Die chinesische Zentralbank meldet im dritten Monat in Folge einen Anstieg ihrer Goldreserven. Im Januar kamen knapp 5 Tonnen Gold hinzu.
China kauft erneut Gold
Die chinesische Zentralbank hat den dritten Monat in Folge wieder Gold gekauft. Denn die offiziellen Goldreserven des Landes stiegen im vergangenen Monat auf 73,45 Millionen Unzen an. Das geht aus dem aktuellen Bericht der State Administration of Foreign Exchange (SAFE) hervor, der am heutigen Freitag veröffentlicht wurde.
Damit stieg die gemeldete Goldmenge gegenüber dem Vormonat um 160.000 Unzen. Dieses Gewicht entspricht 4,97 Tonnen. Die gesamten Bestände der People’s Bank of China (PBOC) belaufen sich nun auf umgerechnet 2.284,55 Tonnen.

Chinesische Goldreserven
In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Phasen, in denen die chinesische Zentralbank über Monate und Jahre hinweg keine Bestandmeldungen ihrer Gold-Bestände bekanntgab. Aber darauf folgten oft Zeiträume, in denen regelmäßig monatliche Aufstockungen gemeldet wurden. Das sehen wir offenbar jetzt.
Denn die PBOC hatte zwischen November 2022 und April 2024 umgerechnet rund 316 Tonnen Gold zugekauft. Dagegen erfolgten im Zeitraum bis Oktober 2024 sechs Monate lang keine Bestandsanpassungen.
Goldpreis-Effekte?
Was kann das für den Goldpreis bedeuten? Schon die Gold-Rally im vergangenen Jahr war wesentlich von einer starken chinesischen Goldnachfrage getrieben. Die erneuten Zentralbankkäufe sowie die anhaltenden Kursaufschläge in Shanghai auf den internationalen Goldpreis sind auch ein Faktor für die erneute Kursrally zu Jahresbeginn.
Gold der PBOC
Hier eine Übersicht über die Entwicklung der chinesischen Goldreserven innerhalb der vergangenen zwei Jahre (Quelle: SAFE):
- November 2022: +32,03 t (1.030.000 Unzen)
- Dezember 2022: +30,17 t (970.000 Unzen)
- Januar 2023: +14,93 t (480.000 Unzen)
- Februar 2023: +24,88 t (800.000 Unzen)
- März 2023: +18,04 t (580.000 Unzen)
- April 2023: +8,08 t (260.000 Unzen)
- Mai 2023: +16,86 t (510.000 Unzen)
- Juni 2023: +21,15 t (680.000 Unzen)
- Juli 2023: +23,02 t(740.000 Unzen)
- August 2023: +28,93 t (930.000 Unzen)
- September 2023: 26,13 t (840.000 Unzen)
- Oktober 2023: 23,02 t (740.000 Unzen)
- November 2023: 11,82 t(380.000 Unzen)
- Dezember 2023: 9,02 t (290.000 Unzen)
- Januar 2024: 9,95 t (320.000 Unzen)
- Februar 2024: 12,13 t (390.000 Unzen)
- März 2024: 4,97 t (160.000 Unzen)
- April 2024: 1,87 t (60.000 Unzen)
- November 2024: 4,97 t (160.000 Unzen)
- Dezember 2024: 10,26 t (330.00 Unzen)
- Januar 2025: 4,97 t (160.000 Unzen)
Summe: +336,23 Tonnen (10.810.000 Unzen)
Währungsreserven und Goldanteil
Währenddessen stieg auch der Wert der gesamten chinesischen Währungsreserven gegenüber Vormonat um 0,7 Prozent oder 22,45 Milliarden US-Dollar auf 3.478,00 Milliarden US-Dollar. Dabei wurde der Wert der Goldreserven per Ende Januar nun mit 206,53 Milliarden US-Dollar angegeben. Das sind 15,2 Milliarden US-Dollar mehr (+7,9 Prozent) als im Vormonat und gleichzeitig ein neuer Rekordwert.
Der bisherige Rekordmonat war der Oktober 2024 mit damals 199,05 Milliarden US-Dollar. Der Gold-Anteil an den Gesamtreserven jetzt 5,9 Prozent (Vormonat: 5,5 Prozent). Vor einem Jahr waren es noch 4,3 Prozent.
Dollar-Reserven steigen leicht
Währenddessen ist der Wert der von China gehaltenen US-Staatspapiere im vergangenen November erstmals seit fünf Monaten wieder gestiegen – auf 768,6 Milliarden US-Dollar gesunken. Gegenüber Vormonat sank der Wert um 8,5 Milliarden US-Dollar oder 1,1 Prozent. Das geht aus dem jüngsten Report des US-Finanzministeriums hervor.
Dagegen waren es ein Jahr zuvor noch 782,0 Milliarden US-Dollar – während China vor fünf Jahren hielt noch US-Staatspapiere im Wert von 1,1 Billionen US-Dollar hielt.
Das heißt, China trennte sich in den vergangenen Jahren sukzessive von Dollar-Reserven und kaufte stattdessen Gold. Aber die Abnahme oder Zunahme an Dollar-Reserven steht auch im Zusammenhang mit Kapitalflüssen nach oder aus China.





































