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10 Voraussetzungen für eine Hyperinflation

Inflations-Geld der Weimarer Republik: Den Deutschen ist der Begriff Hyperinflation aus den Geschichtsbüchern gut bekannt (Foto: Fotolia)

Wie kommt es zu einer Hyperinflation? Goldreporter beschreibt die wichtigsten Bedingungen für die Entstehung der vernichtenden Geldwert-Dezimierung.

Von Hyperinflation sprechen Ökonomen wenn die monatliche Inflationsrate 50 Prozent und mehr beträgt. Auf das Jahr hochgerechnet entspreche dies einer Inflation von zirka 13.000 Prozent. Deutschland wurde während der Weimarer Republik von einer verheerenden Hyperinflation heimgesucht (Deutsche Inflation 1914 bis 1922: Wikipedia).  Kann das wieder geschehen? Goldreporter hat die wichtigsten Voraussetzungen für das Entstehen einer Hyperinflation gesammelt.

1. Ungedecktes Geld
Wenn der Geldschöpfung der Banken keine natürlichen Grenzen gesetzt sind, dann kann die Geldmenge beliebig ausgedehnt werden. Die Inflation-Definition der österreichischen Nationalökonomie lautet: Inflation = Geldmengenwachstum – Wirtschaftswachstum. Steigt also die Geldmenge schneller als die Wirtschaft wächst, dann kommt es zu einer Kaufkraftminderung des Geldes (Inflation). Gold ist eine natürliche Währungs-Deckung, aber auch Handels-Wechsel von Unternehmen mit guter Bonität (Diskontkredit). In beiden Fällen kann nur so viel Geld erzeugt werden, wie es die wirtschaftliche Entwicklung rechtfertigen würde. Weder das eine noch das andere ist im Fall des Euro – und bei allen anderen Währungen der Welt – heutzutage gegeben.

2. Lockere Geldpolitik
Zinsen auf niedrigstem Niveau, Aussetzen des Bonitätsschwellenwerts bei der Versorgung von Geschäftsbanken mit Zentralbankgeld (Ramschpapiere werden als „Sicherheiten“ akzeptiert), direkter Ankauf von Staats-Anleihen durch die Zentralbank: Dies alles sind Maßnahmen einer inflationsbeschleunigenden Geldpolitik. Die Zentralbanken drucken ungedecktes Geld aus dem Nichts.

3. Staatliche Ausgabenexplosion
Kriege, Finanzkrisen, Naturkatastrophen, soziale Brandherde: In kritischen Zeiten wird die Haushaltsdisziplin über Bord geworfen und zügelloses Geldausgeben (mehr oder weniger) parlamentarisch legitimiert. Hyperinflation entsteht immer aus Krisen heraus, deren Wesen unterschiedlich sein kann. Der Effekt ist aber der Gleiche. Siehe unten.

4. Hohe Staatsverschuldung / Hohes Haushaltsdefizit
Eine hohe Verschuldung lähmt den Staat. Die Zinslast steigt unaufhörlich. Leistungen werden gekürzt, Steuern werden erhöht. Es fallen noch höhere Schulden an, weil alte Schulden zu begleichen sind. Die Bonität des Staates schwindet, was die Finanzierungskosten weiter erhöht. Der Staat lässt gegebenenfalls Inflation zu, um den Wert der Schulden zu verringern und den Bürger versteckt zu besteuern. Eine hohe Staatsverschuldung war immer ein gefährlicher Nährboden für Hyperinflation.

5. Vertrauensverlust
Wenn die Bürger eines Landes der eigenen Währung misstrauen, dann sind viele Menschen gegebenenfalls nur mit hohen Aufschlägen bereit, das Geld beim Handel zu akzeptieren. Das wirkt inflationär.

6. Währungsschwäche
Die Inflation unterliegt immer auch einem Währungseffekt. Wertet die Inlandswährung stark gegenüber wichtigen Exportländern ab (z.B. China), dann steigen die Importpreise. Die daraus folgende Inflation ist umso stärker, je abhängiger das Land von Importen ist. Ist der Staat zudem stark in ausländischer Währung verschuldet, dann steigt das Staatsdefizit zusätzlich an.

7. Lohn-Preis-Spirale
Personalkosten sind in vielen Branchen der größte Kostenfaktor. Steigen die Inflationserwartungen im Land, dann fordern die Gewerkschaften mehr Geld für ihre Mitglieder. Die erhöhten Personalkosten schlagen sich in höheren Preisen nieder. Und so drehen sich beide Größen in einer Lohn-Preis-Spirale zu immer höheren Konsumentenpreisen nach oben.

8. Crack-Up-Boom / „Katastrophen-Hausse“
Hohe überschüssige Liquidität gepaart mit Vertrauensverlust in die eigene Währung. Es wird ein scheinbarer Wirtschaftsaufschwung erzeugt, weil die Menschen ihr Geld ausgeben „solange es noch etwas wert ist“ (Flucht in Sachwerte). Dadurch erhöht sich auch die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, eine wichtige Voraussetzung für Hyperinflation.

9. Entstehung von Alternativ-Währungen
Der zunehmende Vertrauensverlust in Staat und Währung lässt Alternativ-Währungen zum schlechten Geld entstehen. Gold und Silber könnten diese Funktion übernehmen. So passierte es auch zuletzt während der Hyperinflation in Simbabwe (Video: Wenn Gold wieder zu Geld wird).

10. Versorgungsengpässe
Zu Warenknappheit kann es nach einem starken wirtschaftlichen Einbruch oder in einer Depression kommen. Die Industriebetriebe fahren ihre Produktion zurück, weil die Nachfrage stark rückläufig ist oder die Preise so stark gesunken sind, dass die Rentabilität der Unternehmen nicht gegeben ist. Folgt in einer solchen Situation ein plötzlicher Nachfrageschub (Crack-Up-Boom), dann kann es aufgrund des Angebotsengpasses in kurzer Zeit zu massiv steigenden Preisen kommen.

Fazit: Wenn man die 10 Punkte mit der aktuellen Situation in den wichtigsten Volkswirtschaften vergleicht (u.a. Euro-Zone), dann muss man erkennen, dass viele Voraussetzungen für eine mögliche Hyperinflation leider bereits gegeben sind. Die Frage ist lediglich, ob die Politik frühzeitig die Notbremse zieht und der desaströsen Geldentwertung mit Schuldenschnitt und Währungsreform zuvorkommt.

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Eingetragen von am 19. Apr. 2011. gespeichert unter Banken, Gold, Hintergrund, Inflation, News, Politik, Silber, Währung. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

4 Kommentare für “10 Voraussetzungen für eine Hyperinflation”

  1. Guter Artikel, beeindruckendes Video zur Hyperinflation in Simbabwe!

    Die Vorraussetzunge sind definitiv erfüllt! Doch wie ist nun der Weg hin zu einer (Hyper-)Inflation? Einer der Wege ist der der „Asset Price Inflation“.

    Siehe auch:
    http://petersdurchblick.blogspot.com/2011/04/inflation-vs-deflation-teil-iii.html

  2. Sehr guter Beitrag, die o.g. Punkte sind doch schon erfüllt. Frage ist für den Otto Normalverbraucher was passiert mit seinem Leben, werden die Mieten teurer, Immobilien teurer, Versorgung teurer. Wenn Immobilien teurer werden, sind dann die Immobilienbesitzer im Vorteil wenn Sie langfristige Darlehensverträge haben. Kann eine Immobilienblase die Hyperinflation eindämmen? Was ist nun wirklich möglich. Das alles teurer wird spüren mittlerweile alle.

    • Ich verstehe nicht was du meinst,ich wohne in einer Mietbude und mir ist scheissegal was passiert ,den genug in Silber und Gold habe ich um locker die Hütte zu kaufen,aber ich wills nicht haben um frei zu sein !!!

  3. Ist es richtig das man nur noch eine bestimmte menge Zucker in Deutschland kaufen kann,wenn ja,warum?

    Ist in dem Fall das meine Frage oben mit ja beantwortet wird eventuell Punkt 10.Versorgungsengpass schon gegeben.

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