Donnerstag,07.Juli 2022
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Gold vor Trendwechsel? Das geschah am Terminmarkt!

Gold, Goldpreis
Der starke Goldpreis-Anstieg am Freitag hat viele überrascht. Aber bereits vergangene Woche sahen wir bei Gold Hinweise auf eine mögliche Bodenbildung (Foto: Goldreporter)

Am vergangenen Freitag haben wir bei Gold eine wichtige Kursbewegung erlebt. Der Goldpreis-Anstieg hat wieder mehr US-Terminhändler angezogen.

Goldpreis gestiegen

Gold-Anleger haben erneut eine turbulente Woche erlebt. Zu Wochenbeginn sah es noch so aus, als würde der Goldpreis erneut deutlich an Terrain verlieren. Vom Kursprung am Freitag wurden dann auch zahlreiche US-Terminhändler überrascht. Denn wie an den jüngsten CoT-Daten abzulesen ist, setzte sich noch bis zum vergangenen Dienstag der Trend zur Abkehr von Gold-Futures-Verträgen fort. Wir betrachten die aktuellen Berichtsdaten („Commitment-of-Traders“) mit den Veränderungen der Gold-Positionen in den Händen der größten Händlergruppen an der Terminbörse COMEX per 7. Juni 2022.

CoT-Daten

So sank die Netto-Short-Position der „Commercials“ gegenüber Vorwoche noch einmal leicht um 0,08 Prozent auf 199.886 Kontrakte. Auf der Gegenseite stieg die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 1,5 Prozent auf 1.75.268 Kontrakte. Dabei stockte die Untergruppe des „Managed Money“ ihre Netto-Käufe um 13 Prozent auf auf 57.431 Kontrakte.

Open Interest

Dennoch sank die Summe der offenen Gold-Kontrakte im US-Futures handelt (Open Interest) erneut um 3,8 Prozent auf 494.130 Kontrakte. Das war im Rahmen der wöchentlichen CoT-Berichte der niedrigste Wert seit dem 19. Oktober 2022. Damit signalisierten die Daten bereits einen gewissen Ausverkauf bei den Gold-Futures.

Gold, CoT, Positionen, COMEX

Gold, CoT-Daten

Mit dem Goldpreis-Anstieg am Freitag legte dann auch der Open Interest wieder zu. Denn zum Zeitpunkt nach Handelsschluss meldete die Börsenaufsicht CFTC 509.632 Kontrakte. Somit ergab sich alleine gegenüber Vortag ein Plus von 3 Prozent.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis im US-Futures-Handel beschloss die vergangene Woche mit 1.875 US-Dollar pro Unze (meistgehandelter Kontrakt = August). Das heißt, Gold legte gegenüber Vorwoche um 1,1 Prozent zu. Während wir vergangene Woche bereits Signale einer gewissen Bodenbildung erkennen konnten (Goldpreis: US-Terminhändler flüchten aus Gold-Futures), lässt sie die jüngste Entwicklung als zunehmende Marktstärke interpretieren – wenn Goldpreis und Open Interest parallel steigen. Denn dann sind neue Futures-Händler bereit, bei anziehendem Kurs einzusteigen.

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen nahmen die Goldbestände in den COMEX-Tresoren in der vierten Woche in Folge ab. Denn per 9. Juni 2022 summierten diese sich auf 34,55 Millionen Unzen. 35,02 Millionen Unzen. Damit wanderten weitere 470.000 Unzen ab. Dabei gingen alleine die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Bestände der Kategorie „eligible“ um weitere 412.000 Unzen zurück auf 16,60 Millionen Unzen.

Zusatzinformation: Bei einem Open Interest von 498.504 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 50.963.200 Unzen Gold in Form von Futures gehandelt. Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu rund 68 Prozent gedeckt mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 70 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die CFTC für den Kontrakt-Monat Juni nun bereits 22.053 Anträge auf physische Gold-Lieferung. Das heißt, vergangene Woche kamen 6.733 hinzu (Vorwoche: +11.235) Zum Vergleich: Im bisherigen Rekordmonat Juni 2020 wurden insgesamt 55.102 Anträge auf physische Gold-Lieferung eingereicht.

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3 Kommentare

  1. Diese wissentlich in Kauf genommene Unterdeckung ist ein nicht ganz risikoloses Spiel. Wir wissen zwar, dass auch Fluggesellschaften, Hotels und andere mehr Plätze oder Betten verkaufen, als vorhanden, weil eben meistens der Überhang storniert oder erst gar nicht am Terminal erscheint. Das ging oft gut, aber eben nicht immer. Dann wurde der Gast in einem Ausweichhotel oder einer anderen Flug Gesellschaft “ untergebracht“.
    Viele Gerichte haben diesem Treiben ein Ende gesetzt.
    Nicht so bei der Börse. Da spielt man munter mit dem Risiko. Auch wenn dieses gering erscheinen mag, gilt noch immer das Gesetz von Murphy.
    Was schief gehen kann, geht auch mal schief, auch wenn es noch so unwahrscheinlich ist. Fukujima war wieder mal der Beweis.
    Plötzlich verlangen mehr als bisher ihr Gold und dieses ist nicht da. Da kann man nicht einfach sagen, nehmen sie doch Silber oder Palladium….
    Hoffentlich hat man sich auch vertraglich abgesichert, dass physische Auslieferung nicht gewährleistet werden kann.

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