Hongkonger Anleger haben ihren Gold-Anteil im Portfolio annähernd verdreifacht – als Reaktion auf geopolitische Risiken und Trumps neue Importzölle.
Laut einer aktuellen HSBC-Umfrage, aus der die South China Morning Post zitiert, haben vermögende Anleger in Hongkong ihren Anteil an Gold und anderen Edelmetallen im Portfolio von 4 auf 11 Prozent erhöht. Auch auf dem chinesischen Festland stieg die Goldquote wohl auf 15 Prozent – doppelt so viel wie im Vorjahr.
Dabei sei die Entwicklung Teil eines globalen Trends. Weltweit legten Anleger 6 Prozentpunkte mehr in Gold an. Der Goldpreis stieg seit Jahresbeginn um 28 Prozent und erreichte im April mit 3.500 US-Dollar je Feinunze ein Allzeithoch.
Auslöser für die Flucht ins Edelmetall sei die geopolitische Unsicherheit – insbesondere durch Trumps „Liberation Day“-Zölle gegen wichtige Handelspartner. Auch Zentralbanken stockten ihre Goldreserven im Mai auf, darunter China und Kasachstan.
Gleichzeitig reduzierten Anleger ihre Barreserven und Bonds. Aber neben Gold stieg in Hongkong auch das Interesse an Aktien, Krypto und Immobilien.
Anmerkung von Goldreporter: Die Zahlen belegen eindrucksvoll, wie schnell sich das Vertrauen in klassische Anlageformen verschieben kann. Wenn selbst konservative Anleger in Hongkong – traditionell eher vorsichtig – ihre Goldquote nahezu verdreifachen, unterstreicht das die wachsende Bedeutung des Edelmetalls als strategischer Schutz. Auch die parallele Reduzierung von Cash-Beständen und Anleihen deutet auf ein Umdenken hin: Sicherheit wird zunehmend in realen Werten gesucht.
Ist der Goldzug abgefahren? Ganz im Gegenteil, meint Matthew Piepenburg. Gold sei noch am Anfang eines langfristigen monetären Paradigmenwechsels.
Matthew Piepenburg, Partner der VON GREYERZ AG, betont in einem aktuellen Beitrag, dass es für Goldkäufe keineswegs „zu spät“ sei. Vielmehr stehe das Edelmetall am Beginn einer fundamentalen Neubewertung („Too Late to Buy Gold? Not Even Close…“).
Zentralbanken, institutionelle Investoren und Schwellenländer horteten Gold in historischen Mengen – als Reaktion auf den Vertrauensverlust in westliche Währungen und Finanzsysteme.
Dabei spiele nicht kurzfristige Volatilität, sondern langfristiges Vertrauen die entscheidende Rolle. Gold sei längst keine spekulative Anlage mehr, sondern entwickle sich zur Basis künftiger Geldsysteme. Die Vielzahl an Warnsignalen – von massiven Staatsverschuldungen über geopolitische Krisen bis zu strukturellen Defiziten im US-Finanzsystem – werde laut Piepenburg vom Goldkurs längst eingepreist.
Auch der Silbermarkt deute auf eine frühe Phase im Edelmetall-Bullenmarkt hin. Wer heute in Gold investiere, handle nicht zu spät, sondern strategisch vorausschauend.
Anmerkung von Goldreporter: Der in Euro berechnete Goldpreis ist seit der Freigabe des Goldstandards Anfang der 1970er-Jahre pro Jahr durchschnittlich um rund 8 Prozent gestiegen. Dagegen lag die durchschnittliche deutsche Inflationsrate in diesem Zeitraum bei 2,6 Prozent pro Jahr. Gold war somit weit mehr als nur ein Inflationsschutz, es warf eine bedeutende Netto-Rendite ab – bei physischen Käufen sogar steuerfrei. Mehr dazu auch in unserer Sonderpublikation „Altersvorsorge mit Gold“.
China hat seine Goldreserven im Juni weiter aufgestockt. Wie viel Gold hält die Zentralbank jetzt? Die aktuellen Zahlen im Überblick.
China kauft erneut Gold
Die chinesische Zentralbank hat den achten Monat in Folge wieder Gold gekauft. Allerdings fielen die Zugänge im Juni erneut relativ gering aus. Denn die offiziellen Goldreserven des Landes stiegen im vergangenen Monat lediglich um 70.000 Unzen auf 73,9 Millionen Unzen. Das geht aus dem aktuellen Bericht der State Administration of Foreign Exchange (SAFE) hervor, der am Montag veröffentlicht wurde.
Die chinesische Zentralbank hat ihre Goldreserven seit 2020 um 350 Tonnen aufgestockt. In diesem Jahr waren es im Schnitt nur drei Tonnen Gold pro Monat, mit zurückläufiger Tendenz.
Das heißt, die gesamten Bestände der People’s Bank of China (PBOC) belaufen sich nun auf umgerechnet 2.298,55 Tonnen – also 2,15 Tonnen mehr als Ende Mai.
Chinesische Goldreserven
Dabei gab es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Phasen, in denen die chinesische Zentralbank über Monate und Jahre hinweg keine Bestandsmeldungen ihrer Gold-Bestände bekannt gab. Aber darauf folgten oft Zeiträume, in denen regelmäßig monatliche Aufstockungen gemeldet wurden.
Denn die PBOC hatte zwischen November 2022 und April 2024 rund 316 Tonnen Gold zugekauft. Dagegen erfolgten im Zeitraum bis Oktober 2024 sechs Monate lang keine Anpassungen der Bestände. Gold der PBOC
Hier eine Übersicht über die Entwicklung der chinesischen Goldreserven innerhalb der vergangenen zwei Jahre (Quelle: SAFE):
2022
November 2022: +32,03 t (1.030.000 Unzen)
Dezember 2022: +30,17 t (970.000 Unzen)
2023
Januar 2023: +14,93 t (480.000 Unzen)
Februar 2023: +24,88 t (800.000 Unzen)
März 2023: +18,04 t (580.000 Unzen)
April 2023: +8,08 t (260.000 Unzen)
Mai 2023: +16,86 t (510.000 Unzen)
Juni 2023: +21,15 t (680.000 Unzen)
Juli 2023: +23,02 t (740.000 Unzen)
August 2023: +28,93 t (930.000 Unzen)
September 2023: 26,13 t (840.000 Unzen)
Oktober 2023: 23,02 t (740.000 Unzen)
November 2023: 11,82 t (380.000 Unzen)
Dezember 2023: 9,02 t (290.000 Unzen)
2024
Januar 2024: 9,95 t (320.000 Unzen)
Februar 2024: 12,13 t (390.000 Unzen)
März 2024: 4,97 t (160.000 Unzen)
April 2024: 1,87 t (60.000 Unzen)
November 2024: 4,97 t (160.000 Unzen)
Dezember 2024: 10,26 t (330.000 Unzen)
2025
Januar 2025: 4,97 t (160.000 Unzen)
Februar 2025: 4,97 t (160.000 Unzen)
März 2025: 2,80 t (90.000 Unzen)
April 2025: 2,17 t (70.000 Unzen)
Mai 2025: 1,90 t (60.000 Unzen)
Juni 2025: 2,15 t (70.000 Unzen)
Summe seit 2022: +350 Tonnen (11.260.000 Unzen)
Währungsreserven und Gold-Anteil
Währenddessen stieg auch der Wert der gesamten chinesischen Währungsreserven gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent oder 33,6 Milliarden US-Dollar auf 3.593,46 Milliarden US-Dollar.
Dabei wird der Wert der Goldreserven per Ende Juni mit 242,93 Milliarden US-Dollar angegeben. Das sind 950 Millionen US-Dollar mehr als im Mai, aber 650 Millionen US-Dollar weniger als im Rekordmonat April.
Der Goldanteil an den Gesamtreserven beträgt unverändert 6,7 Prozent. Allerdings waren es vor einem Jahr noch 4,9 Prozent.
Dollar-Reserven gefallen
Unterdessen ist der Wert der von China gehaltenen US-Staatspapiere im vergangenen April um 8,2 Milliarden US-Dollar auf 757,2 Milliarden US-Dollar gefallen. Dies geht aus dem jüngsten Report des US-Finanzministeriums hervor.
Ein Jahr zuvor waren es 13,5 Milliarden US-Dollar mehr – während China vor fünf Jahren noch US-Staatspapiere im Wert von rund 1,1 Billionen US-Dollar hielt.
Das heißt, China trennte sich in den vergangenen Jahren sukzessive von Dollar-Reserven. Die Abnahme oder Zunahme der Dollar-Reserven steht auch im Zusammenhang mit Kapitalflüssen nach oder aus China.
Ungewöhnliche Initiative: Die OeNB errichtet bis zu 120 eigene Geldautomaten, um Versorgungslücken im ländlichen Raum zu schließen.
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) startet gemeinsam mit dem Gemeindebund ein neues Versorgungsmodell: Erstmals errichtet die Zentralbank selbst bis zu 120 Geldautomaten – vor allem in Gemeinden, in denen weder Bankfiliale noch Automat vorhanden ist. Ziel ist es, die Bargeldversorgung im ländlichen Raum langfristig zu sichern. Den Auftakt machte Obritzberg-Rust (NÖ), wo das erste Gerät nun in Betrieb ging.
Laut OeNB-Gouverneur Robert Holzmann bleibt Bargeld das beliebteste Zahlungsmittel in Österreich – wegen seiner Sicherheit, Einfachheit und Inklusivität. Auch Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl sprach von einem Infrastrukturgewinn für viele Orte.
48 Gemeinden nehmen an der ersten Ausbauphase teil. Weitere könnten folgen, sobald die ersten Erfahrungen ausgewertet sind.
Anmerkung von Goldreporter: Dass eine Zentralbank selbst Bargeld-Automaten aufstellt, ist ungewöhnlich. Vor allem in Zeiten, in denen etwa die EZB bereits an einem digitalen Euro (D€) arbeitet. Allerdings gibt es in Österreich ein starkes öffentliches Interesse an der Erhaltung des Bargeldes und die Privatbanken bauten die Bargeldversorgung in den vergangenen Jahren aufgrund der hohen Kosten immer weiter ab.
Simbabwes goldgedeckter ZiG zeigt Anfangserfolge: Nach holprigem Start sorgt die steigende Goldförderung für Kursgewinne.
Goldwährung ZiG
Es gibt kleine Erfolgsmeldungen in Simbabwes Versuch, mit einer an Gold gebundenen Währung das Inflationschaos zu beenden. Der Zimbabwe Gold (ZiG) legte am Freitag um 0,2 Prozent gegenüber dem US-Dollar zu und erreichte 26,89 US-Dollar. Es war der stärkste Tagesgewinn seit Jahresbeginn und immerhin der zwölfte Tag mit Aufwertung im laufenden Jahr, wie Bloomberg berichtet.
Bereits im April 2024 hatte die Zentralbank eine goldgedeckte Währung eingeführt – nach fünf gescheiterten Währungsreformen binnen 16 Jahren. Der Start verlief chaotisch: Die Bevölkerung musste stundenlang auf Bankguthaben warten, Geschäfte akzeptierten weiterhin nur US-Dollar, und Bargeld war zunächst nicht verfügbar (siehe dazu: Gold-Währung in Simbabwe eingeführt: Die Details!).
Erfolgsmeldungen
Doch nun steigt die Goldförderung deutlich. Laut Fidelity Refineries wurden im ersten Halbjahr über 20 Tonnen Gold gefördert – ein Plus von 46 Prozent. Allein im Juni wuchs die Produktion um 63 Prozent gegenüber Vorjahr. Die daraus resultierenden Deviseneinnahmen ließen die Währungsreserven verdreifachen. Die Zentralbank meldet nun 3,4 Tonnen physisches Gold – doppelt so viel wie zum Start der Währung.
ZiG in US-Dollar: Mit den Kursteigerungen und der jüngsten Stabilität verbeitet man Hoffnung auf einen Erfolg der teilweise mit Gold gedeckten Währung. (Quelle: African Financials)
Auch der IWF erkennt die relative Stabilität des ZiG an und plädiert für eine langfristige Ablösung des US-Dollars. Derzeit dominiert dieser jedoch weiter den Alltag.
Anmerkung Goldreporter: Es bedarf noch weiterer Fortschritte, damit man diesen Versuch zur Etablierung einer Goldwährung als echten Erfolg einstufen kann. Noch ist der ZiG vor allem als ein geldpolitisches Signal zu werten. Die Regierung will Stabilität und Souveränität demonstrieren. Denn die jährliche Inflationsrate in Simbabwe ist bis Juni wieder deutlich gestiegen, auf zuletzt 92,5 Prozent. Auperdem ist der US-Dollar weiterhin die präferierte Währung bei Bevölkerung und Unternehmen. Und ohne solide Haushalts- und Wirtschaftspolitik bleibt die Preisstabilität des ZiG bedroht.
Die wöchentlichen CoT-Daten sowie weitere Zahlen vom Gold-Futures-Handel in den USA erscheinen aufgrund des US-Feiertags mit Verspätung.
Daten vom US-Goldmarkt
Aufgrund des Independence Days am vergangenen Freitag werden eine ganze Reihe wichtiger Berichtsdaten vom US-Terminmarkt erst Anfang kommender Woche veröffentlicht. Dazu gehören auch die CoT-Daten der US-Aufsichtsbehörde CFTC. Sie erscheinen wöchentlich und enthalten die Positionen der größten Händler-Gruppen im Geschäft mit Gold-Futures.
Normalerweise analysieren wir die Ergebnisse am Wochenende, in der Regel am Samstag. Dabei berücksichtigen wir auch Angaben zu den Lagerbeständen an der COMEX, den Open Interest im Futures- und Optionshandel sowie die Goldpreis-Aufschläge an der Börse in Shanghai gegenüber dem europäischen Spotmarkt.
Goldpreis-Aufschläge in China gestiegen
Während sich die Veröffentlichung aller Daten aus den USA verzögert, können wir an dieser Stelle zumindest analysieren, welche Impulse zuletzt von China ausgingen.
Am vergangenen Donnerstag um 14:30 Uhr (8:30 Uhr MEZ Berlin; 2:30 Uhr New York) notierte Gold an der Shanghai Gold Exchange mit 776,94 Yuan pro Gramm. Das waren umgerechnet 108,86 US-Dollar je Gramm bzw. 3.385 US-Dollar pro Unze.
Gleichzeitig kostete die Feinunze Gold am europäischen Spotmarkt (FOREX) 3.345 US-Dollar. Das bedeutet, dass Gold in China in der neunundzwanzigsten Woche in Folge über dem internationalen Goldpreis gehandelt wurde. Dabei stieg der Abstand laut unserer Berechnung zuletzt wieder deutlicher an auf 40 US-Dollar pro Unze (Vorwoche: 19 US-Dollar). Zum Vergleich: Die Goldpreis-Aufschläge in Shanghai notierten in den Hochphasen des Jahres 2024 und auch im April 2025 bis zu 90 US-Dollar über den westlichen Kursen.
Gold mit Wochengewinn
Im US-Futures-Handel beendete der Goldpreis am vergangenen Donnerstag den Handel mit 3.346,50 US-Dollar pro Unze (August-Kontrakt). Damit war der Kurs 2,5 Prozent vom Rekordhoch am 21. April 2025 entfernt. Dagegen beendete der Goldpreis auf dem europäischen Spotmarkt die Handelswoche mit 3.333 US-Dollar bzw. 2.833 Euro. Damit verteuerte sich Gold gegenüber der Vorwoche um 1,8 Prozent (in USD) bzw. 1,3 Prozent (in EUR).
China führt strengere Regeln für Gold- und Edelstein-Verkäufer ein. Für Anleger und Kunden bedeutet das mehr Kontrolle – aber womöglich auch mehr Sicherheit.
Anleger, die in China Gold oder Edelsteine kaufen, müssen sich ab August auf strengere Vorgaben einstellen. Denn ab dem 1. August 2025 gelten laut Presseberichten neue Meldepflichten für Händler, die täglich mehr als 100.000 Yuan (ca. 13.960 US-Dollar) umsetzen. Das berichtet unter anderem Yicai Global.
Demnach müssen Transaktionen über dieser Schwelle binnen fünf Tagen an die zentrale Geldwäschebehörde gemeldet werden. Zudem sind Händler verpflichtet, Kunden- und Geschäftsdaten zehn Jahre lang zu speichern.
Hintergrund ist eine Gesetzesreform, mit der China auf die wachsende Bedeutung des Edelmetall- und Schmuckmarkts reagiert. Gold gelte wegen seiner Wertdichte und globalen Handelbarkeit als besonders anfällig für Geldwäsche.
Offiziell heißt es auch: Die neuen Regeln sollen Kunden schützen, indem sie dubiose Händler verdrängen, Fälschungen erschweren, Transaktionen nachvollziehbar machen und den Goldmarkt insgesamt transparenter gestalten.
Anmerkung von Goldreporter: In Deutschland müssen Edelmetall-Käufer seit dem 1. Januar 2020 ihre Personalien hinterlassen, wenn sie im stationären Handel Barren und Münzen ab einem Rechnungsbetrag von 2.000 Euro bar erwerben möchten. Eine automatische Meldung durch die Händler erfolgt jedoch nicht. In Österreich liegt die Anonymitäts-Grenze derzeit noch bei 10.000 Euro.
Jetzt Gold kaufen? Der Edelmetall-Handel meldet eine leichte Geschäftsbelebung. Die Konditionen bleiben für Anleger vorteilhaft.
Silber- und Goldpreis
Der Goldpreis ist nach wie vor auf Richtungssuche. Dabei ist die im April begonnene Konsolidierung noch nicht abgeschlossen, auch wenn sich Gold zuletzt vom Juni-Tief erholte. Am Freitag um 11 Uhr kostete die Feinunze 3.340 US-Dollar, was 2.836 Euro entsprach. Damit stieg der Goldpreis gegenüber der Vorwoche um 1,6 Prozent (in USD) bzw. 1 Prozent (in EUR).
Jetzt Gold kaufen? Laut Händler-Aussagen nutzten zahlreiche Anleger die zwischenzeitliche Goldpreis-Schwäche für Käufe. Angebot und günstiges Aufgeld lassen keine Versorgungsprobleme erkennen.
Währenddessen verteuerte sich Silber um 2,5 Prozent bzw. 1,9 Prozent auf 36,80 US-Dollar bzw. 31,25 Euro pro Unze.
Was hat sich im Edelmetall-Handel getan? Nach dem Goldpreis-Rückgang im Zuge der De-eskalation im Nahen Osten, nutzten viele Anleger die günstigeren Kurse für Nachkäufe. Das erklärte Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG Edelmetall-Service in dieser Woche gegenüber Goldreporter.
„Von Freitag bis Dienstag stiegen die Bestellungen von Barren und Münzen deutlich an. Aus Versorgungssicht stellen die derzeit nachgefragten Mengen kein Problem dar – sämtliche Stückelungen und Sorten sind weiterhin gut verfügbar“, so Lochmann.
Gold kaufen
Jetzt Gold kaufen oder verkaufen? Wir analysieren die Preisentwicklung im Handel mit den Daten sechs deutscher Edelmetall-Anbieter. Wer am Freitagvormittag in Form prägefrischer Krügerrand-Münzen Gold kaufen wollte (aktueller Jahrgang), zahlte gemäß unserer Zahlen durchschnittlich 2.939 Euro – und damit 29 Euro mehr als vor einer Woche. Dabei blieb das von uns ermittelte Aufgeld für Krügerrand-Neuware fast unverändert – mit 3,63 Prozent. Aber die Abschläge für ältere Jahrgänge gingen zurück auf rund 39 Euro (Vorwoche: 65 Euro).
Auch das durchschnittliche Aufgeld für 100-Gramm-Goldbarren ist minimal gestiegen – auf 2,02 Prozent. Ein Exemplar kostete in unserer Erhebung durchschnittlich 9.211 Euro. Damit waren es 94 Euro mehr als vor einer Woche.
Silber kaufen
Wie entwickelten sich die Preise für die von uns beobachteten Silber-Produkte? Eine Unze der Anlagemünze Maple Leaf des aktuellen Jahrgangs kostete am Freitag durchschnittlich 42,10 Euro. Dabei sank das Aufgeld für Silber-Maples leicht auf 34,70 Prozent (Vorwoche: 35 Prozent). Dagegen gingen die Aufschläge bei 1-Kilogramm-Silberbarren deutlicher zurück auf nur noch 25,74 Prozent (Vorwoche: 27,93 Prozent). Die durchschnittlichen Abschläge für angekaufte Silbermünzen lagen wie in der Vorwoche bei rund 3,50 Euro pro Unze.
Silber und Gold kaufen
Beachten Sie: Mit den von uns erhobenen Daten beobachten wir die allgemeine Marktpreis-Entwicklung und sondieren Hinweise auf die Veränderung von Angebot und Nachfrage im deutschen Edelmetall-Handel. Allerdings können die Preisangaben bei einzelnen Händlern deutlich variieren. Unsere wöchentlichen Durchschnittspreise erheben wir bereits seit dem Jahr 2010.
Wer Silber oder Gold kaufen möchte, sollte beachten: Kleinere Veränderungen beim Aufgeld sind keine geeignete Grundlage für kurzfristige Kaufentscheidungen, da Silber- und Goldpreis ohnehin ständigen Schwankungen unterliegen. Aber das von uns berechnete durchschnittliche Aufgeld gibt einen Anhaltspunkt über das Preisniveau bei verschiedenen Anbietern und Hinweise auf die allgemeine Marktlage.
Russlands Finanzministerium will ab 7. Juli Devisen und Gold verkaufen – wegen sinkender Energieeinnahmen und höherem Haushaltsbedarf.
Russlands Finanzministerium will ab dem 7. Juli mit dem Verkauf von Fremdwährungen und Gold beginnen. Das berichtet Interfax. Laut jüngsten Angaben solle das tägliche Volumen bei 820 Millionen Rubel (rund 9 Mio. Euro) liegen, was sich auf insgesamt 18,77 Milliarden Rubel (rund 206 Mio. Euro) bis zum 6. August summiere.
Diese Maßnahme erfolge im Rahmen der sogenannten Haushaltsregel, mit der Einnahmeausfälle aus dem Öl- und Gassektor kompensiert werden sollen.
Zuvor habe das Ministerium bis Anfang Juli noch für 28,3 Milliarden Rubel Währungen und Gold zugekauft. Die Rückkehr zum Verkauf deute auf sinkende Rohstofferlöse hin: Im Juli werde mit fehlenden Energieeinnahmen in Höhe von 25,82 Milliarden Rubel gerechnet.
Dabei spiele auch die russische Zentralbank eine Schlüsselrolle. Auf Basis der neuen Anpassungen werde die Bank ab dem 7. Juli täglich bis zu 9,76 Milliarden Rubel an Devisen verkaufen. Dies entspreche einer weiteren Marktintervention im Rahmen der Haushaltsstabilisierung.
Anmerkung von Goldreporter: Sollte Russland größere Mengen an Gold verkaufen, so dürfte dies kurzfristig wenig Einfluss auf den internationalen Goldpreis haben. Denn dieses Gold wird außerhalb der Börsen veräußert. Es wandert mutmaßlich nach China, Indien – vielleicht sogar in den Iran. Von wichtigen westlichen Handelsplätzen ist Russland aufgrund der bestehenden Sanktionen ausgeschlossen.
Trumps neues Megagesetz belastet die USA mit 3,3 Billionen Dollar zusätzlicher Schulden – und schwächt damit langfristig weiter die Kaufkraft des US-Dollars gegenüber Gold.
Der US-Kongress hat Donald Trumps umfassendes Steuer- und Ausgabengesetz verabschiedet. Nach dem Senat stimmte auch das Repräsentantenhaus mit 218 zu 214 Stimmen dem „Big, Beautiful Bill“ zu.
Dabei umfasst das fast 1.000 Seiten starke Gesetzespaket Steuererleichterungen im Umfang von 4,5 Billionen Dollar. Gleichzeitig werden jedoch Sozialleistungen wie Medicaid, Essenshilfen und Förderungen für grüne Energie stark gekürzt, wie BBC berichtet.
Trump lobte das Gesetz als „Raketenstart für Amerika“. Rund 150 Milliarden Dollar fließen in die Grenzsicherung, weitere 150 Milliarden in das Militär – darunter das „Gold-Dome“-Raketenabwehrprogramm.
Doch die Demokraten kritisieren das Gesetz als Umverteilung zugunsten der Reichen. Denn laut Kongress-Budgetamt erhöht es das Defizit um 3,3 Billionen Dollar in zehn Jahren und entzieht Millionen die Gesundheitsversorgung – was das Weiße Haus allerdings bestreitet.
Am heutigen 4. Juli will Trump das Gesetz feierlich unterzeichnen.
Einschätzung von Goldreporter: Genau das ist die Ursache für den kontinuierlichen Goldpreis-Anstieg der vergangenen Jahrzehnte. Denn die Gesellschaft lebt notorisch über ihre Verhältnisse. Mit neuen gigantischen Schulden, die in keinem gesunden Verhältnis mehr zur Wirtschaftsentwicklung stehen, wird die Kaufkraft des staatlichen Geldes systematisch verwässert. Letztlich steigt nicht der Goldpreis, sondern unsere Währung wertet immer weiter ab gegenüber Gold! (siehe Grafik unten)
Goldchart auf den Kopf gestellt: Seit dem Jahr 2000 hat der US-Dollar um 93 Prozent gegenüber Gold abgewertet!
Im Mai 2025 wurden in London deutlich weniger Gold- und Silber-Geschäfte abgewickelt. Das zeigen neue Daten der LBMA.
Im Mai 2025 wurden in London deutlich weniger Edelmetall-Geschäfte abgewickelt. Das zeigen aktuelle Daten der LBMA.
Deshalb sank das übertragene Goldvolumen im Tagesdurchschnitt um 22,5 Prozent auf 15,7 Millionen Unzen. Auch der Abrechnungswert fiel um 20 Prozent auf 51,5 Milliarden US-Dollar.
Dabei wurden nur noch 6.915 Transaktionen gezählt – ein Rückgang von 32,6 Prozent. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Goldmenge je Geschäft auf 2.273 Unzen.
Auch im Silbermarkt war die Entwicklung rückläufig. Denn dort sank die Clearing-Menge um 26,9 Prozent auf 250,5 Millionen Unzen. Zudem fielen die Transfers um 46,2 Prozent.
Trotzdem legte das durchschnittliche Volumen je Vorgang auf 101.885 Unzen zu – ein Plus von über 35 Prozent.
Zudem stieg die Gold-Silber-Ratio im Mai erstmals über 100. Im April lag sie noch bei 99,4.
Anmerkung von Goldreporter: Das Edelmetall-Clearing ist ein zentraler Bestandteil des London Bullion Market. Dort findet der physische und außerbörsliche Handel mit Gold und Silber statt – weltweit größter seiner Art. Diese Zahlen geben Hinweise auf die Marktaktivität und die Liquidität im Londoner Gold- und Silberhandel. Allerdings decken die Clearing-Daten nur einen Teil des gesamten Handels ab, da viele Transaktionen bilateral oder außerhalb des LBMA-Systems abgewickelt werden.
Die Neuauflage der legendären Vreneli-Goldmünze war sofort vergriffen. Preise schießen in die Höhe. Doch lohnt sich der späte Einstieg noch?
Am 1. Juli brachte die Swissmint die limitierte Jubiläumsausgabe des 100-Franken-Goldvrenelis auf den Markt. Doch die Auflage von 2.500 Stück war in Minuten ausverkauft. IT-Probleme sorgten für Frust bei tausenden Interessenten.
Trotzdem hätten sich die Preise laut Medienberichten sofort vervielfacht. Auf dem Zweitmarkt wurde das Stück teils für bis zu 40.000 Franken angeboten – das Elffache des Materialwerts.
Dabei gelte die Vreneli-Goldmünze in der Schweiz als Symbol für Stabilität, Geschichte und das Gold-Geschäft zugleich. Sammlertradition und die strenge Limitierung hätten für eine enorme Nachfrage gesorgt.
Doch in einem Beitrag für Focus.de warnt Goldexperte Sebastian Wieschowski: Der Hype um moderne Edelmetall-Ausgaben sei oft nur kurzfristig tragfähig. Sobald die erste Welle vorbei sei, könnten die Preise wieder deutlich fallen.
Deshalb sollte man das Edelmetall-Vreneli nicht als sichere Wertanlage sehen. Vielmehr sei es ein Sammlerstück mit spekulativem Potenzial – und ein Beispiel für die Risiken künstlicher Verknappung im Edelmetall-Handel. Anleger setzten auf gängige Goldmünzen zur Kapitalanlage.
Goldreporter-Tipp: Sammlermünzen eignen sich nur bedingt als Geldanlage. In echten Krisenzeiten erhält man im Zweifel nur den reinen Materialwert für solche Stücke. Wer dennoch in Münzraritäten investieren möchte, sollte sich an Experten wenden. Dazu gehören renommierte Auktionhäuser, die sie fachkundig beraten. Mehr dazu erfahren Sie auch in unserer Sonderpublikation „Historisches Gold als Geldanlage“.
US-Arbeitsmarkt zeigt sich solide: Die Non-Farm Payrolls stiegen im Juni um 147.000 Stellen – deutlich über dem historischen Durchschnitt. Der Goldpreis fällt.
Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft ist in den USA im Juni 2025 um 147.000 Stellen gestiegen. Das geht aus aktuellen Daten des U.S. Bureau of Labor Statistics hervor. Analysten hatten ein Jobplus von 110.000 erwartet. Damit liegt der Zuwachs über dem langfristigen Durchschnitt von rund 125.000 Stellen pro Monat, der seit 1939 beobachtet wird. Besonders bemerkenswert ist, dass der Arbeitsmarkt trotz konjunktureller Unsicherheiten weiterhin robuste Zahlen liefert. Historisch betrachtet hat der stärkste Stellenzuwachs im Juni 2020 bei über 4,6 Millionen gelegen, während der tiefste Einbruch im April 2020 mit über 20 Millionen verlorenen Jobs verzeichnet worden ist.
Anmerkung von Goldreporter: Der Goldpreis gab nach Bekanntgabe der Daten (14:45 Uhr) nach auf 3.313 US-Dollar (-1,3 %). Der robuste Arbeitsmarktbericht könnte als Signal für anhaltende wirtschaftliche Stabilität gewertet werden. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank und die Entwicklungen im Handelsstreit auf die Konjunktur auswirken werden.
Mit Raphael Scherer als neuem CCO richtet die SOLIT Group AG ihr Geschäft stärker auf Internationalisierung, Digitalisierung und Kundenfokus aus.
Die SOLIT Group AG hat Raphael Scherer zum Chief Commercial Officer (CCO) berufen. Er soll die kommerzielle Strategie des Edelmetall-Unternehmens künftig entscheidend prägen. Der Diplom-Kaufmann verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Luxus- und Edelmetall-Branche – unter anderem bei Degussa, philoro und Chopard. Scherer will das Wachstum im internationalen Edelmetallhandel gezielt vorantreiben und die Digitalisierung weiter ausbauen. Zugleich betont er die Bedeutung persönlicher Beratung, die er mit digitalen Lösungen wie der flexgold-App verbinden will. Der bisherige CCO und Mitgründer Thomas Hellener wechselt als Managing Partner in den Verwaltungsrat.
Während der Goldpreis gegenüber der Vorwoche leicht zulegte, zogen Investoren rund 790 Millionen US-Dollar aus dem größten Gold-ETF ab.
Silber- und Goldpreis
Am gestrigen Mittwoch schloss der Goldpreis im US-Futures-Handel (Juli-Kontrakt) bei 3.364 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 2.851 Euro. Damit verteuerte sich Gold in US-Dollar innerhalb einer Woche um ein Prozent. Dagegen blieb der Euro-Goldpreis unverändert. Von den Rekordkursen Anfang Mai war der Goldpreis damit gerade einmal 2 Prozent (in USD) entfernt – und in Euro 4,9 Prozent.
Die Entwicklung der GLD-Bestände seit März: Anteile an Gold- und Silber-ETFs werden quasi per Knopfdruck gekauft und verkauft. Deshalb schwanken auch die gemeldeten Bestände dieser Fonds erheblich. Allerdings erfolgt der tatsächliche Goldtransfer mit Verzögerung, sofern nicht einfach nur Buchungseinträge umgeschrieben werden.
Ähnliches Bild bei der Silberpreis-Entwicklung: Gegenüber der Vorwoche stieg Silber in US-Dollar um 0,8 Prozent auf 36,56 US-Dollar. Dagegen gab der Kurs in Euro um 0,2 Prozent nach auf 30,99 Euro.
Größter Gold-ETF
Während sich der Goldpreis also leicht erholte bzw. konstant blieb sanken die Bestände des größten Gold-ETFs gegenüber der Vorwoche. Denn per 2. Juli 2025 meldet der Betreiber des SPDR Gold Shares (GLD) Lagerbestände von 947,66 Tonnen. Das entspricht einem Rückgang um 5,73 Tonnen. In diesem Zuge flossen aus diesem ETF netto 786 Millionen US-Dollar ab.
Hinweis: Pro ausgegebenem Anteilsschein muss der Betreiber dieses ETFs eine Zehntel Unze Gold physisch einlagern. Aber bei der Meldung von Kapitalflüssen und Fondsbeständen gibt es in der Regel eine zeitliche Verzögerung. Denn auf dem Goldmarkt besteht üblicherweise eine Zwei-Tage-Frist, innerhalb derer physische Bestände nach einem Vertragsabschluss geliefert werden.
Größter Silber-ETF
Währenddessen sanken auch die Silberbestände des iShares Silver Trust (SLV), dem weltweit größten Silber-ETF. Denn innerhalb von fünf Handelstagen wanderten 70,95 Tonnen Silber ab. Somit meldete der Betreiber zuletzt 14.846,12 Tonnen an Bestand. Dabei ergibt sich für den gleichen Zeitraum ein Nettokapitalbfluss in Höhe von 9,4 Millionen US-Dollar. Pro ausgegebenem Anteilsschein ist dieser ETF offiziell mit einer Unze Silber physisch gedeckt.
Edelmetall-ETFs und Goldpreis
Bullenmärkte bei Silber und Gold werden regelmäßig von deutlich steigenden Beständen in den entsprechenden Edelmetall-ETFs begleitet. Generell gelten die Fondsbestände aber als Nachläufer, denen ein steigender Silber- und Goldpreis mit wachsendem Inventar vorausgeht. Dann nämlich, wenn sich vor allem institutionelle Investoren über dieses Instrument („Papiergold“) auf dem Edelmetallmarkt positionieren. In den vergangenen Jahren stieg die Beliebtheit dieser ETFs bei jungen US-Anlegern, die sie zunehmend über Discount-Broker erwerben.
Ein Analyst sieht den Goldpreis dauerhaft über 3.000 Dollar. Hohe Schulden und erwartete Zinssenkungen könnten die Rally weiter antreiben.
Laut Robert Minter vom britischen Vermögensverwalter abrdn ist ein Goldpreis über 3.000 US-Dollar pro Unze inzwischen dauerhaft gerechtfertigt. In einem Interview mit Kitco News verweist er auf die starke Zunahme der weltweiten Schulden – insbesondere der US-Staatsverschuldung, die sich seit 1993 um rund 900 Prozent erhöht habe.
Damit sei Gold die einzige Währung, die nicht auf Schulden basiere. Ein Rückfall des Goldpreises unter 3.000 Dollar sei daher unwahrscheinlich. Zwar fehlten aktuell neue Preistreiber, doch erwartete Zinssenkungen der US-Notenbank könnten bald frische Impulse liefern.
Minter hält einen Kursanstieg auf 3.700 Dollar im zweiten Halbjahr für denkbar – ähnlich wie im Vorjahr, als ETF-Nachfrage und Zinssenkungserwartungen die Preise stützten. Kurzfristige Rücksetzer könnten laut Minter als Kaufgelegenheit dienen. Entscheidend sei das Verhalten der US-Notenbank, da sinkende Zinsen traditionell die Investmentnachfrage nach Gold förderten.
Der Goldpreis in US-Dollar ist im Zeitraum von 21 Monaten um 85 Prozent gestiegen.
Einschätzung von Goldreporter: Wir stimmen den Grundannahmen von Robert Minter voll zu. Dennoch ist der Markt kurzfristig auf Richtungssuche. Der Goldpreis hat seit Oktober 2023 starke Rally vollzogen. Von 1.800 US-Dollar ging es nach oben auf zuletzt 3.360 US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 85 Prozent. Allerdings ist die Volatilität seit vergangenem April deutlich gestiegen, was den Kampf der „Bären“ gegen die „Bullen“ zeigt. Auch die jetzt stark voneinander abweichenden Goldpreis-Prognosen (Citi: $ 2.500; JPM: $4.000) zeigen, dass kurzfristig neue Impulse fehlen und viele Analysten derzeit im Trüben fischen.
Royal Mint will mit den neuen Britannia-Goldbarren den Sicherheitsstandard im Edelmetall-Handel neu definieren.
Die britische Royal Mint hat erstmals moderne Sicherheitsmerkmale, die bislang exklusiv bei ihren Britannia-Anlagemünzen verwendet wurden, auch auf Goldbarren umgesetzt. Die neu eingeführten Britannia-Goldbarren verfügen über drei visuelle Sicherheitselemente: eine wechselnde Bildmarke, die je nach Blickwinkel ein Schloss oder einen Dreizack zeigt, animierte Wellenstrukturen im Hintergrund sowie eine feine Mikrogravur des lateinischen Schriftzugs „Decus et Tutamen“ („Schönheit und Schutz“).
Darüber hinaus sind die Barren mit einem UV-Wasserzeichen, einem QR-Code sowie einer individuellen Seriennummer ausgestattet. Sie werden in manipulationssicherer Verpackung ausgeliefert. Nach Angaben der Royal Mint soll die neue Gestaltung dazu beitragen, die Authentizität physischer Goldprodukte besser nachvollziehbar zu machen. Die Britannia-Barren sind in Einheiten von 1 bis 100 Gramm erhältlich.
Die neuen Britannia-Goldbarren
Goldreporter-Tipp: Denken Sie beim Kauf von Barren und Münzen bereits an den Verkauf. Es ist sinvoll, die Größen-/Gewichtswahl am Finanzbedarf zu orientieren. Wenn Sie große Goldbarren kaufen (z.B. 100 Gramm, Wert derzeit: rund 9.000 Euro) dann müssen Sie diesen natürlich auch in einem Stück verkaufen. Aber vielleicht haben Sie gerade keinen so großen Liquiditätsbedarf. Mehr zum Thema finden Sie hier: Gold kaufen, sicher und günstig: So geht’s!
Zentralbanken kaufen weiter Gold. Polen, China & Co stocken auf. Doch ein Land überrascht mit einem Verkaufsimpuls: Singapur trennt sich von Reserven.
Weltweite Goldreserven
Der World Gold Council (WGC) hat neue Angaben zu den weltweiten Goldreserven veröffentlicht. Die Rangliste der größten nationalen Goldhalter zeigt in den überwiegenden Fällen die offiziellen Goldbestände der jeweiligen Länder per Ende Mai 2025. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass erneut zahlreiche Zentralbanken Gold zugekauft haben.
Viele Zentralbanken haben in den vergangenen Jahren Dollar-Reserven abgebaut und dafür Gold gekauft – allen voran China. Aber auch Polen gehört seit geraumer Zeit zu den großen Goldkäufern.
Dabei gab es unter den Top 5 nur geringfügige Veränderungen. Die USA rangieren weiterhin auf Platz eins der offiziellen Rangliste mit 8.133,5 Tonnen, dahinter Deutschland mit 3.350,3 Tonnen. Allerdings hat die Bundesbank erneut 0,8 Tonnen Gold für die jährliche Münzproduktion an das Bundesfinanzministerium abgegeben.
In den WGC-Zahlen enthalten ist auch die bereits bekannte Aufstockung der chinesischen Goldreserven im Mai um 1,9 Tonnen auf nun 2.296,4 Tonnen. Damit hält China hinter Russland (2.329,6 Tonnen) Platz sieben unter den größten nationalen Goldbesitzern ein (siehe Tabelle unten).
Polen kauft weitere 6 Tonnen
Größere Veränderungen gab es auf den weiteren Plätzen. Denn erneut stockte Polen seine Goldreserven deutlich auf.. Es kamen noch einmal 6,2 Tonnen hinzu, nach 12,4 Tonnen im Vormonat. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate hat das Land seine Bestände um rund 142 Tonnen aufgestockt und verfügt nun offiziell über 515,5 Tonnen Gold, bei einem Goldanteil an den gesamten Reserven von 22 Prozent.
Währenddessen stiegen auch die Goldreserven der Türkei weiter an. Denn zuletzt kamen 6,4 Tonnen hinzu – mit nun 632,4 Tonnen. Dabei handelt es sich um die rein staatlichen Reserven. Als Gesamtreserven meldete die türkische Zentralbank für Mai 785 Tonnen. Darin enthalten ist auch Gold, das von Geschäftsbanken hinterlegt wurde.
Rangliste der weltweiten Goldreserven per Ende Mai 2025 (Quelle: World Gold Council)
Auch Kasachstan hat weiteres Gold erworben. Drei Monate in Folge stiegen die Bestände des Landes um insgesamt 19 Tonnen, zuletzt kamen 7,5 Tonnen hinzu und erhöhten die Reserven damit auf 298,8 Tonnen.
Tschechien baut die Goldreserven weiterhin in kleinen Schritten auf. Die letzte Meldung zeigte Goldkäufe von 1,6 Tonnen. Seit März 2023 hat das Land rund 48 Tonnen Gold erworben. Man besitzt nun offiziell 60,4 Tonnen.
Dagegen sind die Goldbestände Usbekistans nun drei Monate in Folge um 11 Tonnen gesunken – zuletzt auf 356,4 Tonnen.
Aber es gab auch einen größeren Verkäufer unter den Zentralbanken. Denn Singapur hat sich von 5,4 Tonnen Gold getrennt und besitzt nun noch 209,7 Tonnen.
Weitere Gold-Bestandsmeldungen
Darüber hinaus gab es eine Reihe zusätzlicher staatlicher Aktivitäten auf dem Goldmarkt. Hier weitere Veränderungen gegenüber der WGC-Liste des Vormonats:
Kirgisien: +1,3 t
Kambodscha: +1,0 t
Ghana: +0,8 t
Philippinen: +0,7 t
Serbien: +0,4 t
Ägypten: +0,1 t
Mongolei: +0,1 t
Usbekistan: -0,9 t
Währenddessen werden die gesamten weltweiten Goldbestände vom World Gold Council nun mit 36.305,8 Tonnen angegeben. Das sind 31,5 Tonnen mehr als in der Meldung des Vormonats.
Zu beachten ist: Einige Länder machen keine regelmäßigen Angaben zu ihrem nationalen Goldbesitz. Dazu zählen unter anderem Staaten wie Iran, Israel und Nordkorea. Grundsätzlich generiert der WGC die Zahlen aus den offiziellen Meldungen der Zentralbanken sowie aus den Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF).
Platin auf Elfjahreshoch: Angebotsängste und spekulative Käufe treiben den Preis. Auch Palladium profitiert von der Marktenge.
Der Preis für eine Unze Platin stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit 2014. Mit 1.416 US-Dollar pro Unze wurde ein Elfjahreshoch erreicht. Bereits Anfang Juni hatte Platin erstmals seit vier Jahren wieder die Marke von 1.200 Dollar überschritten. Laut Justin Lin von Global X ETFs trügen insbesondere die gestiegene chinesische Nachfrage und ein erhöhter Schmuckbedarf zum Defizit bei. Lin verwies zudem auf die Austauschbarkeit beider Metalle in Autokatalysatoren, wodurch Palladium vom Platin-Boom profitieren könne.
Laut einem aktuellen Bericht auf Mining.com („Platinum price surges to 11-year high on supply concerns“) zeigen sich auch an den Spotmärkten in London und Zürich zunehmende Engpässe. Die Terminpreise liegen aktuell unter dem Spotpreis (Backwardation). Auch die Leihkosten für Platin sind mit rund 13 Prozent ungewöhnlich hoch – ein weiterer Hinweis auf enge Marktverhältnisse.
Hinweis von Goldreporter:
Für deutsche Anleger sind die Edelmetalle Platin und Palladium in physischer Form (Barren, Münzen) aufgrund der Mehrwertsteuerbelastung und der generell hohen Aufschläge deutlich unattraktiver als Gold. Derzeit liegt der Preis für eine Platinmünze zu einer Unze rund 30 Prozent über dem reinen Metallwert. Auch die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis (Spread) befindet sich in diesem Bereich. Zum Vergleich: Bei Gold waren es zuletzt weniger als 4 Prozent Aufgeld und etwa 5 Prozent Spread (siehe: Gold kaufen: Aktuelle Preise im Edelmetall-Handel).
China erhöht erneut die Goldimporte. Neue Handelswege, Produktionspläne und geopolitische Risiken könnten die Nachfrage weiter antreiben.
China hat im Mai zum zweiten Mal in Folge große Mengen Gold aus Hongkong importiert – netto 48,1 Tonnen. Dabei stiegen diese Goldimporte gegenüber Vormonat um 11 Prozent. Im ersten Quartal importierte China auf dieser Strecke netto insgesamt 36 Tonnen. Laut einer Analyse der Commerzbank, auf die sich FXStreet beruft, befinde sich der chinesische Goldmarkt weiterhin in einem Expansionsmodus („Chinese Gold market in expansion mode – Commerzbank“).
Die jüngsten Zahlen deuteten laut Beobachtern auf eine anhaltend starke Nachfrage hin, obwohl der Goldpreis hoch sei. Besonders geopolitische Unsicherheiten, etwa durch die US-Zollpolitik, könnten chinesische Anleger vermehrt zu Gold als sicherem Hafen greifen lassen. Die Nachfrage nach Schmuck hingegen dürfte preisbedingt schwach geblieben sein.
Anmerkung von Goldreporter: China baut seinen Einfluss im Goldhandel kontinuierlich aus: Die SGE eröffnete zuletzt ein erstes Auslands-Goldlager in Hongkong und bietet neue Yuan-Kontrakte – ein Schritt zur Stärkung des Yuan und zur Entdollarisierung.