Dienstag,23.April 2024
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Silber-Produkte: Dem Feingehalt auf der Spur

Punzierungen auf Ringen, Ketten und Armbändern aus Silber zeigen den Feingehalt des Schmucks an. Was bedeuten die Zahlen auf den verschiedenen Produkten genau?

Von Dominik Lochmann

Nicht nur bei schönen Accessoires erweist sich die Reinheit des Edelmetalls als wichtig. Auch für Silber zu Investmentzwecken und zur industriellen Verarbeitung ist die sogenannte Punzierung eine essenzielle Größe.

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Was bedeuten die Stempel auf Silberprodukten?

Beim Kauf von Silberschmuck fällt auf, dass Ringe, Ketten sowie Armbänder unterschiedliche Stempel beziehungsweise Punzierungen aufweisen. Daran lässt sich sofort erkennen, welcher Silberreingehalt im Produkt steckt oder stecken sollte. Doch nicht nur in der Schmuckbranche gilt diese Bestempelung als essenzielle Größe. Auch bei Investmentprodukten sowie in der industriellen Verarbeitung kommt Silber mit unterschiedlichen Feingehaltsstufen zum Einsatz. Doch was bedeuten die Zahlen auf den verschiedenen Produkten tatsächlich?

Silber: der feine Unterschied

Bei Silberschmuck oder -besteck gibt es eine Vielzahl an Abstufungen des Silberfeingehalts, die üblicherweise von 800er- bis 925er-Silber – auch Sterlingsilber genannt – reichen. Alle Ziffern weisen auf den prozentualen Anteil des Edelmetalls hin. So steht beispielsweise die Zahl 999,0 für einen Silberanteil von 99,90 Prozent. Die restlichen 0,1 Prozent setzen sich aus anderen, unedlen Metallen oder Verunreinigungen zusammen, die entweder nachträglich hinzulegiert oder bei der Raffination gar nicht erst herausgefiltert wurden.

Generell gilt: Je höher der reine Silbergehalt, desto wertvoller der Materialwert des Produktes. Wie in der Investmentbranche – also in Form von Münzen oder Barren – spielt der Silberfeingehalt hier also ausschließlich für die Preiskalkulation eine wichtige Rolle.

Anders verhält es sich im Anwendungsbereich der industriellen Verarbeitung. Denn die Norm für elektronische Bauteile schreibt einen möglichst geringen Schadstoffgehalt vor, sodass Silber hier mit einem noch höheren Feingehalt von 999,9, also 99,99 Prozent, zur Anwendung kommt.

Recycling: ein ewiger Silberkreislauf?

Durch Recyclingvorgänge lässt sich Silber nach dem Einschmelzen vom Anwendungsbereich der Schmuck- und Investmentbranche wieder in die Materialindustrie umsiedeln. Wenn nun Schmucksilber oder 999,0er-Barren wieder verkauft und zu industriellen Verarbeitungsprozessen genutzt werden sollen, müssen diese aufgrund der unterschiedlichen Feingehaltsrichtlinien erst erneut in einer Scheideanstalt raffiniert werden. Erst dann entspricht das Silber den dort gültigen Feingehaltsanforderungen und ist garantiert störstofffrei.

Dominik Lochmann ist Geschäftsführer der ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG. Die ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG mit Sitz in Rheinstetten und die Tochtergesellschaft ESG Edelmetall-Service GmbH in Schänis (nahe Zürich) recyceln seit vielen Jahren europaweit edelmetallhaltiges Scheidgut der Schmuck-, Elektronik-, Galvanik- und Dentalindustrie. Als Handels- und Recyclingunternehmen ist die ESG ist für edelmetallverarbeitende Unternehmen sowie im Bereich des privaten Edelmetallankaufs und -verkaufs tätig.

Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen im Rahmen von Gastbeiträgen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung von Goldreporter dar.

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