Montag,27.Mai 2024
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Goldpreis: So treibt China den Kurs nach oben!

Der Goldpreis markierte auch in dieser Woche ein neues Allzeithoch. Wir analysieren den Handel am US-Terminmarkt und zeigen, wie China in Sachen Gold den Takt vorgibt.

Goldpreis weiter stark

Am gestrigen Freitag ging der Goldpreis erneut oberhalb von 2.400 US-Dollar aus dem US-Futures-Handel, nur knapp unterhalb des bisherigen Allzeithochs vom vergangenen Dienstag. Trotz kurzzeitiger Rücksetzer ist das Momentum auf dem Goldmarkt weiter stark ausgeprägt und Kursschwächen werden ganz offensichtlich immer wieder als Kaufgelegenheiten angesehen. Wir sehen uns an, was vergangene Woche am US-Terminmarkt und was mit dem Goldpreis in Shanghai geschehen ist.

Gold, Goldpreis, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Während Gold im Westen zu Höchstpreisen verkauft wird, boomt der chinesische Markt für physisches Gold. Kein Wunder, dass Shanghai den Takt bei der Goldpreis-Entwicklung vorgibt (Bild: Goldreporter).

CoT-Daten

Dazu analysieren wir zunächst die aktuellen COT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 16. April 2024 an der COMEX. Hier sank die Netto-Short-Position der „Commercials“ gegenüber Vorwoche noch einmal leicht um 0,8 Prozent auf 222.758 Kontrakte. Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 0,25 Prozent ab auf 201.923 Kontrakte. Dabei sanken die Netto-Käufe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) um knapp 5 Prozent auf 134.736 Kontrakte.

Open Interest

Auch beim Open Interest gab es gegenüber Vorwoche zunächst nur geringe Veränderungen. So ging die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX per 9. April um 1 Prozent zurück auf 505.214 Kontrakte. Bis zum Handelsschluss am Freitag ging es dann um weitere 0,8 Prozent rauf auf 521.267 Kontrakte. Im Vorwochenvergleich (Freitag bis Freitag) stieg der Open Interest um 0,7 Prozent.

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Gold-Optionen

Im Gold-Optionshandel an der COMEX ist der Open Interest im Vorwochenvergleich noch einmal deutlich gestiegen, um 9 Prozent auf nun 1.151.335 Optionen. Dabei nahm die Put/Call-Ratio erneut zu auf 0,756 (Vorwoche: 0,734). Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 132 Call-Optionen. In der Vorwoche waren es noch 136. Damit wird in diesem Segment immer mehr Gold geshortet.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis schloss im US-Futures-Handel (Juni-Kontrakt) mit 2.406,70 US-Dollar pro Unze. Somit legte Gold gegenüber Vorwoche noch einmal um 2 Prozent zu. Dagegen liegt das aktuelle Rekordhoch weiterhin bei 2.407,80 US-Dollar (2.267,02 Euro) vom 16. April 2024. Im Wochenverlauf war der Goldpreis immer wieder unter die 2.400er-Marke gerutscht. Ansonsten bewegte sich der Kurs über die vergangenen Handelstage recht stabil innerhalb einer 30-Dollar-Spanne.

Gold, Goldpreis, ChIna, COMEX
Goldpreis in US-Dollar, US-Futures (Juni-Kontrakt): Shanghai ist New York 12 Stunden voraus. Am 18. April um 21 Uhr (NY) war es in Shanghai 9 Uhr (19.04.24) und der chinesische Handel nahm Fahrt auf. Gleichzeitig ist zu sehen, dass das Handelsvolumen an der COMEX kurz vor Handelsschluss stark anstieg (Quelle: CME Group). 

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen blieben die Goldbestände in den COMEX-Tresoren praktisch unverändert bei 17,58 Millionen Unzen (Vorwoche: +190.000). Dabei stiegen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ leicht um 10.000 Unzen ab auf 10,06 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 521.267 Kontrakten handelten Trader Ende der vergangenen Handelswoche insgesamt 52.126.700 Unzen Gold in Form von Standard-Futures (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell noch zu 33,7 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt.

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den Kontraktmonat April nun 16.180 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen innerhalb einer Woche 1.933 hinzu (Vorwoche: +910). Im gesamten Vormonat waren es lediglich 6.057 Anträge. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Goldpreis-Ausblick

Die Goldpreis-Rally ist nach wie vor nicht aus der Spur zu bringen. Auffällig ist aber, dass auf dem amerikanischen Optionsmarkt immer mehr Händler auf einen fallenden Goldpreis wetten (siehe steigende Put/Call-Ratio). Aber ganz offensichtlich wieder der Goldpreis weiterhin primär in China gemacht und die westlichen Märkte müssen nachziehen. Die jüngsten Außenhandelsdaten der Schweiz zeigen den enormen physischen Gold-Strom, der zuletzt von den USA nach Fernost führte (Goldpreis: Diese Zahlen dokumentieren Chinas Kaufrausch!). Dabei können die abnehmenden Goldbestände an der COMEX auch ein weiterer Hinweis darauf sein, dass Gold im Westen verkauft und im Osten gekauft wird.

Gold in China

Am Donnerstagnachmittag um 14:30 Uhr (8:30 Uhr Berlin; 2:30 Uhr New York) notierte der Goldpreis an der Shanghai Gold Exchange mit 563,37 Yuan pro Gramm. Das entsprach zu diesem Zeitpunkt 79,45 US-Dollar pro Gramm oder 2.471,27 US-Dollar pro Unze.

Zu diesem Zeitpunkt wurde Gold an der COMEX (Juni-Kontrakt) gerade einmal mit 2.392 US-Dollar pro Unze gehandelt. Währenddessen kostete die Feinunze Gold am europäischen Spotmarkt (FOREX) 2.377 US-Dollar.

Also: Wer Gold im Westen kaufen und in Shanghai zeitnah verkaufen kann, machte ein lukratives Geschäft. Damit treiben Arbitrage-Geschäfte den Goldpreis an den westlichen Börsen früher oder später nach oben. Der Gold-Chart oben ist ein weiterer Hinweis auf den großen Einfluss des chinesischen Marktes.

Fazit: Die Goldpreis-Rally wird derzeit klar von den asiatischen Märkten getragen. Dort gibt es große Käufer. Und solange dies der Fall ist, dürfte der Kurs des Edelmetalls seinen steigenden Trend fortsetzen.

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11 Kommentare

  1. All das war zu erwarten.Niemand lässt sich ausnutzen
    ( Waren zu liefern und sich mit Schuldscheinen bezahlen zu lassen), dann noch bedrohen ( Einfrieren der Konten) und letztlich noch belehren und beschimpfen.
    Es sieht so aus, als ob der Westen, darunter auch wir hier, keine Geschäfte mehr auf Kosten anderer machen können.
    Und dann noch vom hohen Ross herunter massregeln wollen.
    Ich kann nur hoffen, dass die USA und auch wir genug Gold haben, um jetzt über die Runden zu kommen.

    • @Maruti
      völlig richtig gesagt und doch ist Gold nicht der Weisheit letzter Schluss.
      Nur mal angenommen es gäbe genügend Gold oder der Goldpreis wäre so hoch, dass jeder Staat der Welt eine goldgedeckte Währung einführen könnte, so werden die Ungleichgewichte und Währungskrisen keinesfalls aus der Welt geschaffen.
      Es kann auf der Welt einjeder arm sein, aber jeder Reich nicht. Das gibt unser Planet niemals her. Fressen und gefressen werden sind die Naturgesetze.

      • Die Rechnung heißt wieviel Gold ist in Summe vorhanden und wieviel kommt
        jährlich dazu!
        Damit sich die Summe verdoppelt vergehen über 50 Jahre.
        Wieviel Jahre vergehen bis sich sich die Papiergeld Menge verdoppelt ( lässt) !
        Kaufkraft minus Druck Geschwindigkeit.

        • @jorgos

          Die Goldmenge wird sich in 50 Jahren nicht verdoppeln. Es werden keine 3000 Tonnen im Jahr abgebaut. Dazu kommt, daß die Menge dramatisch sinkt und die Kosten der Minenbetreiben stark steigen. Darum wird es auch immer schwieriger mit Gold- und Silberminen an der Börse Geld zu verdienen.

          • Meine Worte, Gold und Silberminen werden erst anlaufen wenn es eine Neubewertung für Metalle gibt bzw. Die Preise noch stärker steigen.
            Habe ich vor längerer Zeit hier schon mal geschrieben das sich ein invest in Minen meines Erachtens nicht lohnen kann. Darum bin ich nur in physisch

  2. @maruti,
    gibt es einen glaubwürdigen und unabhängigen zeugen für die behaupteten goldmengen in fort nix oder fed?
    oder muss man den soziopathischen lügnern einfach ihren beteuerungen glauben schenken?
    wie damals bei der unoversammlung, mit dem staubzuckersäckchen, in dem sadam hussein’s anthrax gewesen sein soll? (ich dachte mir damals, was wohl passieren würde, wenn das säckchen platzt……..)

    • @1150
      Gold ist eine Waffe und da lässt sich keiner in die Karten schauen. Ein Bluff mit einer Attrappe, überzeugend ausgeführt, hat schon manchen Einbrecher verscheucht oder einem Räuber zu einem Banküberfall verholfen.
      Einfach gesagt, wir wissen es nicht, ob die USA oder andere bluffen. Anzunehmen wäre es.
      Putin ( als er noch im deutschen Bindestag mit Applaus begrüsst wurde und eine Rede halten durfte, antwortete in perfektem Deutsch auf die Frage einer Möglichkeit eines 3.Weltkrieges:
      Der ist möglich, nur wird er auf dem Finanzsektor und der Wirtschaft ausgetragen werden. Der Bundestag atmete erfreut auf und ging zum Buffet über, aber bitte mit Sahne.
      Man hätte es besser wissen müssen, den nun sind wir mitten drinnen.
      Die Waffe Gold wird kriegsentscheidend sein, deshalb habe ich seit damals jede Menge Gold erworben, soviel ich mir leisten konnte und werde es weiter tun.

  3. Währungskrisen entstehen aus finanziellen Fehlallokationen. Misswirtschaft, Kriege, Fiatmony und Sozialismus.
    Bei verbindlich Gold gedeckten Währungen ist das grundsätzlich erstmal nicht so.
    D.h., zumindest Staaten mit einem Goldstandard sind nicht pleite gegangen solange dieser Standard nicht aufgekündigt wurde. Die Wirtschaftskraft eines Staates spielt da ehr eine untergeordnete Rolle, solange man die Regeln vernünftiger Finanzwirtschaft einhält.
    Da ist genau der Punkt an dem dieser Kreislauf hängt. Ideologie, Völlerei, Gier und Überheblichkeit brachten noch jeden und alles zu Fall.
    Wir erinnern uns als Japan vor ca. 30 Jahren sich anschickte größter Finanzplatz auf dem Spielbrett werden zu wollen. Was machte der Hegemon. Er zog der aufgehenden Sonne den Stecker und Mittags war sie vom Brett.
    Jetzt China, gleiches Spiel, gleiches Brett.
    Vor wenigen Jahren schwadronierten noch Analysten darüber, das es nie wieder Zinsen
    über 4% geben würde, da kein Schuldenstaat diese Zahlen könnte und bankrott ginge.
    Was ist die Realität? Deutlich darüber mit bekannten Folgen.
    Letztes Jahr wieder dieses Geschwätz über massive Zinssenkungen. Welcher Staat ging pleite?
    Realität, die Zinsen gehen weiter nach oben.
    Wer fliegt nun von diesem Spielbrett? Der alte Hegemon oder die Kommunisten?
    Klar ist, das Spiel hat seinen Preis. Die Einsätze sind hoch. Bezahlt durch korrupte Regierungen und Vasallen die glauben davon noch profitieren zu können.
    Bleibt die Frage, wieso fließt noch echtes Geld von West nach Ost?
    Wieso wird Das nicht verboten, wo doch alles und jedes „Reguliert“ (sanktioniert) wird.
    Es wird die Monition an die „verschenkt“ mit der am Ende auf einen selbst gezielt wird.
    Unglaublich!

  4. @goldfisch,

    weil man im osten go und schach spielt. dabei muss man eben einige züge im voraus denken,
    nicht so beim pokern, wo man zwar mit einer leeren hand und dem colt unter dem tisch eine zeitlang seinen gegenüber täuschen und einschüchtern kann, aber eben nicht ewig.
    im osten spielt man im richtigen leben auch die regeln und strategien eines herrn sun tzu.
    im westen kennt das neue unbildungsbürgertum nicht die herren machiavelli, clausewitz, hayek und mises.
    stattdessen hat man sich bedingungslos einem keynes und dem korporatismus ausgeliefert
    das berühmte wort: wenn du frieden willst, rüste zum krieg wird im westen grundsätzlich falsch interpretiert.

  5. @ Goldfisch
    Gut gebrüllt Löwe. Mir ging das auch schon die ganze Zeit durch den Kopf. Die Big Player im Westen können doch nicht völlig verblödet sein. Auch wenn es heut anders aussieht wie vor 30 Jahren, könnten einige Länder ins offene Messer laufen. War es nicht Nixon der sagte „wir haben den Dollar und ihr die Probleme“ ? Bis jetzt hat es leider funktioniert.

    Gruß auch in die Runde
    barmbekbasch

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