Sonntag,03.März 2024
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Goldpreis: Was geschieht jetzt?

In den kommenden Tagen gibt es neue Inflations- und Wirtschaftsdaten aus den USA sowie eine EZB-Zinsentscheidung. Wie reagiert der Goldpreis?

Widersprüchliche Signale

Die Goldpreis-Entwicklung der vergangenen Wochen war von den eher ungewöhnlichen Auswirkungen einer zunehmenden Stagflation geprägt. Denn die Wirtschaftsdaten weltweit kühlen sich ab, die Inflationsraten blieben aber auf einem erhöhen Niveau. Allerdings zogen US-Dollar und Anleiherenditen an, während die Zinserwartungen sanken. So zeigt sich ein an den Finanzmärkten ein eigentlich widersprüchliches Bild.

Gold, Goldpreis, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Hohe Inflation, schwache Wirtschaft: Der Euro-Goldpreis war zuletzt schon im Aufschwung, folgt jetzt auch der Goldkurs in US-Dollar? (Bild: Goldreporter).

Goldpreis-Entwicklung

Währenddessen verläuft Gold in US-Dollar weiter in dem seit Anfang Mai bestehenden Abwärtstrend. Dagegen zeigte der Euro-Goldpreis nach einer vollzogenen Bodenbildung bereits wieder eine Aufwärtsdynamik.

Wie geht es jetzt weiter? Am Montagvormittag um 11:30 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 1.926 US-Dollar. Das entsprach 1.796 Euro. Damit kamen die Notierungen mit leichten Gewinnen aus dem Wochenende. Am US-Terminmarkt gab es in Sachen Futures-Goldpreis zuletzt eher positive kurzfristige Signale: Goldpreis: Jetzt kann der Rebound kommen!

US-Inflation und EZB-Sitzung

Im Zentrum des Markt-Interesses stehen nun neue Inflationsdaten aus den USA (Mittwoch) sowie das Ergebnis der EZB-Sitzung am Donnerstag. Beides kann den Goldpreis entscheidend tangieren. Der Euro-Leitzins steht derzeit bei 4,25 Prozent. Und lange Zeit waren Analysten von weiteren Zinsschritten in der Eurozone ausgegangen. Denn mit einer Inflationsrate von zuletzt 5,3 Prozent (6,1 % in Deutschland) ist der Wert nach wie vor weit von dem 2-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank entfernt.

Aber hier zeigt sich das Dilemma einer Stagflation für die Notenbanken – soll man nun die Wirtschaft stützen oder die Inflation bekämpfen? Eigentlich ist das Mandat eindeutig: Sorge für Preisstabilität. Doch dieses hehre Ziel steht schon lange nicht mehr im Mittelpunkt der europäischen Geldpolitik. Also rechnen Analysten nun damit, dass die EZB nach neun Zinsschritten in Folge erst einmal die Füße stillhält.

Außerdem erscheinen am Donnerstagnachmittag in den USA die Einzelhandelsumsätze und die Erzeugerpreise für August. Schließlich werden am Freitag dort noch Zahlen zu den Import- und Export-Preisen und die Industrieproduktion im August sowie New York Empire Index und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan veröffentlicht.

Am frühen Freitagvormittag kommen dann noch Wirtschaftsdaten aus China: Unter anderem Einzelhandels-Umsätze und Industrieproduktion im August.

Goldpreis-Perspektive

Eine Zinspause in Europa könnte den US-Dollar weiter stärken. Parallel wären Impulse für den Goldpreis in beiden Währungen (USD und EUR) denkbar, wenn die Risikoneigung unter Investoren begleitet von schwächeren Wirtschaftsdaten abnimmt. Die Sommerflaute bei Gold könnte dann durchaus in eine Art Herbst-Rally übergehen. Die nächste Zinssitzung der US-Notenbank steht kommende Woche an. Hier wird zunächst kein weiterer Zinsschritt erwartet.

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10 Kommentare

  1. Der Goldpreis bewegt sich in € seit Wochen nur wenige % unter seinem ATH.
    Bei diesem Preis warte ich geduldig ab und kaufe nicht.
    Interessant könnte der Platinpreis werden. Er bewegt sich im Bereich seiner Produktionskosten, ein Investment zur Risikostreuung scheint mir durchaus sinnvoll.
    Das Risiko ist vermutlich nicht sehr hoch, da Platin in der Industrie in Zukunft sicherlich immer gebraucht wird (Elektrolyse von H2, Solarpanels, Brennstoffzellen usw).
    Zudem ist Platin seltener als Gold und die Produktion in Südafrika instabil.
    Ein überschaubares Investment von 10 Unzen Kängurus bei einem Spread von 18 % könnte interessant sein.
    Zumal die verbrecherische € Inflation die 18 %
    in vielleicht weniger als 3 Jahre wegfressen würde!

    • @Donaustreuner
      EXAKT! Platin ist gerade voll in meinem Fokus. Das schaut nach einer sehr guten Gelegenheit aus.
      Starke Ausbildungen in PT/AG- und AU/PT Ratio zeigt „Unterbewertung“ von PT + akzeptabler Kaufpreis.
      Silbergestützter Platinkauf könnte eine gute Sache sein.

      • In Platinbarren und Platinmünzen bin ich schon seit 8 Jahren investiert, Rendite gleich 0:-(
        Ist ziemlich düster was sich da die letzten 10 Jahre getan hat. Nix, nullkommanix
        Aber evtl. Wird’s ja irgendwann was…

      • @Ammit
        Eine Frage, wie machen Die das ?
        Ich meine, gehen Sie zu MyValor oder Kettner, kaufen dort ein Kilo Platin, zahlen 20% Steuer plus das Aufgeld ( An- Verkauf).
        OK.
        Bis Sie das aber inklusive der Inflation wieder drinnen haben, müsste Platin erst mal um ca 30% steigen.
        Dazu kommt noch, dass Platin zwar ein EM, aber kein monetäres Metall ist. Das ist nur Gold und Silber. Zwar nennt man in manchen Kreisen auch Platin Weissgold und Bimetall, letzteres stimmt aber nicht.
        Ich kann mich aber ausser der Währungskrise 2008 nicht erinnern, dass Platin um 30% gestiegen ist. Palladium aber wohl.
        Also, wieso kein Palladium statt Platin ?
        Und wenn schon Metalle, wieso kein Rhodium, Iridium oder Osmium ?

      • @Maruti
        Spass beiseite:
        Für die anderen Platingruppenmetalle ist der Markt ja noch viel kleiner und unzugänglicher. Palladium alleine ist im Tafelgeschäft schon kaum möglich. Platin dagegen schon.
        Ich kaufe auch kein Platin mit Euros sondern mit Silber und schichte damit Gewinne um, weil sich dafür gerade eine gute Gelegenheit bietet. Solche extremen Pole wie bei der jetzigen AU/PT und PT/AG Ratio halten sich meistens nicht lange und wollen gerne egalisiert sein. Reale Umtauschkurse im EM-Shop: ca. 1,63 oz Platin(Kauf) für 1 oz Gold(Verkauf) oder 1 oz Platin(Kauf) für 44 oz Silber(Verkauf). 19% Mwst. inbegriffen. Die Rücktauschquote für Silber beträgt zeitgleich 1:35. Also ein spread von 44:35=1.257 (26%). Dh. die PT/AG Ratio (derzeit Spot bei 1:39,02) müsste auf 39,02*1,257= 49,05 steigen und ich wäre breakeven. Der prozentuale Gewinn oder Verlust beim Platinpreis interessiert dabei gar nicht.
        Wenn ich mir den 20 Jahreschart der PT/AG Ratio anschaue, halte ich es schon für möglich das 1:50+ wieder erreicht werden kann. Dann tausche ich zurück und gewinne ein paar Unzen Silber. Die Inflation spielt ebenfalls überhaupt keine Rolle, da das erste Silber schon vor Jahren bezahlt wurde.
        Folgende Sache macht für mich Sinn (und auch nur für mich, da meine ganz persönlichen Parameter: EM Bestände mit ihren Durchschnittspreisen): pro Unze Platinkauf 30 Unzen Silberverkauf + Rest in Euro. Das mache ich so weil ich nur 10% meines Bestandes riskieren will, und somit mehr Platin erhalte. Das ist mein „silbergestützter Platinkauf“. Sollten die 50+ in den nächsten 15 Jahren nicht mehr erreicht werden, kann ich auch bei einem höheren Platinpreis wieder verkaufen.(Dann spielt die Inflation tatsächlich eine Rolle.) Beides ist möglich und irgendwas muss ja passieren. Nichts ist risikofrei, aber spannender als Gold ist das zur Z…. egal.
        Und ja ich gehe dazu in den Laden und lege viele Ahornblätter auf den Tisch und gehe mit ein paar kleineren wieder raus. Das macht auch meinen Rucksack etwas leichter.
        Den Herrn Kettner werde ich dabei tunlichst meiden, habe nämlich Angst mich an seinen Preisen zu verschlugen.

  2. @ Maruti
    Lange Zeit war Platin teurer als Gold, da seltener und aufwendiger in der Herstellung.
    Platin wurde aber vor geraumer Zeit durch das erheblich billigere Palladium in Katalisatoren ersetzt.
    Dadurch wurde Palladium sehr teuer und der Platinpreis brach ein.
    Nun könnte genau das Gegenteil geschehen, zudem russisches Palladium vom Westen sanktioniert und aus humanitären Gruenden
    substituiert wird.
    Ob Silber noch ein monetäres Metall ist, kann auch bezweifelt werden.
    Tatsache ist jedoch, dass Platin und Silber deutlich im Verhältnis zu Gold unterbewertet sind.
    Heubach handelt die Platinkängurus mit einem Spread von ca. 18 %. Dies ist absolut fair.
    Meine Platin Noble Muenze, eine wunderschöne Unze Platin mit Wikingerschiff habe ich 2004 ohne Mehrwertsteuer zu ca. 700 Dollar gekauft.
    Mit dem horrenden Wertverlust komme ich aber gut zurecht!
    Gierige Spekulanten hätten bei 2000 Dollar verkauft, ich behalte das Stück für den Fährmann ins Jenseits.

  3. solange sich die Aktienmärkte unter Druck befinden,
    wird Gold nicht steigen ( gelassen) und abverkauft.
    Sicher auch, weil Aktienfonds Manager Papiergold
    ( Hedge) verkaufen um die Verluste zu verkleinern.
    Denn die wenigsten der großen, marktrelevanten Anleger halten physisches Gold, sondern nur in Papierform.
    Und letzteres lässt sich eben in Bruchteilen von Sekunden verkaufen. Je näher man am Börsenzentral Rechner sitzt,
    Fest schneller ist man vor den anderen.
    Nahezu jedes mürbste Büro in der Nähe dieses Rechners ist vermietet und der Mietpreis ist sagenhaft.
    Da spielen oftmals schon 100 Meter eine Rolle.

  4. Silber und Platin bewegen sich seit Jahren kaum von der Stelle. Der Trend ist eher bärisch.
    Es macht wenig Sinn, sich diese Metalle in grösseren Mengen bereit zu legen, es sei denn aus Liebhaberei ( Hobby).
    Dann schon Gold. Das ist eine ganz andere Hausnummer, haben doch fast alle Staaten dieser Welt Gold, mit Ausnahme Japan und Kanada. ( jedenfalls offiziell).
    Kanada ist nach eigenen Worten komplett goldfrei und setzt auf Aktien und Dollar.
    Gold macht für Staaten wenig Sinn, ich verstehe das Geschrei um das Bundesgold auch nicht.
    Gold ist einzig und alleine die allerbeste Absicherung des Bürgers gegenüber einem gefrässigen Staatsgebilde und nicht umgekehrt.
    Es kann nicht besteuert werden, nicht konfisziert oder durchsetzbar verboten werden, so es gut versteckt und anonym verwahrt wird.
    Zur Zeit geht der Goldpreis, aus welchen Gründen auch immer, abwärts und es bietet sich wieder mal eine Gelegenheit für Käufer.
    Gold soll man immer dann kaufen, wenn es im freien Fall ist und es niemand haben will und die Mehrheit verkauft.

    • @Maruti
      Ihre Annonce ergibt Sinn, noch fehlt mir der Glaube.
      Gold entkoppelt sich immer zunehmender von Silber und Platin.
      Das ist aber auch eine tolle Gelegenheit.
      Wer hätte 2018 gedacht, dass passiert was passiert.
      Immer schön elastisch bleiben.

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