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Euro-Krise 2012: Fortsetzung folgt

2012 geht als weiteres Jahr der Bankenrettung in die Geschichte ein. Zahlen mussten einmal mehr die Menschen in der Euro-Zone. Die Krise ist nicht vorbei. Sie tankt Energie, um sich früher oder später erneut heftig zu entladen.

Gegenüber Vorjahr sind die Renditen der europäischen Staatsanleihen deutlich gesunken. Die Regierungen könnten damit wieder günstiger Schulden machen als noch Ende 2011. Garantieversprechen durch die EZB (Unlimitierte Staatsanleihenkäufe), Schuldenschnitt und Schuldenrückkauf in Griechenland sowie die Inbetriebnahme des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) waren sicher entscheidende Faktoren, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben.

An der katastrophalen Situation für die meisten Menschen in den Krisenländern hat dies allerdings auch 2012 nichts geändert. Im Gegenteil. Länder wie Spanien, Italien und Griechenland wurden von Rekord(Jugend)-Arbeitslosigkeit und einem drastischen Wirtschaftsabschwung heimgesucht.

2012 lief dagegen gut für Börsen und Banken. Die Finanzbranche wurde ein ums andere Mal entlastet. Die Lage im Bankensektor hat sich somit kontinuierlich entspannt, da die Branche ganz erheblich von der Euro-Rettung profitierte. Das zeigen auch die Zahlen zu den Banken-CDS (Credit Default Swaps), also die Versicherungsprämien für Zahlungsausfälle im Bankensektor. Sie haben sich innerhalb der vergangenen zwölf Monaten praktisch über die gesamte Branche hinweg halbiert.

Anmerkungen: Die angegebenen Basispunkte stellen die Versicherungsprämie dar, die der Versicherungsnehmer zu entrichten hat, um sich gegen einen Ausfall der Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten abzusichern. Beispiel: 200 Basispunkte bedeuten, dass der Versicherungsnehmer 200.000 Euro pro Jahr bezahlen muss, um sich gegen Anleihenausfälle im Umfang von 10 Millionen Euro zu versichern. Diese Prämien können noch zeitnäher und genauer als manche Ratings Aufschlüsse über die Bonität eines Emittenten geben. Auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise wurden Werte von bis zu 400 bei US-Banken notiert. Quelle: Goldreporter-Newsletter/ Deutscher Derivate Verband

Die Politik spielt weiter auf Zeit. Die Krise schwelt im Hintergrund weiter. Irgendwer muss am Ende für die Flut an neuen Krediten, Garantien und Hilfeversprechen geradestehen. Sie können sich denken, wer das sein wird.

2013 dürften die Folgen der Schuldenkrise auch die größeren Volkswirtschaften der Euro-Zone wie Frankreich und Deutschland belasten. Das Überschuldungsproblem und die Problematik der immer stärker werdenden sozialen Kluft in den westlichen Industrieländern wachsen weiter an.

Für die Banken und damit für Bürger und Steuerzahler bestehen weiterhin erhebliche Risiken. Neben drohenden Kreditausfällen im Zusammenhang mit der Immobilienkrise in Spanien wird auch der Wirtschaftsabschwung in vielen Euro-Ländern im Finanzsektor Spuren hinterlassen. Die Europäische Zentralbank hat den Banken im Euro-Raum vor gut einem Jahr mehr als 1 Billion Euro an Krediten zur Verfügung gestellt. Damit wurden auch Bilanzlöcher gestopft. Das Geld muss irgendwann zurück gezahlt werden. Dazu kommen neue Eigenkapitalvorschriften, die 2013 wirksam werden (Basel III).

Zahlreiche unangenehme Auswirkungen der Euro-Rettung werden wir vermutlich erst in einigen Jahren zu spüren bekommen. Es bilden sich Vermögensblasen im Anleihen- und Immobiliensektor, als Folge der ultra-niedrigen Zinsen und der großen verfügbaren Liquidität. Ruhe vor dem Sturm lautet erneut das Stichwort. Die Krise ist nicht vorbei. Sie tankt Energie, um sich früher oder später erneut heftig zu entladen.

Goldreporter

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Eingetragen von am 31. Dez. 2012. gespeichert unter Euro, Europa, Marktkommentare, News, Politik. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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