei-Deutschland-steht-kurz-vor-der-Billion.html

    Sollte die Fed heute Abend wie erwartet die Zinsen weiter auf eine Spanne von 1,75 bis 2,0 % anheben, dürften Kapitalverkehrskontrollen (Unwort des Jahres?) nicht nur für Italien diskutiert werden. Einerseits werden die hoch in Dollar verschuldeten Schwellenländer von den zusätzlichen Zinszahlungen langsam, aber sicher erdrosselt, und zum anderen stellt die Kapitalflucht aus deren kollabierenden Währungen ein zunehmendes Problem dar.

    In der Türkei hat die Zentralbank die Zinsen zwar auf fast 18% erhöht. Dennoch wird schon in Kürz damit gerechnet, dass Erdogan Kapitalverkehrskontrollen einführt, um den weiteren Ausverkauf der Lira und das Außerlandeschaffen von Kapital zu unterbinden. Auch Ägypten und Südafrika sind betroffen.

    Es existiert unter den geneigten Beobachtern auch schon ein neues Schlagwort für die am meisten gefährdeten Staaten: Indien, Indonesien, die Türkei, Brasilien und Südafrika werden als die „Fragilen Fünf“ bezeichnet. „FF“, das sollte man sich merken.

    • 0177translator

      @Thanatos
      Was macht ein Italiener? Er stellt sich abends vor den Balkon und sinkt, eh singt.
      Zehn kleine Eurolein, aufgeführt von der Girlie-Band „The Lehman Sisters“
      https://www.youtube.com/watch?v=yBswULJ6Tno
      Zehn kleine Eurolein, die taten sich sehr freuen,
      doch Griechenland saß mit im Boot – neune tun’s bereuen.

      Neun kleine Eurolein, die hatten nichts gedacht,
      in Irland ist jetzt Helloween, da waren’s nur noch acht.

      Acht kleine Eurolein, die haben’s übertrieben.
      Italien geht die Puste aus, nun sind es nur noch sieben.

      Sieben kleine Eurolein, die sind völlig perplex,
      in Lissabon ist Schicht im Schacht, da waren’s nur noch sechs.

      Sechs kleine Eurolein, die waren ganz genervt,
      beim Ami zuviel Schrott gekauft, den Belgier hat’s entschärft.

      Fünf kleine Eurolein, die kam es ganz schön teuer,
      der fünfte büßt den Persien-Feldzug nun im Höllenfeuer.

      Vier kleine Eurolein, die fanden nichts dabei,
      die Bankenrettung war zuviel, da waren’s nur noch drei.

      Drei kleine Eurolein, die riefen laut Hurra,
      doch einer fiel beim Rating durch, zweie sind noch da.

      Zwei kleine Eurolein, die kamen nicht ins Reine,
      den Staatsbankrott noch abzuwehren schaffte nur der eine.

      Ein kleines Eurolein, die hatte was gebissen,
      Sanktionen gegen Putin-Land, nun hat es sich gesch…

    • @Thanatos

      Wobei die Schwellenländer nur Getriebene sind! Es scheint fast, als ob das gobale Finanzsystem Sollbruchstellen hat.

  3. und in Deutschland sind nicht die „Fragilen Fünf“ an werken, sondern die „Frigiden“!

    • Boa_Constrictor

      @asisi123

      The „Big Five“ kennt man auch in Afrika /im Krüger Nationalpark.

      Im Video sieht man eine Horde wildgewordener Elefanten durch den Porzellanladen die Savanne stolpern.

      https://www.youtube.com/watch?v=zCGbEEqWPa8

      Übereinstimmungen mit aktuellen, politischen Ereignissen sind absichtlich rein zufällig

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