Freitag,09.Dezember 2022
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Gold als Geldanlage: So groß ist der deutsche Markt!

Gold, Goldmünzen, Goldmarkt, Deutschland (Foto: Goldreporter)
Gold als Altersvorsorge und Krisenschutz: Seit der Lehman-Krise haben deutsche Anleger rund 61 Milliarden Euro in Goldmünzen und Goldbarren investiert, bei einer physischen Nachfrage von mehr als 1.900 Tonnen (Foto: Goldreporter).

Seit Ende 2019 wird in Deutschland pro Quartal Gold im Wert von mehr als einer Milliarde Euro nachgefragt. Der Peak von 2008/2009 wurde aber noch nicht wieder erreicht.

Deutsche Gold-Nachfrage

Die deutsche Nachfrage nach Gold in Form von Goldbarren und Goldmünzen hat im dritten Quartal ein neues 3-Monats-Hoch erreicht. Das meldete der World Gold Council (WGC) in seinem jüngsten Goldmarktbericht (Gold Demand Trends). Goldreporter hat die Zahlen des Branchendienstes einmal zurückverfolgt bis ins vierte Quartal 2008. Denn wir wollten wissen, wie sich die Goldnachfrage in den vergangenen Jahren in Deutschland entwickelt hat und die Größe des deutschen Goldmarktes aufzeigen – in Tonnen und in Euro gerechnet.

Quartals-Peak 2008

Nach wie vor unübertroffen ist die Nachfrage im vierten Quartal 2008, also unmittelbar nach der Lehman-Pleite und mit dem Beginn der Weltfinanzkrise. Denn damals wurden in Deutschland laut den WGC-Zahlen innerhalb von drei Monaten 71 Tonnen Gold im Wert von 2,28 Milliarden Euro nachgefragt. Zum Vergleich: In den ersten drei Quartalen des Jahres 2008 zusammen waren es seinerzeit 43 Tonnen Gold.

Gold: Nachfrage und Warenverfügbarkeit

Im ersten Quartal 2009 folgte dann gleich der bislang ebenfalls ungeschlagene zweitstärkste 3-Monats-Abschnitt – mit einer Nachfrage von 59 Tonnen Gold im Wert von 1,9 Milliarden Euro. Bei der Berechnung haben wir jeweils den Goldpreis-Durchschnitt im jeweiligen Dreimonatszeitraum zugrunde gelegt (London P.M.).

Gold, Goldmarkt, Deutschland, Goldnachfrage, Anlagegold
Zuletzt lag die deutsche Nachfrage nach Anlagegold vier Quartale in Folge oberhalb von 40 Tonnen (Quelle: World Gold Council).

In den Folgequartalen ging die Goldnachfrage dann deutlich zurück. Allerdings lag dies auch an der mangelnden Warenverfügbarkeit. Viele Edelmetall-Shops waren zu dieser Zeit praktisch leergekauft. Und diese Situation haben wir erneut in den Jahren während der Eurokrise (bis 2012), im Umfeld der Corona-Krise und bis zuletzt auch nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine mehrfach erlebt.

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Das meiste Geld steckten Anleger im Rahmen der Weltfinanzkrise von 2008/2009 ins Gold. Der Rekord vom vierten Quartal 2008 mit einer Goldnachfrage von über 2,2 Milliarden besteht weiterhin (Quelle: World Gold Council, Berechnung: Goldreporter).

Konstant hohe Gold-Nachfrage seit 2019

Seit Ende 2019, also mit Beginn der Corona-Krise, sehen wir eine konstant hohe Goldnachfrage in Deutschland. Denn diese liegt nunmehr seit praktisch zwölf Quartalen jeweils oberhalb von einer Milliarde Euro.

Und mit der Zeit haben sich enorme Anlage-Volumina angesammelt. Wir haben die WGC-Zahlen aufaddiert:

  • Seit dem vierten Quartal 2019 wurden in Deutschland insgesamt 511 Tonnen Gold im Wert von 16,43 Milliarden Euro nachgefragt.
  • Im Zeitraum seit der Lehman-Krise bis heute haben Anleger in Deutschland 1.909,70 Tonnen Gold im Wert von 61,4 Milliarden Euro gekauft!

Statistischer „Fun Fact“: Die 61,4 Milliarden Euro wurden zu einem Durchschnittskurs von genau 1.000 Euro pro Unze erworben.

Hinzu kommt: Auch Silber war in den vergangenen Jahren hierzulande stark in Form von Barren und Münzen gefragt. Dieses Geschäft hat aber gemessen an der Goldnachfrage einen Anteil von weniger als 10 Prozent.

Warum Deutschland?

Deutsche Anleger gehören traditionell weltweit zu den größten Goldkäufern. Im dritten Quartal 2022 rangierte Deutschland in der Kategorie Anlagegold gemäß der WGC-Zahlen auf Platz vier, hinter China, Türkei und Indien.

Bei den Deutschen sind die Bilder der Hyperinflation während der Weimarer Republik zwischen 1914 und 1923 tief verankert. Praktisch jeder kennt die Fotografien aus den Schulbüchern, auf denen Menschen mit Schubkarren Geldscheine durch die Straßen schieben oder mit Geldscheinhaufen Öfen beheizen. Die maximale monatliche Inflationsrate betrug seinerzeit 32.400 Prozent. Gold stellt den ultimativen Schutz gegen Geldentwertung dar und ist möglicherweise bei den Deutschen derzeit so begehrt.

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20 Kommentare

    • @ Bauernbua

      Tja da hast du schon auch recht, doch leider sind es bei uns auch viel zu wenige die physisch kaufen !!!
      Nun hoffe ich, das ich einigen hier auch etwas helfen konnte schöne Einstiege zu finden, denn wir könnten das Tief auch schon gesehen haben. Aktuell sind die folgenden Marken als Widerstände relevant:
      $1692 (Kurzfristig)
      $1709 (Mittelfristig)
      $1739 (Langfristig)
      Und ja auch gestern einen super Einstieg Bitcoin erwischt, beim vorletzten Tief bei mir im Chart ,auch der Bitcoin könnte sein Tief gesehen haben. Die Zeit wird es uns allen zeigen
      Grüße aus Wien

      • @ukunda
        Danke für Deine Antwort.
        Ich interessiere mich nicht für Charttechnik, bin stockkonservativ.
        Investiere ausschließlich in physische Edelmetalle und das schon lange.

        Bin im Schnitt ca. 500 Euro pro Goldunze im Plus.
        Rechne ich die reale Inflation – bin ich max. auf Null, eher im Minus.
        Silber ähnlich, habe ich alles um 2015 gekauft.
        Da ist der Spread riesig.

        Bitcoin ist sicher ein absolut super Spekulationsobjekt, aber niemals würde ich da investieren.
        Den Morgan Report habe ich abonniert, ich schätze David Morgan.
        Obwohl es stark um Minen geht.

        Aber ich bin sehr bullisch für Edelmetalle.

        • @ Bauernbua
          Ich weiß das du konservativ bist und DU hast absolut Recht !!!!!
          Bleib so wie DU bist denn Das paßt voll ;-)
          So nun noch eine Grundinformation für @ All
          Bin mir ab heute Nachmittags beim Dollar sicher dass wir den 2 Jährigen Dollaraufwärtstrend gebrochen haben !!!!!!
          Also bin ich Dollar negativ die Dollarrally ist vorbei, deshalb GOLD SILVER BITCOIN long
          Bei den Minen muss man aber noch bisserl vorsichtig sein !!!!!

          • @Ukunda
            Warum muss man bei den Goldminen aber noch ein bisserl vorsichtig sein ?

            Da der Goldpreis langfristig ansteigt, dazu hat er bereits das entscheidende Signal gegeben, sollte man keine Zeit verlieren, Goldminenaktien eben zeitgleich zum Goldpreisanstieg zu ordern, so ferne man dafür affin ist, ansonsten fährt der Goldzug eben ohne eigene (noch günstige) Goldminenaktien davon.
            Davon können sie ausgehen.
            Der gleichzeitige Anstieg ist eben eine spezielle Eigenart des Goldmarktes.

  1. 14:30 Uhr: der US-Verbraucherpreisindex (VPI) mit den aktuellen Inflationszahlen
    wird veröffentlicht.

    Prognose: leichter Rückgang von 8,2% auf 8,0%.

    Gold rauf, oder runter?

    • @ Klapperschlange
      Bin mir voll bewußt des Risikos,habe auch noch Kurse auf dem Radar von 13.772.- und 9802.- usd
      Gestern habe ich mir noch dazu ein Hebelzerti auf den Bitcoin gekauft das heute wieder verkauft wurde denn 12 % sind ja nicht schlecht. Denn Bitcoins werde ich nie verkaufen
      Genauso mach ich das auch bei Gold oder Silver Zertis und Minen dazu. Das ist für mich mein persönlicher Mix
      Um die physische Ware so lange wie möglich zu halten und nie zu verkaufen. Und das nun schon seit 2004 wo ich erstes Mal physisch gekauft habe.
      Lasst es euch alle auch gut gehen in Zeiten wie diesen.

    • @Klapperschlange:
      0.2%. Na das ist ja was.
      Der Lehrer: Also, eine 6 ist es nicht, wie du erwartet hast.
      Es ist eine 5.98 geworden.
      Darauf der Schüler freudenstrahlend zum Papa: Ich habe mich deutlich verbessert, sagt der Lehrer.
      Ich glaube, nun ist eine kräftige Taschengeld Erhöhung fällig. Von 50 Euro auf 150 mtl.
      Da stimmt Papa erleichtert zu.

      • @Maruti

        Gestern wurde eine US-Inflationsrate von 7,7% vermeldet, also
        ein Rückgang von 0,5%, der an der Wallstreet Freudentränen
        und Jubelschreie ausbrechen ließ: eine fallenden Inflationsrate wird
        die FED zu geringeren Zins-Anhebungs-Schritten zwingen, womit
        eine Kehrtwende der Zinspolitik erkennbar ist: hebt die FED im Dezember
        den Leitzins „nur“ noch um 0,5% an, dürfte der US-Dollar an plötzlicher
        Schwindsucht“
        leiden und Gold wieder die $2000,-Marke anvisieren.

        Die gestrigen Reaktionen der Börsen und der Edelmetall-Kurse waren und
        sind eindeutig.

        Dennoch: nimmt man die offizielle Inflations-Berechnungsmethode der
        USA bis 1980 (2. Grafik rechts oben im nachfolgenden Artikel), dann
        herrscht in den USA tatsächlich eine Inflation von über 17 %:

        http://www.shadowstats.com/alternate_data/inflation-charts

        Beim Tanken (vor allem beim Diesel) sieht man es deutlich, auch bei uns.

        ♪ ♫ ♬ (̶◉͛‿◉̶) ♪ ♪ ♫

  2. Wie war das nochmal, 3 Speichen Regel. 1/3 Edelmetalle, Edelsteine. 1/3 Immobilien, Acker Flächen, Wald. 1/3 Aktien, Bargeld, ect. Gold ist echtes Geld, das sollte die Basis sein. Immobilien, auch wenn der Preis fällt, solange alles abbezahlt ist und die Substanz noch gut ist. Acker Flächen, die Menschen müssen immer was essen. Aktien, kann man, muss nicht. Bargeld in gewisser Höhe, um nicht anderes verkaufen zu müssen.

  3. @ DerSchrauber

    Zu deiner Frage „“Warum muss man bei den Goldminen aber noch ein bisserl vorsichtig sein ?““
    Ganz einfach weil man zuerst den Wochenschluß vom US-Dollarindex abwarten muß. Es könnte sich ja um einen Fehlausbruch auf der Unterseite handeln, erst Wochenschluss unter 109.84.-usd wird der Abwärtstrend bestätigt gerade jetzt um 20.22 uhr steht Er bei 108.43.-
    Deshalb vorsichtig denn es könnte nochmals ein Rücklauf zu den 109.84.- kommen
    Hoffe ich konnte dir weiter helfen

  4. @Ukunda Neben den Chart- und Wellentechnikern fehlt bei Josef das Fachwissen des Edelmetallbullen. Warum lässt du dich dort nicht mehr sehen?

  5. Man sollte schon deutlich sagen, dass Gold nicht ein alleiniger Ersatz für die Altersvorsorge sein kann.
    Auch wenn es schwer fällt, der Grundpfeiler der Altersvorsorge ist nun mal die staatliche oder staatsgleiche Rente und Pension.
    Denn die wird auch gezahlt, wenn so manches den Bach runter geht. Kein Staat, nicht mal der in desolaten Ländern, kann sich leisten, seine Rentner verhungern zu lassen.
    Gold kann nur die Aufgabe des Auffüllen des Defizits bei der Rente erfüllen.
    Wenn einer etwa 1500 Euro oder darüber Nettorente bezieht ( das ist eine Menge, nach Abzug von Versicherungen und Steuern), kann es durchaus beruhigend sein, jeden Monat, wenn es darauf ankommt,
    1 Krügerrand umzurubeln.
    So für 30 Jahre oder 360 Monate.
    Da man aber kaum jeden Monat bei dieser Rente einen brauchen wird, würden nach meinen Berechnungen
    1/3 davon durchaus reichen.
    Das wären 120 Unzen oder 3,7 Kg Gold, die schön wären, wenn man das hätte, neben dem meist vorhandenen Sparbuch.
    Kein Luxusleben, aber doch ein finanziell beruhigendes
    „Zusatzeinkommen“.
    Das hört sich viel an, ist es jedoch nicht, wenn jemand keine anderen Einkünfte oder geldwerte Besitztümer hat
    Menschen mit Mindesteinkommen im Arbeitsleben werden kaum diese Möglichkeiten der Absicherung haben.
    Wenn also jemand ein gute Einkommen im Arbeitsleben hat und keine Immobilien oder Aktien haben will, tut er gut daran, in seine Rentenkasse zu zahlen und seine Goldvorräte und Bargeldvorräte zu überdenken.
    Man muss nicht sein gesamtes Einkommen, auch als Gutverdiener, bis zum letzten Cent verpulvern, für Luxus, Spass und soziales Prestige.

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