Samstag,20.Juli 2024
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Marktübersicht: Goldnachfrage in Deutschland und weltweit

Die deutsche Nachfrage nach Gold in Form von Münzen und Barren ist im zweiten Quartal deutlich eingebrochen. Wie sah es in den anderen Ländern aus?

Deutsche Nachfrage nach Gold

In Deutschland ist die Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen im zweiten Quartal 2023 deutlich eingebrochen. Über diese Entwicklung haben wir viele Wochen lang schon berichtet, insbesondere im Rahmen unserer Freitags-Reports zur Lage im deutschen Edelmetall-Handel. Aufzuarbeiten gibt es noch die Einordnung der deutschen Nachfrage nach Gold (Anlagegold) im globalen sowie im zeitlichen Kontext.

Gold, Goldmünzen, Anlagegold, Goldmarkt (Bild: Goldreporter)
Deutschland gehört zu den weltweit größten Absatzmärkten für physisches Gold zur Geldanlage. Im zweiten Quartal dominierten aber die asiatischen Länder die Nachfrage (Bild: Goldreporter)

Zunächst einmal wurden im zweiten Quartal laut den Zahlen des World Gold Council in Deutschland 10,92 Tonnen Gold nachgefragt. Zum Vergleich: Der Quartalsmittelwert seit 2010 liegt bei 30,6 Tonnen. Allerdings ist dabei immer auch der jeweilige Goldpreis zu berücksichtigen. Dieser wird vom WGC für das 2. Quartal 2023 mit 1.815,10 Euro pro Unze angegeben. Demnach hatte die Goldnachfrage (351.086 Unzen) einen Wert von 637,26 Millionen Euro.

Höhepunkt 2011

Zum Vergleich: Im Zeitraum seit 2010 erreichte die deutsche Nachfrage nach Goldmünzen und Goldbarren in Q3 2011 seinen Höhepunkt. Denn damals fragten private Anleger innerhalb von drei Monaten 52,64 Tonnen Anlage-Gold nach. Der Durchschnittspreis für die Goldunze lag damals noch bei 948,80 Euro. Das heißt, die Quartalsnachfrage lag damals mit knapp 1,69 Millionen Unzen bei 1,6 Milliarden Euro.

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Deutsche Quartalsnachfrage nach Gold zur Geldanlage (Goldmünzen, Goldbarren) in Tonnen seit 2010 (Quelle: World Gold Council; Grafik: Goldreporter)

Weltweiter Kontext

Nachfrage Anlagegold der Länder in Q3 2023

Nachfrage nach Anlagegold (Goldmünzen und Goldbarren) in Tonnen weltweit in Q1 und Q2 (Quelle: World Gold Council/Metal Focus, Refinitiv GFMS)
RangLandQ1'23Q2'23Veänd. VorquartalVeränd. Vorjahr
1China65,949,3-25 %+32 %
2Türkei50,547,6-6 %>300 %
3USA33,032,2-2 %+12 %
4Indien34,429,5-14 % -3 %
5Iran12,912,3-5 %+66 %
6Deutschland12,610,9-13 % -78 %
7Ägypten8,210,427 %+214 %
8Vietnam12,69,1-28 % -5 %
9Russland7,08,521 %+13 %
10Schweiz10,88,1-25 % -30 %
11Thailand4,35,937 % -10 %
12Pakistan5,15,610 %+8 %
13Indonesien5,73,7-35 % -10 %
14Südkorea4,03,6-10 % -18 %
15Saudi-Arabien3,73,3-11 %+19 %
16Kanada2,93,314 % -4 %
17Großbritannien4,13,2-22 % -16 %
18Australien4,52,9-36 % -49 %
19VAR2,32,717 %+24 %
20Japan-2,62,5-196 %>300 %
21Taiwan1,91,5-21 %+12 %
22Kuwait1,11,318 %+25 %
23Singapur1,41,3-7 % -14 %
24Frankreich1,51,2-20 % -8 %
25Malaysia1,41,2-14 % -12 %
26Österreich1,30,5-62 % -82 %
27Brasilien0,40,40 %+5 %
28Hong-Kong0,30,30 % -52 %
29Mexiko0,20,350 %+5 %
Andere Lagerbestände4,36,347 % -29 %
Weltweit gesamt304,5277,5-9 %+6 %

In der Rangliste der weltweit größten Anlage-Gold-Konsumenten war Deutschland im zweiten Quartal auf Platz 6 zu finden. Davor schoben sich China (49,3 t), die Türkei (47,6 t), USA (32,2 t), Indien (29,5 t) und der Iran (12,3 t). Auch die Nachfrage in diesen Ländern war gegenüber Vorquartal rückläufig. Dagegen gab es dort vielfach erhebliche Wachstumsraten im Vergleich zu Vorjahresquartal (siehe Tabelle).

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10 Kommentare

  1. Die Höchtsstände der deutschen Anlagegold-Nachfrage passierten auffällig oft zu den damaligen ATHs des Eurogoldpreises.
    2022 gab es sogar ein delay, was bedeuteten könnte, dass die dt. Nachfrage auf den Höchstpreis reagiert hat.
    Das ist schon eine verrückte Psychologie, wenn Gold teuer ist wird gekauft. Da muss viel Angst im Spiel sein.
    Zumal die „klugen“ Käufer sich in solchen Situationen wohl eher zurückhalten und dadurch statistisch vernachlässigbar sind.

    • * „klug“ soll nicht implizieren, dass die ATH-Käufer dumm sind. Will damit nur sagen, dass „klug“ in dem Fall geduldig und durchdacht bedeutet.

  2. @Ammit
    Genauso ist es. Die Lemminge machen es genauso, weil ihr Gehirn etwas klein geraten ist und sie dem Herdentrieb verfallen sind.
    Beim Schreinermeister und Donaustreuner existiert kein Herdentrieb, da wird genau überlegt was zu tun ist!

  3. Hallo Zusamnen
    Es ist wieder deutlich geworden, was für Risiken am Aktienmarkt sehr schnell auftreten können. Ping verbietet den chonesischen Staatsangestellten, Apple Geräte zu benutzen. Darauf fiel die Apple Aktie. Es könnte noch dicker kommen, Ping könnte die Einfuhr aller Apple Geräte nach China verbieten. Viel gefährlicher für die USA und allenfalls anderer Länder ist die Ausfuhr-Blockierung Chinas von seltenen Erden. Diese
    Massnahme hat Ping noch nicht angeordnet.
    Das heisst aber Nichts. Falls sich die Beziehungen zu den USA weiter verschlechtern kann Ping diese Karte noch ziehen. 80 Prozent aller geförderten seltenen Metalle kommt aus China. Wenn diese Metalle nicht mehr geliefert werden, dann aber gute Nacht. Wie sagen die Deutschen? Dann ist Pause im Schacht.
    Aktien sind im Moment sehr riskant. Es kann jederzeit etwas passieren.
    Seid vorsichtig Freunde, der nächste schwarze Schwan ist schon um die Ecke.
    Grüsse aus der Schweiz

    • Den Apple-Spionageschrott hätte ich schon wesentlich früher aus allen staatlichen/öffentlichen Stellen rausgekantet. Gute und nötige Entscheidung von Xi Jinping.

      Am Rande: Ich will nicht klugscheißen, aber bei Ping dachte ich zuerst an den Film „Jagd auf Roter Oktober“ (Geben Sie mir ein Ping, Vasili!). Chinas Staatschef heißt Xi Jinping. In China bzw. im gesamten ostasiatischen Raum beginnen die Namen mit dem Familiennamen (also in diesem Fall Xi) und dann kommt der Vorname, der in der Regel aus zwei Silben besteht (und auch immer eine sehr schöne Bedeutung hat). In diesem Fall also Jinping 近平 (was wenn ich richtig gelesen habe soviel wie „Der der für den Frieden ist“ bedeutet)

    • @Geronimo
      Die USA hängen bei Antibiotika und Krebsmedikamenten zu fast 100 % von China ab.
      Wir zu über 70 %.
      Lagerbestände für max. 4 Wochen.
      Ich habe z.B. einen ganz simplen Blutdrucksenker: ein einziges Unternehmen (Sanofi) fertigt den noch komplett hier in Europa. Der ganze Rest kommt als Import aus China via Indien.
      Natürlich habe ich Vorräte für 2 Jahre im roll-over.

      Ohne Antibiotika geht nicht mal mehr die Entfernung eines kaputten Zahnes oder eine simple Blinddarm-OP.

      Eine US-Medizinerin hat das mal als die perfekte stille Atombombe in den Händen Pekings bezeichnet.
      Mann muss einfach gar nichts machen, leider kann derzeit nichts mehr verschifft werden.
      Schade.
      Dann reduziert sich auch der Bedarf der USA an seltenen Erden etc., auf fatale Weise.
      Der Westen hat sich durch seine Gier nach „immer billiger“ einen Drachen herangezüchtet, der ihn irgendwann fressen wird.
      Gerade wird der Tisch dafür gedeckt.
      Wie wohlhabend wird Deutschland ohne Auto-, Chemie- und Maschinenbauindustrie sein ?
      Mahlzeit !

      • @ Meister Eder Deutschlands beschleunigten Ritt in die Drittklassigkeit hat auch die deutsche Fussball Nationalhaufenschaft gestern veranschaulicht.Deutschland ist nur noch in Klimahysterie und Genderwahn führend auf der Welt.

  4. @Donaustreuner
    Nicht nur Euer Gnaden & der Schreinermeister! Mich kann man auch dazuzählen: null Herdentrieb, möglichst kaufen, wenn keiner interessiert ist, Ruhe & Nerven bewahren – alles behalten und sich drüber freuen! Das Konzept funktioniert bei mir schon über 40 Jahre… So z. B. in 2005 nochmal eine größere Tranche Kangaroos nachgekauft – 379,– EUR die Unze! Viele haben mich für bekloppt gehalten; wer lacht jetzt…!???
    Was waren das für geile Zeiten…
    Es schwelgt in Erinnerungen
    Der Dokta

  5. &Donaustreuner
    Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren hobbymässig mit den Aktienmärkten.
    Natürlich sollte man nach Crashes oder lange anhaltenden Baissen gute Aktien kaufen.
    Denn dann sind sie billig. Das machen aber viele Anleger nicht. Warum? Sie haben Angst.
    Man kauft lieber teuer in der Euphorie.
    Kostolany der berühmte Spekulant sagte einmal: Kaufen Sie dann Aktien wenn das Blut meterhoch durch die Strassen fließt.
    Und verkaufen sie wenn die Euphorie am Grössten ist. Es tönt einfach, aber wenn Zeitungen am Ende einer Baisse schreiben: Nur Vollidioten kaufen Aktien. Es braucht Nerven dann zu investieren.
    Fazit: Aktuell sind die Aktienmärkte zu teuer.
    Und das Gold? Optisch ist es hoch, vielleicht auch zu teuer? Schwierige Frage?
    Wie seht Ihr das?
    Grüsse aus der Schweiz

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