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Unser Geldsystem: Süchtig nach Kredit

Gold, Rettungsring

Wer im Kredit-Tsunami überleben will, braucht einen guten Rettungsring: zum Beispiel Gold (Bild: Scott Maxwell – Fotolia.com)

Unser heutiges Geldsystem ist abhängig von Kredit. Mit immer neuen Schuldenorgien versucht man die Menschen bei Laune und die Maschinerie am Leben zu erhalten. Manche Staaten probieren es mit Entwöhnung. Doch am Ende wird das System an einer Überdosis zugrunde gehen!

Wenn ich heute Schulden aufnehme, ein Haus kaufe und einziehe, dann leiste ich mir einen Luxus, den ich mir durch Sparen erst sehr viel später, hätte leisten können. So gesehen ist Kredit nichts anderes als vorweggenommener Konsum.

Wenn ein Maurerbetrieb oder ein Einzelhändler einen Kredit aufnimmt, um sein Geschäft zu erweitern, dann werden Werte geschöpft. Es ist ein produktiver Kredit, der den Wohlstand mehrt. Er trägt im Idealfall dazu bei, Einkünfte zu erwirtschaften, um den Kredit zurückzuzahlen und darüber hinaus noch einen finanziellen Überschuss zu erzielen. Im Idealfall werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Volkswirtschaftlich betrachtet gibt es also sozusagen „guten“ und „schlechten“ Kredit, produktiven und unproduktiven.

Zwar profitieren Handwerker und Bauunternehmen auch von meinem kreditfinanzierten Bauprojekt. Doch der Konsum ist zeitlich nur vorweggenommen. Das bedeutet, Gegenwartskonsum erfolgt auf Kosten geringeren Konsums in der Zukunft. Dies ist einer der Gründe, warum unser rein auf Kredit gefußtes Geld- und Finanzsystem den ständigen Wechsel von Boom und Crash provoziert.

Noch viel problematischer ist es, wenn Konsumenten einen Kredit für Dinge aufnehmen, die sie sich auch zu einem späteren Zeitpunkt nie hätten leisten können. Der kreditfinanzierte Konsum fördert zwar in der Gegenwart die wirtschaftliche Aktivität. Doch die Zukunft sieht umso düsterer aus. Denn zunächst verringert der vorweggenommene Konsum spätere Ausgaben. Zudem verschärfen Kreditausfälle die gesamtwirtschaftliche Lage, dann, wenn die Konjunktur abflaut, Menschen ihre Arbeit verlieren und ihre Darlehen nicht mehr zurückzahlen können. Die Folgen haben wir zuletzt in der US-Subprime- und Finanzkrise von 2008/2009 erlebt.

Was seit der Einführung reinen Papiergeldes im Wesentlichen passiert, ist das gewaltige Voranschieben enormer Mengen an immer mehr Kredit. Dabei ist der Anteil des unproduktiven Kredits aufgrund der allgemeinen weltweiten Nachfrageschwäche immer weiter gestiegen. Es wird in der Gegenwart eine florierende Scheinwelt geschaffen, die man versucht, mit immer mehr Kredit möglichst lange aufrecht zu erhalten. Kurz: Das System ist süchtig nach Kredit.

Zuletzt versuchten es einzelne Staaten (z.B. Griechenland, Deutschland) mit Entzug. Man nennt das Spar- oder Austeritätsprogramm. Doch das Problem der faulen Kredite holt die Systemprotagonisten immer wieder ein. Wie in Italien und Spanien, wo die Finanzinstitute weiterhin mit dem toxischen Abfall der letzten Kreditparty zu kämpfen haben.

Produktivität, Schulden, BIZ

Sinkende Produktivität (links) bei stetig steigenden Schulden (rechts). Quelle: BIZ-Jahresreport 2016.

 

Welchen versteckten Gefahren Finanz- und Weltwirtschaft in diesem Zusammenhang ausgesetzt sind, beschrieb die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ihrem Jahresreport von 2016. Dort sprach man von „Risky Trinity“, also vom dreieinigen Risiko. Gemeint sind damit:

  • Schwaches Produktivitätswachstum
  • Anhaltend hohes Schuldenniveau
  • Kaum mehr Spielraum für geldpolitische Maßnahmen

Am Ende kommt es zu Exzessen. Zentralbanken (insbesondere die EZB) versuchen die Kreditvergabe sogar mit negativen Zinsen und dem systematischen Ankauf von Staatsschulden (Anleihen) anzuheizen. Das Aushebeln marktwirtschaftlicher Mechanismen verdeutlicht das vorangeschrittene Sucht-Stadium. Besonders extrem erleben wir dies nun in Venezuela, Argentinien oder der Türkei. Wenn Staat und Notenbanken beginnen, in letzter Verzweiflung grenzenlos Geld zu drucken, dann ist es nicht mehr weit bis zum „Golden Schuss“. Im Staatsbankrott werden dann neben den Schulden auch die Guthaben der Gläubiger vernichtet und der schöne, mit Kredit finanzierte Wohlstand ist dahin. Wer rechtzeitig in Gold investiert hat, entzieht sein Vermögen diesen unheilvollen Prozessen.

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Eingetragen von am 26. Okt. 2018. gespeichert unter Banken, Gold, Hintergrund, News, Währung. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Sie können zum Ende springen und eine Antwort hinterlassen. Bitte beachten Sie unsere Forenregeln. Pingen derzeit nicht möglich

17 Kommentare für “Unser Geldsystem: Süchtig nach Kredit”

  1. Die Verschuldung spielt keine grosse Rolle, die Zahlen sind unendlich und die meisten Menschen können die Zahlen eh nicht aussprechen bzw. schreiben. So langsam sollte doch mal Panik in den Märkten aufkommen. Alles schön im Minus zum Wochenschlusskurs.

    Schönes Wochenende!

    • @nordseewelle

      Ich frage mich auch, wann Panik ausbricht. Im Augenblick handelt sich es aber um einen geordneten Abverkauf.

      Erst wenn EM parallel durch die Decke geht, wird es gefährlich für das System. Davon kann aber wirklich noch nicht die Rede sein.

  2. Wer will, kann heute vl. günstig nachkaufen!

    Interessant wird es aber erst wenn die Börsen in den USA öffnen und was das PPT Team tun kann und will.
    http://www.dasgelbeforum.net/board_entry.php?id=473033

    Gewiss müssen die heute etwas früher eingreifen ;-)

    Und wer glaubt, dass das PPT-Team so eine Geschichte aus dem Land der Verschwörung ist – bitte hier auf Wiki nachlesen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Plunge_Protection_Team

    Ich sitze da lieber in der ersten Reihe fußfrei
    und Popcorn long ;-)

    Schaumermal + Gruss

  3. @Stillhalter genau dann wird es richtig gefährlich aber man wird auch mit letzter Kraft versuchen Gold zu shorten. Es muss massiv gedrückt werden sonst ist ganz schnell Ende im Gelände. Es ist nur verrückt das die Masse es immer noch nicht verstanden hat das sie von vorne bis hinten beschissen wird. Aber wenn sie es verstanden haben wird es einen „nie dagewesenen Ausnahmezustand“ geben der in die Geschichte eingehen wird.

    • @f.s

      Vor dem Ausnahmezustand habe ich ein wenig Angst. Was nützt es, wenn ich noch Geld habe, aber alle Kneipen und Geschäfte geschlossen sind.

      Meine Lebensqualität wird dann trotz EM extrem sinken.

  4. Das Schlimme an der Geschichte ist das die Finanzterroristen (Bankster) das „Geld“ aus dem nichts erschaffen also sprich wertloses Papier ohne jegliche deckung oder gegenleistung der ahnungslose Kreditnehmer hingegen hat alle nachteile er muss für das praktisch in sekunden erschaffene falschgeld zinsen bezahlen und bei ausfall wird dem kreditnehmer auch noch alles genommen . Dieses ungedeckte Schuldgeldsystem ist nichts weiter als ein großen Verbrechen und gehört sofort abgeschafft .

    • @bernstein

      Aber wird es nicht abgeschafft, weil wir das doof finden.

      Da muss was ganz grosses stattfinden. Etwas grosses, was die Elite nicht zuvor kalkuliert hat.

  5. Jo, ist denn heut scho Weihnachten? :-)
    Mir geht schon bald das Popcorn aus!

    Liebe Trader:
    If there is panic – panic first! – Der Anleger sollte diese Worte des Börsengurus Harry Schultz nie vergessen…

  6. Feststellung

    Die Panik bleibt auch heute mal wieder aus. Wird alles wieder glatt gebügelt.

    • Ha, Genial – PPT – ein System, das funktioniert! ;-)

      Und als Gold dann über 1240 USD ging war schluss mit lustig!
      Auch Trump mag im Moment keinen Crash!

      + Gruss

    • Haben die Notenbanken wirklich alles im Griff?

      Der DOW (Jones Industrial Index) hat seit Anfang Oktober bisher über
      2000 Punkte verloren:
      https://www.stockcharts.com/h-sc/ui?s=%24INDU&p=D&st=2018-10-01&en=2018-10-26&id=p92753430975

      Und das, obwohl das bekannte PPT täglich immense Stützungskäufe tätigt,
      damit der US-Laden „NYSE“ nicht auseinanderbricht.

      Im selben Zeitraum „performte“ Gold recht ordentlich und erholte sich von
      $1190,- auf $1235,- obwohl das berüchtigte PPT jede Menge Papiergold-Leerverkäufe an der Comex platzierte;

      https://www.stockcharts.com/h-sc/ui?s=%24GOLD&p=D&st=2018-10-01&en=2018-10-26&id=p71643557174

      Ehrlich gesagt, möchte ich zur Zeit kein Bankangestellter sein, der – wie
      diese Woche häufig zu beobachten – in den groß angekündigten „Sparwochen“ seine (am Thema interessierten) Kunden in den Filialen mit (mindestens) zwei Lupen sucht.

      Das Sparschwein, das Sparbuch, der Bausparvertrag, die Lebensversicherung, der Fonds-Sparplan, …
      sind tot,- es lebe die richtige Altersvorsorge …

  7. Ende des Jahres steht der DAX bei 9900 .

  8. @Stielhalter .Das ist der Bereich ! Gold wird bis 1300$ plus/minus 20$ steigen und dann einen neuen Boden suchen .

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