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Fragwürdiger Coup – EZB spielt weiter auf Zeit und erhöht die Risiken

EZB: Manipuliert Bond-Renditen, akzeptiert "Junk"-Papiere als Sicherheiten und gibt Zentralbankgeld ungewöhnlich langfristig in die Märkte.

Die Europäische Zentralbank hat die Geldschleusen für Geschäftsbanken in der vergangenen Woche weit geöffnet. Indirekt werden damit auch die Euro-Staaten finanziert. Der Jubel der Märkte hielt sich in Grenzen.

Am vergangenen Mittwoch wurden die europäischen Banken mit Geld überhäuft. Sie liehen sich von der Europäischen Zentralbank fast 500 Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 1 Prozent für den Zeitraum von drei Jahren. Diese geldpolitische Maßnahme ist außergewöhnlich, sowohl in ihrem Umfang (die Banken konnten unlimitiert zugreifen) als auch in Sachen Laufzeit (normalerweise wir EZB-Geld für ein halbes Jahr ausgeliehen). Die Sache zeigt, wie schlecht es um den Bankensektor bestellt ist. Aber die Aktion hat noch einen anderen Hintergrund.

Der EZB ist es nicht gestattet, Staaten direkt zu finanzieren. Der geheime Plan: Man überschüttet die Geschäftsbanken mit Geld, damit diese einen Teil für den Kauf europäischer Staatsanleihen aufwenden. Für diese Strategie spricht auch die Tatsache, dass die Qualitätsanforderungen der für EZB-Kredite erforderlichen Sicherheiten stark heruntergefahren wurden. Das heißt beispielsweise, dass die Banken eigene Anleihen herausgeben können, sie bei der EZB hinterlegen und damit an den großen Liquiditätstopf kommen.

Genau so ist es in Italien geschehen. Ein guter Deal für die Banken. Sie leihen sich Geld zu 1 Prozent und kaufen Staatanleihen, die bis zu 6 Prozent rentieren. Eine künftige Bankenbeteiligung an der Euro-/Staaten-Rettung – etwa im Rahmen des 2012 startenden permanenten ESM-Stabilitätsmechanismus – wurde ja mittlerweile ausgeschlossen oder zumindest stark limitiert.

Dass die Märkte dieser Staatsfinanzierung durch die EZB-Hintertür nicht trauen, zeigt die aktuelle Entwicklung der Aktienkurse. Es folgte kein Kursfeuerwerk auf die Geldschwemme. Vielmehr machen sich viele Analysten Gedanken, warum die Banken so dermaßen viel Geld benötigen.

Man sollte außerdem bedenken, dass es sich erneut um Kredite handelt. Diese müssen zurückgezahlt werden. Spätestens in drei Jahre stehen die Banken (oder der am Ende haftende Steuerzahler) damit vor einem erneuten, noch viel größeren Problem. Hinzu kommt, dass diese neue Liquidität durch die EZB nicht von heute auf morgen aus dem Markt genommen werden kann, um mögliche Inflation zu bekämpfen.

Ergo: Der große Befreiungsschlag ist mit dem vermeintlichen EZB-Coup nicht gelungen. Es wird weiter auf Zeit gespielt. Die Kuh ist nicht vom Eis.

Goldreporter

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Eingetragen von am 26. Dez. 2011. gespeichert unter Banken, Euro, Europa, Hintergrund, News. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

3 Kommentare für “Fragwürdiger Coup – EZB spielt weiter auf Zeit und erhöht die Risiken”

  1. Der Mario Draghi redet wie ein deutscher, handelt aber wie ein italienischer Notenbanker. D.h. er betont immer die Bedeutung der EZB für die Geldwertstabilität, durch seine Politik hat er aber praktisch die europäische Transferunion eingeführt. Die südeuropäischen Staaten werden nämlich ab sofort durch die Notenpresse finanziert.
    Natürlich werden die Banken viele Staatsanleihen kaufen. Durch ihr Wohlverhalten stellen sie nämlich sicher, dass es irgendwann wieder Geld aus der Notenpresse gibt.
    Normalerweise hätte Angela Merkel die GSG 9 nach Frankfurt schicken müssen, damit die ganze EZB-Mafia hinter Gitter kommt. Die Verhaftung der EZB-Banker wäre aber sicher auch das Ende des Euros und wahrscheinlich der gesamten EUdSSR geworden und daran haben die deutschen Politiker absolut gar kein Interesse.
    Die südeuropäischen Staaten werden in Zukunft sicherlich auch nur noch symbolisch sparen, die Staatsanleihen werden ja sowieso gekauft. Mal sehen wieviele Billionen Euro die EZB „verleihen“ kann, bevor das Finanzsystem endgültig an die Wand fährt. Die deutschen Politiker, die jetzt zu feige sind, die Notenpresse der EZB zu stoppen, sollten wissen, dass viele Bürger in Deutschland sehr wütend sein werden, wenn die 5 Billionen Euro auf deutschen Sparkonten nichts mehr wert sind.

    • Ja dieser mafiabande sollte man das handwerk legen…die sind ja so großzügig im verleihen und 10% muss zurückgezahlt werden???? Ja dann viel spaß Europa geht den bach runter kein geldsystem hat auf dauer so funktioniert.
      Keiner Hat einsichten in die akten/haushalt der EZB, warum denn auch die Grundgesetze der jeweiligen Länder beachten, wenn man sich selbst Politische/Rechtliche Immunität holen kann. Ist ja alles bestens…
      Am besten die ganze Bande … will ich gar nicht sagen

  2. So sehr ich die Wut und den Frust mancher Kommentatoren hier verstehe (Mir geht auch das Messer in der Tasche auf), gilt es doch kühl und besonnen zu überlegen,was zu tun ist.Wir befinden uns in einem Krieg, einem globalen oder Welt-Währungskrieg.Daran gibt es keinen Zweifel.Der Grund oder die Waffen sind das Papiergeld,welches den Wert „Null“ hat,demnächst auch wieder dahin zurückkehrt, aber bis dahin die Potenz hat, Kulturen und Völker zu zerstören und in die Armut zu treiben..
    Ein einfaches Beispiel: Wenn Sie 100 Euro zu Bank tragen, hinterlegt die Bank 10 Euro und gibt Ihre 90 Euro als Kredit raus.Und wenn Sie denken, interessiert mich nicht, die Bank hat die Verantwortung, so irren Sie. Die Bank tut das in Ihrem Namen, Sie tragen das Risiko, dass sie die 90 wieder zurückbekommen. So ist das Spiel. Papiergeld eignet sich deshalb nicht als Sparguthaben und Wertmittel, da es nicht „aufbewahrt“ , sondern sofort weitergegeben wird. Strengenommen könnten Sie es auch Ihrem Nachbarn geben.Dann wissen Sie wenigstens wer es hat. Es hat keinen Sinn, Papiergeld zur Bank zu tragen. Die Bank ist ein Kreditinstitut. Der umgekehrte Weg wäre richtiger.
    Deshalb gibt es nur einen Rat: Papiergeld nur zum Tauschen von Waren, denn dafür wurde es gemacht. Hat man zuviel Papiergeld erwirtschaftet, muss man es in Sachwerte tauschen. Am Besten in wertstabile, begehrte und brauchbare Werte.Edelmetalle eignen sich dafür ganz vorzüglich, da disket und annerkannt.
    Und wer EM nicht mag, kann es ja mit schweizer Uhren, Bildern, Ikonen oder Briefmarken versuchen.Wenn er sich damit auskennt. Aber nur dann. Denn bei Edelmetallen brauchen Sie kein allzu großes Fachwissen.Keep it simple.

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