Mittwoch,27.Oktober 2021
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Gold und Basel III: Ausnahme für Londoner Banken

Gold, Basel III, LBMA (Foto: Goldreporter)
Gold und Basel III: Die LBMA erwirkt laut Reuters-Bericht eine Ausnahmeregelung für Gold-Clearing in London (Foto: Goldreporter).

Gold, das in London gehandelt wird, soll von den strengere Kapitalregeln gemäß Basel III ausgenommen werden, meldet Reuters.

Basel III und Gold

Ende Juni in Kraft getretene Eigenkapitalvorschriften gemäß Basel III sehen höhere Sicherheitspuffer bei Banken vor, die mit „Papier-Gold“ oder nicht direkt zugewiesenem Edelmetall handeln.

Viel wurde von Fachleuten darüber diskutiert, welche Folgen dies für den internationalen Goldmarkt und den Goldpreis haben könnte (vgl.: Lässt „Basel III“ Silber- und Goldpreis explodieren?).

Geschäftsgefährdend

Dass die möglichen Auswirkungen immens sein können, verdeutlichte eine Initiative der London Bullion Market Association (LBMA). Diese hatte davor gewarnt, dass schärfere Kapitalregeln (Stichwort: Net Stable Funding Ratio = NSFR), die Marktfunktionalität gefährden könnten. Deren Befürchtung: Es könne Liquidität aus diesem Markt abfließen, die Finanzierungskosten solcher Geschäfte könnten stark steigen und auch die Zentralbankgeschäfte mit Edelmetallen könnten behindert werden.

Der Londoner Goldmarkt ist der weltweit größte Umschlagsplatz für physisches Gold. Dort handeln Banken aber auch mit Derivaten und betreiben umfangreiches Goldlagergeschäft.

Ausnahmeregel

Und der Einspruch dieser einflussreichen Goldlobby zeigte nun offensichtlich Wirkung. Wie Reuters nun berichtet, können Banken, die ihre Goldgeschäfte in London abwickeln eine Ausnahmegenehmigung beantragen. So teilte die Regulierungsbehörde (PRA) der Bank of England am Freitag mit, dass sie „beschlossen hat, ihre Herangehensweise an Edelmetallbestände im Zusammenhang mit Einlagen- und Clearingaktivitäten zu ändern“.

Begründung

Die LBMA hatte erklärt, Gold sei sehr liquide. Und deshalb sei kein Liquiditätspuffer für Clearing, Abwicklung und kurzfristige Transaktionen erforderlich. Die PRA ist wohl der gleichen Meinung und will das Clearing auf dem eigenen Goldmarkt deshalb von den schärferen Basel-3-Regeln befreien. Dazu bedarf es aber wohl einer Abstimmung mit der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA).

Goldreporter

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10 KOMMENTARE

  1. Nunja, eben alles Augenauswischerei gewesen, das Basel 3.Irgendetwas präsentieren, was ohnehin nichts ändert, war schon immer eine Domäne der Demokratie.
    Gold hat sich in den letzten Wochen ohnehin kaum verändert, in Euro sowieso nicht.
    Ich habe einen Vergleichs-Kilobarren der Münze Österreich, welcher heute
    49.350 Euro kostet. Der Barren schwankte im Preis so um die 300 Euro.
    Solange dieser nicht über 50.000 Euro wandert, warte ich weiter. Man hat ja Zeit.
    Inflation des Bargeldes ?
    Egal, dieser Barren inflationiert ja ohnehin mit.
    Und wenn ich ich den, oder die beiden am 31.12.2021 kaufe, immer noch Zeit genug.

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  3. Gott sei Dank, noch ein bisschen Zeit bekommen, mehr Gold günstig kaufen zu können. Aber leider nur ein bisschen Zeit, mehr nicht. Die Preise steigen wohl ebenso extrem wie die Geldmenge erweitert wurde.

    • @hamer
      Erwarten Sie nicht zu viel vom Inflationsschutz beim Gold.Bei einer Hyperinflation im Euroraum wohl ja, aber nicht bei einer weltweiten Inflation.
      Hier setzt die Mehrzahl auf Aktienpapiere..
      Hier die historische Entwicklung beim DAX.
      https://www.finanzen.net/index/dax/seit1959
      Über 4.000% Zunahme.
      Das werden Sie bei Gold nicht finden, jedenfalls nicht so leicht.
      Wenn nun Gold bis Ende des Jahres so bei 1500 Euro oder womöglich darunter dahin dümpelt und die Preise 3 % oder gar 5% steigen, ist nichts mit Schutz.
      Gold ist ME auch gar nicht vorrangig als Inflationsschutz gedacht. Es erfüllt andere Zwecke.

      • @ Maruti

        „Hier setzt die Mehrzahl auf Aktienpapiere..“
        Woher wollen Sie das denn wissen? Besonders wenn Aktien korrigieren sind diese schnell wieder unsexy.

        „historische Entwicklung beim DAX….Über 4.000% Zunahme.“
        Ist ja niedlich. Mit einer Investition in Gold, als der Goldstandard 1973 aufgehoben wurde und bei ca. 35 Dollar stand, hätten Sie bis heute mehr als Ihre fantastischen 4000 % beim Dax an Rendite eingefahren. Und das obwohl im DAX die Dividenden berücksichtigt werden. Rechnen Sie mal nach!

        Was würde nun bei einer stark inflationären Phase passieren? Geben Sie mal Goldpreis bei Wikipedia ein, dann finden Sie folgende Angaben:
        „Der Aktienindex des Statistischen Reichsamtes stieg von 274 Punkten Ende 1920 auf 26,89 Billionen Punkte Ende 1923 (Basiswert 1913 = 100 Punkte). Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der Lebenshaltungskostenindex des Statistischen Reichsamtes von 1158 Punkten auf 124,7 Billionen Punkte (Basiswert 1913 = 100 Punkte). Die Verluste von deutschen Aktien lagen somit zwischen 1913 und 1923 real, also inflationsbereinigt, bei rund 80 Prozent.“
        Also mit Aktien hätten Sie Inflationsbereinigt 80 % Ihres Einsatzes in den Sand gesetzt. Garnicht mal schlecht;-)

        „Mit Gold konnte während der Hyperinflation zwar kein realer Gewinn erzielt werden, doch langfristig behielt das Edelmetall wie keine andere Anlageklasse seinen Wert. Wer Goldbarren, Goldmünzen oder den goldgedeckten US-Dollar besaß, konnte sein Vermögen absichern und die Kaufkraft erhalten. Gold bot im Vergleich zu allen Anlageklassen den besten Schutz vor Kaufkraftverlusten.“

        Also, wenn es eine starke Inflation geben sollte wünsche ich Ihnen viel Spaß mit Ihren Aktien ;-)

        Kleiner Tipp : Erst mit der Thematik beschäftigen (wenigstens mal in Wikipedia schauen), bevor man so etwas schreibt.

  4. Was für eine Duplizität der Ereignisse.

    Während die Initiative einer globalen Mindeststeuer weltweit bejubelt wird und doch nur als Bettvorleger bzw. Papiertiger endet, u.a. weil ausgerechnet Mordor [immer noch das Reich Saurons! Anm. d. Red.] sich einfach mal so davon hat befreien lassen können

    https://www.goldreporter.de/gold-und-silber-etf-nachfrage-laesst-weiter-nach/marktdaten/102207/#comment-278392

    wird das Land der schwarzen Schatten wohl auch in der Causa Basel III um den Exorzismus [latinisiert aus griechisch ἐξορκισμός, exorkismós, „das Hinausbeschwören“] herumkommen. Muss denn erst ein neuer großer Ringkrieg kommen, um das Ende des dunklen Zeitalters einzuläuten?

    • Nachtrag

      Ausnahmen sind nur für Ausnahmen,
      und in einer Lumpenwelt, wie diese, muss man in allem ausnahmsweise leben.

      Arthur Schopenhauer

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    • @ukunda
      Danke, wie immer interessant.
      Allerdings bin ich der Meinung, dass man sehr wohl aus den Fehlern von 2008 gelernt hat:
      So dumm, wie damals, eine Bank wie Lehman einfach pleite gehen zu lassen, wird man nicht mehr sein.So wohl auch nicht bei Wells Fargo.
      Es sei denn, es ist geplant, eine Weltwirtschaftskrise vorsätzlich, mit voller Absicht, auszulösen. Mit allen Konsequenzen.
      Aus welchem Motiv heraus ?
      Wohl nur, um die Welt danach neu zu ordnen.
      Man wird es in Bälde sehen.
      Wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer nackt geschwommen ist und auch, wer den goldenen Badeanzug trägt.

      • @Maruti
        Um auf Ihre Frage nach dem Motiv einzugehen. Wenn man Ordnung schaffe wollte, könnte man dies wohl locker bewerkstelligen. Hat ja über 50 Jahre in Mitteleuropa auch gut funktioniert. Es wäre wohl nicht das erste Mal, dass man bewusst für chaotische Umstände sorgt, um hieraus die Situation neu zu ordnen oder wenn’s auch nur darum geht, billig Sachwerte einzukaufen.
        Geschichtlich gibt es hierzu viele viele Beispiele.

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