Start Blog Seite 49

Goldreserven: So viel Gold kaufte China im Januar!

8

Die chinesische Zentralbank meldet im dritten Monat in Folge einen Anstieg ihrer Goldreserven. Im Januar kamen knapp 5 Tonnen Gold hinzu.

China kauft erneut Gold

Die chinesische Zentralbank hat den dritten Monat in Folge wieder Gold gekauft. Denn die offiziellen Goldreserven des Landes stiegen im vergangenen Monat auf 73,45 Millionen Unzen an. Das geht aus dem aktuellen Bericht der State Administration of Foreign Exchange (SAFE) hervor, der am heutigen Freitag veröffentlicht wurde.

Damit stieg die gemeldete Goldmenge gegenüber dem Vormonat um 160.000 Unzen. Dieses Gewicht entspricht 4,97 Tonnen. Die gesamten Bestände der People’s Bank of China (PBOC) belaufen sich nun auf umgerechnet 2.284,55 Tonnen.

Gold, Goldreserven, China (Bild: Goldreporter)
Der Wert der chinesischen Goldreserven ist im Januar auf ein neues Rekordhoch von 206 Milliarden US-Dollar gestiegen. Die Bestände summieren sich nun auf rund 2.284 Tonnen Gold (Bild: Goldreporter).

Chinesische Goldreserven

In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Phasen, in denen die chinesische Zentralbank über Monate und Jahre hinweg keine Bestandmeldungen ihrer Gold-Bestände bekanntgab. Aber darauf folgten oft Zeiträume, in denen regelmäßig monatliche Aufstockungen gemeldet wurden. Das sehen wir offenbar jetzt.

Denn die PBOC hatte zwischen November 2022 und April 2024 umgerechnet rund 316 Tonnen Gold zugekauft. Dagegen erfolgten im Zeitraum bis Oktober 2024 sechs Monate lang keine Bestandsanpassungen.

Goldpreis-Effekte?

Was kann das für den Goldpreis bedeuten? Schon die Gold-Rally im vergangenen Jahr war wesentlich von einer starken chinesischen Goldnachfrage getrieben. Die erneuten Zentralbankkäufe sowie die anhaltenden Kursaufschläge in Shanghai auf den internationalen Goldpreis sind auch ein Faktor für die erneute Kursrally zu Jahresbeginn.

Gold der PBOC

Hier eine Übersicht über die Entwicklung der chinesischen Goldreserven innerhalb der vergangenen zwei Jahre (Quelle: SAFE):

  • November 2022: +32,03 t (1.030.000 Unzen)
  • Dezember 2022: +30,17 t (970.000 Unzen)
  • Januar 2023: +14,93 t (480.000 Unzen)
  • Februar 2023: +24,88 t (800.000 Unzen)
  • März 2023: +18,04 t (580.000 Unzen)
  • April 2023: +8,08 t (260.000 Unzen)
  • Mai 2023: +16,86 t (510.000 Unzen)
  • Juni 2023: +21,15 t (680.000 Unzen)
  • Juli 2023: +23,02 t(740.000 Unzen)
  • August 2023: +28,93 t (930.000 Unzen)
  • September 2023: 26,13 t (840.000 Unzen)
  • Oktober 2023: 23,02 t (740.000 Unzen)
  • November 2023: 11,82 t(380.000 Unzen)
  • Dezember 2023: 9,02 t (290.000 Unzen)
  • Januar 2024: 9,95 t (320.000 Unzen)
  • Februar 2024: 12,13 t (390.000 Unzen)
  • März 2024: 4,97 t (160.000 Unzen)
  • April 2024: 1,87 t (60.000 Unzen)
  • November 2024: 4,97 t (160.000 Unzen)
  • Dezember 2024: 10,26 t (330.00 Unzen)
  • Januar 2025: 4,97 t (160.000 Unzen)

Summe: +336,23 Tonnen (10.810.000 Unzen)

Währungsreserven und Goldanteil

Währenddessen stieg auch der Wert der gesamten chinesischen Währungsreserven gegenüber Vormonat um 0,7 Prozent oder 22,45 Milliarden US-Dollar auf 3.478,00 Milliarden US-Dollar. Dabei wurde der Wert der Goldreserven per Ende Januar nun mit 206,53 Milliarden US-Dollar angegeben. Das sind 15,2 Milliarden US-Dollar mehr (+7,9 Prozent) als im Vormonat und gleichzeitig ein neuer Rekordwert.

Der bisherige Rekordmonat war der Oktober 2024 mit damals 199,05 Milliarden US-Dollar. Der Gold-Anteil an den Gesamtreserven jetzt 5,9 Prozent (Vormonat: 5,5 Prozent). Vor einem Jahr waren es noch 4,3 Prozent.

Dollar-Reserven steigen leicht

Währenddessen ist der Wert der von China gehaltenen US-Staatspapiere im vergangenen November erstmals seit fünf Monaten wieder gestiegen – auf 768,6 Milliarden US-Dollar gesunken. Gegenüber Vormonat sank der Wert um 8,5 Milliarden US-Dollar oder 1,1 Prozent. Das geht aus dem jüngsten Report des US-Finanzministeriums hervor.

Dagegen waren es ein Jahr zuvor noch 782,0 Milliarden US-Dollar – während China vor fünf Jahren hielt noch US-Staatspapiere im Wert von 1,1 Billionen US-Dollar hielt.

Das heißt, China trennte sich in den vergangenen Jahren sukzessive von Dollar-Reserven und kaufte stattdessen Gold. Aber die Abnahme oder Zunahme an Dollar-Reserven steht auch im Zusammenhang mit Kapitalflüssen nach oder aus China.

Goldmarkt-Turbulenzen: Zentralbanken forcieren Gold-Verleih

17

Der Gold-Verleih durch Zentralbanken boomt. Hohe Leasingraten führen zu Engpässen und Preisverschiebungen auf dem Goldmarkt.

Zentralbanken verleihen vermehrt Gold

Auf dem Goldmarkt spielen sich derzeit ungewöhnliche Dinge ab. Der Goldpreis erreichte in den vergangenen Tagen mehrfach neue Rekordwert. Am heutigen Donnerstagnachmittag kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt 2.855 US-Dollar. Das entsprach 2.754 Euro. Damit stieg der Goldpreis seit Jahresbeginn um 9 Prozent (in USD) bzw, 10 Prozent (in EUR).

Allerdings wird Gold in den Tresoren der Bank of England (BOE) derzeit mit einem Abschlag gegenüber dem übrigen Markt gehandelt. Grund dafür sind laut einem Bloomberg-Bericht verstärkte Leasing-Aktivitäten der Zentralbanken, die auf Engpässe und erhöhte Nachfrage nach physischem Gold reagieren. 

Gold, Goldbarren, Goldverleih, Goldpreis (Bild: Goldreporter)
Gold ist derzeit nicht in ausreichender Menge in der gewünschten Form verfügbar. Es gibt Lieferzeiten bei der Bank of England und die Zentralbanken forcieren das Leihgeschäft.

US-Händler zeigen sich weiter besorgt, dass die USA Zölle auf Edelmetall-Importe erheben könnten und holen große Goldmengen nach New York. In diesem Zusammenhang meldet die ANZ Bank Lieferverzögerungen von einer Woche, für Gold das aus den Tresoren der Bank of England. 

Ungewöhnliche Goldpreis-Differenz durch Leasing

Händler würden Goldpreise bei der BOE mit einem Abschlag von mehr als fünf US-Dollar pro Unze gegenüber dem Londoner Spotpreis angeben. Dieser Preisunterschied sei äußerst ungewöhnlich, da Gold bei der BOE normalerweise im Gleichschritt mit dem übrigen Londoner Markt gehandelt werde. Die Zentralbanken nutzten die Gelegenheit, von den gestiegenen Leasingraten zu profitieren.

Engpässe in London

Die Knappheit an verfügbarem Metall sei in den gestiegenen Einmonats-Leasingraten sichtbar, die auf bis zu 5 Prozent geklettert seien. Normalerweise lägen diese nahe bei null. Einige Zentralbanken würden versuchen, von diesen gestiegenen Raten zu profitieren, indem sie ihr Gold verleihen. Da sie ihr Gold hauptsächlich bei der BOE lagerten, sei das dortige Gold oft eine zentrale Liquiditätsquelle in Zeiten von Marktengpässen.

Gold, Gold-Leasing, Goldpreis
Die Gold-Leasing-Raten sind explodiert. Normalerweise befinden sich diese Zinssätze nahe null oder sogar daraunter, wie seit 2023. Für die Zentralbanken lohnt sich damit der Goldverleih (Quelle: ANZ)

Bedeutung der BOE als Liquiditätsquelle

„Der Engpass wurde durch den Ansturm von Bullion-Banken verursacht, die Gold von Zentralbanken bei der Bank of England leihen wollten“, erklärte Robert Gottlieb, ehemaliger Händler bei JPMorgan Chase. Die BOE verwahre über 400.000 Goldbarren im Wert von mehr als 450 Milliarden US-Dollar, was sie zu einem wichtigen Akteur im internationalen Goldmarkt mache.

Marktreaktionen und Folgen

Vorwärtskurse für das Edelmetall lägen derzeit unter den Kassakursen, was auf eine sogenannte Backwardation hindeute, ein seltenes Phänomen auf dem Goldmarkt. Diese Situation führe dazu, dass Leasing-Aktivitäten der Zentralbanken noch attraktiver würden, da sie zusätzliche Einnahmen generieren könnten.

Ausblick

Laut John Reade vom World Gold Council könnte die aktuelle Situation dazu führen, dass einige Händler überdenken, ihr Gold bei der BOE zu lagern. Die London Bullion Market Association erklärte, sie beobachte die Marktdynamik genau und stehe in engem Austausch mit den Marktteilnehmern.

Goldpreis mit Rekord-Serie, aber Millionen-Abflüsse aus Gold-ETF

5

Trotz dem starken Goldpreis-Anstiegs erleben wir einen weiteren Rückgang der physischen Goldbestände beim größten Gold-ETF.

Silber- und Goldpreis

Am gestrigen Mittwoch ging der Goldpreis mit 2.893 US-Dollar pro Unze aus dem US-Gold-Futures-Handel (April-Kontrakt), was 2.782 Euro entsprach. Damit stiegen die Gold-Notierungen gegenüber der Vorwoche um 3,6 Prozent (USD) bzw. 3,8 Prozent (EUR). Gleichzeitig markierte der Goldpreis drei Tage in Folge ein neues Rekordhoch.

Gold, Goldpreis, Goldbarren, Gold-ETF (Bild: Goldreporter)
Die Bestände des SPDR Gold Shares (GLD) sind nun drei Wochen in Folge gesunken, während der Goldpreis seit Jahresbeginn bereits um 9 Prozent anstieg.

Parallel stieg der Silberpreis im Vorwochenvergleich erneut leicht um 5,1 Prozent bzw. 5,3 Prozent auf 32,98 US-Dollar bzw. 31,71 Euro.

Größter Gold-ETF

Während der Goldpreis also weiter zulegte, zogen Investoren innerhalb der vergangenen fünf Handelstage weiteres Kapital aus dem größten Gold-ETF ab. Denn der Betreiber des SPDR Gold Shares (GLD) meldete per 5. Februar 2025 physische Fondsbestände von 864,19 Tonnen Gold. Damit wurden in einer Woche 1,15 Tonnen ausgebucht. Im Rahmen unserer wöchentlichen Berichterstattung ist es die dritte Bestandsminderung in Folge.

Der Rückgang der Lagermenge ging zuletzt einher mit einem Nettokapitalabfluss in Höhe von 207 Millionen US-Dollar. Pro ausgegebenem Anteilsschein muss der Fondsbetreiber eine Zehntel Unze Gold physisch einlagern. Hinweis: Bei der Meldung von Kapitalflüssen und Fondsbeständen gibt es in der Regel eine zeitliche Verzögerung. Auf dem Goldmarkt besteht üblicherweise eine Zwei-Tages-Frist, in der physische Bestände nach einem Vertragsabschluss geliefert werden.

Größter Silber-ETF

Währenddessen meldet auch der Betreiber des größten Silber-ETF, dem iShares Silver Trust (SLV), einen weiteren Bestandsrückgang. Denn zuletzt summierte sich das Silber-Inventar des größten Silber-ETFs auf 13.386,65 Tonnen. Das heißt, innerhalb einer Woche wanderten 648,76 Tonnen Silber ab.

Dabei gab es laut den Angaben des Emittenten innerhalb der vergangenen fünf Handelstage einen Netto-Kapitalabfluss von 256 Millionen US-Dollar. Pro ausgegebenem Anteilsschein ist dieser ETF offiziell mit einer Unze Silber pro ausgegebenem Anteilsschein physisch gedeckt.

Edelmetall-ETFs und Goldpreis

Vergangene Bullenmärkte bei Silber- und Goldpreis waren regelmäßig von deutlich steigenden Beständen in den entsprechenden Edelmetall-ETFs begleitet. Das war besonders im ersten Halbjahr 2024 nicht mehr in bekanntem Maße der Fall, als der Takt auf dem internationalen Goldmarkt wesentlich von China und deren physischer Goldnachfrage vorgegeben wurde. Allerdings trug die ETF-Nachfrage seit den Sommermonaten wieder stärker zur folgenden Goldpreis-Rally bei. 

Generell gelten die Fondsbestände als Nachläufer, die einem steigenden Silber- und Goldpreis mit wachsendem Inventar folgen. Dann nämlich, wenn sich vor allem institutionelle Investoren über dieses Instrument („Papiergold“) auf dem Edelmetallmarkt positionieren. Zudem stieg die Beliebtheit dieser ETFs bei jungen US-Anlegern, die sie zunehmend über Discount-Broker erwerben.

Weltweite Goldnachfrage erreicht neuen Rekord

2

Der Goldmarkt boomt. So meldet der World Gold Council eine Rekordnachfrage 2024 seitens Investoren und Zentralbanken weltweit.

Zentralbanken und Investoren treiben Goldmarkt

Die weltweite Goldnachfrage hat 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Laut World Gold Council (WGC) stieg die gesamte Nachfrage, einschließlich außerbörslicher Investitionen, im vierten Quartal um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1.297 Tonnen. Damit wurde ein neuer Quartalsrekord erzielt, der zur jährlichen Gesamtmenge von 4.974 Tonnen beitrug.

Die Zentralbanken kauften Gold in rasantem Tempo. Bereits das dritte Jahr in Folge überstieg die Nachfrage 1.000 Tonnen. Besonders im vierten Quartal nahm die Kaufdynamik stark zu, als 333 Tonnen erworben wurden.

Gold, Goldbarren, Goldmarkt (Bild: Goldreporter)
Gold ist stark gefragt. Aber der hohe Goldpreis ließ auch das Anlaufgeschäft boomen. Dies wirkte sich zuletzt auch deutlich auf die WGC-Zahlen für den deutschen Markt für Anlagegold aus.

Gold-Investitionen auf Vierjahreshoch

Die jährlichen Goldinvestitionen erreichten mit 1.180 Tonnen den höchsten Stand seit vier Jahren – ein Plus von 25 Prozent. Dabei spielten Gold-ETFs eine bedeutende Rolle. Denn erstmals seit 2020 blieben die Bestände laut WGC nahezu unverändert, im Gegensatz zu den starken Abflüssen der letzten drei Jahre.

Die Nachfrage nach Barren und Münzen blieb mit 1.186 Tonnen auf Vorjahresniveau. Allerdings veränderte sich die Zusammensetzung: Während die Nachfrage nach Goldbarren zunahm, kauften Anleger weniger Münzen aus Gold.

Anlagegold

Allerdings sind die Daten des World Gold Councils wie in den vergangenen Quartalen in diesem Segment nur bedingt aussagekräftig – insbesondere, was den deutschsprachuigen Raum angeht. Denn mit dem boomenden Ankaufgeschäft hierzulande deckten die Edelmetall-Händler die bestehende Kaufnachfrage zu großen Teilen mit Zweitmarktware. Diesen Sekundärmarkt kann der World Gold Council beziehungsweise dessen Datenlieferanten nur bedingt erfassen.

Gold, Goldnachfrage, WGC, 2024
Goldnachfrage und Goldangebot 2023 und 2024 (Quelle: World Gold Council)

Deutscher Goldmarkt

So wird für das vierten Quartal 2024 eine deutsche Nachfrage nach Anlagegold im Umfang von lediglich 8,7 Tonnen gemeldet. Für das zweite Quartal 2024 war sogar eine negative Nachfrage von 2 Tonnen errechnet worden.

Zum Vergleich: Während der großen Krisenereignisse (z.B. Lehman-Pleite, Corona, Russlands Einmarsch in die Ukraine) war eine deutsche Quartalsnachfrage von bis zu 70 Tonnen gemeldet worden. Damals hatte das Ankaufgeschäft nur geringe Bedeutung.  

Technologiebranche und Schmucknachfrage 

Auch die technologische Nachfrage trug zur Gesamtbilanz bei. Denn sie wuchs 2024 um 21 Tonnen, eine Steigerung um 7 Prozent. Ausschlaggebend sei vor allem das anhaltende Wachstum im Bereich Künstliche Intelligenz gewesen.

Ein deutlicher Rückgang zeigte sich beim Goldschmuck. Die jährliche Nachfrage sank um 11 Prozent auf 1.877 Tonnen. Hier werden vom World Gold Council konjunkturelle Gründe genannt. Denn Verbraucher hätten sich in vielen Regionen angeblich nur noch kleinere Mengen geleistet. Dennoch stiegen die Gesamtausgaben für Goldschmuck um 9 Prozent auf 144 Milliarden US-Dollar.

Goldpreis: Neuer Kursausbruch – 3.000 Dollar im Visier

34

Der Goldpreis markierte vier Tage in Folge neue Rekordhochs und steht seit Jahresbeginn fast 10 Prozent im Plus. So ist die technische Lage bei Gold.

Neue Rekord-Rally bei Gold

Gold setzt seine imposante Rally fort. Am gestrigen Dienstag schloss der Goldpreis auf Basis der US-Futures (April-Kontrakt) mit 2.875 US-Dollar pro Unze. Das entsprach einem Wert von 2.772 Euro. Damit verteuerte sich das Edelmetall im Vorwochenvergleich leicht um 3,9 Prozent (USD) bzw. 4,4 Prozent (EUR). Dabei markierte der Goldpreis in beiden Währungen vier Tage in Folge neue Rekordhochs.

Gold, Goldchart, Charttechnik, Goldpreis
Goldpreis in US-Dollar, 6 Monate, Tagesschlusskurse, Basis: US-Futures (April-Kontrakt), per 4. Februar 2025.

Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis bereits um 8,9 Prozent (USD) bzw. 9,4 Prozent (EUR) gestiegen. Wir werfen einen Blick auf die technischen Rahmenbedingungen per 4. Februar 2025.  

Charttechnik

Ende Januar übersprang der Goldpreis das Rekordhoch vom 30. Oktober 2024, welches bei 2.800 US-Dollar lag. Dem Sprung folgte eine dynamische Kursbewegung heraus aus dem bereits steilen Aufwärtstrendkanal, dessen Basis das Zwischentief von Ende Dezember bildet. Kurzfristige Unterstützungen sind nun 2.840 US-Dollar und 2.800 US-Dollar. Dagegen dürfte Gold im Bereich um 2.900 US-Dollar zunächst auf Widerstand stoßen.

Sentiment

Der Goldchart verlief zuletzt wieder mit einem Abstand von 6,5 Prozent über der 50-Tages-Linie und 13 Prozent über dem 200-Tage-Schnitt. Mit einem RSI (Relative-Stärke-Index) von 70 (Vorwoche: 60) bewegt sich der Goldchart nun aus 14-Tage-Sicht in den „überkauften“ Bereich. Auch dieser Umstand könnte verhindern, dass der Goldpreis allzu schnell die Marke von 3.000 US-Dollar überschreitet.

Goldpreis in Euro

Auf Euro-Basis sehen wir die gleiche Entwicklung. Mit dem Schritt über die Marke von 2.670 Euro nahm die Rally Fahrt auf. Hier bilden die Kursschwellen von 2.730 Euro und 2.670 Euro nun die kurzfristigen Unterstützungen. Der RSI ist bereits auf 71 gestiegen. Der RSI ist bereits auf 71 gestiegen. Werte über 70 weisen allgemein auf ein „überkauftes“ Sentiment hin.

Gold, Goldpreis, Goldchart, Euro-Goldpreis
Goldpreis in Euro, 6 Monate, Tagesschlusskurse, Basis: US-Futures (April-Kontrakt), per 4. Februar 2025.

Hinweis Goldpreis-Chartanalyse

Die obige Darstellung ist eine rein spekulative Betrachtung im Hinblick auf die Geldanlage in Gold. Wie immer gilt der Hinweis: Die auf Goldreporter.de bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder Anlagevermittlung dar. 

Gold startet Rekord-Rally, Trumps Zollpolitik im Fokus

31

Der Preis für eine Feinunze Gold markierte drei Tage in Folge ein neues Rekordhoch. Trumps Zollpolitik hält die Märkte auf Trab. Was passiert jetzt?

Rekord-Rally bei Gold

Am heutigen Dienstagvormittag um 10:30 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 2.817 US-Dollar pro Unze, was 2.722 Euro entsprach. Damit verteuerte sich das Edelmetall gegenüber Vorwoche um 2,7 Prozent (in USD) bzw. 3,4 Prozent (in Euro).

Am Montag markierte Gold ein weiteres Rekordhoch mit 2.815 US-Dollar bzw. 2.721 Euro pro Unze. Nun gab es bereits drei Tage in Folge neue Bestmarken.

Gold, Goldpreis, Trump (Bild: Goldreporter)
Gold und Importzölle steigen: US-Präsident Trump wirbelt die Märkte durcheinander und der Goldpreis markierte drei Tage in Folge neue Rekordhochs.

Vor allem die Ankündigungen von Importzöllen für zahlreiche Länder und Wirtschaftsregionen durch den US-Präsidenten Donald Trump halten die Märkte derzeit auf Trab. An den gut gelaufenen Aktienmärkten kommt es zu Gewinnmitnahmen, und defensivere Anlageformen sind wieder etwas stärker gefragt. Dazu gehört nicht nur Gold; auch die Kurse am Anleihenmarkt stiegen. Das korrespondiert mit sinkenden Marktzinsen.

Marktzinsen

Zwar rentierten 10-jährige US-Staatsanleihen gegenüber Vorwoche unverändert bei 4,57 Prozent, dafür sanken die Renditen in der Eurozone. Dazu beigetragen hat die EZB-Zinssenkung um 25 Basispunkte am vergangenen Donnerstag.

So lag die Rendite deutscher Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit zuletzt bei 2,41 Prozent – nach 2,55 Prozent in der Vorwoche. Die gleiche Tendenz zeigt sich bei den Anleihen der anderen Euroländer. Das tangiert den Euro-Dollar-Kurs und damit auch den Euro-Kurs von Gold.

Ausblick

Im Mittelpunkt der Berichtswoche stehen sicherlich die US-Arbeitsmarktdaten für Dezember. Denn am Dienstag erscheinen die JOLTs Job Openings (Anzahl der offenen Stellen), am Mittwoch folgt der ADP-Jobreport, am Donnerstag kommen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, und am Freitag gibt es die offiziellen monatlichen US-Arbeitsmarktdaten. Hinzu kommen der ISM-Einkaufsmanager-Index und die US-Handelsbilanz für Dezember (beide Mittwoch).

Darüberhinaus steht die protektionistische Wirtschaftspolitik der USA weiter im Fokus. Welches Land wird als nächstes mit Einfuhrzöllen belegt? Trump hat die EU bereits vorgewarnt. Anleihen, Renditen, Staatsanleihen, Zinsen, Marktzinsen

Renditen und Gold

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf den Goldpreis? Generell gilt: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, steigt ihre Attraktivität bei defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dadurch wirkt das zinslose Gold in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert.

Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme. Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Gold-Nachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht werden, steigen Edelmetalle oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse).

So entwickelt sich der Goldpreis im Februar

0

Goldpreis stieg im Januar kräftig an. Es war auch der statistisch beste Monat des Jahres. Wie sind die saisonalen Vorgaben für Gold im Februar?

Goldpreis mit starkem Jahresauftakt

Nach dem starken Kursanstieg im vergangenen Jahr verteuerte sich Gold auch im Januar deutlich. Denn auf Basis des Londoner Referenzkurses schloss der Goldpreis mit 2.812 US-Dollar, was 2.713 Euro entsprach. Somit stieg der Kurs gegenüber Vormonat um 7,7 Prozent (in USD) bzw. 8,2 Prozent (in EUR).

An dieser Stelle betrachten wir die Goldpreis-Entwicklung auf Euro-Basis. Innerhalb eines Jahres legte der Kurs um 44 Prozent zu. Damit bescherte das Edelmetall seinen Besitzern deutlich mehr als einen bloßen Inflationsausgleich.

Gold, Goldbarren, Goldpreis (Bild: Goldreporter)
Närrische Zeit: In den vergangenen Jahren zeigte der Goldpreis im Februar immer wieder Ausreißer in entgegengesetzte Richtungen. Im Januar stieg Gold auf Euro-Basis um 8 Prozent.

Gold im Februar

Was ist vom Februar aus saisonaler Sicht zu erwarten? Dazu werfen wir einen Blick auf unsere bis zum Jahr 1970 zurückreichende Goldpreis-Statistik. Hier schafft es der Februar mit einem durchschnittlichen Kursgewinn von 0,96 Prozent immerhin auf Platz fünf der besten Goldmonate des Jahres.

Dabei endete der Februar in 30 von 53 Jahren mit einem Kursgewinn. Quote: 56 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren gab es zum Monatsende immer wieder wechselnde Vorzeichen, mit teils stärkeren Ausschlägen. So brach der Kurs 2021 um 6 Prozent ein, während er 2022 um 6 Prozent stieg. Damals reagierte das Edelmetall auf den militärischen Angriff Russlands auf die Ukraine und die damit verbundenen Ängste und Unsicherheiten an den Märkten. Dabei meldeten deutsche Edelmetall-Händler einen sprunghaften Anstieg der Gold- und Silber-Nachfrage seitens der Anleger.

Gold, Goldpreis, Euro-Goldpreis, Goldstatistik, Februar

Tops und Flops

Allerdings brachte der Februar im vergangenen Jahr eine „Nullrunde“. Denn der Goldpreis sank gegenüber Vormonat gerade einmal um 7 Cent.

Hier eine Übersicht über die stärksten und schwächsten Jahr im Februar seit 1970.

Die beste Februar-Performance seit 1970 (Top-5)

  • 1974: +21,73 %
  • 1973: +15,18 %
  • 2016: +10,53 %
  • 1997: +7,92 %
  • 1979: +7,07 %

Die schwächste Februar-Performance seit 1970 (Flop-5)

  • 1983: -16,52 %
  • 1986:  -11,20 %
  • 1988:  -7,95 %
  • 2021:  -6,26 %
  • 2003:  -5,59 %

Hinweis: Alle Angaben basieren auf dem Londoner Nachmittags-Fixing und dem Goldpreis am Monatsende laut Bundesbank-Statistik; bei einem Umrechnungskurs von 1,95583 DM / Euro.

Goldpreis: Terminhändler stürzen sich auf physisches Gold

7

Der Goldpreis hat vergangene Woche neue Rekordhochs erreicht. An der US-Warenterminbörse COMEX gibt es eine Flut an Anträgen auf physische Gold-Lieferung.

Goldpreis mit neuem Rekordhoch

Der Goldpreis hat vergangene Woche weitere Rekordhochs in Euro und US-Dollar erreicht. Dabei schloss der Kurs des Edelmetalls im Spothandel (Gold zur sofortigen Lieferung) erstmals über der Marke von 2.800 US-Dollar. Am US-Terminmarkt werden nach dem Verfallstermin der Januar-Kontrakte nun die Gold-Futures mit einer Auslieferung im Februar am meisten gehandelt. Auf dieser Basis ging der Goldpreis am Freitag mit 2.835 US-Dollar (2.736 Euro) ins Wochenende.  

Gold, Goldpreis, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Hands-on: Für die Wareneinfuhr aus China, Kanada und Mexiko hat US-Präsident Donald Trump die Zölle gerade massiv erhöht. Ist jetzt Europa dran? Terminhändler in den USA fragen derzeit massiv physisches Gold nach. Auch das befeuert den Goldpreis.

CoT-Daten

Was vergangene Woche im US-Terminmarkt geschah, analysieren wir zunächst anhand der aktuellen CoT-Daten (Commitments-of-Traders-Report). Der Bericht enthält Angaben zu den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures an der US-Warenterminbörse COMEX per 28. Januar 2025.

Hier sank die Netto-Short-Position der „Commercials“ erstmals nach drei Wochen um 0,9 Prozent auf 323.722 Kontrakte. Auf der Gegenseite ging die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um rund 0,5 Prozent zurück auf 299.409 Kontrakte.

Open Interest

Währenddessen stieg auch der Open Interest noch einmal an, also die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX. Hier ging es gegenüber der Vorwoche aber nur noch um 1 Prozent nach oben auf 577.505 Kontrakte. Bis zum Handelsschluss am Freitag sank der Open Interest dann um 4,75 Prozent auf 550.086 Kontrakte.

Gold, CoT, COMEX, Gold-Futures, Positionen Gold, COT-Daten, Open Interest, Gold-Futures, Gold-Optionen

Gold-Optionen

Typischerweise gibt der Open Interest im Gold-Optionshandel nach einem Verfallstermin deutlich nach. So auch diesmal. Denn hier sehen wir einen Rückgang um 21 Prozent auf 802.410 Optionen. Dabei sank die Put/Call-Ratio per 31. Januar auf 0,489 (Vorwoche: 0,566). Das bedeutet, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 205 Call-Optionen (Vorwoche: 177). Damit ist der ausgeprägte Goldpreis-Optimismus im Optionshandel an der COMEX noch einmal stark angestiegen.

Goldpreis-Entwicklung

Im Umfeld der jüngsten Zinsentscheidungen in den USA und Europa stieg der Goldpreis vor allem am Mittwoch deutlich an. Die Fed hatte den US-Leitzins wie erwartet bei 4,25 bis 4,50 Prozent belassen, während die EZB wie erwartet die fünfte Senkung in Folge bekanntgab (um 25 Basispunkte auf 2,90 Prozent). Aber es gab aus den Vereinigten Staaten Konjunkturdaten, die Spielraum lassen für weitere US-Zinssenkungen. Denn das amerikanische Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2024 fiel laut der ersten Schätzung mit 2,3 Prozent niedriger aus als erwartet. Dabei traf die Inflationskomponente (Kern-PCE) die Prognosen mit 2,5 Prozent.

In diesem Umfeld stieg der Goldpreis gegenüber Vorwoche um 2 Prozent bzw. 3,3 Prozent auf 2.835 US-Dollar bzw. 2.736 Euro. Auf Dollar-Basis wurde das aktuelle Rekordhoch aber bereits am Donnerstag mit 2.845,20 US-Dollar erreicht.

In China wurde vergangene Woche wegen des Neujahrfestes nur am Montag gehandelt. Deshalb haben wir aktuell keine Informationen über die Kursaufschläge in Shanghai. Diese betrugen in der Vorwoche gegenüber dem internationalen Spotkurs noch 44 US-Dollar.

COMEX-Gold-Lager wächst stark an

Werfen wir einen Blick auf die Goldlagerbestände an der COMEX. Hier war es in den vergangenen Wochen zu einem ungewöhnlich starken Anstieg des Inventars gekommen. Die Schweizer Außenhandelsdaten für Dezember bestätigten die starken Goldbewegungen in die USA (Gold wandert tonnenweise von der Schweiz in die USA).

Und vergangene Woche setzte sich diese Entwicklung fort. Denn die CME Group meldet per 30. Januar 2025 Gesamtbestände von 31,31 Millionen Unzen. Damit ergibt sich ein Anstieg von 3,24 Millionen Unzen (Vorwoche: +3,49 Mio. Unzen).  

Dabei stiegen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 1,31 Millionen Unzen auf 17,17 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet). Dieses Gold gehört Händlern, nicht etwa den Bullionbanken. Das heißt, es kann jederzeit abgezogen werden.

Golddeckung im Futures-Handel steigt deutlich

Bei einem Open Interest von 550.086 Kontrakten handelten Futures-Trader Ende der vergangenen Handelswoche insgesamt 55.008.600 Unzen Gold in Form von Standard-Futures (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war am Freitag zu knapp 57 Prozent durch entsprechende Lagerbestände gedeckt, nach 47 Prozent in der Vorwoche.

Auslieferungsanträge explodieren

Die anhaltende, wenn zuletzt auch rückläufige Unterdeckung, wird vom Börsenbetreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt wird. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Der Anteil kann ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung entnommen werden.

Und hier sehen wir ebenfalls stark steigende Zahlen. So meldet die Börsenaufsicht CFTC für den abgelaufenen Kontraktmonat Januar nun insgesamt 22.538 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen gegenüber Vorwoche noch 4.599 hinzu (Vorwoche: +5.275). Zum Vergleich: Im Dezember waren insgesamt 25.856 Anträge gestellt worden. Aber: für eine Februar-Auslieferung liegen nun bereits erstaunliche 40.649 Anträge vor. Im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bestanden Händler insgesamt 55.102-mal auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Das heißt, derzeit sichern sich zahlreiche Goldhändler über den Futures-Handel hohe Bestände an physischem Gold. Weiterhin gibt es Befürchtungen, Trump könnte die Einfuhrsteuern für Ware aus Europa massiv angeheben. China, Kanada und Mexiko wurden vergangene Woche schon mit einer starken Anhebung der „Tariffs“ belegt.

Goldpreis-Ausblick

Nach den jüngsten Rekordhochs bei Gold gibt es gute Chancen für weitere Kursgewinne in den kommenden Wochen. China wird am Montag wieder in den Handel einsteigen. Die starke Goldnachfrage aus den USA könnte nach dem Entscheid über mögliche Zölle in Europa nachlassen. Bis dahin ist dieser Faktor ein Kurstreiber. Gleichzeitig muss sich zeigen, welche Rolle China kurz- und mittelfristig auf dem Goldmarkt spielt. Generell können höhere Einfuhrpreise die Inflationsraten wieder höher treiben. Neue Konjunkturdaten aus den USA (u.a. US-Jobdaten für Januar) können kommende Woche die US-Zinserwartungen tangieren. 

Goldpreis auf Rekordhoch: So viel kosten jetzt Krügerrand und Co.

22

Der Goldpreis hat in Euro und US-Dollar neue Bestmarken erreicht. Rekorde gibt es auch im Rahmen unserer wöchentlichen Preisanalyse aus dem deutschen Edelmetall-Handel.

Goldpreis auf neuem Rekordhoch

Am Freitagvormittag um 10 Uhr kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt 2.801 US-Dollar (FOREX), was 2.703 Euro entsprach. Damit erreichte der Goldpreis in beiden Währungen ein neues Rekordhoch.

Im Vorwochenvergleich verteuerte sich Gold um 1 Prozent (in USD) bzw. um 2,3 Prozent (in EUR). Während die US-Notenbank den Leitzins am Mittwoch bei 4,25 bis 4,50 Prozent belassen hatte, senkte die EZB den Hauptrefinanzierungssatz am Donnerstag um 25 Basispunkte auf 2,9 Prozent. Beide Entscheidungen waren erwartet worden, dennoch gab der Euro gegenüber dem US-Dollar erneut nach, was den Euro-Goldpreis zusätzlich befeuerte.

Gold, Goldmünzen, Goldpreis, Goldunzen, Gold kaufen, Gold verkaufen (Bild: Goldreporter)
Goldpreis auf Rekordhoch: Klassische Goldanlagemünzen sind so teuer wie nie zuvor. Auch Verkäufer erhielten noch nie so viel Geld beim Verkauf ihrer Goldunzen (Bild: Goldreporter).

Auch im Rahmen unserer wöchentlichen Preisanalyse im deutschen Edelmetall-Handel gab es neue Rekorde. Hier die Ergebnisse der Datenauswertung bei sechs deutschen Anbietern. 

Gold kaufen

Wer zum Wochenschluss in Form von prägefrischen Krügerrand-Münzen Gold kaufen wollte (aktueller Jahrgang), zahlte gemäß unserer Zahlen durchschnittlich 2.798 Euro und damit 60 Euro mehr als vor einer Woche. Gleichzeitig erreichte der Preis im Rahmen unserer Freitagsanalyse einen weiteren Rekordwert. Sprich: Klassische Goldanlagemünzen waren hierzulande so teuer wie nie zuvor.

Dabei halten sich die Abschläge für angekaufte Krügerrand-Goldmünzen auf hohem Niveau, sind aber leicht rückläufig. Laut unserer Erhebung waren diese durchschnittlich 51 Euro günstiger als prägefrische Stücke (Vorwoche: 56 Euro). Das von uns ermittelte Aufgeld für Neuware stieg weiter leicht an auf 3,65 Prozent (Vorwoche: 3,62 Prozent).

Währenddessen stieg das durchschnittliche Aufgeld für 100-Gramm-Goldbarren auf 1,76 Prozent (Vorwoche: 1,71 Prozent). Denn im Mittel kostete ein Exemplar am Freitag 8.835 Euro (Vorwoche: 8.642 Euro).

Silber kaufen

Wie entwickelten sich die Preise für die von uns beobachteten Silber-Produkte? Eine Unze Maple Leaf des aktuellen Jahrgangs kostete am Freitag durchschnittlich 41,10 Euro. Hier macht sich der Wegfall der Differenzbesteuerung zum Jahreswechsel immer deutlicher bemerkbar. Denn das Aufgeld stieg nun auf 36,53 Prozent (Vorwoche: 36,11 Prozent).

Auch bei 1-Kilogramm-Silberbarren veränderten sich die relativen Kosten. Denn hier betrug der von uns berechnete Aufschlag 28,18 Prozent (Vorwoche: 27,63 Prozent). Silbermünzen älterer Jahrgänge bekommt man weiterhin deutlich günstiger als prägefrische Stücke. Weiterhin kann man etwa bis zu 4 Euro pro Unze sparen.

Gold, Gold kaufen, Gold verkaufen, Goldpreis, Aufgeld, Goldmünzen, Goldbarren, Silbermünzen

Goldpreis: Silber und Gold kaufen

Hinweis: Mit den von uns erhobenen Daten beobachten wir die allgemeine Marktpreis-Entwicklung und sondieren Hinweise auf die Veränderung von Angebot und Nachfrage im deutschen Edelmetall-Handel. Allerdings können die Preisangaben bei einzelnen Händlern deutlich variieren. Unsere wöchentlichen Durchschnittspreise ermitteln wir bereits seit dem Jahr 2010.

Wer Silber oder Gold kaufen möchte, sollte beachten: Kleinere Veränderungen beim Aufgeld sind nicht als Beurteilungsgrundlage für kurzfristige Kaufentscheidungen gedacht, da Silber- und Goldpreis ohnehin ständigen Schwankungen unterworfen sind. Aber das von uns berechnete durchschnittliche Aufgeld gibt einen Anhaltspunkt über das Preisniveau bei verschiedenen Anbietern.

Gold wandert tonnenweise von der Schweiz in die USA

23

Im Dezember lieferte die Schweiz 64 Tonnen Gold allein in die Vereinigten Staaten. Dagegen ging die Liefermenge nach China deutlich zurück.

Gold-Drehkreuz Schweiz

Die Eidgenössische Zollverwaltung hat die Schweizer Außenhandelszahlen für den Monat Dezember veröffentlicht. Darin enthalten sind auch Angaben über das im vergangenen Monat exportierte und importierte Gold. Zur Erinnerung: Schweizer Raffinerien bedienen bis zu zwei Drittel der weltweiten Nachfrage nach Feingold. Das heißt, die Zahlen geben relativ zeitnah Auskunft über die internationale Goldnachfrage und große Goldtransfers. Wir haben die aktuellen Daten aufbereitet.

Gold, Schweiz, USA (Bild: Goldreporter)
Die Schweiz ist das weltweit größte Drehkreuz für verarbeitetes Gold. Denn dort sind eine ganze Reihe bedeutender Raffinerien ansässig, die Barren für den Weltmarkt umgießen (Illustration: Goldreporter)

64 Tonnen Gold in die USA

Zuletzt berichtete Goldreporter wiederholt, über erhebliche physische Goldtransfers in die USA, da US-Händler Importzölle befürchten und das Arbitragegeschäft boomt (Goldpreis steigt: Gold-Engpässe in London gemeldet).

Diese Entwicklung spiegelt sich nun bereits in den Schweizer Exportdaten für Dezember wider. Denn für diesen Zeitraum wird die Lieferung von 64 Tonnen Gold in die Vereinigten Staaten gemeldet. Außerdem gelangten 14 Tonnen Gold nach Großbritannien.

China: größter Abnehmer 2024

Zu den größten Abnehmern Schweizer Goldes gehörten im vergangenen Monat auch die Türkei und Indien mit jeweils rund 9 Tonnen. Dagegen taucht China nur mit 4 Tonnen in der Statistik auf. Allerdings verschiffte die Schweiz im vergangenen Jahr insgesamt 336 Tonnen des Edelmetalls nach China. Damit war das Land nach Indien (265 Tonnen) der größte Empfänger.

Im Dezember exportierte die Schweiz insgesamt 123 Tonnen Gold im Wert von 9,3 Milliarden CHF (9,9 Mrd. Euro). Damit stieg der Wert gegenüber dem Vorjahresmonat um 50 Prozent, während sich im Vormonatsvergleich ein Minus von einem Prozent ergibt.

Auch Schweizer Goldimporte gestiegen

Aber auch die Goldimporte des Landes stiegen deutlich an. So erhielt die Schweiz im November 192 Tonnen im Wert von 10,2 Milliarden CHF (10,89 Mrd. Euro). Damit verdoppelte sich der Importwert gegenüber Vorjahr und im Vormonatsvergleich stieg das Liefervolumen um 23 Prozent.

Gold, Goldimporte, Schweiz Gold, Goldexporte, Schweiz, USA

Zu den größten Lieferanten gehörten die Vereinigten Arabischen Emirate mit 19,5 Tonnen, Kanada mit 17,8 Tonnen und Großbritannien mit 10,9 Tonnen.

Darüber hinaus gelangten größere Mengen an Goldware mit geringerem Feingehalt aus Australien (10,5 t) und Peru (14,7 t) in die Schweiz. Dabei handelt es sich mutmaßlich um unverarbeitetes Gold aus der Minenproduktion.

Hinweis: Bei dem oben genannten Metall handelt es sich gemäß der Eidgenössischen Zollverwaltung um „Gold, einschl. platiniertes Gold, in Rohform, zu anderen als zu monetären Zwecken (ausg. als Pulver)“.

Größter Gold-ETF: 700 Millionen Dollar abgezogen

3

Innerhalb einer Woche zogen Investoren mehr als 700 Millionen US-Dollar aus dem größten Gold-ETF ab. Dabei ist der Goldpreis auf Rekordkurs.

Silber- und Goldpreis

Gold ist weiter im Aufwind. Am gestrigen Mittwoch ging der Goldpreis mit 2.793 US-Dollar pro Unze aus dem US-Gold-Futures-Handel (Februar-Kontrakt), was 2.679 Euro entsprach. Damit stiegen die Gold-Notierungen gegenüber der Vorwoche um 0,8 Prozent (USD) bzw. 0,6 Prozent (EUR).

Dabei schloss der Kurs in US-Dollar nur knapp unter Rekordhoch (2.800 US-Dollar vom 30.10.24), während auf Eurobasis eine neue Bestmarke erreicht wurde (vorher: 2.670 Euro vom 16.01.25). Dagegen sank der Silberpreis im Vorwochenvergleich erneut leicht um 0,1 Prozent bzw. 0,3 Prozent auf 31,39 US-Dollar bzw. 30,11 Euro.

Gold, Goldbarren, Gold-ETF
Unter Gold-ETF-Investoren besteht weiterhin die Tendenz, Gewinne mitzunehmen, wenn der Goldpreis in die Nähe seiner Bestmarken steigt.

Größter Gold-ETF

Während der Goldpreis also weiter zulegte, zogen Investoren innerhalb der vergangenen fünf Handelstage weiteres Kapital aus dem größten Gold-ETF ab. Denn der Betreiber des SPDR Gold Shares (GLD) meldete per 29. Januar 2025 physische Fondsbestände von 865,34 Tonnen Gold. Damit wurden in einer Woche 4,02 Tonnen ausgebucht.

Der Rückgang der Lagermenge ging einher mit einem Nettokapitalabfluss in Höhe von 739 Millionen US-Dollar. Pro ausgegebenem Anteilsschein muss der Fondsbetreiber eine Zehntel Unze Gold physisch einlagern. Hinweis: Bei der Meldung von Kapitalflüssen und Fondsbeständen gibt es in der Regel eine zeitliche Verzögerung. Auf dem Goldmarkt besteht üblicherweise eine Zwei-Tages-Frist, in der physische Bestände nach einem Vertragsabschluss geliefert werden.

Größter Silber-ETF

Parallel meldet auch der Betreiber des größten Silber-ETF, dem iShares Silver Trust (SLV), einen Bestandsrückgang. Denn zuletzt summierte sich das Silber-Inventar des größten Silber-ETFs auf 14.035,41 Tonnen. Das heißt, innerhalb einer Woche wanderten 528,02 Tonnen Silber ab.

Dabei gab es laut den Angaben des Emittenten innerhalb der vergangenen fünf Handelstage einen Netto-Kapitalabfluss von 177 Millionen US-Dollar. Pro ausgegebenem Anteilsschein ist dieser ETF offiziell mit einer Unze Silber pro ausgegebenem Anteilsschein physisch gedeckt.

Gold, Gold-ETF, SPDR, SLV, GLD, Silber

Edelmetall-ETFs und Goldpreis

Vergangene Bullenmärkte bei Silber- und Goldpreis waren regelmäßig von deutlich steigenden Beständen in den entsprechenden Edelmetall-ETFs begleitet. Das war besonders im ersten Halbjahr 2024 nicht mehr in bekanntem Maße der Fall, als der Takt auf dem internationalen Goldmarkt wesentlich von China und deren physischer Goldnachfrage vorgegeben wurde. Allerdings trug die ETF-Nachfrage seit den Sommermonaten wieder stärker zur folgenden Goldpreis-Rally bei. 

Generell gelten die Fondsbestände als Nachläufer, die einem steigenden Silber- und Goldpreis mit wachsendem Inventar folgen. Dann nämlich, wenn sich vor allem institutionelle Investoren über dieses Instrument („Papiergold“) auf dem Edelmetallmarkt positionieren. Zudem stieg die Beliebtheit dieser ETFs bei jungen US-Anlegern, die sie zunehmend über Discount-Broker erwerben.

Goldpreis steigt: Gold-Engpässe in London gemeldet

41

Ein erhöhter Gold-Export in die USA verursacht Lieferverzögerungen in London, dank Arbitragegeschäften und Sorgen über US-Zölle. Der Goldpreis steigt.

Gold-Engpässe in London

Die Wartezeit für Gold-Lieferungen aus den Tresoren der Bank of England ist drastisch gestiegen. Während früher wenige Tage ausreichten, dauert der Vorgang mittlerweile vier bis acht Wochen. Dies berichtet die Financial Times unter Berufung auf Insider aus der Branche. Der Grund sei ein massiver Abfluss von Gold nach New York.

Unseren Recherchen zufolge lagerten am Mittwoch 30,4 Millionen Unzen Gold (umgerechnet 945 Tonnen) in den Tresoren der COMEX in New York. Damit betrug der Wert des Goldes rund 84 Milliarden US-Dollar. Seit Jahresbeginn stieg das Inventar um 9 Millionen Unzen (279 Tonnen). In diesem Umfeld ist der Goldpreis weiter gestiegen. 

Gold, Goldpreis, Goldbarren, Goldhändler (Bild: Goldreporter)
Aufgrund der starken Goldpreis-Aufschläge in New York bieten sich für Händler Arbitrage-Möglichkeiten. Durch die starke Verlagerung von Gold in die USA gibt es Engpässe in London.

Unsicherheiten über US-Zölle

Die Unsicherheit über mögliche Zölle auf Rohstoffe, die von der Regierung Trump eingeführt werden könnten, hat laut Marktanalysten zu einer verstärkten Goldverlagerung geführt (Goldreporter berichtete). Ein Experte erklärte, dass Marktteilnehmer ihre Bestände absichern wollten, falls Gold in eine neue Zollrunde einbezogen würde. Aber offiziell hat Trump solche Maßnahmen noch nicht bestätigt.

Arbitrage und Goldpreis

Ein weiterer Treiber für den Goldfluss in die USA sind ungewöhnliche Goldpreis-Differenzen zwischen dem Kassamarkt in London und dem Terminmarkt in New York. Höhere Preise für Gold-Futures auf der COMEX veranlassten Händler, große Mengen nach Amerika zu transportieren, um von der Preisdifferenz zu profitieren.

Die derzeitige Entwicklung erinnert einige Marktteilnehmer an die Covid-Pandemie. Damals führten Transportprobleme und Lieferunsicherheiten zu einem starken Anstieg der Goldbestände in New York.

Die Bank of England sieht die Engpässe gelassen. Gouverneur Andrew Bailey betonte, dass London weiterhin der weltweit wichtigste Handelsplatz für physisches Gold sei. „Wer mit Gold arbeitet, sollte es in London haben“, so Bailey vor dem britischen Finanzausschuss.

Rekordhohe Goldbestände in den USA

Seit der US-Wahl im November wurden 393 Tonnen Gold in die Tresore der COMEX transportiert. Die dortigen Bestände stiegen um fast 75 Prozent auf 926 Tonnen und erreichten damit den höchsten Stand seit August 2022. Marktbeobachter gehen davon aus, dass zusätzliches Gold auch in private Tresore von Banken wie HSBC und JPMorgan geflossen sein könnte.

Goldpreis steigt und Aufschläge für US-Gold

Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn um fünf Prozent gestiegen und liegt nur noch 30 US-Dollar unter dem Rekordhoch von 2.800 US-Dollar pro Feinunze (US-Futures). Der Preisaufschlag für physisches Gold an der COMEX lag zuletzt bis zu 60 US-Dollar pro Unze über dem Londoner Referenzkurs. Dieser Aufschlag hat sich jedoch inzwischen auf etwa 10 US-Dollar reduziert, da weiteres Gold nach New York verschifft wurde.

Goldpreis und die Zukunft der Zölle

Ob die US-Regierung tatsächlich Zölle auf Gold einführt, bleibt abzuwarten. Allerdings zeigt der starke Goldfluss nach New York, dass Händler sich auf mögliche Handelshindernisse vorbereiten und von Kursdifferenzen profitieren wollen. Der Goldpreis profitierte insgesamt von dieser Entwicklung.

LBMA startet Datenbank für Goldbarren-Rückverfolgbarkeit

17

Die LBMA startet eine digitale Datenbank zur Nachverfolgbarkeit von Goldbarren im Großhandelssektor. Sie soll dem Goldmarkt mehr Transparenz verleihen und ist somit auch eine Antwort auf öffentliche Kritik an der Goldbranche. 

Goldbarren-Datenbank

Die London Bullion Market Association (LBMA) hat die Einführung der Gold Bar Integrity Database (GBI) bekanntgegeben. Diese von dem Schweizer Technologie-Unternehmen aXedras betriebene Plattform soll Transparenz und Vertrauen im globalen Edelmetallmarkt steigern. Die Datenbank ging im Januar online und bietet Marktteilnehmern die Möglichkeit, sich anzuschließen und das digitale System zu nutzen. Bis Ende 2025 sollen alle über 100 Good Delivery-Refiner an Bord sein.

Gold, Goldbaren, GBI (Bild: Goldreporter)
Für die Goldbranche geht es um die Herausforderungen der ethischen und nachhaltigen Beschaffung: Für Goldbarren, die in der GBI-Datenbank erfasst sind, lassen sich zu jeder Zeit Herkunft und die Übereinstimmung des Metalls mit den Vorschriften des Good Delivery Standards feststellen (Symbolbild: Goldreporter).

Digitalisierung der Goldmarkt-Daten

Die GBI-Datenbank markiert laut LBMA einen Fortschritt in der Verwaltung von Informationen entlang der Wertschöpfungskette für Edelmetalle. Denn sie bündele zentrale Datenpunkte wie die Einhaltung von Vorgaben zur verantwortungsvollen Beschaffung und Angaben zum Herkunftsland. Zudem ermögliche sie eine sichere und effiziente Weitergabe dieser Informationen an die LBMA durch Raffinerien, Verwahrstellen und weitere Akteure.

Schnellere und sicherere Identifizierung von Goldbarren

Zunächst konzentriert sich die Plattform auf zwei Datensätze: Raffinerie- und London-Vault-Daten. Dadurch sollen Datenerhebung und -verarbeitung beschleunigt und gesichert werden. Darüber hinaus kann die Plattform laut den Angaben der Betreiber Risiken automatisiert identifizieren und potenzielle Probleme frühzeitig erkennen. Das stärke das Vertrauen im Markt, betont LBMA-CEO Ruth Crowell.

Auch Urs Röösli, CEO von aXedras, hebt die Vorteile hervor. Sein Unternehmen hat mit Schlüsselakteuren zusammengearbeitet, um die Technologie weiterzuentwickeln. Durch die sogenannte Distributed-Ledger-Technologie (DLT) werde die Digitalisierung im Goldmarkt vorangetrieben.

Starke Branchenunterstützung

Laut den Angaben der LBMA sind viele Raffinerien bereits angeschlossen und können ihre Daten in diesem Jahr übermitteln. Dies unterstreiche das Engagement der Branche für die Initiative.

Die GBI-Datenbank ist Teil des weiter gefassten Gold Bar Integrity Ecosystems der LBMA, das moderne Technologien integriert, um Marktintegrität und Effizienz zu erhöhen. Ziel sei es, eine kooperative Lösung für künftige Herausforderungen zu schaffen.

Hintergrund

Mehr zu Thema lesen Sie hier: Digitaler Fingerabdruck für Gold: „Mehr Vertrauen und Transparenz“

Einordnung: Die Initiative darf auch als Antwort der LBMA auf immer wieder geäußerte gesellschaftliche Kritik im Hinblick auf die ethische und nachhaltige Förderung, Herkunft und Verarbeitung von Gold gesehen werden. 

Goldpreis stark: Neue Kursrekorde im Blick

3

Der Goldpreis setzte seinen Aufwärtstrend zuletzt bei erhöhter Volatilität fort. Neue Kursrekorde sind bei Gold in Reichweite.

Goldpreis weiter im Aufwind

Am gestrigen Dienstag schloss der Goldpreis auf Basis der US-Futures (Februar-Kontrakt) mit 2.767 US-Dollar pro Unze. Das entsprach einem Wert von 2.654 Euro. Damit verteuerte sich das Edelmetall im Vorwochenvergleich leicht um 0,3 Prozent (USD) bzw. 0,1 Prozent (EUR). Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis um 4,8 Prozent (USD) bzw. 4,7 Prozent (EUR) gestiegen. Wir werfen einen Blick auf die technischen Rahmenbedingungen per 28. Januar 2025.

Gold, Goldpreis, Goldchart
Goldpreis in US-Dollar, 6 Monate, Tagesschlusskurse, Basis: US-Futures (Februar-Kontrakt), per 28. Januar 2025.

Charttechnik

Nach dem Erreichen des Rekordhochs am 30. Oktober (2.800 US-Dollar) folgte eine Kurskonsolidierung. Bis Mitte November fiel der Goldpreis um 8 Prozent auf 2.586 US-Dollar. Auch nach dem Dezember-Hoch bei 2.756 US-Dollar sank der Goldpreis nochmals um 5,4 Prozent auf 2.608 US-Dollar. Darauf erfolgte der Übergang in einen engen Aufwärtstrendkanal. Dieser Mechanismus führte den Goldpreis zuletzt über das Dezember-Hoch hinaus auf 2.780 US-Dollar, worauf sich erneut ein Rücksetzer von 40 Dollar ereignete. Doch der Chart hielt sich oberhalb des Dezember-Hochs.

Für ein neues Rekordhoch müsste der Goldpreis nun auf Tagesschlussbasis die Widerstände von 2.780 US-Dollar und 2.800 US-Dollar (Bestmarke vom Oktober) überwinden.   

Sentiment

Der Goldchart verlief zuletzt wieder in einem Abstand von 3,5 Prozent oberhalb der 50-Tages-Linie und 9 Prozent oberhalb des 200-Tage-Schnitts.

Mit einem RSI (Relative-Stärke-Index) von 60 (Vorwoche: 62) befindet sich das Sentiment aus Sicht von 14 Tagen noch nicht im überkauften Bereich. Denn erst ab Werten von 70 geht man von einer technischen Kursüberhitzung aus.

Goldpreis in Euro

Auf Euro-Basis setzt sich der ausgedehnte, seit August 2024 bestehende Aufwärtstrend weiter fort. Hier beträgt der Abstand zur 200-Tage-Linie bereits 13 Prozent. Das letzte Rekordhoch ereignete sich am 16. Januar bei 2.670 Euro. Damit entspricht dieses Niveau auch dem nächsten bedeutenden Widerstand.

Gold, Goldpreis, Goldchart, Euro-Goldpreis
Goldpreis in Euro, 6 Monate, Tagesschlusskurse, Basis: US-Futures (Februar-Kontrakt), per 28. Januar 2025.

Dagegen befinden sich kurzfristige Unterstützungen auf der Höhe von 2.650 Euro, 2.620 Euro und 2.600 Euro. Auch hier gibt es mit einem RSI auf 58 noch keine Anzeichen einer vorübergehenden Kursüberhitzung.

Hinweis Goldpreis-Chartanalyse

Die obige Darstellung ist eine rein spekulative Betrachtung im Hinblick auf die Geldanlage in Gold. Wie immer gilt der Hinweis: Die auf Goldreporter.de bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder Anlagevermittlung dar. 

So reagieren Gold und Anleihen vor den Zinsentscheidungen

10

Im Vorfeld der Zinsentscheidungen in den USA und Europa tendieren die Marktzinsen in unterschiedliche Richtungen. Der Goldpreis legt weiter zu.

Goldpreis steigt

Am Dienstagnachmittag um 14 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 2.744 US-Dollar pro Unze, was 2.632 Euro entsprach. Damit verteuerte sich das Edelmetall gegenüber Vorwoche um 0,7 Prozent (in USD) bzw. 0,1 Prozent (in Euro).

In dieser Woche stehen Zinsentscheidungen in den USA und Europa an. Am Mittwochabend gibt die Fed ihr Sitzungsergebnis bekannt und am Donnerstagnachmittag folgt die EZB. Während in den USA keine Veränderung des Leitzinses erwartet wird, rechnen Marktbeobachter eine weitere Zinssenkung in der Eurozone. Dies spiegelt auch die unterschiedlichen Konjunkturerwartungen in beiden Wirtschaftsregionen wider.

Zentralbanken, EZB, Fed, Gold, Goldpreis, Zinsen, Geldpolitik (Bild: Goldreporter)
Wie reagieren Goldpreis und Anleihen? In den USA wird vorerst keine weitere Zinsänderung erwartet, während man in der Eurozone mit einer weiteren Senkung des Leitzinses rechnet.

Marktzinsen im Fokus

Im Vorfeld dieser Termine tendierten die Marktzinsen in den USA und Europa in unterschiedliche Richtungen. So rentierten 10-jährigen US-Staatsanleihen am Dienstag mit 4,57 Prozent, was gemessen an den Nachkommastellen geringfügig unter der Vorwoche lag. Dagegen sind die Renditen in der Eurozone zumeist gestiegen. Beispielsweise rentierten deutsche Papiere mit der genannten Laufzeit mit 2,55 Prozent, nach 2,48 Prozent in der Vorwoche.

An den Aktienmärkten herrschte zum Wocheneingang Verunsicherung im Tech-Sektor, mit deutlichen Kursrückgängen bei Tech-Firmen, die bisher vom KI-Boom profitierten. Dafür sorgten Informationen über ein neues, kostengünstiges KI-Modell aus China (Deepseek). Auch solche Entwicklungen können die Nachfrage nach defensiven Anlagewerten kurzfristig erhöhen. Das kann zu steigenden Anleihekursen führen, was sinkende Renditen zur Folge hat. Aber auch der Goldpreis kann profitieren.

Anleihen, Renditen Länder, Zinsen, Marktzinsen

In unserer Wochenvorschau vom Montag gibt es weitere Informationen zu den anstehenden Ereignissen der Woche.

Renditen und Gold

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf den Goldpreis? Generell gilt: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, steigt ihre Attraktivität bei defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dadurch wirkt das zinslose Gold in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert.

Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme. Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Gold-Nachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht werden, steigen Edelmetalle oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse).

Goldpreis und Edelmetalle: Jahresprognosen von 30 Analysten

8

Jedes Jahr befragt die LBMA Branchenvertreter zu ihren Jahresprognosen für Gold, Silber und andere Edelmetalle. Das sind die Forecasts für 2025.

Edelmetall-Umfrage der LMBA

Die jährliche Umfrage der London Bullion Market Association (LBMA) hat die Preisprognosen von 30 Analysten für Edelmetalle im Jahr 2025 ausgewertet. Die Teilnehmer hatten bis zum 13. Januar 2025 Zeit, ihre Einschätzungen abzugeben.

Gold, Goldpreis, Gold-Prognosen, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Wie entwickeln sich der Goldpreis und die Kurse anderer Edelmetalle in diesem Jahr? Die 30 von der LBMA befragten Analysten erwarten für Gold im Durchschnitt 2.736 US-Dollar pro Unze. 2024 lag der tatsächliche Jahresdurchschnitt bei 2.386 USD.

Gold: Höhere Kurse erwartet

Die Analysten gehen von einem durchschnittlichen Goldpreis von 2.736 US-Dollar aus, was einem Anstieg von 14,7 Prozent gegenüber dem Durchschnittspreis von 2024 entspricht (2.386 USD). Dabei liegt der prognostizierte Preis unter dem LBMA-Rekordkurs des Vorjahres von 2.788 US-Dollar.

Trotz optimistischer Prognosen wird ein breites Handelsspektrum erwartet, das auf erhebliche Preisschwankungen hinweist.

  • Höchste Prognose: 2.925 US-Dollar (Keisuke Okui, Sumitomo Corp)
  • Niedrigste Prognose: 2.500 US-Dollar (Robin Bhar, Robin Bhar Metals Consulting)

Als wichtigste Treiber für die Goldpreis-Entwicklung wurden in der Umfrage genannt:

  • Zinspolitik der US-Notenbank (28 Prozent): Erwartete Änderungen bei den Leitzinsen könnten Gold entweder attraktiver oder weniger attraktiv machen.
  • Nachfrage von Zentralbanken (21 Prozent): Käufe durch Zentralbanken könnten die Nachfrage und Marktstimmung beeinflussen.
  • Geopolitische Risiken (15 Prozent): Unsicherheiten, wie etwa Konflikte oder politische Entwicklungen, könnten Gold als sicheren Hafen stärken.

In den Kommentaren wurde auf die potenzielle Rolle der Fed-Politik hingewiesen, insbesondere auf deren Einfluss auf Inflation und Zinssätze. Zudem könnten geopolitische Spannungen, wie sie 2024 bereits auf den Goldpreis wirkten, auch 2025 eine Rolle spielen. Die Analysten erwarten, dass diese Faktoren weiterhin für Unsicherheit und Schwankungen sorgen könnten.

Silber: Anstieg um 16 Prozent prognostiziert

Dagegen soll die Silberpreis gemäß den Schätzungen im Durchschnitt bei 32,86 US-Dollar liegen, ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zu 2024.

  • Höchste Prognose: 36,50 US-Dollar (Nicky Shiels, MKS PAMP SA)
  • Niedrigste Prognose: 28,25 US-Dollar (Nicholas Frappell, ABC Refinery)

Analysten führten die optimistische Einschätzung auf eine starke industrielle und investive Nachfrage sowie auf enge Verbindung des Silbers zum Goldpreis zurück. Erwartete geldpolitische Lockerungen und ein möglicherweise wachsendes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage könnten zusätzliches Investoreninteresse wecken.

Platin: Kaum Bewegung erwartet

Währenddessen prognostizieren die Befragten für Platin einen durchschnittlichen Preis von 1.021 US-Dollar. Damit liegen die Erwartungen leicht über dem Vorjahr.

  • Höchste Prognose: 1.100 US-Dollar (Julia Du, ICBC Standard Bank, und Joni Teves, UBS)
  • Niedrigste Prognose: 920 US-Dollar (Kieran Tompkins, Capital Economics)

Die Einschätzungen spiegeln eine verhaltene Marktentwicklung wider. Wie lauten die  Kernargumente der Analysten? Das Angebot werde voraussichtlich schneller wachsen als die Nachfrage, was den Markt weiter belasten könne. Währenddessen seien kaum bedeutende neue industrielle Anwendungen in Sicht, die die Nachfrage nach Platin ankurbeln könnten. Außerdem wirke sich der zunehmende Einsatz von Elektrofahrzeugen, die weniger Platin verwenden, negativ auf die Nachfrage aus. Während Hybridfahrzeuge weiterhin Platin benötigten, bleibe der globale Automarkt insgesamt schwach, was durch höhere Zinsen zusätzlich gedämpft werde.

Palladium: Stabil auf niedrigem Niveau

Der durchschnittliche Preis für Palladium wird auf 991 US-Dollar geschätzt, was nahezu dem Wert von 2024 entspricht.

  • Höchste Prognose: 1.090 US-Dollar (Joni Teves, UBS)
  • Niedrigste Prognose: 906 US-Dollar (Rhona O’Connell, Stonex Financial Ltd)

Die LBMA-Umfrage deutet darauf hin, dass der Palladiummarkt 2025 durch Überangebot und sinkende Nachfrage belastet sein könnte. Analysten vermuteten, dass die Nachfrage, insbesondere aus der Automobilindustrie, weiter nachlassen dürfte, während die Minenproduktion leicht zurückginge. Es sei möglich, dass der Markt sich einem Gleichgewicht annähere, jedoch seien größere Preisanstiege aufgrund der schwachen Nachfrage unwahrscheinlich.

Gold und Co.

Zur Einordnung, die aktuellen Edelmetall-Spotkurse pro Unze vom 27. Januar 2025:

  • Gold: 2.732 USD
  • Silber: 29,77 USD 
  • Platin: 945 USD
  • Palladium: 959 USD

Heraeus eröffnet Edelmetall-Geschäft in Hanau

3
Der Edelmetall-Spezialist Heraeus Precious Metals hat am Rodenbacher Weg in Hanau eine Verkaufsfiliale eröffnet. Auf 140 Quadratmetern können Kunden Gold und Silber erwerben oder Altgold abgeben. Der Store befindet sich direkt am Stammsitz des Unternehmens und bietet klassische Investmentprodukte aus der eigenen Herstellung, darunter Gold- und Silberbarren in verschiedenen Größen sowie exklusive Angebote vor Ort. Mehr

Goldpreis stark gestartet: Darum wird es jetzt spannend!

17

Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn um 5 Prozent gestiegen. Nun stehen für Gold und Finanzmärkte bedeutende Handelstage an.

Silber- und Goldpreis

Am Montagvormittag um 10 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 2.761 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 2.634 Euro. Damit verbilligte sich Gold in beiden Währungen um rund 0,2 Prozent. Dagegen gab Silber gegenüber Vortag um 0,6 Prozent nach auf 30,34 US-Dollar bzw. 28,95 Euro. Damit sind Silber- und Goldpreis im Januar bis zu diesem Zeitpunkt jeweils 5,2 Prozent gestiegen.

Gold, Goldbarren, Goldpreis (Bild: Goldreporter)
Mit einem Goldpreis-Anstieg von mehr als 5 Prozent im laufenden Jahr macht der Januar seinem Ruf als guter Gold-Monat bislang alle Ehre. Aber vor dem Monatswechsel stehen Termine an.

Wochenausblick

Die neue Handelswoche hat einiges an Spannung zu bieten. Zunächst bleiben die Börsen in China wegen des Neujahrsfestes vom 28. Januar bis 4. Februar geschlossen. Das heißt, hier könnten die zuletzt starken Impulse für den Goldpreis fehlen.

Hinzu kommen die Verfallstermine am US-Terminmarkt. Am Dienstag werden die Februar-Optionen im Gold- und Silber-Geschäft letztmalig gehandelt. Und am Mittwoch ist letzter Handelstag der Januar-Kontrakte bei den Gold- und Silber-Futures.

Zinsentscheidungen

An den Finanzmärkten stehen die anstehenden Zinsentscheidungen im Mittelpunkt des Interesses. Denn am Mittwochabend wird das Ergebnis der Fed-Sitzung bekanntgegeben. Aber eine Zinsänderung wird nicht erwartet. Am Donnerstagnachmittag wird dann die EZB ihre geldpolitischen Maßnahmen bekanntgeben. Analysten rechnen mit einer weiteren Zinssenkung.

So könnte der Hauptrefinanzierungssatz von 3,15 Prozent auf 2,9 Prozent gesenkt werden. Und diese Entscheidung könnte den Euro gegenüber dem US-Dollar erneut unter Druck setzen, nachdem der Euro-Dollar-Kurs sich seit Mitte Januar von dem starken Rückgang seit Oktober etwas erholt hatte. Am Montag kostete ein Euro 1,047 US-Dollar. Ein sinkender Euro-Dollar-Kurs wirkt sich tendenziell kurssteigernd auf den Euro-Goldpreis aus.

Wirtschaftsdaten

In den kommenden Tagen erscheint in den USA zudem eine Reihe bedeutender Wirtschaftsdaten.

Dienstag

  • Auftragseingang langlebiger Gebrauchsgüter (Dezember)
  • CB-Verbrauchervertrauen

Mittwoch

  • Lagerbestände Großhandel

Donnerstag

  • Erste Schätzung BIP-Wachstum im 4. Quartal 2024
  • Wöchentlicher Arbeitsmarktbericht
  • Schwebende Hausverkäufe im Dezember

Freitag

  • PCE-Preis-Index
  • Private Einkünfte/Ausgaben
  • Chicago-Einkaufsmanager-Index

Außerdem gibt es die ersten Schätzungen über das Wirtschaftswachstum in Q4 2024 für Deutschland und die Eurozone (Mittwoch) und die deutsche Inflationsrate im Januar wird am Freitag bekanntgegeben.  

Gold im Januar

Derweil scheint der Januar seinem Ruf als guter Gold-Monat gerecht zu werden. Immerhin ist dieser Zeitraum für den Goldpreis statistisch gesehen der beste des Jahres. Ende Januar 2024 notierte Gold in London mit 2.053 US-Dollar bzw.1.886 Euro pro Unzen. Das heißt, das Edelmetall verteuerte sich innerhalb eines Jahres um 35 Prozent bzw. 40 Prozent (in Euro). Sehen wir in diesem Jahr eine Fortsetzung der Gold-Rally?

Goldpreis: Ungewöhnliche Rally, Kaufpanik in den USA

4

Eine große physische Goldnachfrage aus China, aber zuletzt vor allem aus den USA schiebt derzeit den Goldpreis an. Wir liefern detaillierte Einblicke.

Goldpreis steigt weiter

Der Goldpreis stieg vergangene Woche weiter an und näherte sich den Rekordhochs. Auf Euro-Basis wurde im Spothandel (Gold zur sofortigen Lieferung) sogar neue Bestmarke erreicht. Derzeit gibt es eine Reihe von Faktoren, die den Goldpreis quasi hinter den Kulissen in die Höhe treiben. In diesem Beitrag werden wir näher darauf eingehen. Zunächst liefern wir die aktuellen CoT-Daten (Commitments-of-Traders-Report) mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures an der US-Warenterminbörse COMEX per 21. Januar 2025.

Gold, Goldpreis, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Die aktuelle Lage auf dem internationalen Goldmarkt ähnelt der Situation während der Corona-Krise. Physisches Gold wurde zuletzt tonnenweise von London nach New York geliefert. Die Gold-Leasing-Raten steigen und die Gesamtgemengelage heizt den Goldpreis weiter an.

CoT-Daten  

Hier stieg die Netto-Short-Position der „Commercials“ kräftig, wie bereits in der Vorwoche. Mit einer Zunahme um 8 Prozent wurde mit 326.608 der höchste Wert seit dem 1. Oktober 2024 erreicht. Auf der Gegenseite stieg die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 7,7 Prozent auf 300.784 Kontrakte.

Gold, CoT-Daten Gold, COT, Open Interest, Gold-Futures, COMEX, Positionen

Open Interest

Währenddessen stieg auch der Open Interest noch einmal stark an, also der Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX. Hier ging es gegenüber der Vorwoche um 8,5 Prozent nach oben. Und bis zum Handelsschluss am Freitag stieg der Open Interest um weitere 5 Prozent auf 599.999 Kontrakte.

Gold-Optionen

Weiter gestiegen ist auch der Open Interest im Gold-Optionshandel. Im Vorwochenvergleich ging es noch einmal um 3,5 Prozent nach oben auf 1.018.860 Optionen. Dabei stieg die Put/Call-Ratio per 24.01 auf 0,566 (Vorwoche: 0,512). Das bedeutet, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 177 Call-Optionen (Vorwoche: 195). Damit besteht war weiterhin ein deutlich überwiegender Goldpreis-Optimismus im Optionshandel an der COMEX, allerdings nahm dieser gegenüber Vorwoche ab.

Goldpreis-Entwicklung

In der vergangenen Woche bewegte sich der Goldpreis mit deutlich erhöhter Volatilität nach oben. Am Freitag stieg der Kurs im US-Futures-Handel bis auf 2.793 US-Dollar. Das Rekordhoch vom 30. Oktober 2024 liegt bei 2.800 US-Dollar.

Mit einem Schlusskurs von 2.778 US-Dollar pro Unze verteuerte sich Gold auf Basis des Februar-Kontrakts gegenüber der Vorwoche um 0,7 Prozent. In Euro gerechnet sank der Goldpreis um 1 Prozent auf 2.649 Euro pro Unze.

Gold, Goldpreis, Gold-Futures, Goldchart
Goldpreis in US-Dollar, US-Futures (Februar-Kontrakt), elektronischer Handel, Wochenchart: Erhöhte Volatilität, fast ein neues Rekordhoch erreicht (Quelle: CME Group).

Kommen wir zu den eingangs erwähnten Besonderheiten im internationalen Goldhandel.

Gesunkene Gold-Aufschläge in China

Am Donnerstagnachmittag um 14:30 Uhr (8:30 Uhr MEZ Berlin; 3:30 Uhr New York) notierte der Goldpreis an der Shanghai Gold Exchange mit 643,90 Yuan pro Gramm. Zu diesem Zeitpunkt entsprach der Goldpreis in Shanghai umgerechnet 89,85 US-Dollar bzw. 2.794 US-Dollar pro Unze.

Gleichzeitig kostete die Feinunze Gold am europäischen Spotmarkt (FOREX) 2.750 US-Dollar. Das bedeutet, dass Gold in China in der zehnten Woche in Folge erneut über dem internationalen Goldpreis gehandelt wurde. Gemäß unserer Berechnung sank der Aufschlag gegenüber Vorwoche aber von 60 US-Dollar auf nun 44 US-Dollar. Aber damit lag der Kurs noch 1,6 Prozent über dem internationalen Goldpreis. In den 2024er Hochphasen sahen wir beim Goldpreis in Shanghai allerdings Aufschläge von bis zu 90 US-Dollar auf die westlichen Kurse.

Kaufpanik in den USA

Aber ein weiterer Aspekt stützte zuletzt den Goldpreis. Denn die physische Goldnachfrage in den USA ist stark gestiegen, nachdem Trump im Vorfeld seiner Amtseinführung eine Anhebung der Importzölle angekündigt hatte. Diese wurden bislang zwar noch nicht umgesetzt. Aber Spekulationen über mögliche Zölle auf Goldimporte heizten laut Branchenberichten US-Nachfrage und Goldpreis an. Die logistische Herausforderung erhöhte die Transferzeiten zwischen Handelszentren London und New York und trieb die Gold-Leasingraten nach oben. Das berichtet unter anderem BullionVault.

COMEX-Gold-Lager nimmt stark zu

Werfen wir einen Blick auf die Goldlagerbestände an der COMEX. Und hier bestätigt sich, die oben dargelegte Analyse, mit starken physischen Goldbewegungen Richtung New York. Denn per 17. Januar 2025 summierte sich das Gesamtinventar auf 28,07 Millionen Unzen.

Damit ergibt sich gegenüber Vorwoche eine weitere ungewöhnlich kräftige Zunahme um 3,49 Millionen Unzen (Vorwoche: +2,18 Millionen Unzen).

Dabei stiegen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 2,5 Millionen Unzen auf 15,86 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet). Dieses Gold gehört Händlern, nicht etwa den Bullionbanken. Das heißt, es kann jederzeit abgezogen werden.

Golddeckung im Futures-Handel steigt

Bei einem Open Interest von 599.999 Kontrakten handelten Futures-Trader Ende der vergangenen Handelswoche insgesamt 59.999.900 Unzen Gold in Form von Standard-Futures (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war am Freitag zu knapp 47 Prozent durch entsprechende Lagerbestände gedeckt, nach 44 Prozent in der Vorwoche.

Auslieferungsanträge

Die anhaltende, wenn zuletzt auch rückläufige Unterdeckung, wird vom Börsenbetreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt wird. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Der Anteil kann ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung entnommen werden.

So meldet die Börsenaufsicht CFTC für den Kontraktmonat Januar nun 17.939 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen innerhalb einer Woche 5.275 „Delivery Notices“ hinzu (Vorwoche: +5.215).

Zum Vergleich: Im Dezember wurden insgesamt 25.856 Anträge gestellt. Und im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bestanden Händler 55.102-mal auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Goldpreis-Ausblick

Die ausgeprägte Nachfrage nach physischem Gold innerhalb des Finanzsektors, mit der Verschiebung von Edelmetall nach New York trägt aktuell zum starken Goldpreis-Momentum bei. Erinnerungen an die Corona-Krise werden wachgerufen. Auch damals wurde Gold weltweit in großen Mengen transferiert, da das Edelmetall nicht in ausreichendem Maße an den gewünschten Plätzen verfügbar war.

In der kommenden Woche stehen die nächsten Zinsentscheidungen an. Am Mittwoch gibt die Fed ihr Sitzungsergebnis bekannt, am Donnerstag folgt die EZB. Außerdem erleben wir in den USA die Verfallstermine für die Gold- und Silber-Derivate, und es werden neue US-Inflationsdaten veröffentlicht.  

Gold kaufen: Aktuelle Lage und Preise im Handel

1

Jetzt Gold kaufen oder verkaufen? Die Preise für Goldbarren und Goldmünzen im Handel befinden sich weiter auf Rekordniveau.

Silber- und Goldpreis

Am Freitagvormittag um 10 Uhr kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt 2.774 US-Dollar, was 2.642 Euro entsprach. Das war der Zeitpunkt der Datenerhebung im Rahmen unserer wöchentlichen Preisanalyse im deutschen Edelmetall-Handel. Gegenüber der Vorwoche stiegen die Notierungen um 2,3 Prozent (in USD) bzw. 0,4 Prozent (in EUR).

Aus dem Handel kommen weiter positive Meldungen hinsichtlich der Nachfrage-Entwicklung zum Jahresauftakt. Dem Vernehmen nach stieg zuletzt sowohl das Verkaufs- als auch das Ankaufgeschäft.

Gold, Goldmünzen, Gold kaufen (Bild: Goldreporter)
Der hohe Goldpreis fördert das Ankaufgeschäft im Edelmetall-Handel. Dadurch gibt es auch weiterhin hohe Abschläge beim Kauf von Sekundärware.

Lage im Edelmetall-Handel

„Die Nachfrage nach Edelmetallen hält unvermindert an. Gekauft werden im Goldbereich vor allem Größen ab 1oz aufwärts und bekannte Silberunzen. Das Umsatzvolumen ist doppelt so hoch wie im Vorjahr Januar“, erklärte Henry Schwarz, Geschäftsführer der GFM GmbH (Anlagegold24) am Freitag gegenüber Goldreporter.

Auch die Nachfrage nach Silberunzen sei wieder kräftig gestiegen. „Nachdem es keine differenzbesteuerte neue Silberunzen mehr am Markt im nennenswerten Umfang gibt greifen die Kunden auf differenzbesteuerte Gebrauchtware oder regelbesteuerte Neuware zurück“, so Schwarz. Er berichtet über eine Zunahme des Ankaufsvolumen und stark gestiegenen Ankaufspreisen für differenzbesteuerte Silberunzen. Deshalb gäbe es mehr Privatkunden, die derzeit verkaufen.

Gold kaufen

Wie haben sich die Preise im Handel entwickelt? Dazu werfen wir einen Blick auf die Ergebnisse unserer aktuellen Marktanalyse, mit Daten von sechs deutschen Edelmetall-Anbietern. Wer am Freitagvormittag in Form von prägefrischen Krügerrand-Münzen Gold kaufen wollte (aktueller Jahrgang), zahlte gemäß unserer Zahlen durchschnittlich 2.738 Euro und damit 13 Euro mehr als vor einer Woche. Gleichzeitig erreichte der Preis im Rahmen unserer Freitagsanalyse einen weiteren Rekordwert. Sprich: Klassische Goldanlagemünzen waren hierzulande so teuer wie nie zuvor.

Dabei halten sich die Abschläge für angekaufte Krügerrand-Goldmünzen auf hohem Niveau. Laut unserer Erhebung waren diese durchschnittlich 56 Euro günstiger als prägefrische Stücke (Vorwoche: 58 Euro). Währenddessen stieg auch von uns berechnete Aufgeld für Neuware weiter leicht an auf 3,62 Prozent.

Goldbarren

Währenddessen sank das durchschnittliche Aufgeld für 100-Gramm-Goldbarren auf 1,71 Prozent (Vorwoche: 1,78 Prozent). Denn im Mittel kostete ein Exemplar am Freitag 8.642 Euro (Vorwoche: 8.611 Euro).

Henry Schwarz meldet einen Anstieg der Lieferzeiten für bestimmte Barrenprodukte. „Im Goldbereich sind im Moment bei den Barren größere Größen ab 50 Gramm knapp am Markt, was daran liegt, dass die meisten Barrenhersteller mit den Vorjahresmengen geplant haben. Diese haben sich im Januar aber mehr als verdoppelt.“ Die Prägestätten seien insgesamt aber bei Neuware sehr gut lieferfähig.

Silber kaufen

Wie entwickelten sich die Preise für die von uns beobachteten Silber-Produkte? Eine Unze Maple Leaf des aktuellen Jahrgangs kostete am Freitag durchschnittlich 39,96 Euro. Hier macht sich der Wegfall der Differenzbesteuerung zum Jahreswechsel langsam bemerkbar. Denn das Aufgeld stieg nun auf 36,11 Prozent (Vorwoche: 34,03 %).

Beim Kauf von 1-Kilogramm-Silberbarren veränderten sich die relativen Kosten erneut nur minimal. Denn hier betrug der von uns berechnete Aufschlag 27,63 Prozent (Vorwoche: 27,93 Prozent). Silbermünzen älterer Jahrgänge bekommt man weiterhin deutlich günstiger als prägefrische Stücke. Weiterhin kann man etwa bis zu 4 Euro pro Unze sparen.

Gold, Gold kaufen, Edelmetall, Gold verkaufen, Silber, Goldmünzen, Preise, Goldpreis, Aufgeld, Silber kaufen

Silber und Gold kaufen

Hinweis: Mit den von uns erhobenen Daten beobachten wir die allgemeine Marktpreis-Entwicklung und sondieren Hinweise auf die Veränderung von Angebot und Nachfrage im deutschen Edelmetall-Handel. Allerdings können die Preisangaben bei einzelnen Händlern deutlich variieren. Unsere wöchentlichen Durchschnittspreise ermitteln wir bereits seit dem Jahr 2010.

Wer Silber oder Gold kaufen möchte, sollte beachten: Kleinere Veränderungen beim Aufgeld sind nicht als Beurteilungsgrundlage für kurzfristige Kaufentscheidungen gedacht, da Silber- und Goldpreis ohnehin ständigen Schwankungen unterworfen sind. Aber das von uns berechnete durchschnittliche Aufgeld gibt einen Anhaltspunkt über das Preisniveau bei verschiedenen Anbietern.