Donnerstag,25.April 2024
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Goldpreis: Fonds vervierfachen Kaufposition!

Der Goldpreis stieg ist weiter angestiegen. Dabei haben sich die Netto-Käufe des „Managed Money“ mit US-Gold-Futures vervierfacht.

Goldpreis steigt weiter an

„Goldpreis: Darum kann es jetzt nach oben gehen!“ lautete unsere Headline vor einer Woche. Wir verwiesen auf mehrere Kontraindikatoren, darunter die Terminmarkt-Daten vom Gold-Handel in den USA. Denn die Netto-Short-Position des „Managed Money“ war auf den niedrigsten Wert seit November gefallen – dem Zeitpunkt des Beginns der letzten großen Aufwärtsbewegung beim Goldpreis.

Gold, Goldbarren, Goldmünzen, Goldpreis (Bild: Goldreporter)
Gold ist plötzlich wieder gefragt. Der Goldpreis ist kurzfristig wieder im Aufschwung und Spekulanten wieder vermehrt auf den Goldmarkt zurückgekehrt (Bild: Goldreporter).

Was wir nun sehen, sieht tatsächlich nach vollzogener Bodenbildung bei Gold aus. Und dabei wurde einige Short-Seller auf dem falschen Fuß erwischt. Wir betrachten die aktuellen CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Handel mit Gold-Futures per 29. August 2023.

CoT-Daten

Nach vier Wochen in Folge mit rückläufigen Terminverkäufen haben die „Commercials“ ihre Netto-Short-Position nun um 16 Prozent vergrößert auf 140.594 Kontrakte. Auf der Gegenseite stieg die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um knapp 21 Prozent auf 123.272 Kontrakte. Dabei vervierfachte das „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) seine Netto-Käufe auf 39.242 Kontrakte (+330 Prozent). Hier wurden einige Spekulanten beim steigendem Goldpreis auf dem falschen Fuß erwischt.

Open Interest

Währenddessen nahm der Open Interest gegenüber Vorwoche um fast 3 Prozent zu auf 442.806 Kontrakte. Bis zum Handelsschluss am Freitag ging die Summe aller offenen Gold-Kontrakte dann nur marginal zurück auf 442.643 Kontrakte.

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Deutliche Bewegung kam auch in den Handel mit Gold-Optionen an der COMEX. Denn hier nahm der Open Interest um 16 Prozent ab auf 754.090 Optionen. Dabei sank auch Put/Call-Ratio auf 0,422 (Vorwoche: 0,428). Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 237 Call-Optionen (Vorwoche: 234). Damit hat sich der überwiegende Optimismus in diesem Sektor gegenüber Gold weiter verstärkt.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis auf Basis der US-Futures (Dezember-Kontrakt) beendete die Handelswoche mit 1.966,20 US-Dollar pro Unze. Dabei ereignete sich der größte Kursschub am Dienstag nach Eröffnung des US-Terminmarktes. Am gleichen Tag liefen die Gold-Optionen für den Monat September aus. Der Goldpreis hielt sich dann für den Rest der Woche auf dem erhöhten Niveau und markierte am Freitag bei 1.978 US-Dollar sein 5-Tage-Hoch. Dabei notiert der Futures-Preis aktuell wieder fast 30 US-Dollar über dem Spotkurs.

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Hinweise auf eine Abschwächung der US-Konjunktur dämpften die Zinserwartungen in den USA. Auch davon profitierte der Goldpreis in dieser Woche (Quelle: CME Group).

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen sanken die Goldbestände in den COMEX-Tresoren gegenüber um rund 220.000 Unzen auf 21,38 Millionen Unzen. Dagegen kamen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 170.000 zurück auf 10,53 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 442.643 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 44.264.300 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu 48,3 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 49,7 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den Kontraktmonat August nun 12.272 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen vergangene Woche nur noch 236 hinzu (Vorwoche: +1.189). Zum Vergleich: Im Juli waren es insgesamt nur 3.308. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Gold-Ausblick

Steigender Open Interest bei gleichzeitig steigendem Goldpreis bedeutet, dass der Aufschwung bei Gold neue Trader auf den Markt gelockt hat. Das ist ein Zeichen von Marktstärke. Aber kurzfristig dürften vor allem die charttechnischen Bedingungen ein übergeordnete Rolle spielen. Und hier trifft der Goldpreis kurzfristig auf deutliche Widerstände.

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20 Kommentare

  1. Einerseits müssen jetzt die Spekulanten ihre short Positionen eindecken und Gold kaufen (Short Squeeze) anderseits dürfen sie auch die Ralley nicht verpassen. Das führt zu steigenden Goldpreisen, alles ausgelöst durch die Grossbanken.
    Da aber diese die Spekulanten auf dem falschen Fuss erwischen müssen, wird, nachdem die Spekulanten genug gekauft haben, Gold von den Banken vom Balkon geworfen.
    Für uns gilt, wer Papiergold ( Derivate, ETF…) hat, sollte baldigst ans verkaufen denken, spätestens bei 1980 Dollar und mit äusserster Vorsicht jetzt noch kaufen.

  2. Bei all den blauen die sichtbar werden sollte jeder in gute Aktien oder physisches investieren , meiner Meinung nach kommt auf kurz oder lang ein crash

  3. @Markus
    Ja der Crash an den Aktienmärkten will und will nicht kommen. Steigende Zinsen, Inflation, einige Länder sind schon in der Rezession, Krieg und eine gigantische Staatsverschuldung der USA und natürlich einiger EU Staaten. Die Fundamentaldaten für einen Crash wären da. Baissen und Crashes an den Aktienmärkten passierten immer dann, wenn die Märkte zuvor jahrelang stark gestiegen waren. Diese Vorsussetzung haben wir ja. Aber einen Crash oder eine beginnende Baisse zeitlich zu grognostizieren ist unmöglich. Je höher die Märkte desto höher das Risiko dass etwas passiert. Und es passiert immer dann, wenn niemand damit rechnet. Aber diese paranoiden Märkte können noch lange steigen oder auf Hochs verharren.
    Ich würde jetzt keine Aktien kaufen, auch wenn es vielleicht verlockend ist.
    Man könnte Aktien verkaufen die im Gewinn sind. An Gewinnmitnahmen ist noch niemand gestorben, aber an den Verlusten schon.
    Aber jeder Investor muss entscheiden, was er macht. Es ist ja sein Geld und sein Risiko.
    Es soll mich hier niemand falsch verstehen.
    Es sind nur meine Feststellungen. Keine Ratschläge.
    Schöner Tag noch.
    Grüsse aus der Schweiz

    • @ Geronimo Na ja mit steigen ist beim Dax schon lange Schicht im Schacht .Es geht langsam aber sicher kontinuirlich bergab.Kleines Beispiel BMW im Juni zur Dividendenzahlung bei 111 jetzt bei lumpigen 95 Euro,nicht gerade das was gut ist.Bei der deutschen Wirtschaft iist auf Grund der weggesprengten sicheren und preisgünstigen Energieversorgung nichts mehr zu gewinnen.Da hilft auch kein Sonderstrompreis.

      • @materialist
        Das ist das Problem aller Dividenden Aktien und war ein gefundenes Fressen für Cum Ex Deals unter Billigung von Herrn Waigel und Schäuble.
        Vor der Ausschüttung stehen die Aktien hoch, danach gehen die runter. Die Dividende ist eingepreist.
        Verkaufen Sie vorher, bekommen Sie die Dividende nicht, dafür erzielen Sie einen höheren Preis.
        Verkaufen Sie nachher, bekommen Sie die Dividende, jedoch weniger für die Aktie.
        Seit Ende der Cum Ex sind Dividendenaktien für mich gestorben. Die anderen ohnehin seit -zig Jahren.
        Ich lebe im Ausland, einem noch Steuerparadies, aber trotzdem habe ich keine Lust, bei einer Reise durch Deutschland verfolgt zu werden.
        Die bringen es fertig, sogar Ausländer auf deutschem Boden zu verfolgen.
        Trotzdem waren die Cum Ex schöne Gewinne.

  4. @Systemverweigerer
    4,1 % sind schon mal ein ordentlicher Schluck aus der Pulle! Das dauert etwas; wenn`s sofort passiert wäre ich auch nicht dagegen… :-)
    Der Dokta

  5. @Markus
    Alles ist besser als das ganze Geld aufs Konto zu lassen. Die Korrektur am Aktienmarkt wird kommen, und die wird heftig. Die frage die sich jeder Aktionär stellen sollte, muss ich wirklich alles Geld in stark wachsenden, teils hoch verschuldete Unternehmen investieren. Oder wäre angebracht dazu in Unternehmen zu investieren die langsam wachsen, eine gute Bilanz vorweisen und global eine teils Monopol Stellung haben. Am besten Unternehmen aus verschiedenen Ländern.
    Dies alles aus Sicht eines Aktionärs, aus Sicht eines Investors der sich auch gegen hoch inflationäre Zeiten, oder politische Fehlentscheidungen schützen möchte. Da führt kein Weg an Gold vorbei, und zwar physisch in eigenen Händen. Ich persönlich bin offen für mehrere asset Klassen.

  6. @Matrialist
    Die Entscheidungen der Industrie sind längst gefallen: raus hier, so schnell wie möglich.
    Es dauert nur eben 2 bis 3 Jahre, bis man hier den Stecker ziehen kann.
    Man muss ein Baugrundstück finden, Genehmigungen, Personal rekrutieren etc.
    Die neue Fabrik bauen.
    Beispiel ist das BMW-Stammwerk in München.
    Dort wird der 3er und der Motorenbau betrieben.
    Die Motoren gehen 2024 komplett ins Ausland. Die Fabriken sind fast fertig.
    Der 3er wird für ganz Amerika und Asien schon in Mexiko gebaut (San Luis Potosi), bisher in einer Schicht. Der Hochlauf ist im Plan. Im 3 Schicht -Betrieb ist Deutschland abgemeldet.
    Das Werk ist riesig und enorm erweiterbar.
    Gestern hat BMW öffentlich die Katze aus dem Sack gelassen (Insider wissen es schon lange): die künftige Elektroversion des 3er wird in Debrecen, Ungarn, gebaut, dort entsteht auch eine Akkufabrik.
    Spartanburg in South Carolina wird für 1.700 Mio. erweitert, schöne Grüsse nach Regensburg und Dingolfing.

    Immerhin: in München steht das BMW-Museum, das bleibt in München.
    HURRA !
    30 Arbeitsplätze gerettet.
    Von 30.000 incl. Zulieferern, die weg sind.
    Heute hat Metabo gemeldet, dass sie in BW grossteils dicht machen, es geht neben China nach Osteuropa.
    Das wird eine lange Liste.

    Wird nicht witzig für Steuern, Sozialsysteme , die Handelsbilanz ( incl. Zulieferkette sind dann die BMW zu 80 % Importware). etc.
    Wird dem Papiereuro auch nicht unbedingt gut tun.
    Jede Horrornachricht aus Dummland ein Argument für Gold.

  7. @Meister Eder
    So lange es mir leid tut, aber Deutschland wird abgewickelt. Ob nach 2 Jahren sich genug ändert, um das Land nach vorne zu bringen sei dahingestellt. Deutschland ist mehrere Jahrzehnte zurückgeworfen, sowas kann man nicht in paar Jahren umdrehen.
    Genau aus solchen Gründen lasse ich die Finger von deutschen Unternehmen, die wahl z.b zwischen SAP aus Germany und Infosys aus India, ist mir nicht schwer gefallen. Bin bei einigen Unternehmen aus Skandinavien investiert, Linde PLC wäre aber auch sehr interessant.
    Ansonsten wenn Geld übrig, der Goldkauf wird sicher nicht zu kurz kommen. Manchmal für uns, manchmal für die Kids.

    • @Big Driver
      Zu Infosys aus Indien: einer meiner Kumpels hat ein Ehepaar aus Indien als Mieter.
      Die hatten sich bei der Arbeit bei Infosys in Indien kennengelernt und arbeiten nun in München.
      Promovierte Softwarespezialisten, mit 30 mehr Gehalt als ein Bundestagsabgeordneter.
      Er hat seinen Vermieter mal gefragt, warum er eigentlich im Job fast keine Deutschen trifft, was die denn studieren würden.
      Bei High-End IT-Entwicklungen fast überall Inder. In München.

      Soll er bei Genderwissenschaften suchen, da findet er Deutsche.

      • Meister Eder:
        Während meiner Zeit im Studiwohnheim hatte ich zahlreiche Leute aus vielen Ländern kennengelernt. Gut kann ich mich an drei Studenten erinnern, ein Koreaner, ein Türke und ein Westafrikaner. Hochintelligent, lern- und wissbegierig. Sie hatten Gemeinsamkeiten: erstens war keiner von ihnen wohlstandsverwöhnt, sie wollten sich verbessern. Zweitens hatten sie das Leistungsprinzip verinnerlicht.
        Diese Einstellung ist der Schlüssel jeglichen persönlichen Erfolgs.
        Hierzulande ist Leistung mittlerweile verpönt und das Wort „Elite“ ist negativ behaftet. Es wird ein Lebensstil propagiert, den meine Großeltern als Pennertum abgetan hätten. Keiner will mehr arbeiten, aber jeder will den maximalen Wohlstand auf Kosten der Allgemeinheit. Die Folgen sehen wir jeden Tag: das Land steigt ab, Dummheit und Dekadenz sind ursächlich.

  8. @ Meister Eder Dummland trifft den Nagel auf den Kopf.Man sägt mit ständig steigender Begeisterung an dem Ast auf dem man sitzt.Dazu sind nicht viele auf dieser Welt fähig.

    • @Materialist
      Für dieses Verhalten gibt es sogar eine wissenschaftliche Bezeichnung: Dunning-Kruger-Effekt.
      Er beschreibt Menschen, die so dumm sind, dass sie gar nicht mehr kapieren, wie dumm sie sind.
      Kein Witz, gibt es wirklich.
      Wurde extra als Beschreibung für die Bundesregierung erfunden.
      Das war jetzt ein Witz.
      LEIDER.

    • @Materialist
      Genau richtig, in BRD gehen bald die Lichter aus!
      Es scheint aber kaum jemand zu interessieren. Alle schimpfen und murmeln vor sich hin. Bis es zu später ist.
      Unfassbar…Dummland

  9. Hallo Zusamnem
    Goldpreis bröckelt wieder ab. Von 1945 Dollar je Unze auf 1930.
    Das Kartell hat das Visier eingestellt.
    Grüsse aus der Schweiz

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