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US-Notenbank-Mitglied Hoenig: „Das ist keine freie Marktwirtschaft mehr“

Dollar-Regen per Quantitative Easing - Fed-Mitglied Thomas Hoenig ist dagegen (Foto: Fotolia)

Thomas Hoenig ist bekannter Kritiker im eigenen Haus. Der Präsident der Federal Reserve Bank of Kansas City erklärt in einem CNBC-Interview, welche Schritte er selbst  in Sachen US-Geldpolitik jetzt einleiten würde.

Der Präsident der Federal Reserve Bank of Kansas City äußert sich seit geraumer Zeit kritisch über die Geldpolitik in den USA. Er war Gegner der „Quantitativen Lockerung“ (Aufkauf von US-Staatsanleihen durch die Fed) und vertritt als nicht-stimmberechtigtes Mitglied der Fed in vielen Punkten eine andere Meinung als die Mehrheit der Vertreter im Offenmarktausschuss der amerikanischen Notenbank. Hoenig: „Die Preise werden aufgrund der lockeren Geldpolitik systematisch steigen.“

In einem aktuellen Interview mit dem TV-Sender CNBC (Video unten) erklärte er, welche Maßnahmen er nun einleiten würde, wenn er das Ruder in der Hand hielte.

Zinsen rauf
„Ich würde die Welt zu nächst wissen lassen, dass wir die Richtung wechseln. Man sollte die Menschen nicht überraschen. Dann würde ich die Spracheregelung „highly accomodative for an extended period“ aufgeben [Deutsch: ultralockere Geldpolitik für einen ausgedehnten Zeitraum]. Dann würde ich den Leitzins so schnell wie es das wirtschaftliche Umfeld ermöglicht Richtung 1 Prozent anheben. Und dann würde ich erst einmal abwarten, wie sich die Wirtschaft entwickelt“, erklärt Hoenig.

Abhängig davon, wie sich die Dinge entwickelten, müsse man die Geldpolitik dann weiter Schritt für Schritt weiter normalisieren. Er hält es für besonders wichtig, dass ein Eingreifen der Fed nicht zur Gewohnheit werde.

Schlechte Gewohnheit
„Die Geldpolitik kann nicht jedermanns Probleme lösen. Je früher die Wirtschaft und jene die in ihr involviert sind das erkennen, desto mehr wird man den Blick auf andere Mittel werfen. Zum Beispiel wie wir unsere Produzenten fördern können und wie wir mit unserer Staatsverschuldung umgehen“, meint er. Man müsse aus den Erfahrungen der Vergangenheit  lernen. Eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik werde die Preise systematisch steigen lassen.

Es dürfe nicht sein, dass die Menschen bei anhaltender wirtschaftlicher Erholung,  in der die Zinsen eigentlich angehoben werden müssten, zur Fed schauten und man erwarte, dass diese die Zinsen niedrig hält. „Dann monetarisiert man die Schulden. Daraus ergibt sich ein sehr schädlicher Langzeit-Effekt“, so Hoenig.

Marktwirtschaft adé
Auf die Frage, wie er die Bankenrettung im Zuge der Finanzkrise heute beurteile, sagte Hoenig:  „Was wir getan haben ist kein Kapitalismus und keine freie Marktwirtschaft, wir bewegen uns immer stärker davon weg“. Die größten Banken seien heute 20 Prozent größer, als vor der Krise. Die Eigenkapitalvorschriften sind niedriger als davor. Die Banken würden erst vom Staat gerettet, bevor man sie auflöst. Das habe mit Kapitalismus nichts zu tun.

http://www.youtube.com/watch?v=iYYkUfAMs3Y

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Eingetragen von am 31. Mai. 2011. gespeichert unter Banken, Fed, News, USA, Videos. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

3 Kommentare für “US-Notenbank-Mitglied Hoenig: „Das ist keine freie Marktwirtschaft mehr“”

  1. Textauszug: — Die Banken würden erst vom Staat gerettet, bevor man sie auflöst. Das habe mit Kapitalismus nichts zu tun.–
    Das ist doch gerade beabsichtigt. Die Amigobanden helfen sich Gegenseitig. Ziel ist die Optimale oder maximale Rendite zu erzielen. Geht das schief wird gerettet was das Zeugs hält , natürlich ist da der dumme Nebeneffekt das der Steuezahler die entstandenen Verluste bezahlt und der Zocker mit seinem Profit ungeschoren davonkommt. Während die Finanzmafia immer mehr Geld abzieht, geht es den Menschen die mit Arbeit Ihren Lebensunterhalt erwirtschaften müssen immer schlechter. Das ist Wahnsinn , aber das ist so.

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  2. Textauszug: — Die Banken würden erst vom Staat gerettet, bevor man sie auflöst. Das habe mit Kapitalismus nichts zu tun.–
    Das ist doch gerade beabsichtigt. Die Amigobanden helfen sich Gegenseitig. Ziel ist die Optimale oder maximale Rendite zu erzielen. Geht das schief wird gerettet was das Zeugs hält , natürlich ist da der dumme Nebeneffekt das der Steuezahler die entstandenen Verluste bezahlt und der Zocker mit seinem Profit ungeschoren davonkommt. Während die Finanzmafia immer mehr Geld abzieht, geht es den Menschen die mit Arbeit Ihren Lebensunterhalt erwirtschaften müssen immer schlechter.

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  3. ja… immer schön die Zinsen erhöhen….
    ist es nicht der Zinses-Zins, der uns allen gerade das Genick bricht? weswegen wir ja gerade NULL und weniger Prozent Zinsen haben, weil die Natur der Exponentialfunktion gerade wie eine senkrechte Mauer daherkommt? Die Höhe des Zinses bestimmt, wie schnell wir (wieder) gegen die Wand fahren….

    Augen zu und durch.

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