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US-Banken stemmen sich vehement gegen Goldpreisanstieg

An der Warenterminbörse COMEX stapeln sich die Goldhandelsverträge. Vier US-Banken wetteten Anfang Juni in Rekordhöhe auf einen fallenden Goldpreis.

An der amerikanischen Warenterminbörse COMEX wurde Anfang Juni in einem Umfang mit Gold gehandelt, wie seit Januar 2008 nicht mehr. Der Open Interest, die Summe aller offenen Terminhandelskontrakte (Futures), summierte sich auf 553.950 Verträge. Das entspricht einer implizierten Menge von 1.722 Tonnen Gold. Ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Zum Vergleich: Am London Bullion Market, dem größtem physischen Goldhandelsplatz, wechselten im gesamten Monat April 497,6 Tonnen Gold den Besitzer, durchschnittlich 24,88 Tonnen pro Tag.

Der historisch hohe Goldpreis hat dazu geführt, dass die wenigen US-Banken, die im direkten Goldhandel tätig sind, nun in Rekord-Umfang auf fallende Goldkurse wetten.

Die vier von der Börsenaufsicht CFTC im aktuellen Bank Participation Report gelisteten US-Banken hielten an der COMEX per 1. Juni 2010 zusammen 156.592 Short-Kontrakte in Form von Futures. Das heißt, diese Banken haben zu diesem Zeitpunkt 487 Tonnen Gold auf Termin verkauft. Das sind satte 23,3 Prozent mehr als im Vormonat.

Bemerkenswert ist weiterhin die hohe Marktkonzentration auf dem Terminmarkt. Die vier nicht näher genannten US-Banken repräsentierten mit ihrem Short-Engagement 28,3 Prozent des gesamten Volumens an Gold-Futures an der COMEX.

Das Verhältnis von US-Banken gehaltenen Short- zu Long-Positionen beträgt 7,76 : 1. Das heißt, auf jeden Long-Kontrakt kommen 7,76 Short-Kontrakte.

Abb.: Gold-Short-Wetten auf Rekordhoch

Im Bereich Silber fiel die Anzahl der von US-Banken gehaltenen Short-Futures Anfang Juni um 11,6 Prozent auf 30.428 Kontrakte. Das entspricht umgerechnet 4.731 Tonnen Silber.

Hintergrund
US-Banken spielen am Warenterminmarkt eine dominante Rolle. Mit großvolumigen Vorwärtsverkäufen (Short-Futures und -Optionen) besteht für sie die Möglichkeit, Kurse an der Warenterminbörse kurzfristig stark zu drücken. Durch Arbitrage-Geschäfte zwischen Spot- und Terminmarkt korrespondieren die Kurse auf beiden Märkten eng miteinander. Terminmarktgeschäfte haben also auch entscheidenden Einfluss auf den Preis für Gold zur sofortigen Lieferung (Spot Price).

Banken betreiben mit Warentermingeschäften Eigenhandel, bauen damit aber auch Gegenpositionen zu anderen Derivate-Geschäften auf, bei denen sie als Kontrahenten ihrer Kunden auftreten. Man spricht in diesem Zusammenhang von so genannten Bullion Banken.

Die starke Short-Konzentration bei Gold und Silber, dominiert von diesen wenigen Banken, wird von Kritikern seit langem als marktbeherrschend und manipulativ angesehen. Man geht davon aus, dass weniger große US-Häuser die Vormachtstellung am Terminmarkt nutzen, um den Gold- und Silberpreis zu drücken. Derzeit finden von Seiten der US-Kartellbehörde Untersuchungen zur Rolle der Großbank JP Morgan auf dem Terminmarkt statt. Insbesondere geht es um mögliche Marktmanipulationen auf dem Silbermarkt.


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Eingetragen von am 8. Jun. 2010. gespeichert unter Banken, Gold, Marktdaten, News. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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