Mittwoch,12.Juni 2024
Anzeige

Goldpreis: Darum kann Gold jetzt weiter steigen

Der Goldpreis hat die Fed-Sitzungswoche unbeschadet überstanden. Jetzt könnte sich das positive Momentum fortsetzen.

Goldpreis

Der Goldpreis hat eine volatile Handelswoche absolviert. Und nach dem Auf und Ab rund um die US-Notenbank-Sitzung ging das Edelmetall praktisch unverändert ins Wochenende. Und das vor dem Hintergrund eines etwas optimistischeren Konjunktur-Ausblicks der Fed und Aussichten auf zumindest eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr.

Gold, Goldpreis, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Die Inflations- und Zinserwartungen sind zuletzt wieder gestiegen – auch wegen des anziehenden Ölpreises. Der Goldpreis hält sich aber auf relativ hohem Niveau (Bild: Goldreporter).

Was hat sich am US-Terminmarkt getan? Wir betrachten die aktuellen CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 19. September 2023.

CoT-Daten

Hier ist die Netto-Short-Position der „Commercials“ gegenüber Vorwoche um 5,6 Prozent gestiegen auf 152.932 Kontrakte. Damit standen diese kommerziellen Händler unter dem Strich mit 475 Tonnen Gold auf der Verkaufsseite (Vorwoche: 450 Tonnen).

Demgegenüber nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 9 Prozent zu auf 135.163 Kontrakte. Dabei stiegen die Netto-Käufe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) nun wieder kräftig an. Denn gegenüber Vorwoche hat diese Untergruppe ihre Terminkäufe unter dem Strich um 37 Prozent aufgestockt auf nun 47.390 Kontrakte.

Open Interest

Währenddessen ging der Open Interest gegenüber Vorwoche um 0,7 Prozent zurück auf 438.078 Kontrakte, stieg aber bis zum Handelsschluss am Freitag wieder um 0,5 Prozent auf 440.426 Kontrakte.

Gold, CoT, Futures, Positionen, Händler

Gold, CoT-Daten, Optionen, Put/Call, Ratio

Dagegen ist der Open Interest im Handel mit Gold-Optionen an der COMEX gegenüber Vorwoche um weitere 4,7 Prozent angestiegen auf 888.907 Optionen. Dabei verringerte sich die die Put/Call-Ratio auf 0,423 (Vorwoche: 0,427). Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 236 Call-Optionen (Vorwoche: 234). Damit hat sich der überwiegende Optimismus in diesem Sektor gegenüber Gold noch einmal verstärkt.

Goldpreis-Entwicklung

Die Fed-Sitzung war das Schlüsselereignis für die Goldpreis-Entwicklung in dieser Woche. Aber auch hier zeigte sich, wie an den Aktienmärkten, eine gewisse Unsicherheit darüber, wie die Aussagen der Geldpolitiker zu interpretieren sind. Optisch zeigte sich dies in den entsprechenden Kursschwankungen. Am Vormittag erreichte der Goldpreis zunächst sein Wochenhoch bei 1.968 US-Dollar. Nach den Fed-Statements ging es dann runter bis auf 1.944 US-Dollar. Und auch am Donnerstag blieb Gold unter Druck, bis sich am Freitag der Kurs wieder erholte.

Gold, Goldpreis, Goldchart, Wochenchart
Der Kursanstieg erfolgte vor der Fed-Sitzung. Nach dem Sitzungsergebnis ging es zunächst abwärts. Zum Wochenende erholte sich der Goldpreis aber wieder auf das Vorwochenniveau (Quelle: CME Group).

Am Ende ging der Goldpreis mit 1.944,90 US-Dollar pro Unze ins Wochenende, praktisch auf Vorwochenniveau (1.945 USD). Aktuell notiert der Futures-Preis (Dezember-Kontrakt) noch 20 Dollar über dem Spotkurs (Gold zur sofortigen Lieferung).

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen stiegen die Goldbestände in den COMEX-Tresoren gegenüber um 60.000 Unzen auf 20,93 Millionen Unzen (Vorwoche: -270.000). Dabei nahmen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 50.000 zu auf 10,12 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 440.426 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 44.042.600 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu 47,5 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 47,3 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den Kontraktmonat September nun 4.758 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen innerhalb einer Woche 916 hinzu. Zum Vergleich: Im August waren es insgesamt 12.272. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Goldpreis-Ausblick

Am Ende war die US-Notenbank-Sitzung ein Non-Event für den Goldpreis. Und in der Tat bleibt auch vieles im Ungewissen. Denn die Erwartungen an den Märkten und die nächsten Entscheidungen der Fed werden natürlich von der Entwicklung der Wirtschaftsindikatoren abhängen, die sich täglich verändern können. Tatsache ist aber, dass sich der Goldpreis bei all den Diskussionen gut gehalten hat. Unsicherheiten zahlen eher auf das Gold-Konto ein. Und zuletzt überwog technisch das positive Momentum. Der Goldpreis könnte nun weiter steigen.

Anzeige

Goldreporter-Ratgeber

Genial einfach, sicher und günstig: Gold vergraben, aber richtig!

Was tun bei Goldverbot oder Goldengpass? Notfallplan für Goldanleger

Abonnieren Sie den kostenlosen Goldreporter-Newsletter und erhalten Sie den Spezial-Report "Vermögenssicherung mit Gold" (PDF) kostenlos! Weitere Informationen?

6 Kommentare

  1. Die Unsicherheit an den Märkten wird größer… War ja aber auch nicht anders zu erwarten! Irgendwann ist jede Blase mal fällig – schon deswegen ist es wichtig, jetzt beim AU Nerven und langen Atem zu behalten. Hierzu ein schönes Zitat aus „Steiner 1“ – die älteren unter uns kennen den Film…
    Oberst Brandt: „Was meinen sie, Feldwebel, wann geht es hier los…?“ FW Steiner: „Schon bald, sehr bald… der Iwan ist schon an der Rollbahn…“
    Trifft die aktuelle Situation! In diesem Sinne: ein goldglänzendes, gewaltfreies WE zum 2. Wiesensonntag wünscht Euch allen
    Der Dokta

  2. @Golden Eye
    Nicht nur bei Gold muss man Nerven und langen Atem behalten. Das eine starke Korrektur bevorsteht ist zu erwarten, aber ob dies die sogenannte Blase platzen lässt wird sich zeigen. Eins sollte man niemals vergessen, weder die USA noch eine andere Wirtschaftsmacht, werden es zulassen ihre Industrie an die Wand zu fahren und damit Millionen von arbeitslosen riskieren. Ganz zu schweigen von sozialen Unruhen und chaotischen Zustände.
    Ich frage mich auch, warum zum Geier solche hochintelligente Investoren wie Warren Buffet oder Ray Dalio, nicht ihre Aktien zum Teufel jagen und dafür Gold, Bitcoins, oder was auch immer kaufen?
    Die Schichten bei Bedarf um, es sieht so aus das erfahrene Investoren auch Geld halten um auf den kommenden Einstieg bereit zu sein. Wenn der Aktienmarkt crasht, die Mehrzahl der kleinanleger in Panikmodus verkauft, na dann der perfekte Einstieg.
    Alles ist besser als hohe Geldsummen aufs Konto zu lassen. Ob nun Gold, Aktien, Immobilien, Ackerflächen, Waldflächen, oldtimer, u.a. besser investiert zu sein als nicht zu sein. Stillstand bedeutet Tod, auch bei der Geldanlage.

    • @RACEW
      Ich kenne dieses Land auch das sie meinen:-)
      Und keiner unternimmt etwas gegen diese vorsätzliche Zerstörung,
      Ich habe dieses Desaster kommen sehen, vor allem ab Anfang 2020.
      Da hat der Politische Irrsinn massiv an Fahrt aufgenommen. Und dieser Irrsinn kann und darf jetzt nicht mehr beendet werden sonst fällt der ganze Schwindel auf:-)

  3. BigDriver
    Anleger wie Buffet haben ganz andere Möglichkeiten / Infoquellen und können selbst auch stark beeinflussen! Da sind wir eben kleine Lichter…
    Zudem soll Warren auch ein Freund von Bargeld sein, wenn er mal nicht weiß, wo er gerade investieren soll.
    Aber: Zustimmung hier an den Griechen – ich selbst bin hauptsächlich in AU, AG und Bargeld. Nebenbei noch ein klein wenig ETFs & Fonds.
    Sicher, kein Staat will seine Wirtschaft gegen die Wand fahren – jedoch ist die Frage, wie weit die das überhaupt noch im Griff haben!? Ich meine eher NEIN; es ist ihnen längst entglitten… 1923 / 1929 sind m. E. jederzeit wieder möglich – und jetzt im Elektronikzeitalter noch schneller als damals! Man erkennt es schon an den Maßnahmen, welche die Machthaber in Berlin planen, um uns Bürger weiterhin und noch stärker auszuplündern („Lastenausgleich“, etc.) Übrigens: „Bürger“ kommt von „bürgen“… Und Chaos & Unruhe im Land kommt denen doch sehr gelegen – wenn das Volk uneinig ist, haben die Machthaber eine bessere Chance, mal wieder ungestraft davonzukommen. Ähnlich wie die Einschränkung unserer Grundrechte (Versammlungsfreiheit“!?) während der Corona-Grippe. Mal sehen, ob GR meinen systemkritischen Kommentar durchläßt…?
    Schönen Sonntag wünscht
    Der Dokta aus’m Norden

  4. @Golden Eye
    Sicher haben Grossanleger wie Warren Buffet oder Ray Dalio ganz andere Möglichkeiten als der normale kleinanleger. Allein schon von Investitions Volumen bis wichtige Markt Informationen, die sind immer up to date.
    Ich halte mich an beiden Investoren, ihre Tipps sind goldwert. Von Aktien Bewertung bis globalen Investitionen, man muss nur die Augen und die Ohren öffnen und von erfahrenen Investoren lernen.
    Von der anderen Seite bin ich auch nicht unbedingt System gläubig, ausserdem was früher funktioniert hat kann auch dies in Zukunft sein, also Goldbesitz gehört dazu.
    Was die corona Zeit angeht, sind die Freiheitsrechte mit Füßen getreten. Habe die Bilder nicht vergessen wo Polizeibeamte, unser Freund & Helfer, Frauen und alten Menschen zusammen geschlagen haben. Ihre WHO freunde und die zweigleisig Helfer in EU Parlament, müssen ganz gut aufpassen. Wenn die Stimmung in Europa kippt, Massen auf die Straßen sind, die Leute dann agieren Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie Ihren Namen ein

Anzeige

Letzte Beiträge

 

Unsere Spezialreports und Ratgeber sind erhältlich im Goldreporter-Shop!

Anzeige