Freitag,09.Dezember 2022
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Goldpreis: Warten auf die Trendwende!

Gold, Goldpreis, Bärenmarkt (Foto: Goldreporter)
Goldpreis leicht erholt: Das „Managed Money“ hat seine Short-Positionierung in dieser Woche aber weiter ausgebaut. Und es wird weiterhin Gold aus den COMEX-Lagern abgezogen (Foto: Goldreporter)

Der Goldpreis hat sich in dieser Woche nach den Verfallsterminen leicht erholt. Am US-Terminmarkt ist aber noch keine Trendwende in Sicht. 

Goldpreis mit Wochengewinn

Der Goldpreis konnte erstmals seit drei Wochen wieder einen kleinen Gewinn verbuchen. Zwar ist die Marke von 1.700 US-Dollar noch nicht in unmittelbarer Reichweite. Im Wochenverlauf sahen wir jedoch einen schrittweisen Kursanstieg – nach den Verfallsterminen bei Gold und Silber an der COMEX. Wie hat sich die Lage am US-Terminmarkt entwickelt? Dazu betrachten wir die aktuellen CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures an der COMEX per 27. September 2022. Und hier setzte sich der Trend der vergangenen sechs Wochen deutlich fort.

CoT-Daten

Denn die Netto-Short-Position der „Commercials“ ging gegenüber Vorwoche noch einmal um 17 Prozent zurück auf 62.138 Kontrakte. Währenddessen sank die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 20 Prozent auf 52.081 Kontrakte. Dabei stieg die am 6. September 2022 etablierte Netto-Short-Position in der Untergruppe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) um weitere 17 Prozent auf 43.094 Kontrakte. Das heißt, diese trendorientierten Händler standen am vergangenen Dienstag mit 134 Tonnen Gold auf der Verkaufsseite.

Gold, CoT, Positionen

Gold, CoT-Daten

Open Interest

Währenddessen ist der Open Interest zuletzt deutlicher gefallen. Denn die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX sank gegenüber Vorwoche um 2,6 Prozent auf 457.061 Kontrakte. Und bis zum Handelsschluss am Freitag ging es um weitere 5,4 Prozent nach unten auf nur noch 432.210 Kontrakte.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis im US-Futures-Handel beendete die Handelswoche mit 1.668 US-Dollar pro Unze Dezember-Kontrakt). Damit stieg der Kurs im Vorwochenvergleich immerhin um 1 Prozent. Der letzte Verfallstag war der Mittwoch (Gold- und Silber-Optionen). Hier ereignete sich das Wochentief bei 1.623 US-Dollar. Am Donnerstag und Freitag erholte sich der Goldpreis dann (siehe Grafik).

Gold, Goldpreis, Goldchart, Wochenchart
Goldpreis in US-Dollar, Wochenchart (5 Min.), Basis: US-Futures, Dezember-Kontrakt (Quelle: CME Group)

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen sanken die Goldbestände in den COMEX-Tresoren in der nunmehr zwanzigsten Woche in Folge. Denn per 29. September 2022 summierten diese sich auf 26,34 Millionen Unzen. Damit wanderten weitere 430.000 ab (Vorwoche: -360.000 Unzen). Dabei fielen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Edelmetall-Bestände der Kategorie „eligible“ um rund 380.000 Unzen auf 13,25 Millionen Unzen.

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 432.210 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 43.221.000 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu rund 60,9 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 57,2).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC in der ersten Woche des neuen Kontrakt-Monats nun bereits 20.641 Anträge auf physische Auslieferung. Zum Vergleich: Im Vormonat waren es insgesamt nur 12.269 Anträge. Dagegen gab es im bisherigen Rekordmonat Juni 2020 insgesamt 55.102 „Delivery Notices“.

Einordnung Goldpreis

Bis zum Ende der Verfallstermine in dieser Woche hat sich das „Managed Money“ am US-Terminmarkt noch stärker auf der Short-Seite positioniert. Und diese eigentliche ungewöhnliche Marktlage kann in einem (vorübergehenden) Bärenmarkt noch eine Weile anhalten. Wenn der Open Interest bei steigendem Goldpreis sinkt, dann ist dies allerdings kein Zeichen aufkommender Marktstärke. Denn man könnte es so interpretieren: Trader nutzten den gestiegenen Kurs vermehrt, um aus dem Goldmarkt auszusteigen.

Um eine Trendwende einzuleiten, müsste ein steigender Goldpreis neue Händler in den Markt locken. Das dürfte dann in der Folge zu einer Eindeckungs-Rally bei den Spekulanten führen und Gold weiter stabilisieren.

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25 Kommentare

  1. Die Trendwende erwischt man ohnehin nie. Und selbige ist auch nur für Derivate relevant. Bei physischer Ware kommen nich andere Aspekte, wie Aufgeld und neuerdings auch Steuern hinzu.
    Ich meine, man sollte lieber etwas teurer kaufen, als überhaupt nicht. Letztlich ist das doch bei allen Waren so.
    Auch den 16 K, 780 Zoll OLED Fernseher bei Media Markt
    erwischt man nicht zum absoluten Tiefstpreis.
    Ich wette, 3 Tage später ist der schon um 100 EUR billiger. Fussballfans wissen das.

  2. Servus Zusammen

    Mal eine Frage. ich habe eine beträchtlich Summe an Gold mittlerweile zusammen. Jedoch habe ich keine einzige Rechnung aufbewahrt. Nehmen mir die Gold Händler das Gold falls ich es verkaufen würde überhaupt ohne Rechnung an?
    Gruß Sebastian

    • Früher war das so. Momentan vielleicht auch noch. In Zukunft halte ich das aber unwahrscheinlich, dann dürfte Gold wie Bargeld behandelt werden müssen.

    • @Sebastian
      Nach dem Geldwäschegesetz und den dazugehörigen Hinweise der BaFin (Stand August 2021) hat die Erfassung von Kundendaten beim Goldverkauf ab der 2.000-Euro-Schwelle zu erfolgen. De facto werden die Daten aber bei JEDEM Verkauf fällig. Bei größeren Verkäufen muss u.U. die Rechtmäßigkeit des Besitzes versichert werden. In der Regel werden nur selten Verdachtsfälle nach dem GwG gemeldet. Aber es kommt vor. Genauso wie Fälle, bei denen sich Dritte, wie Banken, unversehens melden, und maliziös beim Verkäufer nach Herkunftsnachweisen für das Gold bitten.

      https://mittelherkunftsnachweis.de/gold/
      https://www.goldreporter.de/das-passiert-wenn-sie-gold-verkaufen-wollen/handel/103415/

      Also konkret zu Ihrer Frage: Händler nehmen Gold ohne die Existenz von Rechnungen an. Aber es ist gut, entsprechende Nachweise zu besitzen (und wenn sie auch aus Tafelgeschäften stammen).

      • @Katha2

        Sorry für den doppelten Kommentar und gleiche Quellen-Angabe,
        aber zum Zeitpunkt meines Kommentars gab es (für mich) noch
        keine zweite Antwort auf die Sebastian-Frage (das ist immer noch
        die „Krux“ im GR-Kommentarwesen ).

        • @Klapperschlange
          Danke, sehr nett :-).
          Auch wenn es gewisse Risiken mit sich brächte, ich versteh‘ das!, fände ich es doch besser, alle Kommentare kommen erst mal durch und dann werden diejenigen Kommentare oder auch Kommentatoren gelöscht bzw. gesperrt, die den GR-Richtlinien widersprechen.
          Der Aufwand (Kontrolle vorher vs. nachher) dürfte gleich sein.

          • Wenn ALLE Kommentare automatisch sofort durchkommen, dann kommen auch immer die automatisch generierten Spam-Kommentare durch. Zu duzenden. Je besser der Algorithmus der gehackten Maschinen den Erfolg erkennt, desto mehr kommen. Heißt, die Seite ist bist zur Löschung nicht lesbar. Bitte nie annehmen, dass Alle und Jeder gute und ausgewählte Kommentare schreibt. Nein, lieber so herum und etwas warten.

          • @Dummkopf^2
            Bin da anderer Meinung. Die von mir vorgeschlagene Vorgehensweise ist die in Foren ganz überwiegend angewendete. Und ich sehe eigentlich nirgendwo, dass Spam-Kommentare die Seiten „bis zur Löschung nicht lesbar machen“.
            Bekanntlich (auch Ihnen?) liegt das Problem beim GR doch eher darin, dass rechte Kreise diese Plattform zu missbrauchen suchen, um Desinformation zu streuen.
            Wenn zunächst alle Kommentare durchkommen, ist auch das kein Problem, wenn nur ordentlich Gegenaufklärung betrieben wird ;-).
            Wo sind eigentlich @…, @… und natürlich auch @… geblieben?? Ich selber habe nicht immer Zeit!!

    • @Sebastian

      Entscheidend ist, wem Du das Gold zum Ankauf anbietest.

      Ist es eine Bank (nicht empfohlen), verlangt man ab 2500,-€ die
      Vorlage eines Personalausweises und einen Herkunftsnachweis
      (in Deinem Fall also problematisch).

      Ist es ein „freier Edelmetallhändler“ (empfohlen), so wird bei einem
      Ankauf im Wert > 10.000,-€ aktuell ! [Anm.d.Red.] lediglich
      ein Personalausweis gefordert (keine Rechnung) die Ware wird natürlich
      gründlich geprüft und bewertet.

      Nähere und umfangreichere Informationen zum Thema Gold-Ankauf/-Verkauf gibt es hier.

      ʕ•́ᴥ•̀ʔっ

  3. Hört, hört —- das Orakel ist geläutert.
    Früher waren seine Worte:
    Im Einkauf liegt der Gewinn!
    Niemand weiß wie es weitergeht, alles kann
    geschehen, sogar die Drohung vom Zarewitsch
    kann schnell Realität werden.
    Egal, ich kaufe am Dienstag ein paar Goldunzen
    und wenn’s danach billiger wird, dann eben
    dasselbe noch einmal.
    Wir sollten morgen die Wiedervereinigung feiern
    und zusehen, daß unsere Ossis nicht noch frustrierter werden.

    • @Donaustreuner
      Gegen Frustration hilft Gesang. Also: Aluhut ab zum Gebet.
      This is my bullion’s worth
      https://www.youtube.com/watch?v=N3ZVLOLMRMw

      This is my bullion’s worth, and to my listening ears
      The gold price sings, and round me rings the music of the spheres.

      This is my bullion’s worth, the banks their profits raise,
      With dawning fight and interest light, declare Jay Powell’s praise.
      This is my bullion’s worth, it shines in all that’s fair.
      In the hustling charts I hear it pass, it speaks to me everywhere.

      This is my bullion’s worth: Oh let me never forget
      That though the wrong seems oft so strong, gold is the ruler yet.
      This is my bullion’s worth. Why should I trust the Fed?
      The hoard is king, let the heavens ring!
      Gold reigns, let the earth be glad!

    • @Donaustreuner
      naja, man kann auch beim Einkaufen den Bogen überspannen und dann geht der Einkäufer leer aus.
      Natürlich liegt im Einkauf der Gewinn, keine Frage, aber
      ich meine, dass einem der billigste Einkauf und dann der teuerste Verkauf, also die maximal mögliche Gewinnspanne kaum gelingen wird.
      Wie gesagt, ich meinte, die Europreise um 1700 sind Kaufpreise.

  4. @Maruti
    Das Einzige, das man momentan kaufen sollte, ist gelb und schwer.
    All der Konsumkram von Möbeln bis Elektronik wird in der kommenden Wirtschaftskrise billiger.
    Wenn 80 % der Leute schon jeden 25. eines Monats pleite sind ( und das schafft die Regierung bis November, bei 60 % sind wir ja schon), werden Mediamarkt etc. so komplett mit dem Rücken an der Wand stehen, dass sie um jeden Preis verkaufen müssen.
    Es wird eine grosse Zahl von Räumungsverkäufen wegen Geschäftsaufgabe geben.
    Bin mal gespannt, wie das Weihnachtsgeschäft läuft.
    Bitter für Hundettausende und deren Jobs, aber für uns, die wir klug und vorbereitet sind, kommt die Schnäppchenzeit.

    • Nö ich decke mich momentan mit allem ein, was in China produziert wird und ich dringends brauche, z.B. Werkzeug. Wer weiß, wie lange wir noch China-Waren kaufen könnnen/dürfen?

          • @dkee
            Ich persönliche wasche und desinfiziere immer mein Geld, schon wegen Corona und HIV.
            Des weiteren finanziere ich manchmal auch Terror.
            Den Terror beispielsweise, welchen meine Frau macht, wenn ich wieder mal den Hochzeitstag vergessen habe.
            Und zuletzt, die Drogen. Natürlich, ich gehe öfters mal in die Drogerie, kaufe Rasierschaum und Lutschtabletten.
            Also, sollte mich jemand nach all dem fragen, bekommt er genau so eine Antwort.
            Gold, welches Gold ?, Wäsche ? welche Wäsche ?
            Drogen ? welche Drogen ? Ich weiss nicht, was das ist. Niemand weiss doch, was das ist.
            Denn, es ist hier Brauch, auf dumme Fragen ( auch von Behörden), dumme Antworten zu geben. :).

  5. @Translator
    Die neue BRICS- Währung hat gute Chancen,
    sofern sie durch Gold gedeckt ist und auch
    in Gold jederzeit eingetauscht werden kann.
    Unsere Goldmark im Kaiserreich hat doch
    43 Jahre ohne Inflation wunderbar funktioniert.
    Mein Preussischer Opa hat vermutlich noch
    während der Inflationszeit 1923/24 in Posen
    sein Vieh gegen 20 Goldmarkstuecke verkaufen
    können, obwohl dort mit polnischen Sloty bezahlt wurde.
    Ganz blöd waren die Alten damals auch nicht!
    Allerdings wurde immer betrogen und so wird es auch dieses Mal so sein.

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