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Mit jeder neuen Milliarde wird der große Knall am Ende lauter

Inflationsgeld: Geldwirtschaft und Politik wissen nie, wann es genug ist.

Bankenhilfe, Staatenrettung, Konjunktur-Programme: Die wunderbare Geldvermehrung kennt keine Grenzen mehr. Wenn der große Knall kommt, werden sich wieder viele fragen, wie es soweit kommen konnte.

Financial Times  erwartet, dass europäische Banken sich Ende Februar noch einmal eine halbe Billion Euro bei der Europäischen Zentralbank leihen. Bereits im vergangenen Monat erhielten die Institute knapp 500 Milliarden Euro für eine Laufzeit von 3 Jahren zu einem Festzins von 1 Prozent.

Schon das Ausmaß der ersten unbegrenzten Liquiditätsspritze (Liquiditätsnachfrage) erstaunte viele Marktteilnehmer. Wo soll das alles hinführen? Wofür benötigen die Banken so viel Geld? Wo fließt es hin? Und was richtet es an?

Grundsätzlich gibt es folgende Verwendungszwecke:

  • Die Banken schließen Löcher in ihrer Bilanz oder stärken ihre Kapitaldecke für künftige Verwerfungen oder erforderliche Eigenkapitalanhebungen.
  • Die Banken erwerben Staatsanleihen.
  • Die Banken investieren in Aktien und Rohstoffe.
  • Die Banken betreiben Eigenhandel (Zocken, auf alles was irgendwie Geld bringt).
  • Die Banken parken das Geld kurzfristig bei der EZB zu einem Zinssatz von 0,25 Prozent und nehmen sogar einen Verlust in Kauf, nur um das Geld notfalls sicher zur Verfügung zu haben.
  • Die Banken vergeben Kredite an die Privatwirtschaft.

Zunächst einmal gilt: Das Geld wird den Banken von der EZB nicht geschenkt. Die Kredite sind in drei Jahren fällig. Wie sieht dann die Situation im Bankensektor aus? Spendet die EZB dann 2 Billionen Euro, um noch größere Löcher zu stopfen?

Mit Sicherheit darf man folgendes erwarten:

  1. Große Teile des Geldes werden zum Kauf von europäischen Staatsanleihen genutzt und die Staatsschuldenblase weiter aufgebläht. Der nächste Schuldenschnitt (Kommt nach Griechenland Portugal?) reißt dann neue Löcher in die Bilanzen jener Institute, die heute Schuldtitel dieser Länder erwerben.
  2. Die enorme Geldmengenausweitung wird langfristig die Inflation befeuern. Das wird zunächst über die Rohstoffpreise geschehen. Am Ende wird die Teuerung über die Erzeugerpreise in die Konsumentenpreise überschwappen.

Die potenziellen 1 Billion Euro bekommt die EZB über drei Jahre hinweg nicht aus dem Markt! Für Zentralbankgeld ist das eine enorm lange Zeit!

Erkenntnis: Die Zentralbanken wollen deflationäre Entwicklungen bereits an der Wurzel bekämpfen. Dazu brauchen sie Inflation um jeden Preis. Welches Unheil dieser Liquiditätswahn anrichten wird, sehen wir in einigen Jahren. Dann werden sich alle verwundert die Augen reiben und sich fragen, wie es soweit kommen konnte. Mit jeder neuen Milliarde (Billion) an Zentralbankgeld, Rettungs- und Konjunkturhilfen wird der große Knall am Ende nur noch lauter.

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Eingetragen von am 31. Jan. 2012. gespeichert unter Banken, Hintergrund, Marktkommentare, News, Politik. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

8 Kommentare für “Mit jeder neuen Milliarde wird der große Knall am Ende lauter”

  1. Helmut Josef Weber

    Alleine die Tatsache, dass dem Bürger erklärt wird, dass die Banken ja das Geld zurückzahlen müssen zeigt, was die Politiker von der Intelligenz der Bürger halten.
    Es wird laufen wie mit den Staatschulden.
    Das Rad wird sich immer schneller drehen.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

    • Die deutsche Sprache ist oft sehr präziese.
      Der Bürger heißt deshalb Bürger, weil er für die Staatsschulden bürgt.
      Im übrigen haben einige Wirtschaftswissenschaftler mit der offiziellen Staatsverschuldung von ca. 2,1 Bio. EURO kein Problem, denn das Geldvermögen der deutschen „Bürger“ soll ca. 4,9 Bio. EURO betragen. Da ist also noch eine Menge Luft nach oben, bis diese dann irgendwann ausgeht.

      • Von welchem Staat sprechen Sie denn, in Ihrer BRD gibt es keine Bürger
        ggf. Personal steht übrigens auf Ihrem Personal-Ausweis, falls Sie es nicht
        glauben. Zum Anderen sind es keine Bürger sondern allen falls Bürgen !
        und zwar mit Ihrem bitter verdienten Geld; und wenns zu viel wird, legt
        die Politik fest, natürlich wieder ohne zu fragen, dass es halbiert wird,dass
        haben wir in den letzten deutschen Geschichtsjahren mehrmals erlebt.
        Dass ist auch nicht zu leugnen.
        Wach doch mal auf Michel !!!

  2. Als Normalbürger verliert man den Überblick über
    diese Rettungsschirme für Banken und Länder.
    Aber das ist ja so gewollt , man rechnet mit der Dummheit der
    Steuerzahler .
    In Deutschland wird alles hingenommen ohne Protest ,
    sogar die Gewerkschaften halten still , wer weiß warum ?
    Wir sind die Dummen , die alles bezahlen werden.

  3. Mit jeder neuen Milliarde wird der große Knall am Ende lauter
    zitat:
    Dann werden sich alle verwundert die Augen reiben und sich fragen, wie es soweit kommen konnte. —
    ——-
    Nach jedem Desaster in der Geschichte -der Politik- haben sich die Menschen das gefragt: Wie konnte es dazu kommen?
    Wer den Blick auf die Realitäten verweigert, wer blind durchsL eben läuft, wer alle Warnungen in den Wind schlägt, der steht am Ende überrascht genau vor der Situation, die nicht mehr beherrschabr ist. Wir erleben ein Finanzdesaster, das sich gewaschen hat. Und immer noch will die Masse nichts begreifen, es stört doch nur den sorglosen Tag. Erst wenn er direkt betroffen ist, dann fängt er an zu denken, falls er das nicht schon verlernt hat. Hat man nicht über Jahrzehnte die Bürger verdummt, sie zu reinen Konsumschafen herangezogen? Klar fragt sich dieses Konsumschaf jetzt: Wie konnte das passieren? Die Geschichte wiederholt sich immer wieder.Jede Generation bezahlt erneut dafür, keine der nachfolgenden Generationen lernt daraus. Auf jeden Blöff der Politiker fallen sie erneut herein.
    .

    • Das ist ja genau der Sinn der Sache!
      Immer wieder Dumme zu finden.
      Das klappt auch, weil die einfach nicht aussterben.

  4. Dabei ist doch Alles so einfach, ein Blick in die Geschichtsbücher kann da
    Klarheit schaffen. Die rein monetären Folgen dieser Krise sind noch nicht
    mal das Schlimmste. Ich denke an die gesellschaftlichen und politischen
    Folgen. Weimar 2.0

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