Sonntag,11.April 2021
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Goldpreis erholt – War es nur ein Strohfeuer?

Der Goldpreis hat sich vergangene Woche etwas erholt. Dabei sank am US-Terminmarkt allerdings die Nachfrage nach Gold-Futures und die Zahl der physischen Auslieferungsanträge nahm wieder deutlich zu.

Gold, Goldpreis, Goldbarren (Foto: Goldreporter)
Der Goldpreis zig vergangenen Woche wieder etwas an. Allerdings nutzen amerikanische Futures-Händler dies, um Futures-Verträge glattzustellen und mehr Akteure wollen wieder physisches Gold statt Barausgleich (Foto: Goldreporter).

Goldpreis erholt

Der Goldpreis stand auch vergangenen Woche zwischenzeitlich immer wieder unter Druck. Dennoch konnte sich der Kurs des Edelmetalls erholen. Gold ging am Spotmarkt (Forex) mit 1.837 US-Dollar (1.515 Euro) pro Unze ins Wochenende, und damit 2,8 Prozent höher als vor sieben Tagen (+1,4 % in Euro). Wir werfen einen Blick auf die jüngsten CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures an der US-Warenterminbörse COMEX per 1. Dezember 2020. Aufgrund der feiertagsbedingten Verschiebung des Reportings durch die CFTC, vergleichen wir die Daten aber nicht mit der Vorwoche, sondern mit den Zahlen vom 17. Dezember.

CoT-Daten

Die Netto-Short-Position der „Commercials“ stieg demnach leicht um 0,44 Prozent auf 293.263 Kontrakte. Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 3,6 Prozent zu auf 260.314 Kontrakte. In der Untergruppe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) reduzierte man die Netto-Käufe allerdings um 5 Prozent auf 85.543 Kontrakte.

Open Interest

Der Open Interest, also die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX, nahm um 3,5 Prozent ab auf 538.042 Kontrakte. Bis zum Handelsschluss am gestrigen Freitag ging es um 0,3 Prozent rauf auf 539.640 Kontrakte. Im Vergleich zum Freitag der Vorwoche ergibt sich ein Rückgang um 1,2 Prozent.

Gold, Futures, CoT

Gold, COMEX, CoT-Daten

Lagerbestände

Wie haben sich die Lagerbestände an der COMEX entwickelt? Alle Lagerstätten zusammen meldeten per 3. Dezember 2020 eine Menge von 37,33 Millionen Unzen Gold. Das sind rund 30.000 Unzen mehr als in der Vorwoche. Die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Bestände („eligible“) betrugen zuletzt 19,02 Millionen Unzen und damit 1,02 Millionen Unzen weniger als in unserer letzten Betrachtung.

Auslieferungsanträge

Die Anträge auf physische Auslieferung von gehandeltem Gold summierten sich per 4. Dezember 2020 bereits auf 18.565 (Dezember-Kontrakt). Zum Vergleich: Im November waren es 11.159 Anträge. Im bisherigen Rekordmonat Juni wurden 55.102 Auslieferungsanträge gestellt. Das heißt, deutlich mehr Händler verlangten zuletzt wieder echtes physisches Gold am Ende der Vertragslaufzeit, anstatt einen schlichten Barausgleich, wie in den meisten Fällen üblich.

Einordnung

Wie ist die aktuelle Lage am Terminmarkt einzuordnen? Vor einer Woche hatten wir auf Grundlage der vorliegenden Daten mit einer Bodenbildung gerechnet (Gold stark unter Druck – Diese Hoffnung gibt es für Anleger!). Diese ist kurzfristig auch eingetreten. Nun haben wir in dieser Woche einen steigenden Goldpreis erlebt, wobei der Open Interest tendenziell rückläufig war. Und dies ist eher ein Hinweis darauf, dass die jüngste Marktstärke etwas nachlässt. Man könnte es so interpretieren: Händler haben den steigenden Goldpreis genutzt, um sich von Futures-Verträgen zu trennen. Steigende Marktstärke hätte vorgelegen, wenn Open Interest und Goldkurs parallel steigen.

Goldreporter

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22 KOMMENTARE

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      • @Meister Eder Moment,bei ebay verkaufen ab und zu auch mal renomierte registrierte Haendle(Muenzhaendlerverband)Ivon denen kann man schon unbesogt mal ein paar Kurantmüenzen kaufen.(deutsche 10,20 Reichsmark,Sovereign,oder auch weil es gerade aktuell ist 20 Corona von der kuk-Monarchi.

        • Materialist
          Gut, wenn man kein Problem damit hat, dass Olaf über den Kauf informiert ist und man eine sechsspurige Fährte bei EBay+ Google etc. hinterlassen hat, dass man Gold kauft.
          Google etc. erheben und speicherrn diese Daten ja nur zu einem Zweck: um sie an jeden zu verkaufen, der dafür bezahlt.

          Ich will das nicht, dass eine unbekannte Zahl von Unternehmen und Menschen bis hin zum Paketboten wissen, dass ich in EM investieren und wo ich wohne.

  2. Wie ist Eure Meinung?
    These: EM kann noch mal aus 2 Gründen nachgeben:
    1.) Die ganze Politik und die gelenkten Medien werden einen Impfstoffhype lancieren, nach dem Motto, im Juni ist Covid erledigt und es geht weiter wie früher.
    Die natürlich sinkenden Covid-Zahlen ab Mai wird man dem Superimpfstoff zuschreiben.
    Alle negativen Dinge wie Insolvenzen (es ist ein komplett neues und betrügerisches Insolvenzrecht in Arbeit) oder Verschuldungsorgien werden konsequent totgeschwiegen.
    Märchenstunde. Je schlimmer die wahre Lage, desto mehr wird gelogen.

    2.) Bei Ausbruch der harten Krisen wird es wie diesen März wieder einen Allesausverkauf geben.

    Auslöser der Krise wird der psychologische Moment sein, wo auch die dumme Masse das Märchen nicht mehr glaubt. Den „der Kaiser ist doch nackt Moment“ gab es immer irgendwann.

    Ab da sind wir dann bei Unobtanium und Unaffordium.
    Rechtzeitig voll positioniert zu sein, wird spannend.

    • @Meister Eder

      EM können freilich immer mal nachgeben. Fragt sich in welcher Höhe.
      Größenordnung wie zwischen 2011 bis 2013 sind allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen.

      Entgegen der veröffentlichten Meinung stehen wachsende Teile einer möglichen Impfung allerdings misstrauisch gegenüber. Indirekte Zwangsmaßnahmen dürften nicht auszuschließen sein. Die diesbezügliche propaganda war teuer und die Kohle muss wieder herin geholt werden.

      Der dummen Masse, wird man Corona als Grund für die wirtschaftliche Misere
      verkaufen. Nach dem Motto, das hätte doch keiner ahnen können. Diew große Mehrheit wirds wohl zähneknirschend schlucken, wenn Ihre papiernen Ansprüche sich in Rauch auflösen.

      Das Volk ist doof, aber jerissen

      Kurt Tucholsky

      Die das Fleisch wegnehmen vom Tisch, lehren Zufriedenheit.
      Die, für die die Gabe bestimmt ist, verlangen Opfermut.

      Die Sattgefressenen sprechen zu den Hungernden von den großen Zeiten, die kommen werden.

      Die das Reich in den Abgrund führen, nennen das Regieren zu schwer für den einfachen Mann

      vom armen B.B.

      • @Krösus

        Die Impfstoff-Euphorie schlägt weiter Kapriolen. Ein Teil des linksliberalen Bürgertums zelebriert die eigene Kapitulation nunmehr öffentlich und bejubelt ohne Schamgrenzen den Finanzkapitalismus. Das Soziotop ‚Biedermeier‘ goes Wallstreet.

        „Ein Hoch auf den Finanzkapitalismus“ fabuliert ‚Zeit.de‘, „ohne Investoren, die das Risiko lieben, gäbe es keinen Impfstoff.“ Gibt es tatsächlich zahlende Kundschaft für derlei ‚Content‘? Egal, ein Ausrutscher ohne jede Relevanz, dachte sich Thanatos und ging weiter seinem Tagwerk nach.

        https://www.zeit.de/2020/48/coronavirus-impfstoff-investoren-wissenschaft-finanzkapitalismus

        Doch, oh weh, der Schmerz lässt nicht nach. Denn der zweite Schlag erfolgte sogleich: Die „Schwäbische Zeitung“ deliriert gnadenlos naiv von Finanzmärkten, die ja nur Menschen zusammenbringen würden. Letztlich müsse man dem Risikokapital sogar dankbar sein, schließlich sei nur so die Entwicklung eines Impfstoffs in Rekordzeit möglich gewesen.

        https://m.onvista.de/news/pressestimme-schwaebische-zeitung-zu-finanzkapitalismus-und-corona-impfstoffen-415193619

        Krösus, manchmal beschleicht mich so ein Gefühl der Vergeblichkeit. Die ganzen langjährigen Diskussionen über den Komplex aus Profitgier & Pharmaskandale oder die unheilvolle Rolle der Finanzmärkte – nur damit am Ende doch wieder schwäbische Jubelperser quacksalbern.

        • @Thanatos

          Ja da hast Du schon Recht, es wäre die reinste DonQuichotterie dagegen ankämpfen zu wollen, selbst die LINKE in diesem Land, oder besser die, die sich dafür halten verhält sich lammfromm und staatstragend. Man kann gar nicht so viel fressen………( Max Liebermann )

          Trotz alledem gilt für jeden Einzelnen, sich im herrschenden Wahnwitz
          nicht für dumm verkaufen zu lassen. Wenn man schon nichts ändern kann, dann muss man aber wenigstens nicht alles mitmachen. Jeden Tag ein Schäufelchen Sand ins Getriebe zu werfen, auch wenns freilich nichts ändert, so lässt sich dann immer noch sagen; MIT MIR NICHT !!!

          • kroesus Die Linken oder die sich dafuer halten.der Nachsatz ist wesentlich denn sie sind vor allem Karrieristen und Opportunisten.So ein Viertelunzchen physisches Gold wirkt am Ende auch wie eine kleine Schaufel Sand in Getriebe oder aber wie der vielzitierte Ar…..tritt.

        • @Thanatos

          Wenn es ohne Finanzkapitalismus keinen Impfstoff gäbe, wie die gleichgeschalteten Gazetten jubeln, dann ließe sich die Angelegenheit
          auch gedanklich umdrehen. Möglicherweise gäbe es ohne Finanzkapital auch keine Pandemie. Das sich selbst heckende Geld, kennst Du doch. Das Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst. Ich nehme mal an Event 201 ist Dir ein Begriff.

          Diesbezüglich gibt es auch ein interessantes Buch des Investigativjournalisten Paul Schreyer, der sich bei seinen Recherchen aus öffentlich zugänglichen, staatlichen Dokumenten bedient. Paul Schreyer ist der Sohn von Wolfgang Schreyer, ein Name der im Osten eine Art Legende war, frag mal den Translator. Jedenfalls scheint der Apfel nicht weit vom Stamme zu fallen.

          https://www.freitag.de/autoren/asansoerpress35/chronik-einer-angekuendigten-krise

        • …ich denke,gerade wird eine Knappheit an Impfstoff herbeigeredet,um bei wankelmütigen eine Art „hoffentlich-komme-ich-nicht-zu-spät“- Gefühl zu erzeugen.Angeblich hat Pfizer 100 Mio. Dosen weniger als gedacht oder gewollt oder wie auch immer.

    • @MeisterEder

      Tatsachen, die ‚Mann‘ nicht leugnen kann:

      1. wegen der weltweiten Corona-Pandemie werden aktuell weitere „Stimulus-Geld-Paletten“ aufgetürmt, welche (tatsächlich) die im Umlauf befindliche Geldmenge erhöhen: EZB mit 750 Mrd. €, USA ca. $1 Billion USD usw.
      2. eine zunehmende Geldmenge entwertet die Währungen und wertet den Goldpreis auf.
      3. Der Realzins der meisten Staatsanleihen wandert immer mehr in „negatives“ Terrain, was das althergebrachte Argument der Börsianer – „Gold erwirtschaftet“ keine Zinsen – von selbst umkehrt: Gold & Silber werden nicht mit „Strafzinsen“ malträtiert.
      4. Die ab Januar „hoch-poppende“ Insolvenzwelle wird die Wirtschaft (und den DAX) weiter belasten.
      5. Das sind alles nachvollziehbare Gründe, daß die Flucht in einen sicheren Hafen eher zunehmen als abnehmen wird.

      Was machen eigentlich die großen Bullionbanken im Dezember mit ihren Gold-Futures an der COMEX?

      Interessant zu sehen, WER auf der „Verkäufer-Seite“ steht (Goldman, Citigroup) und WER ordentlich „einkauft“ (JP.Morgan, Morgan Stanley, Bank of America) (Weihnachtsgeschenke…), und das beim Kurs von 1836,- USD/Goldunze.

      Rechnet JPM mit „steigenden“ Goldpreisen?

      • @Klapperschlange
        zu 5. ist witzig, dass wieder Akteure auftauchen, welche gerade den Begriff „sicheren Hafen“ in ausschweifenden Vorträgen zu Ihren Gunsten neu definieren, lenken und schön reden wollen. Gute Strategie für die eigene Tasche. Aufruf: Leute kauft, kauft das ehemalige Teufelszeug jetzt und springt auf den anfahrenden Zug auf, bevor ihr etwas verpasst. Folgt euren Vorbildern mit viel Geld und „schmerzhaft erlernter Erfahrung“. Wir wollen mit der Offenbarung auf Augenhöhe nur euer Bestes (wie für die zuvor „human“ abgesägten Aktioneure natürlich auch).
        https://www.youtube.com/watch?v=G9SsKZUOM6U
        Wenn dann genug „kluge Zuhörer“ auf den vermeintlichen Geheimtipp hereingefallen sind, dann wird wieder ordentlich abgestoßen. Nichts Neues, nur die Reichweite für kostenlose „Geheimtipps“ für anonyme Zuhörer wird immer größer.
        Interessant dennoch, welche Summen als „nicht notwendig“ und „in cash“ bezeichnet werden. Ich verstehe unter „Cash“ wohl etwas Anderes.
        Würde ich das Cryptozeugs besitzen, würde ich bei solchen Kontraindikatoren ganz schnell versuchen, das Produkt loszuwerden. Meine Bewertung: Es wird bald wieder richtig spannend und ich höre schon wieder das große Gejammer auf uns zukommen, weil die Großen wieder eine Hintertüre mehr haben als der kleine Mann.

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    • @Styx
      Entschuldigung, ab „Auch manche Beschenkte wissen womöglich nicht, wo sie das meiste Geld für ihr Edelmetall erhalten.“ habe ich aufgehört zu lesen. Ich befürchte mir wird der beste Tipp durch mein unbedachtes Verhalten entgangen sein.

      • @Styx Das Gesuelze vom Nominalwert bei Muenzen gegenüber Barren zeugt auch von wenig Fachkenntnis.Das bischen Aufschlag kann man unter Ulk verbuchen Man ist mit Münzen allein durch die grössere Fälschungssicherheit sowohl bei Kauf wie beim wesentlich einfacheren Verkauf immer besser bedient.

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