Im Februar importierte die Türkei entgegen den Erwartungen noch einmal 57 Tonnen Gold. Das war die drittstärke Goldeinfuhr seit Datenerhebung.
Gold in die Türkei
Die Türkei hat auch im Februar enorme Mengen an Gold importiert. Denn laut Borsa Istanbul holte man im vergangenen Monat 57,45 Tonnen ins Land. Damit sanken die Goldimporte zwar gegenüber dem vorangegangenen Rekordmonat um 16 Prozent. Allerdings führte man im Februar immer noch gut doppelt so viel Gold ein wie im Durchschnitt der vergangenen 12 Monate. Und es war die drittgrößte Goldmenge seit die Bors Istanbul die Daten veröffentlicht, also seit 1995.
Damit ist bislang nichts von angeblichen Plänen der Regierung zu erkennen, die Goldimporte deutlich einzubremsen. Mitte Februar hatte Bloomberg entsprechende Quellen zitiert, wonach das große Handelsbilanzdefizit und die Erdbeben-Katastrophe eine solche Maßnahme erforderlich machten. Dagegen sprachen Kritiker in diesem Zusammenhang von Kapitalverkehrskontrollen.
Währungskrise
Stark angezogen hat die Goldnachfrage der Türkei seit vergangenem Mai 2022 (siehe Grafik oben). Seither ist auch die jährliche Inflationsrate deutlich gestiegen. Sie betrug zuletzt immer noch 55 Prozent und hatte vergangenes Jahr zeitweise 85 Prozent erreicht.
Währenddessen wertete die Türkische Lira gegenüber dem US-Dollar innerhalb eines Jahres um rund 25 Prozent ab. Und der Goldpreis in türkischer Währung stieg in den vergangenen zwölf Monate um 22 Prozent.
Silber-Importe
Parallel sind zuletzt auch die Silberimporte der Türkei weiter angestiegen. Laut Borsa Istanbul führte man im Februar 82,65 Tonnen Silber ein. Das entspricht einer Steigerung um 13 Prozent gegenüber Vormonat. Bereits im vergangenen Dezember hatten die Importe mehr als 80 Tonnen betragen. Im August 2020 waren Silberimporte auf die bisherige Rekordmenge von 102 Tonnen angestiegen.
Die Geldpolitik der Türkiye Cumhuriyet Merkez Bankası scheint genauso erratisch zu sein, wie der Einkaufszettel auf den internationalen Goldmärkten.
Auch wenn die Headlines flächendeckend versprechen, dass die Inflation in der Türkei zurückgeht – und tatsächlich lag sie im November 2022 noch bei 84,4 Prozent -, die Daten vom Januar 2023 mit rund 57,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat geben schließlich noch keine Entwarnung.
Offenbar, ich möchte es aber als Vermutung verstanden wissen, soll die neuerliche Zinssenkung mit einer gewissen güldenen Gravitas versehen werden. Sicher ist eben sicher. Die Verschuldungskrise der Semi-Peripherie als Never-Ending-Story.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/tuerkei-notenbank-leitzins-erdbeben-senkung-lira-devisen-101.html
https://www.merkur.de/politik/guterres-von-unserem-finanzsystem-profitieren-vor-allem-die-reichen-laender-92018019.html
Die Türkei macht das genau richtig, als Staat kann man nicht genug Gold haben. Umso mehr bei der Globalisierung und der Vernetzung aller Systeme. Nur goldgedeckte Lira wird schwierig, der US-Dollar duldet das nicht. Außerdem hat die USA in der Türkei Militär Basen, man weiß ja nicht wofür so was gut sein kann.
Habe für meine Gattin eine schöne goldkette mit Medaillon, beim türkischen Schmuckhändler meines vertrauens gekauft. 40% nachlass von preis, musste dafür aber hart verhandeln:) sie bekommt das zum Geburtstag, bleibt erstmal verpackt.
40% Nachlass auf Goldschmuck? Da würde ich den Goldgehalt nochmal prüfen lassen.
Der Nachlass ist deshalb so groß, weil der türkische Juwelier deutsche Preise schreibt, wo die verarbeitung des Golds so teuer ist, dann geht er bis auf türkischen Niveau zurück. In der Türkei ist die Verarbeitung sehr günstig.
Sie können ja bei ihren Vorurteilen bleiben, so wie jeder primitive Mensch es tut.
Vor der Wahl ist nach der Wahl.
Mal schauen ob dann das Gold noch da ist.