Ob sich der tunesische Ex-Präsident Ben Ali tatsächlich mit 1,5 Tonnen Gold ins Ausland abgesetzt hat, ist nach wie vor umstritten. Dass er reichlich Papiergeld zurückließ, beweisen dagegen die Bilder eines aktuellen Videos.
Nachdem der gestürzte Despot Zine El Abidine Ben Ali mit seiner Frau fluchtartig das Land verlassen hatte, erschienen Berichte, das Paar sei mit 1,5 Tonnen Gold ins Ausland geflohen. Stichhaltige Beweise wurden jedoch nicht vorgelegt. Ein Kamerateam hat nun aber dokumentiert, dass die Ben Alis jede Menge Papiergeld in ihrem Palast versteckt gehalten und zurückgelassen haben.
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Laut neuesten Angaben des Statistischen Bundesamtes waren die öffentlichen Haushalte in Deutschland per Dezember 2010 mit insgesamt 1.998,8 Milliarden Euro verschuldet. Seit 1950 verdoppeln sich die deutschen Verbindlichkeiten statistisch alle 7,5 Jahre.
Mangelnde Haushaltsdisziplin, Zinseszins-Effekt, Finanzkrise: Im Jahr 2010 sind die Schulden von Bund, Länder und Gemeinden auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Laut den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) beläuft sich die Gesamtheit der öffentlichen Schulden in Deutschland nunmehr auf 1.998,8 Milliarden Euro. Die deutschen Staatsschulden stehen damit unmittelbar vor der 2-Billionen-Euro-Marke.
Alleine im vergangenen Jahr stiegen die Schulden Deutschlands um 304,4 Milliarden Euro. Ein Plus von 18 Prozent gegenüber Vorjahr. Noch nie seit der Aufzeichnung deutscher Staatsschulden sind die öffentlichen Verbindlichkeiten hierzulande innerhalb eines Jahres so stark gestiegen.
Der Bund alleine steht am Kreditmarkt mit 1.269,3 Milliarden Euro in der Kreide.
Betrachtet man die Schuldenentwicklung in Deutschland, dann haben sich die Verbindlichkeiten unseren Berechnungen zufolge seit 1950 durchschnittlich alle 7,5 Jahre verdoppelt. Die folgende Grafik zeigt, dass sich die deutsche Staatsschuldenkurve aufgrund des Zinseszins-Effektes immer stärker einer Exponential-Funktion annähert.
Auf Deutsch: Die Staatsschulden müssen früher oder später explodieren (Staatsbankrott), wenn es zu keinem nachhaltigen Abbau der Verbindlichkeiten kommt.
Die Aussichten darauf sind allerdings schlecht. Kein einziges Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nahmen die öffentlichen Haushalte innerhalb eines Jahres mehr ein als sie ausgaben. Alleine der Bund kam im Jahr 1956 einmal mit weniger Neuschulden aus als im Jahr zuvor.
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Ein TV-Beitrag verdeutlicht den zunehmenden wirtschaftlichen Einfluss Chinas in Europa, wo sich chinesische Firmen bei der Vergabe von Infrastruktur-Projekten bereits als harte Konkurrenz für europäische Anbieter entpuppen.
Zahlreiche europäische Schuldenländer lassen sich mittlerweile von China finanziell unter die Arme greifen. Spanien, Portugal und Griechenland verkauften zuletzt ihre Staatsanleihen nach Fernost.
Chinesische Kapital-Überschüsse fließen zunehmend auch in europäische Firmen und Fabriken. Dass chinesische Unternehmen sich nun sogar lukrative Infrastruktur-Projekte an Land ziehen, zeigt ein Beispiel aus Polen.
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Der Goldpreis nimmt wieder Fahrt auf (Foto: monsterdruck.de - Fotolia.com)
Die Analysten der britischen Bullion-Bank HSBC sind beeindruckt von der aktuellen Goldpreis-Stärke, vor allem vor dem Hintergrund der anhaltend restriktiveren Geldpolitik in China.
„Wie Gold nach dem Abverkauf mit der Bekanntgabe der chinesischen Zinserhöhung zurückkam, war beeindruckend. Es zeigt die starke fundamentale Nachfrage, die nicht notwendiger Weise von China abhängig ist“, heißt es in einer aktuellen Goldpreis-Analyse der britischen Bullion-Bank HSBC.
Am vergangenen Freitag war der Goldpreis vor dem deutlichen Anstieg am Nachmittag zunächst etwas stärker gefallen, nachdem die chinesischen Zentralbank eine weitere Anhebung des Mindestreservesatzes um 0,5 Prozentpunkte bekanntgegeben hatte.
Jim Steel, Senior Vice President der HSBC-Metallhandelsabteilung rechnet mit einer weiteren Verschärfung der chinesischen Geldpolitik in den kommenden sechs Monaten. Die Goldrally sieht er dadurch aber vorerst nicht in Gefahr.
„Es ist unwahrscheinlich, dass der Goldmarkt bedeutend abkühlt, solange die restriktiveren Maßnahmen der chinesischen Geldpolitik nicht als wirkungsvoll angesehen werden“, so Steel. Das lasse dem Goldpreis – auch aufgrund der starken physischen Nachfrage in China – weiteren Spielraum.
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Die Kündigung des Bundesbank-Präsidenten Axel Weber trägt zur weiteren Schwächung der Europäischen Gemeinschaftswährung bei und verdeutlicht einmal mehr die zweifelhafte Stabilitätspolitik der Europäischen Zentralbank.
„Jetzt geht die Euro-Debatte erst richtig los“, lautet der letzte Satz eines aktuellen Spiegel-Artikels zum Abgang des Bundesbank-Präsidenten Axel Weber. Der Bericht beleuchtet recht anschaulich, welche unangenehmen Folgen sich aus der Personalsache Weber für Kanzlerin Merkel und die Stabilität des Euro ergeben können. Der Fall Weber gibt außerdem Einblicke in die zunehmend laxere Geldpolitik in Europa.
Axel Weber galt bis zuletzt als einer der stärksten internen Kritiker der europäischen Zentralbankpolitik. Drei Dinge hatte er zuletzt mehr oder weniger öffentlich kritisiert:
Den Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB (Staatsfinanzierung durch Gelddrucken)
Den aufgegebenen Widerstand seitens der Bundesregierung gegen Euro-Bonds (Gemeinhaftung, Transferunion)
Die Tatsache, dass Merkel den vorgeschlagenen automatischen Sanktionsmechanismus gegen Defizitsünder nicht durchsetzen konnte.
Welche Konsequenzen hat das Ausscheiden Webers als Bundesbank-Präsident im kommenden Mai?
Der Einfluss Deutschlands auf die europäische Geldpolitik schwindet, da nun kein deutscher EZB-Präsident installiert werden kann. Das ist schlecht für die Stabilität des Euro.
Weber hat bei seinem Rücktritt zumindest implizit klar gemacht, dass die europäische Geldpolitik nicht angemessen ihrer Aufgabe zur Erhaltung der Geldwertstabilität nachkommt. Diese Politik geht nun vermutlich ungehindert weiter.
Die Installation des Merkel-Vertrautem Jens Weidmann als neuer Bundesbankchef ist wieder ein Schnellschuss, wie beim Bundespräsidenten-Wechsel. Wir erleben zudem eine neue Qualität der Verquickung von Politik und Zentralbank-Angelegenheiten. Das mögliche Ergebnis bleibt unserer Ansicht nach aber zunächst offen. In der aktuellen Situation kann es gut sein, wenn der Merkel-Mann ins Amt kommt (Eigentlich will Merkel ja eine strengere Geldpolitik). Oder es kann schlecht sein, da die Unabhängigkeit der deutschen Zentralbankpolitik vollends flöten geht.
Was bedeutet das für Gold und Silber?
Der Euro soll mit allen Mitteln gehalten werden, das wird nun überaus deutlich. Damit ist die Gemeinschaftswährung aber gleichzeitig zum Abschuss freigegeben. Die wunderbare Geld- und Schuldenvermehrung findet kein Ende. Stabilitätskriterien werden ausgehebelt. Kritiker werden von der Bühne verdrängt.
Dass die Repräsentanten der Europäischen Union auf die Belange der Menschen in den Mitgliedsländern kaum mehr Wert legt, hat das Zustandekommen der Verträge von Lissabon eindrucksvoll gezeigt. Genauso wenig wird man sich um die Klagen der EU-Bürger scheren, die durch die kommende Inflation Stück für Stück zwangsenteignet werden.
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sprach in dieser Woche bereits von den Vereinigten Staaten von Europa, in denen die Einzelstaaten ihre Geldpolitik-Befugnisse vollständig an die EZB abtreten müssten. Eine gemeinsame Wirtschaftsregierung ist bereits in Planung, unterstützt durch unsere Kanzlerin. Der Euro-Diktatur werden neue Türen geöffnet.
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Silberbarren und Silbermünzen - Der Silberpreis ist kaum mehr zu halten.
Der Betreiber der US-Warenterminbörse COMEX hat heute erneut kurzfristig eine deftige Anhebung der Sicherheitsleistung bei Termingeschäften mit diversen Metallen angekündigt. Dennoch ging der Silberpreis in den Steigflug über.
Mehrere Male in den vergangenen Wochen hat die CME Group kurzfristig Höhe der Sicherheitsleistungen (Margins) für Gold und Silber angehoben, die Investoren bei Geschäften an der US-Warenterminbörse COMEX leisten müssen. Jedes Mal kamen Gold- und Silberpreis danach kurzzeitig unter Druck. Der Grund: Besitzer von Gold- und Silber-Futures mussten für bestehende Positionen ad hoc Geld nachschießen. Für einige Investoren war das zu viel des „Guten“. Sie stiegen aus den Positionen aus.
Für den heutigen Freitag nach Börsenschluss hat die CME Group eine weitere Anhebung der Margins für den Terminhandel mit diversen Metallen um satte 50 Prozent bekannt gegeben.
Das betrifft sowohl die Initial Magin (beim Vertragsabschluss) und die Maintenance Margin (Nachschuss bei bestehenden Positionen).
Kritiker sehen diese Maßnahmen der COMEX-Betreiber als gezielte Kursmanipulation in Kooperation mit den großen amerikanischen Bullion Banken, die weiterhin auf großen Short-Positionen sitzen. Die Initiatoren selbst argumentieren mit erforderlicher Risikovorsorge, da mit dem steigenden Preis auch der Wert der Transaktionen zunimmt.
Der Silberpreis zeigte sich von der heutigen Ankündigung allerdings völlig unberührt. Im Gegenteil. Bis 20 Uhr MEZ stieg der Silberpreis um mehr als 2 Prozent über das Niveau von 32 US-Dollar hinaus an (Neues 30-Jahre-Hoch). Auch der Goldpreis legte am Freitag nach den leichten Kurssteigerungen der letzten Tage erneut auf zeitweise mehr als 1.390 Dollar zu.
Am heutigen Freitag liefen an der Warenterminbörse die Geschäfte für eine Lieferung im Folgemonat aus (Verfallstag). An diesen Tagen kommt es häufig zu heftigen Kursbewegungen.
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Die reichlich vorhandene Liquidität fließt weiter unaufhaltsam in die Aktienmärkte. Was wird mit den Investoren-Geldern passieren, wenn die Börsenparty plötzlich vorbei ist?
Was man derzeit an den Aktienmärkten erlebt, sind klare Anzeichen einer Inflation. Asset Price Inflation nennt das der Fachmann. Die reichlich vorhandene Liquidität sucht sich Anlagemöglichkeiten. Das Geld fließt in die Aktienmärkte, denn der Anleihenmarkt wird aufgrund der steigenden Risiken (fallende Kurse, steigende Renditen) von Investoren mehr und mehr gemieden.
Wie soll man die aktuelle Situation auch anders interpretieren, wenn wie am gestrigen Donnerstag in den USA durchweg schlechte Konjunkturdaten gemeldet werden, die Aktienkurse aber weiter steigen?
Industrieproduktion geht im Januar zurück (-0,1 %)
Konsumentenpreise sind stärker gestiegen als erwartet (0,4% gegenüber Vormonat)
Real-Einkommen um 0,3 Prozent gegenüber Vormonat gesunken
Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erneut kräftiger gestiegen als erwartet, 25.000 mehr als in der Vorwoche (saisonbereinigt)
Die Frühindikatoren für die Entwicklung der US-Wirtschaft sind weniger stark gestiegen als erwartet
Jetzt muss man sich die Frage stellen, was passiert, sollte ein Ereignis die von vielen lange erwartete Korrektur an den Börsen auslösen. Ein Platzen der Immobilienblase in China oder eine Verschärfung geopolitischer Krisen („Iran schickt Kriegsschiffe“) wären dazu angetan.
Wir gehen davon aus, dass sich früher oder später eine Flucht in Gold und Silber ereignet, stärker als je zuvor. In was sonst soll man sonst noch investieren, wenn alle anderen Anlageklassen untergehen? Gut, wenn man als Goldanleger schon gehandelt hat. Denn was ein Ausverkauf im Edelmetallhandel bedeutet, haben wir in den vergangenen Jahren schon zweimal erlebt.
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Goldmine: Je Tiefe man bohrt, desto teurer und riskanter wird die Goldsuche (Foto: Fotolia.com)
Rund 4.000 Meter unter der Erde betreibt das Bergbauunternehmen AngloGold Ashanti die derzeit tiefste Goldmine der Welt. Zusätzliches Gold aus der Erde zu holen, wird immer teurer und riskanter. Der Goldpreis spielt eine entscheidende Rolle.
Die Mponeng Mine südlich von Johannesburg gilt als die tiefste Goldmine der Welt. Sie reicht mittlerweile rund 4.000 Meter ins Erdinnere hinein. Ihrem Betreiber, dem Bergbauunternehmen AngloGold Ashanti, reicht das jedoch nicht mehr aus. Nun gibt es Pläne, die Mine noch weiter auszubauen.
„Die größte Herausforderung für uns alle in Südafrika sind Tiefe und der die Aufzehrung der Reserven“, erklärt der Chef von AngloGold Ashanti, Mark Cutifani, gegenüber dem Wall Street Journal. Gesteinsabbau in größter Tiefe sei weder einfach noch angenehm. Je weiter man ins Erdinnere vordringe, desto höher stiegen die Gefahren von Erdrutsch, Gasexplosionen und Überschwemmung.
Dass man dennoch darüber nachdenkt, weiter in die Tiefe vorzudringen, um neue Goldvorkommen zu explorieren zeigt, wie schwierig und teurer es mittlerweile ist, den Gold-Output hochzuhalten.
Seit Anfang des Jahrhunderts stagnieren die Goldfördermengen weltweit. Der Anstieg des Goldpreises sorgte jedoch zuletzt wieder für einen höheren Ausstoß. Der Abbau wurde in vielen Regionen wieder profitabel. Ältere, zuvor stillgelegte Minen wurden wieder in Betrieb genommen. Neue Projekte mit gegebenenfalls größerem Explorationsaufwand ging man an.
So wirkt der Goldpreis als natürlicher Regulator des Angebots, solange der Vorrat reicht.
Der Ausbau von Mponeng bis auf eine Tiefe von 5.000 Meter würde mindestens fünf Jahre dauern. Das schätzt Mark Cutifani. Aber wäre die Mission erfolgreich, dann könnte sich die Lebensdauer der Mine seiner Meinung nach um 20 bis 30 Jahre verlängern.
„Mit dem Vordringen um weitere 1.000 Meter oder mehr, wären AngloGolds Vermögensbestandteile wahrscheinlich mehr wert, als der Markt sie bewertet“, so Cutifani. Er rechnet damit, dass in der Abbauregion bislang unentdeckte 100 Millionen Unzen Gold zu finden sind. Das sei eine zu hohe Ausbeute, um sie einfach links liegen zu lassen.
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Umweltschützer kritisieren spezielle Methoden des modernen Goldabbaus. Mit der erstmaligen Vergabe des Fairtrade-Gütesiegels für Goldbarren, soll der nachhaltige Abbau von Gold und der Handel mit dem Edelmetall gefördert werden.
Vor allem die Methode der Auslaugung von Gold in Minen mit schwacher Mineralisierung wird von Gesundheitsorganisationen und Umweltschützern oft kritisiert. Bei diesem Verfahren werden Goldpartikel mit Cyanwasserstoff (Blausäure) aus dem Erz gelöst. Arbeiter, die mit der Substanz in Kontakt kommen, riskieren ihre Gesundheit. Pflanzen und Tiere leiden gegebenenfalls. Auch die Arbeitsbedingungen in tiefen Minenschächten werden von Kritikern gerne angeprangert.
Wie die britische Tageszeitung The Guardian berichtet, wurde von der Fairtrade Foundation in England nun erstmals das sogenannte Fairtrade-Gütesiegel für Goldbarren vergeben. Die Juwelier-Kette Garrad vertreibt bereits Gold mit dem Öko-Label in Großbritannien und Kanada. Das Logo soll signalisieren, dass das betreffende Gold aus nachhaltigem Abbau stammt.
Mit dem Erwerb der Fair-Trade-Goldbarren unterstützen Käufer ein Projekt in Kolumbien (Oro Verde), wo Gold umweltschonendund unter besonders vorteilhaften Arbeitsbedingungen gewonnen wird. Das erste „grüne“ Gold wurde dort bereits vor einem Jahr produziert. Fairtrade-Gold wird mit einem zusätzlichen rund 15-prozentigen Aufgeld auf den reinen Goldwert verkauft.
Die Fairtrade Foundation mit Sitz in London ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die Lizenzen für die Label-Verwendung in Großbritannien vergibt. Sie ist Mitglied der 1997 gegründeten Fairtrade Labelling Organizations International in Bonn.
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Die Welt fragte im vergangenen Jahr 56 Prozent mehr Goldbarren nach (Foto: thongsee - Fotolia.com)
Der World Gold Council hat seinen Goldmarktbericht „Gold Demand Trends 2010“ vorgelegt. Goldreporter fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.
2010 war ein gutes Jahr für Goldinvestoren. Krisen- und Inflationsängste, die traditionelle Konsum-Neigung und schlichtes Gewinnstreben animierten Menschen in aller Welt dazu, Gold zu kaufen. Der aktuelle Marktbericht des World Gold Council liefert detaillierte Zahlen zur Goldnachfrage im vergangenen Jahr. Wir präsentieren die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick.
Die weltweite Goldnachfrage erreichte im Jahr 2010 mit 3.812,2 Tonnen ein 10-Jahres-Hoch.
Gegenüber dem Vorjahr stieg die Goldnachfrage um 9 Prozent in Tonnen gerechnet und um 38 Prozent wertmäßig.
Die Schmuckbranche erlebte in 2010 ein Comeback. Die Nachfrage aus diesem Sektor stieg im Vergleich zu 2009 um 17 Prozent auf 2.059,6 Tonnen (Gegenwert: 81 Mrd. US-Dollar).
Die Investment-Nachfrage (Goldmünzen, Goldbarren, ETF-Investments und ähnliche, physisch gedeckte Anlageformen) sank mengenmäßig gegenüber 2009 um 2 Prozent. Mit 1.333 Tonnen (Gegenwert: 52 Mrd. US-Dollar) verzeichnete man aber in diesem Nachfragesegment das zweitbeste Jahr seit Beginn der Goldmarktstatistik. Wertmäßig stieg die Investment-Nachfrage um 23 Prozent auf 52 Milliarden Dollar.
Die Nachfrage nach Goldbarren stieg um 56 Prozent auf ein Gesamtgewicht von 713,2 Tonnen.
Investments in Gold-ETFs und ähnliche Anlageprodukte stieg um 9 Prozent.
Die in Gold-ETFs gebundene Goldmenge betrug Ende 2010 insgesamt 2.175 Tonnen (Gegenwert: 96 Mrd. US-Dollar).
Die Verwendung von Gold in der Industrie nahm um 12,4 Prozent auf 419,6 Tonnen zu (Wertmäßig: +41 %).
Die Zentralbanken agierten gemeinsam erstmals seit 21 Jahren als Netto-Käufer auf dem Goldmarkt.
Asiatische Konsumenten dominierten die weltweite Goldnachfrage. Die Märkte in China und Indien repräsentierten gemeinsam 51 Prozent der weltweiten Schmuck- und Investment-Nachfrage.
In Indien wurde das größte Marktwachstum verzeichnet. Mit 963,1 Tonnen entsprach stieg die Goldnachfrage gegenüber 2009 um 66 Prozent.
China war der größte Wachstumsmarkt für Investment-Gold. Die Nachfrage nach kleinen Goldbarren und Goldmünzen stieg um 70 Prozent auf insgesamt 179,9 Tonnen.
Das weltweite Goldangebot stieg ersten Schätzungen zufolge um 2 Prozent.
40 Prozent des Goldangebotes entfiel auf Recycling: insgesamt 1.653 Tonnen. Das war 1 Prozent weniger als im Vorjahr.
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Der historisch hohe Goldpreis und die Weltfinanzkrise ließen die Schmucknachfrage in Indien deutlich einbrechen. Juweliere reagierten mit teilweise skurril anmutenden Maßnahmen, um ihren Geschäftserfolg zu sichern.
Schmuckhersteller in Asien lassen sich einiges einfallen, um mit den Folgen des (historisch gesehen) hohen Goldpreises leben zu können. Vor allem Ende vergangenen Jahres, als der Goldpreis erstmals über die Marke von 1.400 US-Dollar pro Feinunze überstieg, übten sich viele Konsumenten in Kaufzurückhaltung. Das schmälerte die Umsätze der Schmuckläden in Ländern wie Indien oder der Türkei deutlich.
Je höher die Edelmetallpreise steigen, desto weniger Menschen können sich bestimmten Schmuck leisten. Indische Produzenten stellten deshalb Schmuckstücke her, in deren Rückseite Löcher eingearbeitet wurden, um Material zu sparen.
Die Firma Tara Jewels in Mumbai hat Luftfilter in den Produktionshallen installiert. Sie sollen Goldstaub aus der Luft aufsammeln. Einen speziellen Fußbodenbelag setzt man ein, um Goldpartikel aufzufangen, die sich an den Schuhsolen der Angestellten abgesetzt haben. Angeblich werden so 63 Kilogramm Gold pro Monat zurückgewonnen.
Der folgende Bloomberg-Bericht stammt vom 22. Dezember 2010.
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Go for Gold: Einige reiche Investoren können sich beim Kauf der Kilo-Goldmünze als Champions fühlen (Foto: Goldreporter)
Die britische Royal Mint plant anlässlich der Olympischen Spiele in London die Ausgabe einer schwergewichtigen Goldmünze. Für Normalsterbliche wird sie aber kaum zu kaufen sein.
Zum ersten Mal in ihrer über 1.125 Jahre alten Geschichte wird die Royal Mint eine Goldmünze in dieser Größenordnung herausgeben. Anlässlich der kommenden Olympischen Spiele in London (2012) prägt die britische Münzprägeanstalt eine 1-Kilo-Goldmünze.
Sie soll aus 22-karätigen Gold bestehen (916er Feinheit), ein Nominal von 1.000 Pfund tragen und damit in Großbritannien als offizielles Zahlungsmittel gelten. Falls man in den Genuss kommt, eines der 60 geplanten Stücke kaufen zu können, dann sollte man später beim Shopping besser einen großen Sack mit sich führen … fürs Wechselgeld.
Da der Ausgabepreis ersten Schätzungen zufolge zwischen 40.000 und 45.000 Pfund liegen soll (47.000 – 53.000 Euro), würde das Aufgeld zu aktuellen Kursen um 1.014 Euro pro Feinunze übrigens im günstigsten Fall bei satten 57 Prozent liegen (nur 916er Gold). So oder so also ein reines Sammlerstück! Oder ein Anlageobjekt für Stilbewusste.
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Das weltweit größte Bankhaus ICBC verkaufte alleine im Januar annähernd 50 Prozent seiner im Gesamtjahr 2010 abgesetzten Goldmenge und rechnet in diesem Jahr mit einem noch größeren Goldpreis-Sprung.
„Wir erleben eine explosive Nachfrage nach Gold. Mit dem steigenden Reichtum der Chinesen, versuchen diese, ihre Investitionen zu diversifizieren und Gold ist als Schutz gegen Inflation herausragend“, erklärte Zhou Ming am Mittwoch gegenüber dem Nachrichtendienst Reuters. Zhou ist Stellvertretender Leiter der Edelmetallabteilung bei der weltweit größten Bank, der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC).
Die Industrial and Commercial Bank of China ist das, an der Marktkapitalisierung gemessen, weltgrößte Finanzinstitut.
Seinen Angaben zufolge verkaufte die ICBC im Januar 7 Tonnen physisches Gold, was annähernd 50 Prozent der gesamten Verkaufsmenge des vergangenen Jahres entsprach. 2010 vermittelte der chinesische Bankenriese 15 Tonnen Gold an seine Kunden.
„Es gibt darüber hinaus eine fiederhafte Nachfrage nach nicht-physischen Goldinvestments. Wir haben im vergangenen Jahr 1 Milliarde Yuan [152 Millionen US-Dollar] an Anlagen vermittelt, die an den Goldpreis gebunden sind. Wir konnten das gleiche Volumen innerhalb nur weniger Tage im Januar verkaufen“, so Zhou.
Er rechnet in diesem Jahr mit einem Gesamtumsatz von 5 Milliarden Yuan (759 Millionen US-Dollar) im Rahmen des Verkaufs von Goldanlageprodukten. Und die ICBC erwartet, dass der Goldpreis dieses Jahr noch stärker steigt, als 2010. Im vergangenen Jahr legte er in US-Dollar gemessen um 28 Prozent zu.
Der volatile Aktienmarkt und die Maßnahmen der chinesischen Regierung, die Häuserspekulationen einzudämmen, bedeute laut Zhou, dass noch mehr Chinesen ihr Geld in Edelmetalle steckten.
„Anders als beim Häusermarkt, werden Investments im Gold-Markt von der Regierung gefördert“, erklärt Zhou. Und weiter: „China hat eine jahrzehntelange kulturelle Vorliebe für Gold und weil wir von so einem niedrigen Niveau gestartet sind, denke ich, wird das Nachfragewachstum wahrscheinlich noch eine ganze Zeit lang hoch bleiben.“
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Am gestrigen Dienstag wurde der Silberpreis in London auf 30,72 Dollar fixiert. Das war der höchste Stand seit dem 7. März 1980. Bei Kursen oberhalb von 31,71 Dollar ist mit neuer Aufwärts-Dynamik zu rechnen.
Gigantische Geldschwemme weltweit, anhaltende Wirtschaftsbelebung in Asien, steigende Inflationserwartungen und Berichte über eine möglichen Silberengpass in den USA: Der Silberkurs erreichte am gestrigen Dienstag ein neues 30-Jahres-Hoch. Im Londoner Fixing wurde der Preis pro Feinunze auf 30,72 US-Dollar festgelegt. Das waren umgerechnet 22,70 Euro.
Mit einem aktuellen Silberpreis (Mittwoch, 10:15 Uhr) oberhalb von 30,80 Dollar hat der Kurs des Edelmetalls die Schwächephase seit Jahresbeginn beendet. Der aktuelle Chartverlauf deutet nun möglicherweise auf weitere Kursgewinne in den kommenden Wochen hin. Das letzte Zwischenhoch von Ende Dezember wurde überwunden.
Silberpreis in US-Dollar, 10 Jahre (RBS-Indikation)
Aktuell erhält der Siberkurs Unterstützung bei 30,67 Dollar und 29,57 Dollar. Bei Preisen oberhalb von 31,71 Dollar dürfte der nächste Kursschub erfolgen. Auf diesem Niveau verläuft die obere Begrenzung des aufsteigenden 3-Jahres-Trends.
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Das Britische Pfund wertete in den vergangenen Monaten deutlich ab, das verteuert die Importe.
Mit einer offiziellen Inflationsrate von 4 Prozent steigen die Konsumentenpreise auf der britischen Insel bereits wieder so stark, wie Ende 2008. Auch in anderen Ländern gewinnt die Teuerung an Dynamik.
Die Inflation in Großbritannien lag im Januar bei 4,0 Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte oder 100 Prozent mehr, als die Bank of England sich als Ziel gesetzt hat, um Preisstabilität zu gewährleisten. Und: Die Teuerung gewinnt an Dynamik. Im Dezember waren die Konsumentenpreise um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Traditionell muss der Gouverneur der Bank of England (BoE) nun einen Brief an den britischen Finanzminister richten, in dem er erklärt, warum die Inflationsrate so hoch ausgefallen ist. In seinem Schreiben wird BoE-Chef Mervyn King von höheren Energie- und Rohstoffpreisen, Steuererhöhungen und der Abwertung des Pfund Sterling sprechen.
Britische Ökonomen rechnen mit weiter ansteigenden Inflationszahlen in den kommenden Monaten aber frühestens in der zweiten Jahreshälfte mit einer Erhöhung des Leitzinses um 0,5 Prozentpunkte.
Unterdessen steigt die Inflation auch in anderen ökonomischen Schlüsselländern weiter an.
In China erreichte sie im Januar 4,9 Prozent (nach 4,6 Prozent im Dezember).
In Brasilien kam es zu einem Anstieg auf 5,75 Prozent.
Auch in der Eurozone verließ die offizielle Inflationsrate den Zielkorridor um 2 Prozent. Im Januar wurden 2,4 Prozent gemeldet.
Spanien: Plus 3,3 Prozent im Januar, mit 3,1 Prozent hatten die Analysten gerechnet.
Die USA erwarten 1,6 Prozent Inflation für Januar.
Die US-Zahlen sind aufgrund des praktizierten Substitutionsprinzips aber noch umstrittener als die Inflations-Angaben hierzulande. Ganz nach dem Motto von Marie Antoniette, der ehemaligen Erzherzogin von Österreich: „Wenn das Volk kein Brot hat, soll es doch Kuchen essen“, wechselt man in den USA Produkte im Warenkorb gegen vergleichbare aus oder gewichtet sie anders, wenn der Preis der betroffenen Ware zu stark ansteigt.
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Nach Erreichen des vorläufigen Jahrestiefs Ende Januar, ist der Goldpreis weiter auf Erholungskurs.
Am heutigen Dienstag wurde der Goldpreis im Londoner Vormittagsfixing auf 1.372,25 US-Dollar (1.014,30 Euro) festgelegt. Auf diesem Niveau notierte das Edelmetall zuletzt am 13. Januar.
Am 28. Januar erreichte der Goldpreis sein bisheriges Jahrestief (1.316 US-Dollar). Von da an ging es mit dem Kurs wieder kontinuierlich bergauf.
Mit Kursen um 1.375 Dollar am Nachmittag (1.017 Euro) strebt der Goldpreis nun auf die obere Begrenzung einer steigenden Dreiecksformation zu. Die 50-Tagesline lag 15 Dollar unterhalb der aktuellen Notierung, was zusätzliche Kursdynamik signalisiert.
Goldpreis in US-Dollar, 3 Monate (Deuba-Indikation)
Die nächsten Widerstände warten bei $1.380 und $1.387. Wobei letztgenannter bedeutsam ist. Sollte diese Barriere auf Tagesschlussbasis genommen werden, dann ist aus charttechnischer Sicht ein schneller Anstieg des Goldpreises über die Marke von 1.400 Dollar wahrscheinlich.
Nach unten ist der Goldchart durch zahlreiche Auffanglinien abgesichert. $1.370, sofern der Kurs bis Handelsschluss gehalten wird, $1.360 und folgende Kursmarken im 5-Dollar-Takt dienen als Unterstützungen.
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Die amerikanische TV-Sendung The Daily Show entlarvt widersprüchliche Aussagen des Fed-Präsidenten zum Thema Quantitative Easing.
In der amerikanischen TV-Sendung The Daily Show, die als Vorbild für die ZDF heute Show diente, entlarvt Moderator Jon Stewart widersprüchliche Aussagen von Ben Bernanke, dem Präsidenten des amerikanischen Notenbank-Systems Fed.
In einem Fox-Interview in der TV-Show „60 Minutes“ Ende vergangenen Jahres behauptete Bernanke, die Fed drucke im Rahmen des Quantitative Easing (Aufkauf von Staatsanleihen) kein Geld. Keine 21 Monate zuvor erklärte „derselbe Mann, mit demselben Bart, in derselben Show, gegenüber demselben Interviewer“ genau das Gegenteil. Ausschnitte aus dem jeweiligen Interview werden präsentiert.
Stewart ironisch: „Geld drucken, das wäre wie letztes Jahr. Als wir die Sache quantitativ einfacher für Banken machten, indem wir erhebliche Mengen von deren Schulden abkauften, indem wir Geld aus dem Nichts schufen. Das war Geld drucken.“
Jon Stewart hat eine Erklärung für Bernankes widersprüchliche Aussagen: „Ich denke, Bernanke hatte den durchschnittlichen 60-Minutes-Zuschauer vor Augen und angenommen, dass jeder, der das letztes Jahr sah, jetzt tot ist“. Hier der Original-Ausschnitt der Show.
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Wiener Philharmoniker, Goldmünze und Silbermünze (Foto: Goldreporter)
Der Silberpreis ist in den vergangenen Monaten deutlich stärker gestiegen als der Goldpreis. Für eine Unze Gold muss man derzeit nur noch rund 45 Unzen Silber bezahlen.
Die Gold-Silber-Ratio sagt aus, wie viele Einheiten Silber man benötigt, um eine Einheit Gold zu kaufen. Es wird das Wertverhältnis zwischen den beiden Edelmetallen ausgedrückt.
Über den historischen Durchschnitt der vergangenen Tausend Jahre – zumindest über einen Zeitraum, der als langfristig bezeichnet wird – streiten sich Experten. Meist wird in diesem Zusammenhang eine Gold-Silber-Ratio von 1:15 oder 1:17 als langfristiges historisches Mittel genannt. Am Ende der letzten Edelmetallhause, Anfang der 80er-Jahre, lag es zum letzten Mal auf diesem Niveau (Goldpreis: 850 Dollar / Silberpreis 50 Dollar).
Derzeit muss man für eine Unze Gold rund 45 Unzen Silber auf den Tisch legen. Der Goldpreis notierte am Montag-Nachmittag bei 1.363,60 Dollar (1.011 Euro) Dieser Wert entspricht einem 5-Jahres-Tief. Und weiterhin wird Silber von vielen Marktbeobachtern das größere Kursteigerungspotenzial nachgesagt.
Diese Theorie beruht auch auf der Annahme, dass die Weltwirtschaft sich weiterhin so positiv entwickelt, wie in den vergangenen Monaten. Die Industrienachfrage ist eine wichtige Komponente der aktuellen Silbernachfrage. Gold spielt eine größere Rolle beim Inflations- und Vermögensschutz, da dessen Währungsfunktion stärker dominiert.
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Silber ist derzeit sowohl in der Industrie als auch bei Anlegern hochbegehrt.
Händler am US-Terminmarkt waren in der vergangenen Woche bereit, für eine frühere Silber-Lieferung einen „Preisaufschlag“ zu akzeptieren. Der Zustand verdeutlicht die angespannte Angebotssituation auf dem Silbermarkt.
In der vergangenen Woche kam es laut Händlerberichten zum ersten Mal seit Ende der 90er-Jahre am US-Terminmarkt (COMEX) wieder zu einer „Backwardation“ genannten Situation bei Silber.
Marktteilnehmer waren bereit, für sofortige oder zumindest zeitlich frühere Lieferung höhere Preise zu zahlen, als für eine spätere Überlassung der physischen Ware. Backwardation wird als Signal für Materialknappheit gewertet. Es mangelte also offensichtlich an physischem Silber.
Normal ist die Situation, wenn die Ware bei späterer Lieferung teurer ist. Das liegt unter anderem daran, dass für zukünftige Liefermengen Lager- und Versicherungskosten anfallen. Diese übliche Preis-Struktur nennt man Contango.
Die Lagerbestände bei Silber sind in den USA aufgrund der starken Nachfrage auf ein Vierjahrestief gesunken. Dazu beigetragen haben Industrie und Investoren gleichermaßen. Die Kombination aus Wirtschaftsaufschwung in Asien und steigenden Inflationsrisiken sind Treibstoff für den Silberpreis.
„Das Problem ist die Industrienachfrage für eine spezielle Silberqualität, und davon kommt nicht genügend aus den Minen“, kommentierte Miquel Perez-Santallla, Vize-Präsident der Firma Heraeus in den USA die Lage.
„Das Ausmaß der Backwardation-Situation bei Silber ist beispiellos. Es deutet darauf hin, dass die Investment- und Industrienachfrage international sehr robust ist. Der winzige Markt für Anlagesilber kann die Versorgung der Nachfrage nach Münzen und Barren kaum mehr bedienen“, äußerte sich ein Händler der US-Firma ColdCore am vergangenen Freitag.
Einige Beobachter machten allerdings auch Vorwärtsverkäufe von Silberproduzenten für die Backwardation-Situation mitverantwortlich. Mit dem so genannten Hedging sichern die Minen künftigen Silber-Output gegen fallende Marktpreise ab.
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Open Pit Mining, Tagebau-Mine in den USA (Foto: Paul Binet - Fotolia.com)
Aufgrund der weltweit rückläufigen Ressourcen wird es für Bergbau-Unternehmen immer aufwändiger, neues Gold aus der Erde zu holen. So manches Projekt gerät wegen Umweltschutzbedenken in die Kritik. Und der Goldpreis profitiert vom stagnierenden Goldangebot.
54 Schmuckhersteller in den USA weigern sich, Gold aus einer Goldmine zu kaufen, die an der Bristol Bay in Alaska geplant ist. Zu den Boykotteuren sollen nach den Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) einige der größten Juweliere des Landes gehören, darunter Zale Corp. und Helzberg Diamonds. Die 54 Anbieter repräsentieren laut AP ein Einkaufsvolumen von jährlich 5,75 Milliarden US-Dollar.
Der Grund für den Protest: Die von Anglo American und Northern Dynasty angestrebte “Pebble Mine” im Südwesten Alaskas ist aufgrund ihrer Lage umstritten. Die Kritiker warnen vor schädigenden Einflüssen der als Tagebau-Mine geplanten Abbaustelle auf die Lachs-Population in dieser Region.
John Hardy Jewelry, eine der opponierenden Firmen, erklärte, dass die Kommunen vor Ort Umweltschäden und wirtschaftliche Beeinträchtigungen erleiden müssten, wenn die Mine gebaut würde.
Das Beispiel verdeutlicht ein zunehmendes Problem der Goldindustrie. Die leicht zugänglichen Goldvorräte der Welt gehen zu Neige. Um zusätzliche Lagerstätten zu finden und auszubeuten, fallen immer höhere Kosten an. Die Bergbauunternehmen sind gezwungen, immer tiefer zu bohren. Sie verwenden immer häufiger umstrittenere Abbauverfahren (Auslaugung) und müssen in Gebieten explorieren, die von Umweltschützern zurecht verteidigt werden.
Ergebnis: Die Fördermengen stagnieren, sind rückläufig oder nehmen zumindest nicht mehr signifikant zu. Alles Faktoren, die für dauerhaft hohe Goldpreise sprechen.
Goldreporter
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