Montag,05.Dezember 2022
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Steigende Zinsen hemmen den Goldpreis

Gold, Goldpreis, Goldbarren
Die Renditen europäischer Staatsanleihen steigen in Erwartung eines ersten Euro-Zinsschrittes im Juni. Der Goldpreis blieb gegenüber Vorwoche fast unverändert.

Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen steigen weiter. Der Goldpreis bleibt trotz hoher Inflationsraten gedeckelt.

Goldpreis

Am heutigen Dienstagvormittag um 10 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 1.854 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 1.726 Euro. Damit kamen die Notierungen gegenüber Vorwoche nur minimal zurück.

Steigende Anleihe-Renditen

Dagegen befinden sich die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen weiter im Höhenflug. Zwar ergeben sich gegenüber Vorwoche nur geringe Zinsaufschlägen bei den US-Papieren, mit 2,85 Prozent (Vorwoche: 2,84 Prozent). Dafür zogen die Renditen in Europa erneut merklich an.

Denn 10-jährige deutsche Staatsanleihen rentieren am Vormittag mit 1,05 Prozent (Vorwoche: 1,01 Prozent). Jene von Schweizer Papieren zogen sogar um 15 Prozent auf 0,82 Prozent an. Erneute Aufschläge gab es auch bei den Renditen Österreichs mit zuletzt 1,62 Prozent.

Zinserhöhung in Europa

Die Entwicklung steht unter dem Eindruck eines zuletzt stärkeren Euros, der in den vergangenen zwei Wochen 3,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar aufgewertet hat. Im Rahmen der EZB-Sitzung am 8./9.Juni wird die erste Leitzinserhöhung in der Eurozone seit 2011 erwartet. Die Inflationsrate in Deutschland ist im Mai voraussichtlich auf 7,9 Prozent angestiegen. Die Europäische Zentralbank steht also unter erheblichem Handlungsdruck.

Staatsanleihen, Renditen

Anleihe-Renditen und Goldpreis

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf Gold? Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.

Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Goldnachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht sind, steigt der Goldpreis oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse).

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3 Kommentare

  1. Zwar schrieb noch vor wenigen Jahren die Notenbank, dass es womöglich nie wieder Zinsen geben werde.
    Aber jedem einigermassen mitdenkendem Menschen musste klar sein, dass das nicht ewig so weitergeht.
    Und dass die Quittung kommen wird.
    Solch ungesunde Zustände führen früher oder später zu Krankheiten.
    Hohe Inflation und hohe Zinsen, Geschäftspleiten, gekündigte Kredite wegen aussergewöhnlichen Umständen und Nachforderungen usw.
    Auch Häuslebauer dürften Probleme bekommen. Wenn nicht gleich durch Nachforderungen, dann spätestens bei der Anschlussfinanzierung.
    Ein erstes Donnergrollen ist schon zu vernehmen.

  2. Der Trend ist in diesem Falle mal nicht unser Friend. Gestern sagte Fed-Gouverneur Christopher Waller, die US-Notenbank sollte darauf vorbereitet sein, die Zinsen von nun an bei jeder Sitzung um einen halben Prozentpunkt anzuheben – bis, ja bis die Inflation tatsächlich merklich zurückgeht.

    Nun, man kennt ja die Kakophonie der Verlautbarungen im Umfeld der Fed zur Genüge*. Kann man ernst nehmen, muss man aber nicht. Dennoch werden die höheren Renditen und Dollar-Notierungen zunächst weiter auf den – starken – Schultern des Goldes lasten.

    https://de.investing.com/news/commodities-news/zweiter-minusmonat-in-folge-goldpreis-tiefer-2259988

    Ein Interregnum der Zinshysterie. Aber bloß nicht bange machen lassen, Gold wird sich auch in einer Phase der Zinserhöhungen behaupten. Dafür sorgt die systemimmanente Krisenhaftigkeit von ganz alleine.

    *Dafür gibt es in unseren Breiten die Schwurbler®. So hat jeder sein Päckchen zu tragen.

    • @thanatos
      Na klar wird sich Gold in jedem Umfeld behaupten.
      Deshalb sammeln wir das Zeug ja auch ein.
      Es fragt sich halt nur, ob man das Gold den Bullionbanken
      unbedingt zu deren künstlich überhöhten Preisen abkaufen muss.
      Und damit noch erheblich zu deren Profit beiträgt.
      Ich persönlich liebe diese Banken nicht so sehr, dass ich das tun muss. Aber bitte, wer will, nur zu.
      Den anderen rate ich, bei jedem Goldpreis Crash das Fenster gegen Westen weit auf zu reissen und lauthals danke, danke hinaus zu brüllen.

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