Samstag,15.Juni 2024
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Goldpreis: Was kann man jetzt noch erwarten?

Der Goldpreis testete vergangene Woche erneut die Marke von 2.000 US-Dollar. Die Daten vom US-Terminmarkt signalisieren aber eine kurzfristige Bodenbildung.

Goldpreis-Entwicklung

Nach einem Ausflug knapp an die Schwelle von 2.000 US-Dollar setzte sich der Goldpreis im Verlauf der Woche wieder etwas von dieser Marke nach oben ab. Nach wie vor stehen die Zinserwartungen im Zentrum der Marktbeobachtung. Auf Basis des sinkenden Inflationsdrucks geht man davon aus, dass die Zinsen in diesem Jahr gesenkt werden. Die große Frage ist jedoch, wie oft die Fed die Rate senken wird. Und von entsprechend schwankenden Hoffnungen wird immer wieder auch die Goldpreis-Entwicklung tangiert.

Gold, Goldpreis, Goldbarren, Goldmünzen (Bild: Goldreporter)
Kann sich der Goldpreis nachhaltig über der Marke von 2.000 US-Dollar halten? Die Anzahl der der für dieses Jahr erwarteten US-Zinssenkungen werden eine wichtige Rolle spielen (Bild: Goldreporter).

CoT-Daten

Was geschah in dieser Woche am US-Terminmarkt? Dazu betrachten wir zunächst die aktuellen CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 16. Januar 2024.

Hier sank die Netto-Short-Position der „Commercials“ gegenüber Vorwoche noch einmal um 4,7 Prozent auf 207.420 Kontrakte. Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ in gleichem Maße ab auf 179.893 Kontrakte. Dabei sank die Netto-Long-Position der Untergruppe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) um knapp 6 Prozent auf 83.229 Kontrakte.

Open Interest

Währenddessen gab auch der Open Interest noch einmal leicht nach auf 489.334 Kontrakte. Und bis zum Handelsschluss am Freitag ging noch einmal um 4,6 Prozent nach unten auf 466.479 Kontrakte.

Gold, CoT, Positionen, Spekulanten, Commercials

Gold, CoT-Daten

Bei den Gold-Optionen sehen wir einen weiteren Anstieg des Open Interest um 2,6 Prozent auf 866.600 Optionen. Dabei lieb die Put/Call-Ratio annähernd unverändert bei 0,492. Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 203 Call-Optionen.

Goldpreis-Entwicklung

Zur Wochenmitte testete der Goldpreis die wichtige Schwelle von 2.000 US-Dollar. Dabei lag das Wochentief bei 2.004 US-Dollar. Letztlich ging das Edelmetall dann mit 2.029 US-Dollar pro Unze ins Wochenende. Das entsprach 1.862 Euro. Damit sank der Goldpreis im Vorwochenvergleich um 1,2 Prozent (-0,6 Prozent in Euro).

Gold, Goldpreis, Goldchart
Goldpreis-Entwicklung in der vergangenen Woche auf Basis der US-Futures (Februar-Kontrakt). Der Kurs schwankte zwischen 2.062 und 2.004 US-Dollar (Quelle: CME Group).

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen sanken die Goldbestände in den COMEX-Tresoren gegenüber Vorwoche um weitere 60.000 Unzen auf 19,96 Millionen Unzen. Dabei sanken die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 30.000 Unzen auf 10,75 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 466.479 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 46.647.900 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu 42,8 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 40,2 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den Kontraktmonat Januar nun 5.975 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Das heißt, innerhalb einer Woche kamen 2.524 hinzu. Zum Vergleich: Im gesamten Dezember waren es 15.134 Anträge. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Ausblick Goldpreis

Wie eingangs beschrieben wird die weitere Kursentwicklung bei Gold wesentlich von den Zinserwartungen geprägt sein. Dabei dürfte es schwierig sein, die zuletzt bereits hohen Erwartungen an die Anzahl der bevorstehenden Zinssenkungen zu toppen. Allerdings haben wir bei den Futures zuletzt einen parallelen Rückgang von Goldpreis und Open Interest gesehen. Das heißt, es gibt Signale einer kurzfristigen Bodenbildung bei Gold.

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8 Kommentare

  1. Diejenigen Firmen, oder deren Vertreter, welche am lautesten nach Zinssenkungen brüllen, sind doch auch die, welche ohne ständig fliessendes, zinsloses Kapital nicht lebensfähig sind. Man nennt solche auch Zombie Firmen.
    Der Österreicher Benko scheint ein solcher zu sein, Wirecard war sicher eine solche.
    Es ist etwa so, als wenn ich einem Fremden meine Kreditkarte gebe und glaube, er wird schon verantwortungsvoll damit umgehen. Zumindest, wenn er mir jährlich zum Geburtstag gratuliert.
    Mittlerweile ahnen dies auch die Zentralbanken, dass man sie melkt, wie die Kühe, immer mehr und mehr.
    Es wird wohl in diesem Jahr keine Zinssenkungen geben, möglicherweise wird man sogar noch ein wenig an Zinsen drauflegen. Nicht um die Wirtschaft zu ruinieren, sondern um die Zombiefirmen aus zu sortieren. Die Spreu vom Weizen trennen, ist diesmal angesagt.
    Spät, aber hoffentlich nicht zu spät.
    Eine starke, unternehmerisch solide und gut geführte Firma kann auch mit 10% Zinsen gut und profitabel wirtschaften,
    meint maruti.

    • Meine Worte, die Zinsen werden erst gesenkt wenn Zombies, also Unternehmen wie auch überschuldete Privatleute zum Großteil aussortiert sind.
      Das ist doch mit ein Plan hinter diesen Zinserhöhungen und K. Schwabs Great R…
      Meine Meinung

    • Meine Worte, die Zinsen werden erst gesenkt wenn Zombies, also Unternehmen wie auch überschuldete Privatleute zum Großteil aussortiert sind.
      Das ist doch mit ein Plan hinter diesen Zinserhöhungen
      Meine Meinung

  2. Sag noch einer, junge Leute schätzen kein Gold.
    https://www.n-tv.de/regionales/bayern/Polizisten-finden-kiloweise-Gold-in-Auto-article24668385.html
    Da fährt ein 21 jähriger mit 3 Kilo Gelbem von Österreich nach Deutschland.
    Das darf er, denn innerhalb der EU gibt es kein Limit und keine 10.000 Euro Grenze.
    Auf Befragen allerdings muss er die Wahrheit sagen.
    Bei allen Behördlichen Befragungen übrigens, nicht nur beim Gold. Ausnahme, er belastet sich selbst, dann nicht
    oder er würde eine Angehörigen belasten.
    Dann darf er schweigen, aber trotzdem nicht die Unwahrheit sagen.
    Soweit die Rechtslage hier.
    Übrigens, auf Geldwäsche ermitteln dürfen die Beamten immer, auch dann, wenn einer nur ein paar Hundert Euro bei sich hat und auch dann, wenn er mitten in Berlin herum geistert. Denn es gibt diesbezüglich innerhalb der EU keine Grenzen mehr.
    Somit kann der Zoll auch in Köln Innenstadt tätig werden.
    Alles eine Folge der EU.
    Marutis Vorschlag:
    Wenn einer mit 5 Kg Gold oder 400.000 Euro cash von
    Wanne Eickel nach Dortmund fährt oder nur aus dem Haus zum Nachbarn damit geht, kann er vom Zoll befragt werden. Dann unbedingt sagen: Jawoll, gehorsamst, ich habe 5 Kilo und 400.000 in der Tasche.
    Auf die weitere Frage, woher das Zeug stammt:
    Nicht sagen:
    Da wo ihr Beamte auch euer Geld her habt, Drogenhandel, Geldwäsche, Terrorfinanzierung, also, der tägliche Lebensunterhalt, sondern sagen, von einem Angehörigen, natürlich aus versteuertem legal erworbenem Geld. Welchen, muss er nicht sagen, es sei denn, die Beamten verzichten auf Ermittlungen und Verdacht.
    Dann nämlich darf und muss die Justiz nach Hause gehen.
    Wie gesagt, alles vorher überlegen, ggf.einen Anwalt fragen, was man sagen soll und was nicht, aber vorher und einen Zeugen mitnehmen.
    Der Junge hätte einen mitnehmen sollen.

    • @Maruti
      Nur mal so unter uns: natürlich war das ein Kurier.
      Sowas soll es mit Studenten im R4 vor 35 Jahren auch schon Richtung CH gegeben haben.

      Schade, die wichtigsten Infos fehlen im Artikel: z.B. was für ein Auto etc.
      Die Schleierfahndung hat ja Kriterien. Von den vielen Leuten, die in dieser Gegend jeden Tag zwischen Austria und Germanien pendeln wird ja nur 1 von 10.000 rausgeholt, bestenfalls.

      Wenn da ein 21-jähriger südländischen Aussehens in einem aufgemotzten BMW M3 mit Kennzeichen Köln sitzt, ist das eben dümmer als ein 30 jähriger in Engelbert-Strauss Arbeitskleidung in einem 8 Jahre alten Golf mit lokalem Kennzeichen.
      Oder mit Ski auf dem Dach im Urlaubermassenverkehr jedes Wochenende.
      Und die 3 kg passen wohl auch kaum zur letzten Steuererklärung des Fahrers.
      Da hat der Anwalt wohl Arbeit.
      Riecht nach sehr vielen sehr dummen Fehlern.

      Disclaimer: das war jetzt keine Anleitung zum……..

  3. Kenne die Grenzbrücke da bei Neuhaus, empfiehlt sich immer als Alternative zur A3, wenn da auf der deutschen Seite der Grenze Theater ist (während Corona bin ich immer auf diese Weise in die ehemalige BRD zurückgekehrt) und dann halt bei der ersten Auffahrt in Bayern wieder zurück auf die 3.

    In letzter Zeit habe ich auch hinter der Genze in Neuhaus schonmal Freunde und Helfer rumlungern sehen, aber noch nie von denen angehalten worden. Ich tippe mal, der sympathische junge Mann (ich finds auch toll wenn junge Menschen Gold schätzen) wurde angehalten, weil er nicht mit einem Hyundai I10 da entlangfuhr sondern weil sein Auto eine bestimmte Botschaft („Drogen“) ausstrahlte.

    • @Gold Newbie
      Nur eine Idee: von Linz aus die 130er an der Donau entlang, die Grenze bei Achleiten liegt quasi mitten in Passau. Viel Verkehr, auch Tanktourismus.

  4. Es ist kalt, es ist Winter – und der Goldkurs hat anscheinend endgültig die 2000er-Marke geknackt und fällt auch nicht mehr darunter. Was will man mehr? Ich rechne im Laufe des Jahres wieder mit kräftigen Steigerungen nach oben, auch wenn es im Moment ganz ruhig ist im Kurs. Grüße von Goldmarie

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