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Warum der Goldpreis auf 10.000 Dollar steigen kann

Jim G. Rickards, langjähriger Investmentbanker, Finanzberater, Risk Manager und Chef des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Omnis malt in einem aktuellen Online-Interview ein bedrohliches Bild der globalen Finanzmärkte. Seinen Aussagen zufolge kann es im Rahmen einer US-Staatskrise zum Run auf physisches Gold kommen. Die großen Goldhandelsplätze könnten dann aufgrund notorischer Edelmetall-Knappheit unfähig sein, Lieferversprechen einzuhalten. Eine Explosion des Goldpreises wäre die Folge.

Im Geldverkehr ist es anerkannte Praxis. Banken verleihen mehr Geld, als sie tatsächlich zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihren Tresoren oder in Form eigener Sichtguthaben verfügbar haben. Wenn nur ein geringer Teil der Bankkunden – sagen wir 5 Prozent – gleichzeitig ihr Geld abheben wollen, dann ist jeder Bank der Welt in kürzester Zeit zahlungsunfähig.

Was weit weniger bekannt ist: Die gleiche Situation besteht auch auf dem Goldmarkt. Einige erfahrene Marktbeobachter gehen davon aus, dass das Verhältnis zwischen Gold, das auf dem Papier gehandelt wird (Forderungen/Lieferverpflichtungen) und tatsächlich vorhandenem Gold, 100 zu 1 beträgt. Jim G. Rickards, langjähriger Investmentbanker, Finanzberater, Risk Manager und Chef des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Omnis gehört dazu.

In einem aktuellen Interview mit dem Onlineportal King World News äußert er die Vermutung, dass es früher oder später zu einem Run auf Gold kommt. Die großen Gold-Händler und Goldhandelsplätze (London Bullion Market, COMEX, ETFs) könnten dann aufgrund notorischer Knappheit an physischem Edelmetall unfähig sein, die zur Auslieferung angeforderte Menge bereitzustellen. Hiervon betroffen wären alle Formen von „Papiergold“, also Forderungen auf die Lieferung des Edelmetalls.

Schon derzeit ist es an den Terminmärkten gängige Praxis, dass fällige Lieferverträge durch den Abschluss neuer Kontrakte „gerollt“, also weiter in die Zukunft verschoben werden. Wenn die Kontrahenten jedoch zu einem bestimmten Zeitpunkt auf physische Lieferung bestünden – etwa weil der Papiergeldkollaps droht – dann werde man an den Märkten versuchen, Goldforderungen per Barzahlung auszugleichen.

Doch welchen Preis werden Investoren wohl fordern, wenn der Wert des zum Tausch angebotenen Papiergeldes gegen Null tendiert?

Rickards hat ausgerechnet, dass der Preis für die Feinunze Gold auf 5.500 Dollar ansteigen müsste, um die vorhandene US-Geldmenge M1 zu decken. Er hält einen Preis von 5.000 bis 10.000 Dollar für möglich, sollten die USA in die Lage geraten, ihre Schulden nicht mehr durch die Aufnahme neuer Kredite finanzieren zu können. In diesem Fall bleibe keine andere Wahl, als drastische Maßnahmen zu ergreifen, um eine neue Währungsdeckung zu erreichen.

These: Eine Vernichtung von Dollar-Geldwerten im gleichen Verhältnis (100:1) könnte somit im Falle eines zur Staatssanierung erforderlichen Währungsschnittes drohen. Eine Verzehnfachung des aktuellen Goldpreises wäre dann denkbar.

Weitere Rickards-Thesen:
– China benötigt zur Sicherung der eigenen Reserven etwa 4.000 Tonnen Gold, besitzt derzeit aber gerade einmal 1.000 Tonnen.
– China ist frustriert, weil das Land heute Gold zu deutlich höheren Preisen kaufen muss, als die europäischen Staaten, die ihre Goldreserven vor Jahren deutlich günstiger akkumuliert haben.

Link: Rickards-Interview mit Eric King (in englischer Sprache).


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Eingetragen von am 16. Apr. 2010. gespeichert unter China, Gold, USA, Welt. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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