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Italien, Hyperinflation und Gold

Die Bilanz der Europäischen Zentralbank hat sich seit 2006 auf 4 Billionen Euro vervierfacht. Der Osten kauft dagegen die gesamte Jahresproduktion an Gold. Folgen Sie dem Vorbild Chinas und Indiens und schützen Sie sich gegen die kommende Zerstörung des Papiergeldes durch physisches Edelmetall.

Sollte Italien kippen, stürzt auch der Euro (Foto: maggiw - Fotolia)

Von Egon von Greyerz, Matterhorn Asset Management AG

Die EZB (Europäische Zentralbank) hatte gerade ihren 20. Geburtstag. Doch es gibt wirklich keinen Grund zu feiern. Die EU ist das totale Chaos, und der am 1. Januar 1999 eingeführte Euro ist eine gescheiterte Währung. Jeder EZB-Präsident musste Brände bekämpfen, die sehr wenig mit Preisstabilität zu tun hatten, sondern viel eher Überlebensfragen waren. Die meisten Brände waren viel bedrohlicher als die paar letzten Kerzen auf dem Euro-Kuchen, die Draghi jetzt versucht auszublasen. Während seiner Amtszeit hatte der französische EZB-Präsident Trichet ein noch größeres Feuer zu löschen: die Große Finanzkrise, die 2006 begonnen hatte.

EZB: 4 Billionen gedruckt – mandatsfremd

Der einzige Auftrag der EZB ist die Erhaltung von Preisstabilität. Dieser Auftrag ist in der Tat zu einer sehr kostspieligen Übung geworden. Zwischen 2006 und 2011 verdreifachte sich die Bilanzsumme der EZB von 1 Billion € auf 3 Billionen €. Aber die Krise war 2011 noch nicht vorbei. Nach einer kurzen Schuldensenkung wuchs die EZB-Bilanz zügig weiter – von 2,3 Billionen € im Jahr 2014 auf 4 Billionen € heute. Es ist schon bemerkenswert zu beobachten, wie eine supranationale Bank entsteht, die sich – in Form massiver Geldschöpfung – automatisch auch einen Daseinsgrund schafft. Im Grunde verbrennt sie nur Geld und hat ansonsten absolut keinen Zweck. Und das ist natürlich weit entfernt von ihrer eigentlichen Aufgabe der Erhaltung von Preisstabilität.

Geldschöpfung erzeugt hohe Inflation und letztlich Hyperinflation. Nur aus einem Grund haben wir in der EU noch keine hohe konventionelle Inflation gesehen: Das gesamte gedruckte Geld ist, wie auch in den USA, in den Banken geblieben. Das hatte niedrige Inflation bei Verbraucherprodukten zur Folge und eine gewaltige Vermögenswertinflation. Folglich gab es massive Zuwächse bei Aktien, Anleihen sowie Immobilien-und Grundstückspreisen – aber nicht bei den Verbraucherpreisen. Somit hat die enorme Geldschöpfung durch EZB und Eurozone-Banken bislang nur geringe inflationäre Auswirkungen gehabt. Doch mit steigender Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wird auch die Inflation steigen. Dieser Moment ist nicht mehr weit entfernt. Dasselbe wird in den USA passieren. Sobald die Geldumlaufgeschwindigkeit steigt, wird auch die Inflation in den USA rasch anziehen.

Italien auf dem Weg ins Verderben

Die EU hat derzeit mit großen ökonomischen und/ oder politischen Problemen in vielen Mitgliedsländern zu kämpfen. Italiens neue Koalitionsregierung ist ein Protest gegen die EU und den Euro. Schon jetzt hat das Land die höchste Schuldenstandsquote in Europa; und die neue Führung wird die Probleme nur noch verschlimmern. Dafür werden auf jeden Fall Steuersenkungen und erhöhte Ausgaben sorgen. Wie man im Chart unten sehen kann, liegt Italiens Verhältnis von Staatsverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt schon jetzt bei 140 %. Hochgerechnet müsste dieses Verhältnis bis 2050 auf 210 % anwachsen. Im Umfeld steigender Zinssätze wird der Schuldendienst bald alle Steuereinnahmen aufzehren. Italien wird lange vor 2050 bankrottgehen und seine Schulden nicht mehr bedienen können.

Prognosen zufolge wird die Zahl der italienischen Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter bis 2015 um ein Drittel schrumpfen – von 36 Millionen auf 24 Millionen. Es wird also deutlich weniger Menschen geben, die für eine deutlich gestiegene Schuldenlast bezahlen werden.

Massive Verschuldung, ökonomische Stagnation und Bevölkerungsrückgang werden einen deutlichen Abfall des BIP zur Folge haben. Bis 2050 wird ein Rückgang von 35 % erwartet.

Sollten die Prognosen hinsichtlich kräftiger Rückgänge bei Bevölkerungszahlen und BIP sowie eines erheblichen Schuldenwachstums auch nur ansatzweise akkurat sein, so befindet sich Italien auf dem Weg ins finstere Mittelalter.

Italien – Ein glorreiches Land, das ein besseres Schicksal verdient

Ich will an dieser Stelle betonen, wie traurig ich es finde, dass dieses glorreiche Land schon jetzt derart zu leiden hat und in Zukunft noch viel mehr leiden wird. Ich persönlich liebe Italien – die Menschen, das Essen, die Architektur, die Geschichte und die giola di vivere (joie de vivre) der Italiener. Es wird so tragisch sein, mit ansehen zu müssen, wie all das zerbricht und auseinanderfällt. Hoffentlich wird bis dahin noch viel Zeit vergehen. Doch so traurig es ist: Die Krise wirklich könnte wirklich unmittelbar bevorstehen.

Italien ist allerdings nur eines von vielen Ländern, das in den kommenden Jahren zusammenbrechen wird. Spanien steckt in einer ähnlichen Situation, und der Ministerpräsident des Landes wurde gerade entlassen. Griechenlands Probleme wurden nie gelöst. Traurigerweise ist dieses schöne Land ebenfalls bankrott – wie auch die griechischen Banken. Ich könnte weitermachen mit Portugal, Frankreich, Irland, Großbritannien und vielen anderen. Die meisten dieser Länder haben unlösbare Probleme. Es ist nur eine Frage von Ausmaß und Zeit, bis das EU-/ Eurozonen-Kartenhaus einfällt. Die Karte unten zeigt potentielle Austrittsländer und passende Namen.

Wechsel zum Euro hat starke Inflation verschleiert

Doch zurück zum Hauptziel der EZB – Erhaltung der Preisstabilität, was ebenfalls ein kompletter Misserfolg war. Der Wechsel von den alten Landeswährungen (wie Mark, Franc, Lira, Pesetas, etc.) hat eigentlich verschleiert, was wirklich passierte. Viele Länder wie Spanien, Italien, Portugal und Griechenland waren sehr billig, als sie noch ihre eigenen Währungen hatten. Das ist nicht mehr der Fall. Der Wechsel zum Euro hat die tatsächliche Inflation, die in diesen Ländern entstanden ist, verschleiert. Kein Wunder, dass die Deutschen ihn TEURO nennen.

Der Osten kauft die gesamte Gold-Jahresproduktion:
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Eingetragen von am 13. Jun. 2018. gespeichert unter China, Euro, EZB, Gold, Indien, Inflation, News. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Sie können zum Ende springen und eine Antwort hinterlassen. Bitte beachten Sie unsere Forenregeln. Pingen derzeit nicht möglich

8 Kommentare für “Italien, Hyperinflation und Gold”

  1. Es ist nicht die Inflation, welche mich vorsichtig macht. Dagegen kann man sich schützen.
    Mit Sachwerten, von mir aus auch Wertpapieren, wenn die was wert sind.
    Nein, aber mit einer Hyperinflation oder einem Währungscrash samt Reform kommt die Gier des Staates. Nach dem, was man hat und der Staat gerne hätte.
    Wozu brauchen sie Immobilien, Wertpapiere, könnte er sagen. Wir brauchen das für Brot und Unterkunft der Armen. Also, her damit.
    Bezugscheine dann für alle. ( Nur nicht für den Staatskader natürlich, wo kämen wir denn da hin).
    Und da bleibt als einzige Alternative nur das EM oder, wers mag, auch Diamanten, Edelsteine, Schmuck.
    Dass all das anonym und diskret zu sein hat, versteht sich.
    Und eben diese Sicherheit kostet extra. Wie eine Versicherung in guten Zeiten.
    Sinnlos bei Gold über Rendite zu sprechen.
    Meine Sig Sauer P228 hat sich bisher auch noch nicht rendiert.
    Kostete gute 2000 Euro.
    Rostet nicht und hält die nächsten 200 Jahre.Wie Gold und wird auch nicht archaiisch.
    Totes Kapital, nicht ?
    Arbeitet auch nicht, die SIG.
    Deshalb verkaufen und in Aktien mit Dividende investieren ?
    Solange die Zeiten gut sind, ginge das.
    Oder treten ab heute keine Katastrophen mehr ein ?
    Dank Draghi, Merkel, Trump und FED.
    Lieber Herr Greyerz, Sie haben Gold nicht verstanden.
    Es ist eine Waffe, unbeliebt, gefährlich in falschen Händen.Der Gute Bürger, treu und folgsam, braucht das nicht, natürlich.
    Und demnächst gibt es auch keine Waffenproduktion mehr, weltweit, überall.
    Da wird digital am PC geschossen, harmlos.Ballerspiele für Generäle.
    Schöne Träume, welche daran glauben.

  2. Rechnet man die Verbindlichkeiten aus dem Target2-System hinzu, liegt die Staatsverschuldung Italiens gemessen am BIP inzwischen bei rund 160 Prozent und nicht bei roundabout 135: Der Target-Saldo entspricht rund 27 Prozent der italienischen Wirtschaftsleistung.

    https://www.welt.de/finanzen/article177387650/Euro-Krise-Europas-Dispo-bei-Deutschland-steht-kurz-vor-der-Billion.html

    Sollte die Fed heute Abend wie erwartet die Zinsen weiter auf eine Spanne von 1,75 bis 2,0 % anheben, dürften Kapitalverkehrskontrollen (Unwort des Jahres?) nicht nur für Italien diskutiert werden. Einerseits werden die hoch in Dollar verschuldeten Schwellenländer von den zusätzlichen Zinszahlungen langsam, aber sicher erdrosselt, und zum anderen stellt die Kapitalflucht aus deren kollabierenden Währungen ein zunehmendes Problem dar.

    In der Türkei hat die Zentralbank die Zinsen zwar auf fast 18% erhöht. Dennoch wird schon in Kürz damit gerechnet, dass Erdogan Kapitalverkehrskontrollen einführt, um den weiteren Ausverkauf der Lira und das Außerlandeschaffen von Kapital zu unterbinden. Auch Ägypten und Südafrika sind betroffen.

    Es existiert unter den geneigten Beobachtern auch schon ein neues Schlagwort für die am meisten gefährdeten Staaten: Indien, Indonesien, die Türkei, Brasilien und Südafrika werden als die „Fragilen Fünf“ bezeichnet. „FF“, das sollte man sich merken.

    • 0177translator

      @Thanatos
      Was macht ein Italiener? Er stellt sich abends vor den Balkon und sinkt, eh singt.
      Zehn kleine Eurolein, aufgeführt von der Girlie-Band „The Lehman Sisters“
      https://www.youtube.com/watch?v=yBswULJ6Tno
      Zehn kleine Eurolein, die taten sich sehr freuen,
      doch Griechenland saß mit im Boot – neune tun’s bereuen.

      Neun kleine Eurolein, die hatten nichts gedacht,
      in Irland ist jetzt Helloween, da waren’s nur noch acht.

      Acht kleine Eurolein, die haben’s übertrieben.
      Italien geht die Puste aus, nun sind es nur noch sieben.

      Sieben kleine Eurolein, die sind völlig perplex,
      in Lissabon ist Schicht im Schacht, da waren’s nur noch sechs.

      Sechs kleine Eurolein, die waren ganz genervt,
      beim Ami zuviel Schrott gekauft, den Belgier hat’s entschärft.

      Fünf kleine Eurolein, die kam es ganz schön teuer,
      der fünfte büßt den Persien-Feldzug nun im Höllenfeuer.

      Vier kleine Eurolein, die fanden nichts dabei,
      die Bankenrettung war zuviel, da waren’s nur noch drei.

      Drei kleine Eurolein, die riefen laut Hurra,
      doch einer fiel beim Rating durch, zweie sind noch da.

      Zwei kleine Eurolein, die kamen nicht ins Reine,
      den Staatsbankrott noch abzuwehren schaffte nur der eine.

      Ein kleines Eurolein, die hatte was gebissen,
      Sanktionen gegen Putin-Land, nun hat es sich gesch…

    • @Thanatos

      Wobei die Schwellenländer nur Getriebene sind! Es scheint fast, als ob das gobale Finanzsystem Sollbruchstellen hat.

  3. und in Deutschland sind nicht die „Fragilen Fünf“ an werken, sondern die „Frigiden“!

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  • Krösus: @H.J. Weber Wenn alle Lira Millionäre sind, bedeutet dies noch lange nicht, dass alle reich oder wenigstens...
  • Goldminer: @taipan 2 der einleuchtendsten Erklärungen wären: 1. Da die Notenbanken selbst kein physisches Silber...
  • taipan: @thanatos Die Strafzahlung ist nur ein Bruchteil des durch diese Machenschaften erworbenen Gewinn.Korrekt...
  • Thanatos: Nun also auch die Royal Bank of Scotland. Für das Inverkehrbringen „toxischer“ Finanzprodukte,...
  • marc o´hand: Gute Gelegenheit zum Nachkaufen, weiter so!!! ;-)
  • Goldnugget: Sorry, aber ich gönne den Banken kein Gramm physisches Gold und Silber. Wenn man etwas so abgrundtief...
  • taipan: @hj weber Eben. Nur mit einer Währungsreform und Neuanfang macht das Sinn. Bei einer guten Binnenwirtschaft...
  • H. J. Weber: Hallo Krösus, es bleibt aber immer das selbe Verhältnis. Heute ist die türkische Währung nicht mit Gold...
  • H, J, Weber: Das werden die Banker von JPM nicht für ihre private Altersabsicherung eingelagert haben, sondern weil...
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