Freitag,09.Dezember 2022
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Silbermünzen-Besteuerung: Wohl keine Nachzahlungen für Händler

Silbermünzen, Steuer, Umsatzsteuer, Differenzbesteuerung, Nachzahlung
Jahrelang wurde beim Verkauf von Silbermünzen aus dem EU-Ausland von deutschen Händlern die Differenzbesteuerung angewendet. Nie gab es eine Beanstandung der Finanzbehörden, bis zuletzt (Foto: Goldreporter).

Eine „Nichtbeanstandungsregelung“ soll Händler vor Nachzahlungen im Zusammenhang mit der Neuregelung der Silbermünzen-Besteuerung schützen.

Besteuerung von Silbermünzen

Unter deutschen Edelmetall-Händlern ging bis zuletzt die Angst um, es könnten im Zusammenhang mit der Neuregelung zur Besteuerung von Silbermünzen hohe Steuernachzahlungen ins Haus stehen (Steuerhammer für Silbermünzen: Die Folgen für Anleger und Händler).

Für einige Anbieter, die jahrelang Silberanlagemünzen aus dem EU-Ausland importierten und beim Verkauf die Differenzbesteuerung angewendet haben, wären entsprechende Nachbelastungen potentiell existenzgefährdend. Nun gibt es Hinweise, dass das Finanzministerium (BMF) hier gegensteuert.

Nichtbeanstandungsregelung

Denn wie Welt.de berichtet, hat das BMF auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Frank Schäffler geantwortet. In dem Schreiben der Parlamentarischen Staatssekretärin Katja Hessel heißt es, dass das BMF mit den Ländern eine „Nichtbeanstandungsregelung“ abstimme, die sicherstellen solle, dass die „Händler nicht rückwirkend mit höheren Umsatzsteuern belastet werden“.

Laut den Aussagen von Edelmetall-Händlern gegenüber Goldreporter war die Anwendung der Differenzbesteuerung in den Jahren ab 2014 nie von Wirtschaftsprüfern oder Finanzbehörden beanstandet worden. Auch deshalb gingen zahlreiche Anbieter davon aus, dass es nicht zu entsprechenden Umsatzsteuer-Nachzahlungen kommen werde. Die aktuelle Meldung dürfte nun für eine gewisse Erleichterung in der Branche sorgen.

Teure Silbermünzen

An den massiven Preisaufschlägen für Silbermünzen ändert das allerdings nichts. Hier betrug das Aufgeld für Maple-Leaf-Unzen in unserer wöchentlichen Analyse zuletzt im Durchschnitt fast 63 Prozent. Das heißt, die Kosten für diese Stücke lagen um diesen Prozentsatz über dem reinen Materialwert. Am Wochenende bevor das BMF-Schreiben kursierte, hatte das Aufgeld für diese Silbermünzen noch bei lediglich 34 Prozent gelegen.

Allerdings sahen wir auch hier im historischen Kontext bereits hohe Aufschläge – aufgrund der knappen Warenverfügbarkeit bei gleichzeitig hoher Nachfrage. Zum Vergleich: Als durchschnittliches Aufgeld für Maple-Leaf-Silbermünzen ermittelten wir in den ersten Jahren nach der Umsatzsteueranpassung im Jahr 2014 noch Aufschläge von rund 20 Prozent.

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3 Kommentare

  1. Wie gesagt, das Finanzamt hat keine steuerrechtlichen Mittel für eine Nachbesteuerung! Hier versucht jetzt das Finanzministerium lediglich das Gesicht zu wahren! Die Leute in den Ämtern sind auch nur noch am Kopfschütteln!

  2. https://www.silverinstitute.org/wp-content/uploads/2022/10/SNOct2022.pdf
    Prof. Bocker zum Dritten. Silber ist und bleibt ein Industriemetall in erster Linie. Jeder Woche kommen ein paar neue Anwendungen hinzu. 70-80% der Förderung schluckt die Industrie. Und es findet kaum Recycling statt, es ist also verbraucht und weg.

    What a Friend We Have in Silver
    https://www.youtube.com/watch?v=ZdBVBLxEDJ0

    What a friend we have in silver, good-bye to the bull and bear!
    What a privilege to hoard it, precious gold is also there!
    All certificates we forfeit, and abandon every share.
    All because we need not worry, paper stuff to bits we tear!
    Speculation and temptation? Is there interest anywhere?
    We should never be discouraged, take it to the hoard in prayer.
    Can we find a friend so faithful, there’s a price hike in the air.
    Cash is now our only weakness; sell some gold, and it is there.

    Are we weak and heavy-laden, stacking cash we cannot dare.
    Precious silver, still our refuge. Take it to the hoard in prayer.

    Did some dummies just forsake it? Take it to the hoard in prayer!
    Hide it from the world, and shield it, once your kids will find it there.

  3. Ich verstehe das Geheule von Manchen nicht. Warum Silber plötzlich sooo viel teurer sein soll. Im Einkauf für den Endkunden war es bereits teurer und der Preis erholt sich bereits tendenziell wieder. Die Aufschläge waren vorher schon zu hoch, die schmelzen gerade mit dem Einkaufsunwillen. Wie lange habe ich jetzt auf das Wiedererreichen von 0,70 Cent/g gewartet. Es war kurz davor. Jetzt sind wir halt gerade bei 0,78. Wenn man besser sucht und nicht „die“ Münze unbedingt will, ist auch 0,72 möglich. Im Gegensatz zu vor 4 Jahren mit 0,52 auf den Tresen, heute verdammt teuer. Aber 8 Cent durch ein einmaliges Ereignis, was der Verursacher nicht mehr wiederholen kann, sind ein Trama!

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