Mittwoch,14.April 2021
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Was ist eigentlich eine (gute) Goldmünze?

Goldmünze, Sovereign (Foto: Goldreporter)
Die britische Sovereign: Die am weitesten verbreitete Goldmünze der Welt. Wer erfolgreich in physisches Gold investieren will, sollte sich mit den Eigenschaften einer guten Anlagemünze vertraut machen (Foto: Goldreporter).

Nicht alles was als Goldmünze betitelt wird, darf diese Bezeichnung tatsächlich tragen. Bei der Geldanlage in Gold ist die klare Definition besonders wichtig.

Goldmünze

Landläufig wird gerne alles als Münze bezeichnet, was rund ist, metallisch glänzt und in der Tasche klimpert. Aber nicht beim allem, was aus gelbem Edelmetall geprägt ist, handelt sich um eine Goldmünze.

Medaille

Aber ist es keine Münze, dann bezeichnet man das Stück in der Regel als Medaille. Diese Feststellung ist wichtig, denn es geht hier um die Unterscheidung zwischen guten und weniger guten Anlageprodukten.

Anlageobjekt vs. Sammlermünzen

Denn nur Goldmünzen mit bestimmten Eigenschaften sind in Deutschland von der Mehrwertsteuer befreit (mehr dazu weiter unten). Und nur in diesem Fall kann man diese Stücke jeweils nahe am aktuellen Goldpreis kaufen und verkaufen. Das ist ein wichtiges Kriterium für eine Anlagemünze.

Im Gegensatz dazu gibt es natürlich auch Sammlermünzen aus Gold, für die man oft ein höheres Aufgeld zahlen muss – darunter versteht man den prozentualen Preisaufschlag gegenüber dem aktuellen Goldkurs an der Börse.

Goldmünze gleich Geld

Um als Goldmünze zu gelten, muss sie über folgende Eigenschaften verfügen:

  • Sie wird von einer staatlichen Behörde ausgegeben.
  • Das Goldstück muss als gesetzliches Zahlungsmittel des Landes anerkannt sein.
  • Des Weiteren ist in der Regel ein Währungsnominal aufgeprägt. Das heißt, besitzt einen Werthinweis, ausgedrückt in der Währung des Ausgabelandes.

Aber es gibt Ausnahmen. So gelten der Krügerrand sowie die mexikanischen Libertad als Goldmünzen, obwohl sie kein Währungsnominal tragen. Auf ihren ist nur das Goldgewicht aufgeprägt, ausgedrückt in Unzen. Dennoch gelten beide Stücke in den Ausgabeländern als offizielles Zahlungsmittel.

Im Grunde genommen entspricht dies der idealen Vorstellung einer universellen Goldwährung, einer reinen Goldanlage. Denn, die Wertbezeichnung auf der Münze ist nicht an eine (womöglich vergängliche) Währung gebunden, sondern definiert sich nur in Goldeinheiten.

Sammlermünzen, Numismatik, Ratgeber
Goldreporter-Sonderpublikation: Ratgeber „Historisches Gold als Geldanlage“ für Leser, die sich mit dem Gebiet der Numismatik befassen wollen.

Historische Münzen

Die ersten Goldmünzen der Menschheitsgeschichte ließ Lyderkönig Krösus zirka 550 v. Chr. prägen. Als meistgeprägte Goldmünze überhaupt gilt die britische Sovereign (dtsch: Herrscher). Sie wird heute noch als Anlagemünze von der britischen The Royal Mint hergestellt.

Die ersten Exemplare wurden 1489 unter Henry VII. geprägt, drei Jahre bevor Christoph Columbus Amerika entdeckte. Seitdem gerieten mehr als anderthalb Milliarde Stück mit wechselndem Münzbild in Umlauf, seit 1917 mit gleichbleibendem Feingewicht von 917/1.000 Anteilen Feingold.

Mehr Informationen zum Feingehalt von Gold und ihren Bezeichnungen erhalten Sie hier: Gold kaufen: Welches Gold ist das beste?  

Goldmünze, Lyder, König, Krösus, Altertum, Antike
Frühe Goldmünzen in der Übersicht. Mehr Informationen zum Thema Goldgeld gibt es auch in der Goldreporter-Sonderpublikation „Wenn Gold wieder Geld wird“. (Grafik: Goldreporter)

Deutsche Goldmünzen

Auch die Goldmünzen aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs (1871 bis 1918) sind heute noch in so großer Stückzahl in Umlauf, dass die meisten Jahrgänge als Anlagemünzen gehandelt werden. Das heißt, man kann sie recht nah am aktuellen Goldpreis kaufen und verkaufen. Wir sprechen von einem Aufgeld von 5 bis 10 Prozent.

Seit vielen Jahren gibt die Bundesrepublik Deutschland jedes Jahr verschiedene Goldmünzen heraus, die sich vor allem an Sammler richten. Seit 2002 tragen diese mit dem Übergang zur europäischen Währungsunion das Euro-Nominal.

Sammlermünze vs. Anlagemünze

Die Unterscheidung zwischen Anlagemünze und Sammlermünze ist wichtig. Goldmünzen mit dem Charakter eines Anlageobjekts werden in der Regel ohne Limitierung ausgegeben. Das heißt, die Prägeanstalten stellen die Münzen nach Bedarf her.

Goldmünzen, Maple Leaf, Känguru, Wiener Philharmoniker, Krügerrand, American Eagle
Klassische Goldmünzen zur Geldanlage (v.l.n.r): Maple Leaf, Känguru, Wiener Philharmoniker, Krügerrand, American Eagle (Foto: Goldreporter)

Klassische Goldanlagemünzen

Hier eine Liste der bedeutendsten, beziehungswiese weltweit gefragtesten Goldanlagemünzen (Reihenfolge willkürlich):

  • Krügerrand (Südafrika)
  • Maple Leaf (Kanada)
  • Känguru (Australien)
  • American Eagle (USA)
  • Wiener Philharmoniker (Österreich)
  • Britannia (Großbritannien)
  • Sovereign (Großbritannien)
  • Vreneli (Schweiz)
  • Libertad (Mexiko)
  • Panda (China)

Für Sammlermünzen sind Käufer bereit, aufgrund der Knappheit des Angebots und des möglichen Wertsteigerungspotenzials einen höheren Preis zu zahlen. Dagegen werden Anlagemünzen nur an ihrem reinen Goldwert gemessen.

Mehrwertsteuerbefreit

Das Bundesfinanzministerium gibt jedes Jahr eine Liste an internationalen Goldmünzen heraus, die von der Mehrwertsteuer befreit sind und der Sonderregelung als Anlagegold gemäß Artikel 344 Absatz 1 Nummer 2 der Richtlinie 2006/112 des Rates der Europäischen Gemeinschaft entsprechen. Mindestanforderung ist ein Feingehalt von 900/1.000.

Wir wünschen viel Freude bei der Geldanlage in Goldmünzen.

Goldreporter

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6 KOMMENTARE

  1. Anzeige
  2. Der Unterschied zu meinen antiken Denari und Solidi zu heutigen Bullionmünzen ist, dass erstere nur noch in begrenzter Anzahl verfügbar sind und JEDE (!) Münze ein Unikat ist. Und wenn sie dann noch fast prägefrisch erhalten sind, um so besser. Ihr Wert ist für mich unbezahlbar.

    • @AntikeGold

      So ist es und so wird es immer bleiben. Substanz und Werterhalt – und dazu die Wertschätzung der Liebhaber.

      Mein Steckenpferd sind bestimmte 90er-Jahrgänge des Gold-Kängurus [Australian Kangaroo] und zwar über alle Stückelungen hinweg. Insofern ich sie mir leisten kann, denn die Aufschläge sind teilweise schon u̶n̶v̶e̶r̶s̶c̶h̶ä̶m̶t̶ ̶ exorbitant.

      Mein Eindruck ist, dass in diesem Bereich, wie auch etwa bei Vrenelis oder den Sovereigns alles extrem begehrt ist.

      Herzliche Grüße

  3. 1 . Der Wiener Phil. ist eine sichere Goldmünze.
    Gross – dünn, schwer fälschbar.
    2. Der Maple Leaf mit seinem Laser Hologramm.
    3. Der Silber Maple schwer bis unmöglich fälschbar.

    Klapperschl.
    Gute Interviews von Jan Kneist.
    Ich bin mir sicher, er weiss wovon er spricht.
    Silber steht vor Preisexplosion.

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  5. @ Thanatos

    beim den Sovereigns ist die erste Serie von Queen Victoria schon fast „unbezahlbar“ vom Gegenwert her. Zumal man diese auf dem freien Markt kaum bekommt.

    Grüße zurück

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