Sonntag,21.April 2024
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Goldpreis: Neuer Anlauf auf 2.000 US-Dollar

Mit dem Sprung über die Marke von 2.000 US-Dollar könnte der Goldpreis neue Aufwärtsdynamik entfalten. Vergangene Woche ist der Versuch noch einmal gescheitert.

Goldpreis unter 2.000 USD

Der Goldpreis unternahm in der vergangenen Woche einen erneuten Versuch, die Marke von 2.000 US-Dollar zu durchbrechen. Aber kurz vor Erreichen dieser Kurschwelle drehte der Kurs einmal mehr nach unten. Die aktuelle Lage an den Finanzmärkten ist wie so oft in den vergangenen Wochen schwer zu greifen.

Gold, Goldpreis, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Goldpreis: The Sky is the limit. Allerdings benötigt die nachhaltige Überwindung wichtiger runder Kursmarken immer eine ganze Reihe von Anläufen (Bild: Goldreporter).

Die Wirtschaftsdaten sind gemischt, mit der Tendenz zu rezessiven Entwicklungen. Die geopolitischen Verwerfungen spielen bei der Kursentwicklung kaum mehr eine Rolle. Die jüngsten diplomatischen Annäherungsversuche zwischen den USA und China sorgten für ein wenig positive Stimmung unter Analysten. Dabei hat der Inflationsdruck nachgelassen, auch wegen fallender Energiepreise. Das senkt die Zinserwartungen und die Marktzinsen (Anleiherenditen). Die Aktienindizes sind in den vergangenen Wochen gestiegen. Währenddessen hat der Euro zuletzt gegenüber dem US-Dollar aufgewertet – auf fast 1,09 USD.  

CoT-Daten

Was geschah vergangenen Woche am US-Terminmarkt? Dazu betrachten wir zunächst die aktuellen CoT-Daten mit den Positionen der größten Handelsgruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 14. November 2023. Und hier sehen wir erstmals seit vier Wochen wieder eine Gegenbewegung. Denn die Netto-Short-Position der „Commercials“ sank gegenüber Vorwoche um 4,8 Prozent auf 177.019 Kontrakte.

Auf der Gegenseite ging es mit der Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 6,5 Prozent nach unten auf 155.376 Kontrakte. Dabei schrumpfte die Netto-Long-Position der Untergruppe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) um 17 Prozent auf 64.315 Kontrakte.

Open Interest

Währenddessen stieg der Open Interest, also die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an  der COMEX, gegenüber Vorwoche um 0,47 Prozent auf 486.634 Kontrakte. Bis zum Handelsschluss am Freitag ging es dann aber um 2,6 Prozent nach unten auf 473.624 Kontrakte.

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Gold-Optionen

Dagegen sehen wir bei den Gold-Optionen einen weiteren Anstieg des Open Interest um 3 Prozent auf 1.077.815 Optionen. Dabei stieg die Put/Call-Ratio minimal auf 0,528 (Vorwoche: 0,527). Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 189 Call-Optionen (Vorwoche: 190). Somit nahm der Goldpreis-Optimismus in diesem Handelssegment gegenüber Vorwoche marginal ab.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis beendete den Futures-Handel an der COMEX mit 1.984,70 US-Dollar pro Unze (Dezember-Kontrakt). Damit ergibt sich wie in der Vorwoche ein Kursrückgang von 0,8 Prozent. Dabei ging es mit Gold im Wochenverlauf Schritt für Schritt nach oben und der Goldpreis erreichte am Freitag sein Wochenhoch bei 1.995 US-Dollar. Unterdessen notiert der Futures-Preis (Dezember-Kontrakt) nur noch 4 US-Dollar über dem Spotkurs (Gold zur sofortigen Lieferung).

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Goldpreis-Entwicklung in der vergangenen Woche auf Basis der US-Futures. Erneut an der Schwelle von 2.000 US-Dollar abgeprallt. Der Aufwärtsdruck hält aber an (Quelle: CME Group).

COMEX-Gold-Lager

Gegenüber Vorwoche sind die Goldbestände in den COMEX-Tresoren um 10.000 Unzen auf 19,88 Millionen Unzen (Vorwoche: +40.000) gefallen. Dabei nahmen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um diese 10.000 Unzen ab auf 9,82 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 473.624 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 47.362.400 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell noch zu 41,9 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 40,9 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den neuen Kontraktmonat November nun 1.980 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Das heißt, innerhalb einer Woche kamen 553 Anträge hinzu. Zum Vergleich: Im Oktober waren es insgesamt 11.532. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Goldpreis-Ausblick

In der vergangenen Woche haben wir an dieser Stelle über eine mögliche Gegenbewegung spekuliert, die auch eintrat (Goldpreis: Darum steigen jetzt die Chancen auf ein Comeback). Nun ist zwar ein erneuter Anlauf auf die Marke von 2.000 US-Dollar gescheitert. Dabei kamen Goldpreis und Open Interest aber zuletzt gemeinsam leicht zurück. Damit haben wir kurzfristig erneut Gewinnmitnahmen bei Short-Sellern gesehen. Ein erneuter Versuch, die Runde Kursmarke zu passieren, könnte anstehen.

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