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Goldpreis auf Rekordhoch: Was braut sich da zusammen?

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Im US-Futures-Handel ging der Goldpreis knapp über 3.000 US-Dollar pro Unze ins Wochenende. An der COMEX steigen die Goldbestände und der Open Interest.

Goldpreis steigt auf 3.000 US-Dollar

Der Goldpreis hat am Freitag erstmals die Marke von 3.000 US-Dollar pro Unze überschritten. Dabei wurde im US-Futures-Handel ein neues Rekordhoch von 3.001,10 US-Dollar erreicht. Fundamentale Impulse kamen aus den USA. Die Inflation in den Vereinigten Staaten hat sich im Februar verlangsamt und die Inflationsrate fiel mit 2,8 Prozent niedriger aus als erwartet. Auch die am Donnerstag veröffentlichten Erzeugerpreise stiegen im Vorjahresvergleich mit 3,2 Prozent weniger stark als prognostiziert. Das heißt, aus Sicht der US-Notenbank gibt es wieder mehr Spielraum für weitere Zinssenkungen. Der nächste mögliche Zinsschritt wird derzeit frühestens im Juni erwartet.

Gold, Goldpreis, Goldbarren Goldrekord (Bild: Goldreporter)
Gipfelstürmer: Der Goldpreis sprang vergangene Woche erstmals auf 3.000 US-Dollar pro Unze. Ist das zunächst das Ende der Fahnenstange, oder geht es jetzt erst richtig nach oben? Wir analysieren die aktuellen Einflussfaktoren.

CoT-Daten

Was geschah vergangene Woche im amerikanischen Goldhandel? Dazu betrachten wir zunächst die aktuellen COT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 11. März 2025.

Hier sank die Netto-Short-Position der „Commercials“ in der fünften Woche in Folge – zuletzt um 2 Prozent auf 265.188 Kontrakte. Auf der Gegenseite verringerte sich die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 3 Prozent auf 236.100 Kontrakte.

Dagegen ist der Open Interest erstmals seit fünf Wochen wieder gestiegen. Denn gegenüber der Vorwoche verzeichnete die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX eine Zunahme um 4,5 Prozent auf 511.276 Kontrakte. Zu erklären ist dies, mit einem Anstieg der Handelsaktivitäten innerhalb der Handelsgruppen.

Bis zum Handelsschluss am Freitag erhöhte sich der Open Interest um weitere 4 Prozent auf 532.814 Kontrakte. Damit ging es im Vorwochenvergleich (Freitag bis Freitag) um 6 Prozent nach oben.

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Gold-Optionen

Im Gold-Optionshandel ist der Open Interest gegenüber der Vorwoche um 6 Prozent angestiegen auf 918.089 Optionen. Dabei erhöhte sich die Put/Call-Ratio auf 0,634 (Vorwoche: 0,621). Das bedeutet, dass auf 100 Put-Optionen zuletzt 158 Call-Optionen entfielen, gegenüber 161 in der Vorwoche.  

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis vollzog im US-Futures-Handel einen kontinuierlichen Anstieg in der vergangenen Woche. Die Volatilität blieb dabei gering. Am Freitag fiel dann die nächste 1.000er-Schwelle, mit einem Schlusskurs von 3.001,10 US-Dollar (April-Kontrakt). Damit stieg die Notierung gegenüber der Vorwoche um 3 Prozent.

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Goldpreis in US-Dollar, US-Futures (April-Kontrakt), elektronischer Handel, Wochenchart: Kursanstieg von 3 Prozent auf ein neues Rekordhoch (Quelle: CME Group).

Auf Euro-Basis steht der Goldpreis mit 2.758,62 Euro noch 3,2 Prozent unter dem Rekordhoch vom 10. Februar 2025. Im Vorwochenvergleich legte der Kurs um 2,5 Prozent zu. Hier wirkt sich die jüngste Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar negativ aus.

COMEX-Gold-Lager mit weiterem Zuwachs

Werfen wir einen Blick auf die Goldlagerbestände an der COMEX. Hier kam es in den letzten Wochen zu einem ungewöhnlich starken Anstieg des Inventars. Und auch vergangene Woche kam weiteres Gold hinzu.

Denn die CME Group meldet per 13. März 2025 Gesamtbestände von 40,43 Millionen Unzen. Damit kamen 670.000 Unzen hinzu (Vorwoche: +500.000). Dabei stiegen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 440.000 Unzen (Vorwoche: -260.000 Unzen) auf 20,45 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet). Dieses Gold gehört Händlern, nicht etwa den Bullionbanken. Das bedeutet, es kann jederzeit abgezogen werden.

Hohe Golddeckung

Bei einem Open Interest von 532.814 Kontrakten handelten Futures-Trader Ende der vergangenen Handelswoche insgesamt 53.281.400 Unzen Gold in Form von Standard-Futures (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war am Freitag weiterhin zu hohen 76 Prozent durch Lagerbestände gedeckt, nach 79 Prozent in der Vorwoche.

In den vergangenen Jahren war die physische Deckung der US-Gold-Futures-Handels deutlich geringer – teilweise nur 30 Prozent. Vom Börsenbetreiber wird diese Unterdeckung damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt wird. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Der Anteil kann ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung entnommen werden.

Lieferanträge

So meldet die Börsenaufsicht CFTC für den aktuellen Kontraktmonat nun 17.135 „Delivery Notices“, also Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen in einer Woche 3.564 hinzu (Vorwoche: +3.196). Das heißt, es stehen nun 53 Tonnen Gold (1,71 Millionen Unzen) zur Auslieferung Ende März an. Im vergangenen Monat war mit 76.567 „Delivery Notices“ (entspricht 238 Tonnen) ein neuer Rekord aufgestellt worden.

Gold-Aufschläge in China

Auch von China gehen weiterhin Goldpreis-Impulse aus. Denn am Donnerstagnachmittag um 14:30 Uhr (7:30 Uhr MEZ Berlin; 2:30 Uhr New York) notierte Gold an der Shanghai Gold Exchange mit 684,56 Yuan pro Gramm. Zu diesem Zeitpunkt lag der Goldpreis in Shanghai bei umgerechnet 95,66 US-Dollar bzw. 2.975 US-Dollar pro Unze.

Gleichzeitig kostete die Feinunze Gold am europäischen Spotmarkt (FOREX) 2.936 US-Dollar. Das bedeutet, dass Gold in China in der dreizehnten Woche in Folge über dem internationalen Goldpreis gehandelt wurde. Allerdings hat sich der Abstand verringert auf 39 US-Dollar (Vorwoche: 56 US-Dollar). Damit lag der Kurs noch 1,3 Prozent über dem europäischen Goldpreis. In den Hochphasen des Jahres 2024 erreichten die Goldpreis-Aufschläge in Shanghai bis zu 90 US-Dollar gegenüber den westlichen Kursen.

Goldpreis-Ausblick

Die Aussichten auf weiter steigende Zinsen und die Pläne für eine gigantische Schuldenaufnahme in Deutschland und der EU begünstigen die Goldpreis-Entwicklung.

Was lässt sich aus den Terminmarktdaten ablesen? Ein steigender Open Interest bei gleichzeitig stark steigendem Goldpreis ist ein Zeichen für Marktstärke. Die Logik dahinter: Wenn Open Interest und Goldpreis gemeinsam zulegen, dann müssen gewillte Käufer ihr Preisangebot erhöhen, um neue Verkäufer in den Markt zu locken.

Es bleibt unklar, warum die Goldbestände an der COMEX so stark ansteigen. Als Kernargument dienten bislang die Ängste vor US-Importsteuern auf Gold. Diese könnten zu unkalkulierbaren finanziellen Problemen führen, wenn short-positionierte Händler sich zu deutlich höheren Kosten mit Gold eindecken müssten. Bislang gibt aber weiterhin keine Anzeichen auf solche Tarife.

Aus fundamentaler Sicht könnten die zuletzt weniger stark gestiegenen Inflationsindikatoren auch die Annahmen einer Konjunkturschwäche in den USA stützen. An den Aktienmärkten konnte man zuletzt eine größere Nervosität feststellen. Ein erneuter Abverkauf wie am vergangenen Montag und eine Liquidationswelle könnten kurzfristig auf den Goldpreis unter Druck setzen. Das Kursniveau von 3.000 US-Dollar wäre dann für Gold zunächst nicht zu halten.

Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung in den USA geben in der kommenden Woche die neuen Einzelhandelsdaten (Montag) und das Ergebnis der Fed-Sitzung am Mittwochabend.

Goldpreis bei $ 3.000: So ist aktuelle Lage im Handel

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Der Goldpreis hat am Freitag erstmals die Marke von 3.000 US-Dollar überschritten. Im Edelmetall-Handel herrscht noch keine Euphorie.

Goldpreis bei 3.000 US-Dollar

Der Goldpreis hat am heutigen Freitagvormittag erstmals die Marke von 3.000 US-Dollar pro Unze überschritten. Um 11:30 Uhr kostete Gold am Spotmarkt 3.002 US-Dollar. Das entsprach 2.761 Euro. Das war der Zeitpunkt unserer wöchentlichen Datenerhebung im deutschen Edelmetall-Handel.

Hier verteuerte sich Gold gegenüber der Vorwoche um 2,8 Prozent bzw. 2,6 Prozent (in Euro). Im gleichen Zeitraum stieg der Silberpreis um 4,5 Prozent bzw. 4,3 Prozent auf 33,95 US-Dollar oder 31,22 Euro.

Gold, Goldpreis, Gold kaufen, Goldmünzen (Bild: Goldreporter)
Der Goldpreis erreichte am Freitag ein neues Rekordhoch. Dagegen notierte der Euro-Goldpreis noch rund 3 Prozent unter seiner Bestmarke vom 10. Februar 2025.

Lage im Edelmetall-Handel

Wie beurteilen Edelmetall-Händler die aktuelle Lage im Geschäft mit Anlagemetallen?

„Wir hatten bis vor ein paar Wochen sowohl auf der Verkaufs- als auch auf der Ankaufs-Seite ein hohes Niveau, was die Nachfrage nach Gold angeht. Von Silber kann man das leider nicht behaupten“, erklärte Bars Özdemir, Head of Trade der SOLIT Management GmbH (GoldSilberShop.de) am Donnerstag gegenüber Goldreporter.

Henry Schwarz, Geschäftsführer der GfM GmbH (Anlagegold24) sagt: „Nach den Kurseinbrüchen stockte die Nachfrage etwas, erholte sich aber schnell wieder. Aktuell haben wir gute Verkäufe, wenngleich etwas verhalten. Aber generell kann man sagen, dass die Nachfrage weitaus besser läuft als im letzten Jahr.“

Sekundärware weniger verfügbar

Weiterhin bedient der Edelmetall-Handel einen guten Teil der Nachfrage mit Sekundärware, also Münzen und Barren aus dem Ankauf. Dies führte dazu, dass die großen Prägestätten bis zuletzt weniger produzierten.

„Die Liefersituation bei den Prägestätten und Barrenherstellern ist immer noch so, dass die Lager leer sind, und nicht alles immer verfügbar ist. So haben wir bei bestimmten Barrengrößen im Moment eine Lieferzeit von drei bis fünf Wochen“, sagt Schwarz.

Der Preisunterschied zwischen Neu- und Gebrauchtware sinke derzeit aber. „Die Gebrauchtware wird zu sehr hohen Kursen angekauft. Generell würden wir gerne mehr an gebrauchter Silberware einkaufen, aber es wird trotz der hohen Ankaufspreise immer noch recht wenig angeboten“, so der GfM-Geschäftsführer.

Silbergeschäfte stocken

Während Henry Schwarz noch von einem guten Silbergeschäft spricht, sinkt die Verfügbarkeit von Silber aus dem Ankauf. „Generell würden wir gerne mehr an gebrauchter Silberware einkaufen, aber es wird trotz der hohen Ankaufspreise immer noch recht wenig angeboten“, so Schwarz.

Laut Bars Özdemir ist das Silbergeschäft bei SOLIT seit November um 60 Prozent gesunken. Er sagt: „Die Gesetzesänderung auf europäischer und deutscher Ebene hat bisher schon für viel Verunsicherung bei unseren Kunden gesorgt.

Er vermutet, dass viele Kunden die genauen Bedingungen der Regularien rund um das Thema Differenzbesteuerung bei Silbermünzen nicht kennen. Und er erklärt, dass zwar am 1. Januar 2025 die Gesetzesänderung mit dem in Kraft getreten ist, die Differenzbesteuerung für bestimmte Silberprodukte immer noch anwendbar sei. Das gelte für Silbermünzen, die bis zum 31.12.2024 in die EU eingeführt worden seien und für Silbermünzen aus Ankäufen. Aber Silbermünzen, die noch differenzbesteuer erhältlich seien, stünden jetzt kurz vor dem Ausverkauf.

Rückläufiges Ankaufgeschäft

„Meine persönliche Einschätzung ist, dass durch das ewige Hin und Her seit der Umstellung im Oktober 2022 der Kunde stark verunsichert ist und Silber dabei an Attraktivität verloren hat. Glücklicherweise betrifft das nur Silber. Denn Gold verkaufen wir fleißig weiter“, so Özdemir.

Auch er erklärt, dass seit etwa zwei Wochen ein enormer Rückgang bei Ankaufsangeboten zu verzeichnen sei. „Ich kann nur spekulieren: Es könnte an dem Kursrückgang von Gold liegen, weil Kunden auf einen Kursanstieg und den optimalen Verkaufsmoment warten oder an den geopolitischen und wirtschaftlichen Entscheidungen, insbesondere der USA – womöglich aus den Motiven Angst oder Gier“, so Özdemir.

Gold kaufen

Jetzt Gold kaufen oder verkaufen? Wir werfen einen Blick auf die Ergebnisse unserer aktuellen Datenauswertung bei sechs deutschen Anbietern. Wer am Freitagvormittag in Form von prägefrischen Krügerrand-Münzen Gold kaufen wollte (aktueller Jahrgang), zahlte gemäß unserer Zahlen durchschnittlich 2.862 Euro – und damit 75 Euro mehr als vor einer Woche.

Dabei erhöhte sich das von uns ermittelte Aufgeld für Krügerrand-Neuware auf 3,64 Prozent (Vorwoche: 3,59 Prozent). Die Abschläge für ältere Jahrgänge lagen unserer Analyse zufolge bei durchschnittlich 40 Euro (Vorwoche: 37 Euro).

Währenddessen stieg das durchschnittliche Aufgeld für 100-Gramm-Goldbarren auf 1,78 Prozent, was weiterhin sehr moderat ist. Ein Exemplar kostete in unserer Datenerfassung im Mittel 9.039 Euro. Damit waren es 238 Euro mehr als vor einer Woche.

Silber kaufen

Wie entwickelten sich die Preise für die von uns beobachteten Silber-Produkte? Eine Unze Maple Leaf des aktuellen Jahrgangs kostete am Freitag durchschnittlich 41,84.

Das Aufgeld für Silber-Maples ging zurück auf 34,01 Prozent (Vorwoche: 35,90 Prozent). Auch bei 1-Kilogramm-Silberbarren nahm der von uns berechnete Aufschlag minimal ab auf 27,64 Prozent. Silbermünzen älterer Jahrgänge bekommt man (soweit verfügbar) weiterhin deutlich günstiger als prägefrische Stücke. Hier kann man etwa 4 Euro pro Unze sparen.

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Silber und Gold kaufen

Hinweis: Mit den von uns erhobenen Daten beobachten wir die allgemeine Marktpreis-Entwicklung und sondieren Hinweise auf die Veränderung von Angebot und Nachfrage im deutschen Edelmetall-Handel. Allerdings können die Preisangaben bei einzelnen Händlern deutlich variieren. Unsere wöchentlichen Durchschnittspreise erheben wir bereits seit dem Jahr 2010.

Wer Silber oder Gold kaufen möchte, sollte beachten: Kleinere Veränderungen beim Aufgeld sind nicht als Beurteilungsgrundlage für kurzfristige Kaufentscheidungen geeignet, da Silber- und Goldpreis ohnehin ständigen Schwankungen unterworfen sind. Aber das von uns berechnete durchschnittliche Aufgeld gibt einen Anhaltspunkt über das Preisniveau bei verschiedenen Anbietern.

Iran deckt sich mit Gold ein: Rätsel um Herkunft und Verbleib

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Iran hat große Mengen an Gold erworben. Laut Al Jazeera ist unklar, woher das Edelmetall stammt und wofür es eingesetzt wird.

Gold in den Iran

Iran hat seine Goldimporte innerhalb von zehn Monaten massiv gesteigert. Laut einem Bericht von Al Jazeera importierte das Land bis Januar 2025 mindestens 81 Tonnen Gold, was einem Anstieg von über 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspreche. Demnach setzt die Regierung von Präsident Masoud Pezeshkian verstärkt auf das Edelmetall, um die wirtschaftlichen Folgen der US-Sanktionen abzufedern.

Gold, Iran, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Wie viel staatliches Gold der Iran besitzt, ist unklar. In der Goldreserve-Statistik des World Gold Council taucht das Land nicht auf. Es kann auf staatlicher Ebene als universelles Zahlungsmittel eingesesetzt werden.

Gold als Schutz vor Währungskrise

Wie Al Jazeera berichtet, hat sich Gold in Iran längst als sicherer Hafen etabliert. Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten und des Wertverlusts der nationalen Währung setzen immer mehr Iraner auf Goldmünzen und andere Edelmetalle. Die Zentralbank fördert diesen Trend aktiv, unter anderem durch Goldmünzverkäufe.

Die Regierung selbst nutzt Gold zunehmend als Währungsreserve. Laut Zentralbankchef Mohammad Reza Farzin wurden bereits 20 Prozent der Devisenreserven in Edelmetall umgewandelt, wodurch Iran eines der höchsten Verhältnisse von Gold zu Fremdwährungsreserven weltweit aufweise. In der monatlichen Goldreserve-Stastitik des World Gold Council taucht das Land nicht auf.

Unklarheiten über Herkunft und Verbleib

Ein weiteres Rätsel gibt die Herkunft des Goldes auf. Al Jazeera verweist auf Berichte, wonach Teile der Importe aus Russland stammen könnten – möglicherweise als Gegenleistung für iranische Drohnenlieferungen. Offizielle Stellen des Iran haben diese Behauptung jedoch nicht bestätigt. Zudem sei unklar, was mit über 60 Tonnen der importierten Goldmenge geschehen ist, da diese bisher nicht im Markt aufgetaucht seien.

Die fehlende Transparenz hat zu Spekulationen über mögliche Korruption oder eine verdeckte Nutzung der Reserven geführt. Der iranische Journalist Yashar Soltani sprach laut dem Bericht zuletzt von verschwundenen Goldmengen. Die Zentralbank dementierte dies umgehend.

Darüber hinaus bleibe unklar, ob Iran seine Goldstrategie weiter ausbauen könne. Die Regierung plant zwar, die heimische Goldproduktion zu steigern, doch laut Al Jazeera sind bisher nur geringe Investitionen in den Ausbau von Minen erfolgt.

Gold-Absatz Südafrikas im Januar stark gestiegen

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Im Januar hat Südafrika den Gold-Umsatz um 70 Prozent gegenüber Vormonat gesteigert. Allerdings fällt der Vorjahresvergleich deutlich schlechter aus.   

Gold aus Südafrika

Wenn Südafrika viel Gold verkauft, dann ist dies in der Regel auch ein Hinweis auf eine weltweit hohe Goldnachfrage. Im Januar zog der Umsatz nach einem relativ schwachen Dezember wieder etwas an. Dem aktuellen Bericht von Statistics South Africa (Stats SA) zufolge erzielten die südafrikanischen Bergbaubetriebe im ersten Monat des Jahres mit Gold einen Umsatz von 14,5 Milliarden Rand. Zu aktuellen Kursen entspricht dies einem Wert von 739 Millionen Euro. Damit stieg der Umsatz gegenüber dem Vormonat um 70 Prozent, ging aber im Vorjahresvergleich um 21 Prozent zurück.

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Monatliche Rohstoff-Erlöse Südafrikas in Rand, unterteilt nach Mineralien (Wechselkurs: 1 Rand = 0,051 Euro) Quelle: Stats SA

Zur Einordnung: Im Juli 2024 verzeichnete das Land mit 20,49 Milliarden Rand (1,04 Mrd. Euro) einen Rekord beim Goldumsatz. Der Sechsmonatsschnitt lag zuletzt bei 11 Milliarden Rand (573 Mio. Euro).

Platin-Umsatz

Der Absatz von Metallen der Platin-Gruppe (PGM: vor allem Platin und Palladium) blieb in den vergangenen Monaten auf relativ hohem Niveau. Für Januar wird ein Umsatz von 11,7 Milliarden Rand gemeldet, während der Sechsmonatsschnitt bei 14,3 Milliarden Rand (733 Mio. Euro) lag. Im Vorjahresvergleich sank der PGM-Umsatz zuletzt um 2,5 Prozent.

Gold- und Platin-Produktion

Währenddessen produzierten Südafrikas Minen im Vorjahresvergleich 1 Prozent mehr Gold. Im Dezember hatte man noch einen Rückgang von 8,4 Prozent gemeldet.

Dagegen sank die Produktion von Platin-Metallen im Vorjahresvergleich um 3,8 Prozent. Südafrika ist der weltweit größte Platin-Produzent. Allerdings gibt Stats SA in den Monatsberichten keine absoluten Zahlen zur Mineralien-Produktion an, sondern bietet nur Prozentvergleiche.

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Entwicklung der Rohstoff-Produktion Südafrikas in Prozent gegenüber Vorjahr, unterteilt nach Mineralien (Quelle: Stats SA)

Hintergrund

Bis zum Jahr 2006 war Südafrika auch größte Goldproduzent (Sorge in Südafrika: „Goldförderung am Ende“). Aber im Folgejahr übernahm China die Rolle des globalen Marktführers. Die rückläufige Mineralisierung im Gestein und das Ausbleiben neuer substanzieller Goldfunde ließen die Produktionszahlen des Landes sinken. Allerdings litt die südafrikanische Minenbranche in den vergangenen Jahren auch unter schwierigen Förderbedingungen wie Bergbau in extremer Tiefe, Streiks, Stromausfällen und Corona. Außerdem stiegen die Kosten der Goldförderung weiter.

Goldpreis: Befeuert ein heimlicher Großkäufer die Gold-Rally?

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Ist ein großer, unbekannter Käufer für die jüngste Goldpreis-Rally verantwortlich? In einem Beitrag auf Kitco News wird diese Möglichkeit diskutiert. 

Goldpreis-Rally

Der Goldpreis ist im vergangenen Jahr um 27 Prozent gestiegen, auf Euro-Basis betrug das Plus sogar 34 Prozent. Vor allem die starke Goldnachfrage aus China wurde als wesentlicher Goldpreis-Katalysator besprochen. Zuletzt standen die massiven Goldtransfers in die USA als kurstreibender Faktor im Fokus. Dennoch sind die konkreten Einflussfaktoren nie ganz klar zu identifizieren.

In der Regel dienen Makrodaten zur Nachfrage wie Importstatistiken, Zentralbankbestände oder die gesammelten Retail-Daten des World Gold Council als Informationen, um die  Goldpreis-Entwicklung zu erklären. Und dieser Umstand lässt immer Spielraum für Spekulation. Wer oder was treibt den Goldpreis wirklich nach oben?

Gold, Goldpreis, Goldbarren, Goldkäufer (Bild: Goldreporter)
Die ganz großen Transaktionen auf dem Goldmarkt bleiben intransparent. So wird physisches Gold auf institutioneller Ebene in der Regel außerhalb der Börsen gehandelt („Over the Counter“), etwa am London Bullion Market. Im Nachhinein erfahren wir dann zum Beispiel über Bestandsveränderungen bei Zentralbanken oder in Außenhandelsstatitiken, dass Gold von bestimmten Ländern gekauft wurde.

Ein großer Goldkäufer?   

Ein aktueller Bericht auf Kitco News wirft die Frage auf, ob ein großer, intransparenter Käufer für die anhaltende Goldpreis-Rally verantwortlich sein könnte. Ross Norman, CEO von Metals Daily, argumentiert, dass sich der Goldmarkt in einer ungewöhnlichen Phase befindet: Wichtige wirtschaftliche Faktoren, die den Preis traditionell beeinflussen, scheinen außer Kraft gesetzt zu sein. Ist dies ein Hinweis darauf, dass ein einzelner Akteur den Markt maßgeblich beeinflusst?

Goldpreis entkoppelt sich von bekannten Korrelationen

Norman weist darauf hin, dass Gold sich derzeit anders verhält als erwartet. Normalerweise bewegen sich Gold und der US-Dollar in entgegengesetzte Richtungen – aktuell steigen beide parallel. Auch die übliche negative Korrelation zu US-Staatsanleihen besteht nicht mehr. Zudem bleibt die Nachfrage aus Asien trotz hoher Preise überraschend stabil. Diese Entwicklungen könnten auf eine gezielte Marktverzerrung durch einen großen Käufer hindeuten.

Mögliche Erklärungen

Kitco News diskutiert zwei wesentliche Theorien dazu:

Spekulative Geschäfte im Derivatemarkt: Auf der Shanghai Futures Exchange (SHFE) haben Investoren erhebliche Long-Positionen aufgebaut. Falls Banken diese Positionen absichern, müssen sie physisches Gold kaufen, was den Preis weiter nach oben treibt. Diese Mechanik könnte einen selbstverstärkenden Effekt erzeugen.

Nicht gemeldete Zentralbank-Käufe: Angesichts geopolitischer Unsicherheiten könnte es sein, dass Zentralbanken verstärkt Gold kaufen, um ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren. Wenn diese Käufe bewusst außerhalb der offiziellen Handelskanäle stattfinden, wäre es schwer, sie nachzuverfolgen.

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Goldpreis in US-Dollar, 5 Jahre, Basis: US-Futures: Die große Gold-Rally setzte 2024 ein mit einem Reigen neuer Bestmarken.

Steht der Markt vor einer Trendwende?

Die Frage bleibt, ob dieser mögliche Großkäufer den Markt langfristig stabilisieren oder plötzliche Preisbewegungen auslösen wird. Sollte sich die Theorie bewahrheiten, könnte der Goldpreis weiter steigen – oder eine abrupte Korrektur erleben, wenn diese Käufe nachlassen. Kitco News verweist darauf, dass es derzeit kaum belastbare Daten gibt, um die genaue Ursache der Preisbewegung zweifelsfrei zu bestimmen.

Ist die Goldpreis-Rally also das Ergebnis eines strukturellen Marktwandels – oder handelt es sich um eine kurzfristige Verzerrung durch einen großen, unbekannten Käufer? Vielleicht werden die kommenden Monate darüber Aufschluss geben.

Größter Gold-ETF: Weitere Kapitalabflüsse gemeldet

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Wie vor einer Woche zogen Investoren innerhalb von 5 Tagen mehr als 400 Millionen US-Dollar aus dem SPDR Gold Shares (GLD) ab.

Silber- und Goldpreis

Am gestrigen Mittwoch ging der Goldpreis mit 2.946 US-Dollar pro Unze aus dem US-Gold-Futures-Handel (April-Kontrakt), was 2.706 Euro entsprach. Damit verteuerte sich Gold gegenüber Vorwoche auf Dollar-Basis um 0,7 Prozent. Dagegen sank der Euro-Goldpreis um 0,2 Prozent. Parallel stieg der Dollar-Silberpreis im Vorwochenvergleich um 1,9 Prozent auf 33,74 US-Dollar, während Silber in Euro um 1 Prozent zulegte auf 30,99 Euro.

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In den vergangenen zehn Handelstagen zogen Investoren netto rund 900 Millionen US-Dollar aus dem größten Gold-ETF ab, dem SPDR Gold Shares (GLD).

Größter Gold-ETF

Währenddessen verzeichnete der größte Gold-ETF wie in der Vorwoche Kapitalabflüsse. Denn der Betreiber des SPDR Gold Shares (US-Börsenkürzel: GLD) meldet per 12. März 2025 physische Bestände von 898,64 Tonnen. Damit wurden innerhalb einer Woche 1,72 Tonnen Gold ausgebucht.

Begleitet wurde der jüngste Lagermengenrückgang von einem Netto-Kapitalabfluss in Höhe von 486 Millionen US-Dollar. Hinweis: Pro ausgegebenem Anteilsschein muss der Betreiber dieses ETFs eine Zehntel Unze Gold physisch einlagern. Aber bei der Meldung von Kapitalflüssen und Fondsbeständen gibt es in der Regel eine zeitliche Verzögerung. Denn auf dem Goldmarkt besteht üblicherweise eine Zwei-Tages-Frist, in der physische Bestände nach einem Vertragsabschluss geliefert werden.

Größter Silber-ETF

Währenddessen meldet auch der größte Silber-ETF, der iShares Silver Trust (SLV), eine Bestandsabnahme in den vergangenen fünf Handelstagen. Denn zuletzt summierte sich das Silber-Inventar des größten Silber-ETFs auf 13.515,85 Tonnen. Damit sind es 46,71 Tonnen weniger als vor einer Woche.

In diesem Zeitraum gab es laut Angaben des Emittenten einen Nettokapitalabfluss von 23 Millionen US-Dollar. Pro ausgegebenem Anteilsschein ist dieser ETF offiziell mit einer Unze Silber pro ausgegebenem Anteilsschein physisch gedeckt.

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Edelmetall-ETFs und Goldpreis

Frühere Bullenmärkte bei Silber- und Goldpreis waren regelmäßig von deutlich steigenden Beständen in den entsprechenden Edelmetall-ETFs begleitet. Generell gelten die Fondsbestände als Nachläufer, die einem steigenden Silber- und Goldpreis mit wachsendem Inventar folgen. Dann nämlich, wenn sich vor allem institutionelle Investoren über dieses Instrument („Papiergold“) auf dem Edelmetallmarkt positionieren. In den vergangenen Jahren stieg die Beliebtheit dieser ETFs bei jungen US-Anlegern, die sie zunehmend über Discount-Broker erwerben.

US-Goldproduktion sieben Jahre in Folge geschrumpft

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Die US-Goldproduktion ist im vergangenen Jahr um 7 % geschrumpft auf nur noch 158 Tonnen und damit den tiefsten Stand seit Ende der 1980er-Jahre.

US-Goldproduktion im Dezember

Laut den vorläufigen Zahlen des U.S. Geological Survey (USGS) produzierten US-Minen im vergangenen Dezember 14,1 Tonnen Gold. Damit lag die Goldproduktion 4 Prozent höher als der Output des Vormonats. Dagegen sank die Produktionsmenge gegenüber Vorjahr um 12 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2024 meldet der USGS aktuell eine Goldproduktion von lediglich 158 Tonnen. Damit beträgt der Rückgang gegenüber Vorjahr 7 Prozent. Zudem wurde ein neuer Tiefststand seit Ende der 1980er-Jahre erreicht.

Gold, Goldproduktion, Goldmine (Bild: Goldreporter)
Der Goldpreis stieg erst im Februar auf ein neues Rekordhoch, dagegen ist die US-Goldproduktion weiter stark rückläufig. Im Dezember förderten die US-Minen laut USGS-Zahlen 12 Prozent weniger Gold als im Vorjahresmonat.

Abwärtstrend voll intakt

Zuletzt sank die US-Goldproduktion sieben Jahre in Folge. Dabei verzeichnete die amerikanische Goldindustrie seit 1991 einen jährlichen Produktionsrückgang von durchschnittlich 1,7 Prozent.

Gold, US-Goldproduktion

Dagegen erreichte der Gold-Output 1998 mit 366 Tonnen seinen Gipfel. Somit hat sich die jährliche Produktionsmenge seither mehr als halbiert.

 

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Immer weniger Gold: Seit dem Förderhoch im Jahr 1998 hat sich die jährliche Goldproduktion in den USA mehr als halbiert (Quelle: USGS; Grafik: Goldreporter).

Goldaktien

Trotz des starken Goldpreis-Anstiegs der vergangenen Jahre strahlte die Minenbranche für institutionelle Anleger in den vergangenen Jahren nur wenig Attraktivität aus. Dieser Umstand trug immer wieder den problematischen Finanzierungsbedingungen für Gold- und Rohstoff-Betriebe bei. Dabei zahlen die großen börsennotierten Goldproduzenten nach wie vor Dividenden. Beim Branchenprimus Newmont lag die Rendite noch bei 2 Prozent.

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Dow Jones Gold Mining Index, 2 Jahre

Die Börsen-Performance der amerikanischen Minengesellschaften: Bis Ende Oktober 2024 war der Dow Jones US Gold Mining Index im Jahresverlauf noch um fast 50 Prozent gestiegen. Danach brach der Index innerhalb von nur zwei Monaten um ein Drittel ein. Dagegen stieg der Index seit Jahresbeginn wieder um 20 Prozent.

US-Inflation im Februar niedriger als erwartet

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Am heutigen Mittwoch um 13:30 Uhr (MEZ) erschienen neue Inflationsdaten aus den USA. Demnach ergab sich im vergangenen Monat ein Anstieg des US-Verbraucherpreis-Indexes um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Wert lag unter den Analysten-Schätzungen, die bei 2,9 Prozent gelegen hatten. Im Januar hatte die Inflationsrate 3,0 Prozent betragen. Nach vier Anstiegen in Folge ist die US-Inflation also nun wieder leicht zurückgegangen. Währenddessen kam die Kerninflationsrate von 3,3 Prozent auf 3,1 Prozent zurück. Die Erwartungen hatten hier bei 3,2 Prozent gelegen. Mehr

USA, Inflation, US-Inflation, Inflationsrate

Goldpreis in Euro: Gegenbewegung kann jetzt kommen!

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Der Euro-Goldpreis hat rund 6 Prozent von seinem Rekordhoch verloren. Auf Dollar-Basis sind es lediglich 1,5 Prozent. Holt die Notierung jetzt auf?

Goldpreis-Entwicklung

Am gestrigen Dienstag schloss der Goldpreis im US-Futures-Handel mit 2.920 US-Dollar pro Unze (April-Kontrakt). Das entsprach 2.676 Euro. Auf Dollar-Basis blieb der Kurs des Edelmetalls im Vorwochenvergleich damit erneut praktisch unverändert. Dagegen verzeichnet Gold auf Euro-Basis einen Kursrückgang von 2,7 Prozent. Die starke Abwertung des US-Dollars sorgt für ein solch konträres Verhalten der beiden Gold-Notierungen.

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Goldpreis in US-Dollar, 6 Monate, Tagesschlusskurse, Basis: US-Futures (April-Kontrakt), per 11. März 2025.

Währenddessen liegen die Rekordhochs nach wie vor bei 2.963,20 US-Dollar (24.02.25) und 2.848,65 Euro (10.02.25). Wir skizzieren die aktuellen charttechnischen Rahmenbedingungen.

Charttechnik

Nach dem kräftigen Rebound der Vorwoche und zwischenzeitlich erneut schwächeren Kursen erwies sich die Schwelle von 2.900 US-Dollar bis zuletzt als solide Unterstützung. Sollte dieser Support nicht halten, dann befinden sich die nächsten potenziellen Haltezonen im Bereich von 2.876 US-Dollar und 2.845 US-Dollar. In einer weiteren Abwärtsbewegung wäre dann die 50-Tage-Linie (aktuell 2.819 USD) das nächste Kursziel. Dagegen lautet 2.930 US-Dollar der zu überwindende Widerstand in Richtung des lediglich 1,5 Prozentpunkte entfernten Rekordhochs.

Sentiment

Auch die Marktstimmung bleibt im Vorwochenvergleich unverändert. Denn mit einem RSI (Relative-Stärke-Index) von 55 befindet sich das Sentiment aus der Sicht von 14 Tagen nicht mehr im „überkauften“ Bereich. Das ist definitionsgemäß bei Werten oberhalb von 70 der Fall.

Währenddessen beträgt der Abstand zur 200-Tage-Linie weiterhin rund 12 Prozent. Dagegen ist der Goldpreis nur noch 3,5 Prozent vom 50-Tage-Schnitt entfernt. In beiden Fällen kann man dem Goldchart aber ein anhaltend positives Goldpreis-Momentum attestieren.

Goldpreis in Euro

Auf Euro-Basis zeigt der Goldpreis ein anderes Chartbild. Hier lief der Kurs bereits zurück auf die Unterstützung von 2.670 US-Dollar. Damit hat sich der Kurs bereits 6 Prozent von seiner Bestmarke entfernt und sogar die 50-Tage-Linie unterschritten. Gleichzeitig stieß der Euro-Goldchart nun an die Kante des steilen im August 2024 etablierten Aufwärtstrends.

Gold, Euro-Goldpreis, Goldpreis, Charttechnik
Goldpreis in Euro, 6 Monate, Tagesschlusskurse, Basis: US-Futures (April-Kontrakt), per 11. März 2025.

Weitere Unterstützungen liegen bei 2.625 Euro und 2.600 Euro. Für eine kurzfristige Umkehr des negativen Momentums, spielt die Schwelle von 2.700 Euro eine Schlüsselrolle. Denn an diesem Punkt läuft eine ganze Reihe von Trendlinie zusammen. Da sich der RSI mit einem Wert von 38 bereits in der Nähe des „überverkauften“ Sentiments befindet, gibt es hier erhöhte Chancen einer kurzfristigen Gegenbewegung.

Goldpreis-Ausblick

Im Rahmen des starken, bereits seit Ende 2024 beschleunigten Aufwärtstrends ist der jüngste Kursrücksetzer zunächst einmal keine ungewöhnliche Erscheinung.

Auf Dollar-Basis wird deutlich, dass sich bei günstigeren Kursen immer wieder schnell genügend Käufer finden, um den Kurs zu stabilisieren. Beim Euro-Goldpreis ergibt sich mit der starken Abwertung des US-Dollars ein Sondereffekt. Hier bildet die Charttechnik eine Kombination aus Euro-Dollar-Kurs und Dollar-Goldpreis. Da der Euro gegenüber dem US-Dollar im Bereich von 1,09 US-Dollar kurzfristig überkauft ist, stehen die Chancen gut für eine technische Gegenbewegung.

Euro-Dollar-Kurs, Euro-Dollar-Chart
Euro-Dollar-Kurs, 2 Jahre, Tagesschlusskurse, Basis: FOREX, per 12. März 2025. RSI von 74 signalisiert „überkauftes“ Sentiment.

Hinweis Goldpreis-Chartanalyse

Die obige Darstellung ist eine rein spekulative Betrachtung im Hinblick auf die Geldanlage in Gold. Wie immer gilt der Hinweis: Die auf Goldreporter.de bereitgestellten Informationen stellen weder eine Anlageberatung noch eine Anlagevermittlung dar.  

Gold aus Australien: Hoher Goldpreis dämpft Nachfrage

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Die Perth Mint meldet für den Monat Februar zwar einen Anstieg des Gold-Absatzes. Allerdings liegt das Ergebnis deutlich unter Vorjahr.

Gold aus Australien

Die australische Prägeanstalt Perth Mint lieferte im vergangenen Monat 25.103 Unzen Gold in Form von Münzen und Barren aus. Damit stiegen die Verkäufe zwar um 35 Prozent gegenüber dem Vormonat, sanken aber um 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2022 setzte die Perth Mint durchschnittlich 93.000 Unzen Gold pro Monat ab.

Silber-Absatz

Parallel stieg kurzfristig auch der Silberabsatz. So verkaufte die Perth Mint im Februar 482.451 Unzen Silber. Damit ergibt sich gegenüber Vormonat ein Anstieg um 16 Prozent. Allerdings blieb hier das Ergebnis 52 Prozent hinter den Verkäufen im Vorjahresmonat zurück.

Edelmetall-Umsatz

Etwas relativieren lässt sich die Entwicklung, wenn man den implizierten Umsatz betrachtet, also den jeweiligen Silber- bzw. Goldpreis im jeweiligen Monat berücksichtigt. Denn legt man beim Goldabsatz den Durchschnittskurs des Monats Februar auf Basis des Londoner Referenzkurses zugrunde ($ 2.894/Uz), so hatte die Absatzmenge von 25.103 Unzen einen Wert von 72,65 Millionen US-Dollar.

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Monatlicher Gold- und Silber-Absatz der Perth Mint in Unzen seit Februar 2022: Deutlicher Absatzrückgang gegenüber Vorjahr, allerdings ist der monatliche Durchschnitts-Goldpreis innerhalb eines Jahres um 43 Prozent gestiegen (Quelle: Perth Mint).

Damit beträgt der Rückgang im Vorjahresvergleich lediglich 24 Prozent. Bei Silber verzeichnete man hier auf Basis des Umsatzvergleichs einen Rückgang um 31 Prozent.

Hoher Goldpreis dämpft Nachfrage

Wie beurteilt man bei der Perth Mint die Geschäftsentwicklung? Laut Neil Vance, General Manager Minted Products, führte der hohe Goldpreis zu einer verhaltenen Nachfrage nach Anlageprodukten. Dennoch sei er erfreut über die Resonanz auf wichtige Februar-Veröffentlichungen, darunter die australische Kookaburra 2025 1-Kilo-Silber-Bullion-Münze sowie Gold- und Silberbarren aus der Lunar-Serie zum Jahr der Schlange. „Es ist erfreulich, dass die Verkaufszahlen im Vergleich zu Januar gestiegen sind, obwohl die Edelmetallpreise weiterhin auf Rekordniveau liegen“, so Vance.

Edelmetall aus Australien

Die Perth Mint ist Hersteller zahlreicher bekannter und beliebter Anlageprodukte in Gold, Silber und Platin. Dazu gehören unter anderem Münzen der Sorten Känguru, Koala und Kookaburra, zahlreiche andere Anlageprodukte mit zumeist Motiven aus dem australischen Tierreich sowie die erwähnte Lunar-Serie mit jährlich wechselnden Motiven des chinesischen Mondkalenders.

Goldpreis unter Druck: Markt-Turbulenzen, Euro-Zinsen steigen stark

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Zu Wochenbeginn kamen die Kurse an den Aktienmärkten deutlich zurück und der Goldpreis geriet insbesondere in Euro erneut unter Druck.

Goldpreis schwächer

Am Dienstagvormittag um 8:30 Uhr notierte der Goldpreis am europäischen Spotmarkt bei 2.899 US-Dollar pro Unze, was 2.665 Euro entsprach. Damit verbilligte sich das Edelmetall gegenüber Vorwoche um 0,4 Prozent (in USD) bzw. 3,7 Prozent (in EUR).

Dabei verzeichneten praktisch alle Vermögensklassen zu Wochenbeginn Gewinnmitnahmen. Vor allem am Aktienmarkt, insbesondere im Tech-Bereich, kamen die Kurse stark zurück. Die Unsicherheiten über die wirtschaftliche Entwicklung in den USA und Europa, hohe Bewertungen und auch saisonale Aspekte spielen eine Rolle für die Kursschwäche.

Gold, Goldpreis, Goldmünzen (Bild: Goldreporter)
Der Goldpreis fiel zuletzt unter die Marke von 2.700 Euro, auch weil der Euro gegenüber dem US-Dollar stark aufwertete. Mitte März tritt an den Aktienmärken oft ein saisonales Tief auf. Daran können auch die Steuertermine im April beteiligt sein. Generell wurden zuletzt Übertreibungen bei vielen Vermögenswerten abgebaut.

Hinzu kommen die deutschen und europäischen Pläne einer gewaltigen Schuldenaufnahme in den kommenden Jahren, für Rüstung und Infrastruktur. Dieser Aspekt trieb die Anleihe-Renditen im Euroraum nach oben, gleichzeitig wertete der US-Dollar gegenüber dem Euro und anderen bedeutenden Währungen stark ab.

Anleiherenditen

So rentierten 10-jährige deutsche Staatsanleihen am Dienstag mit 2,86 Prozent, nach 2,43 Prozent in der Vorwoche. Einen solch starken Aufschlag verzeichnen auch die Papiere der anderen Euroländer. Dagegen stieg die Rendite entsprechender US-Staatsanleihen nur moderat auf 4,2 Prozent.

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Ausblick

Nun stehen in dieser Woche noch wichtige Konjunkturdaten an. In den USA wurde am vergangenen Wochenende bereits auf Sommerzeit umgestellt, deshalb beträgt der zeitliche Abstand zwischen New York und Mitteleuropa derzeit nur 5 Stunden.

Am heutigen Dienstagnachmittag erscheinen in den USA die JOLTS Job Openings, und damit die Anzahl der offenen Stellen am letzten Arbeitstag des Januar. Am Mittwoch werden die US-Inflationsdaten veröffentlicht, und am Donnerstag folgen die US-Erzeugerpreise für den Monat Februar.

Renditen und Gold

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf den Goldpreis? Generell gilt: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, steigt ihre Attraktivität bei defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dadurch wirkt das zinslose Gold in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert.

Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme. Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Gold-Nachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht werden, steigen Edelmetalle oft, während die Anleiherenditen sinken – also die Anleihekurse steigen.

Gold in den USA: Diese Banken müssen jetzt große Mengen liefern

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Nicht-amerikanische Banken saßen Anfang März im US-Gold-Futures-Handel auf den höchsten Verkaufspositionen seit August 2019.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis verzeichnete im vergangenen Monat eine ganze Reihe von Rekordhochs. Die aktuelle Bestmarke im US-Futures-Handel liegt bei 2.963 US-Dollar pro Unze und stammt vom 24. Februar. Auf Basis des Londoner Referenzkurses erreichte der Goldpreis im Februar durchschnittlich 2.894 US-Dollar. Auch das ist ein neuer Rekord. Zuletzt notierte Gold unter größeren Schwankungen deutlich schwächer, hielt aber vorläufig die Schwelle von 2.900 US-Dollar.

Gold, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Nicht-US-Banken waren am 4. März 2025 an der COMEX mit umgerechnet 370 Tonnen Gold auf der Verkaufsseite positioniert. Dabei handelt es sich um die größte Menge seit fünfeinhalb Jahren. An der COMEX gab es zuletzt eine Rekordanzahl von Anträgen auf physische Lieferung.

Ungewöhnliches auf dem US-Goldmarkt

In den vergangenen Monaten beobachteten wir ein ungewöhnliches Phänomen, über das wir mehrfach berichteten. Große Mengen an Gold wurden in die USA geliefert und füllten die Tresore der US-Warenterminbörse COMEX.

Vergangene Woche meldeten die verantwortlichen Lagerbetreiber Gesamtbestände von 39,76 Millionen Unzen. Das entspricht 1.236 Tonnen. Diese Entwicklung katapultierte die physische Deckung des US-Futures-Handels zuletzt auf bis zu ungewöhnlich hohe 80 Prozent (Goldreporter berichtete).

Außerdem erreichten im amerikanischen Gold-Futures-Handel die Anträge auf physische Lieferung im vergangenen Monat einen neuen Rekordwert, mit 76.567 „Delivery Notices“ die einer Menge von 238 Tonnen entsprechen.

Gold-Futures-Positionen der Banken

Interessante Hintergrundinformationen zu diesen Marktgeschehnissen liefert nun der aktuelle Bank Participation Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC. Dieser monatliche Bericht zeigt die Gold-Futures-Positionen der Banken an der COMEX, unterteilt in US-Banken und Nicht-US-Banken.

Und diese Zahlen zeigen, dass insgesamt 28 (nicht namentlich genannte) Nicht-US-Banken Anfang März bei Gold mit 119.068 Kontrakten netto-short positioniert waren. Sie müssen also am Monatsende umgerechnet rund 370 Tonnen Gold liefern – tatsächlich oder in Form eines Barausgleichs.

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119.068 Kontrakte: Die Netto-Verkaufsposition der 28 Nicht-US-Banken Anfang März – ein Anstieg um 30 Prozent gegenüber Vormonat.

Gegenüber Vormonat stieg deren Netto-Short-Position um 30 Prozent auf den höchsten Stand seit August 2019. Dagegen sank die Netto-Verkaufs-Position der (fünf) US-Banken gegenüber Vormonat um 13 Prozent auf 96.740 Kontrakte. Das heißt, in Summe stieg die Netto-Short-Position aller 28 Banken um 7 Prozent auf 215.808 Kontrakte (umgerechnet 671 Tonnen).  

Banken, Goldmarkt und Goldpreis

Zwar lassen sich aus den Veränderungen der Bankenpositionen keine unmittelbaren Schlüsse auf Ursachen und Wirkungen für den Goldpreis ableiten. Die Banken agieren aber als Market Maker, handeln Gold auch auf eigene Rechnung.

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Der Goldpreis erreichte im Februar neue Rekordhochs. Nun ist die Netto-Short-Position aller im Gold-Futures-Handel tätigen Banken stark gestiegen (Quelle: CFTC; Grafik/Berechnung: Goldreporter).

In der Vergangenheit bauten die Banken bei steigendem Goldpreis regelmäßig parallel zu den Long-Positionen der Spekulanten ihre Netto-Short-Position auf, während sie bei fallenden Kursen Terminverkäufe glattstellten. Mit dem Abbau ihrer Short-Positionen reduzieren die Banken auch finanzielle Risiken im Zusammenhang mit einem stark steigenden Goldpreis.

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Anfang März repräsentierten die Short-Positionen der Banken 50,3 Prozent des gesamten Open Interest im US-Gold-Futures-Handel. Das ist der höchste Wert seit Dezember 2012 und er verdeutlicht die starke Marktkonzentration der Banken auf der Short-Seite.

Allerdings haben wir im Zeitraum von 2023 bis Mitte 2024 erlebt, dass die Netto-Short-Position der Banken nicht der starken Goldpreis-Entwicklung nach oben folgte. Das war der Zeitraum, in dem der internationale Goldpreis massiv vom chinesischen Markt dominiert wurde. Der Einfluss amerikanischer Banken auf dem Goldmarkt sank deutlich.

Aktuelle Einordnung

Nun sehen wir seit mehreren Monaten eine Rückkehr dieses US-Einflusses, mit einem starken Anstieg der Aktivitäten im US-Gold-Futures-Handel und der oben erwähnten Zunahme der COMEX-Lagerbestände sowie der Anträge auf physische Lieferung.

Nach wie vor ist unklar, warum die in den USA mit Gold handelnden Banken so viel Gold abrufen. Als wesentlicher Grund wurden immer wieder die befürchteten Zölle auf Goldimporte genannt. Diese zeichnen sich bislang aber nicht ab. Bemerkenswert ist aber der Umstand, dass laut dem Bank Participation Report vor allem Nicht-US-Banken mit ihren Short-Positionen zuletzt hohe Lieferverpflichtungen eingegangen sind.

Goldpreis: Schwankungen steigen, Märkte reagieren nervös

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Der Goldpreis ist vergangene Woche unter größerer Volatilität angestiegen, jedoch nur in US-Dollar. Einige Gold-Katalysatoren schwächen sich ab.

Goldpreis und Finanzmärkte

Nach der eindrucksvollen Rekordrally zum Jahresbeginn kam der Goldpreis in den vergangenen zwei Wochen etwas unter Druck. Gleichzeitig erhöhte sich im Wochenverlauf die Volatilität. Generell waren die Kursbewegungen an den Märkten zuletzt von Gewinnmitnahmen geprägt. Nicht nur Gold, sondern auch andere gut gelaufene Vermögenswerte wie Tech-Aktien oder Kryptowährungen verzeichneten Kursrückgänge.

Gold, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Die Gold-Lager an der US-Warenterminbörse COMEX sind gut gefüllt. Befürchtungen über mögliche Importzölle auf Gold haben sich bislang nicht bestätigt. Die Marktunsicherheiten über die Folgen von Trumps protektionistischer Wirtschaftspolitik nehmen jedoch zu.

Begleitet waren die Kursbewegungen von Unsicherheiten über die protektionistische US-Wirtschaftspolitik, von Plänen einer gewaltigen Schuldenaufnahme in Deutschland und womöglich der gesamten EU (Aufrüstung) und einer starken Abwertung des US-Dollars. Innerhalb einer Woche legte der Euro gegenüber dem US-Dollar um mehr als 4 Prozent zu. Und dies wirkte sich belastend für den Euro-Goldpreis aus.

Was geschah vergangene Woche am US-Terminmarkt? Gibt es nach wie vor große physische Goldbewegungen aus Europa und der ganzen Welt in die Vereinigten Staaten? Zunächst betrachten wir die aktuellen COT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 4. März 2025.

CoT-Daten

Hier sank die Netto-Short-Position der „Commercials“ in der vierten Woche in Folge – zuletzt um 5,9 Prozent auf 271.115 Kontrakte. Auf der Gegenseite verringerte sich die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 7 Prozent auf 243.261 Kontrakte.

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Währenddessen kam der Open Interest nun fünf Wochen in Folge zurück. Gegenüber der Vorwoche verzeichnete die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX einen Rückgang um 4,5 Prozent auf 489.270 Kontrakte. Und bis zum Handelsschluss am Freitag stieg der Open Interest dann um 2,4 Prozent auf 501.160 Kontrakte. Im Vorwochenvergleich (Freitag bis Freitag) ging es um 2 Prozent nach oben.

Gold-Optionen

Im Gold-Optionshandel ist der Open Interest gegenüber der Vorwoche um 2,4 Prozent angestiegen. Dabei sank die Put/Call-Ratio auf 0,621 (Vorwoche: 0,639). Das bedeutet, dass auf 100 Put-Optionen zuletzt 161 Call-Optionen entfielen, gegenüber 156 in der Vorwoche.  

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Goldpreis in US-Dollar, US-Futures (April-Kontrakt), elektronischer Handel, Wochenchart: Kursanstieg von 2,3 Prozent, aber starke Kursschwankungen im Wochenverlauf (Quelle: CME Group).

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis machte im US-Futures-Handel gleich zum Wochenstart Boden gut und hielt sich unter teils deutlichen Schwankungen über den Marke von 2.900 US-Dollar. Der Wochenschlusskurs (April-Kontrakt) lag bei 2.914,10 US-Dollar, was 2.690,02 Euro entsprach. Damit verteuerte sich Gold zwar auf Dollar-Basis um 2,3 Prozent. Allerdings sank der Euro-Goldpreis im Vorwochenvergleich um 2 Prozent.

COMEX-Gold-Lager mit geringerem Zuwachs

Werfen wir einen Blick auf die Goldlagerbestände an der COMEX. Hier kam es in den letzten Wochen zu einem ungewöhnlich starken Anstieg des Inventars. Und auch vergangene Woche kam weiteres Gold hinzu, allerdings nicht mehr in solch hohem Volumen.

Denn die CME Group meldet per 6. März 2025 Gesamtbestände von 39,76 Millionen Unzen. Damit kamen 500.000 Unzen hinzu (Vorwoche: +670.000; vor zwei Wochen: +1,15 Mio. Unzen). Dabei sanken die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 260.000 Unzen (Vorwoche: -330.000 Unzen) auf 20,01 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet). Dieses Gold gehört Händlern, nicht etwa den Bullionbanken. Das heißt, es kann jederzeit abgezogen werden, was auch drei Wochen in Folge geschah.

Hohe Golddeckung nur leicht gesunken

Bei einem Open Interest von 501.160 Kontrakten handelten Futures-Trader Ende der vergangenen Handelswoche insgesamt 50.116.000 Unzen Gold in Form von Standard-Futures (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war am Freitag immer noch zu erstaunlichen 79 Prozent durch entsprechende Lagerbestände gedeckt, nach 80 Prozent in der Vorwoche.

In den vergangenen Jahren war die physische Deckung der US-Gold-Futures-Handels deutlich geringer – teilweise nur 30 Prozent. Vom Börsenbetreiber wird diese Unterdeckung damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt wird. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Der Anteil kann ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung entnommen werden.

Lieferanträge

So meldet die Börsenaufsicht CFTC für den aktuellen Kontraktmonat nun 13.571 „Delivery Notices“, also Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen in einer Woche 3.196 hinzu. Das heißt, es stehen nun 42 Tonnen Gold (1,35 Millionen Unzen) zur Auslieferung Ende März an. Im vergangenen Monat war mit 76.567 „Delivery Notices“ (entspricht 238 Tonnen) ein neuer Rekord aufgestellt worden.

Gold-Aufschläge in China

Auch von China gehen weiterhin Goldpreis-Impulse aus. Denn am Donnerstagnachmittag um 14:30 Uhr (8:30 Uhr MEZ Berlin; 3:30 Uhr New York) notierte Gold an der Shanghai Gold Exchange mit 680,50 Yuan pro Gramm. Zu diesem Zeitpunkt lag der Goldpreis in Shanghai bei umgerechnet 95,24 US-Dollar bzw. 2.962 US-Dollar pro Unze.

Gleichzeitig kostete die Feinunze Gold am europäischen Spotmarkt (FOREX) 2.906 US-Dollar. Das bedeutet, dass Gold in China in der zwölften Woche in Folge über dem internationalen Goldpreis gehandelt wurde. Gemäß unserer Berechnung waren es noch 56 US-Dollar, nach 51 US-Dollar in der Vorwoche. Damit lag der Kurs 1,9 Prozent über dem europäischen Goldpreis. In den 2024er Hochphasen sahen wir beim Goldpreis in Shanghai allerdings Aufschläge von bis zu 90 US-Dollar auf die westlichen Kurse.

Goldpreis-Ausblick

Nach dem starken Goldpreisanstieg bis Mitte Februar zeigt sich nun eine schwächere, volatilere Phase bei Gold. Gleichzeitig scheint der „Zoll-Ängste-Effekt“ auszulaufen, zu sehen an dem nachlassenden Anstieg der COMEX-Bestände. Diese befinden sich allerdings weiter auf vergleichsweise hohem Niveau. Allerdings scheinen auch die Anträge auf physische Goldlieferungen am US-Terminmarkt zurückzulaufen. Gleichzeitig sind die Goldpreis-Aufschläge in China auf mittlerem Niveau konstant geblieben. Das heißt, insgesamt haben sich die Goldpreis-Katalysatoren, die zu Jahresbeginn die starke Kursentwicklung entscheidend mitbestimmt haben, etwas abgeschwächt.

Darüberhinaus sind die Anleiherenditen in der Eurozone mit den Schuldenplänen deutlich angestiegen. Das wirkt sich mit der Euro-Aufwertung dämpfend auf den Euro-Goldpreis aus. 

Hinzu kommt, dass der März an den Finanzmärkten oft saisonale Schwächen aufweist. Dies kann auch mit Steuerterminen in den USA zusammenhängen. Denn in den USA gilt der 15. April als üblicher Stichtag für die Einkommensteuererklärung (Tax Day). Dieser Steuerstichtag beeinflusst das Anlegerverhalten in den USA deutlich. Viele Steuerzahler müssen Geld für Nachzahlungen zurücklegen, was dazu führt, dass sie im ersten Quartal weniger investieren oder ausgeben. Vor allem Anleger, die Kapitalgewinne aus Aktien versteuern müssen, könnten nun Wertpapiere verkaufen, um ihre Steuerverpflichtungen zu erfüllen.

Goldpreis in Euro unter Druck, auch die Preise im Handel

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Jetzt Gold kaufen? Innerhalb einer Woche hat der Euro vier Prozent gegenüber dem US-Dollar aufgewertet. Das macht sich auch bei den Edelmetall-Preisen im Handel bemerkbar.

Euro-Goldpreis gibt weiter nach

Am europäischen Spotmarkt kostete die Feinunze Gold am Freitagnachmittag um 13:00 Uhr 2.919 US-Dollar pro Unze, was 2.691 Euro entsprach. Da der Euro gegenüber dem US-Dollar zuletzt stark aufwertete, ergeben sich für beide Goldnotierungen im Vorwochenvergleich signifikant unterschiedliche Kursbewegungen. Während Gold auf Dollar-Basis 2 Prozent stieg, sank der Euro-Goldpreis um 2,2 Prozent.

Gold, Gold kaufen, Gold verkaufen, Goldmünzen, Edelmetall, Handel (Bild: Goldrpeorter)
Ältere Jahrgänge gängiger Goldanlagemünzen weiter mit Abschlägen gegenüber prägefrischer Ware verkauft, allerdings ist der Preisvorteil zuletzt deutlich gesunken.

Parallel stieg der Silberpreis in US-Dollar um 4,2 Prozent, während Silber auf Euro-Basis gegenüber unserer Erhebung am vergangenen Freitag praktisch unverändert blieb. Die Kurse: 32,49 US-Dollar bzw. 29,93 Euro.

Gold kaufen

Jetzt Gold kaufen oder verkaufen? Wir werfen einen Blick auf die Ergebnisse unserer aktuellen Datenauswertung bei sechs deutschen Anbietern. Wer am Freitagvormittag in Form von prägefrischen Krügerrand-Münzen Gold kaufen wollte (aktueller Jahrgang), zahlte gemäß unserer Zahlen durchschnittlich 2.787 Euro – und damit 64 Euro weniger als vor einer Woche.

Dabei erhöhte sich das von uns ermittelte Aufgeld für Krügerrand-Neuware nur marginal auf 3,59 Prozent (Vorwoche: 3,57 Prozent). Allerdings sind die Abschläge für ältere Jahrgänge deutlicher gesunken. Der Durchschnitt in unserer Analyse lag bei 37 Euro (Vorwoche: 57 Euro).

Währenddessen blieb das durchschnittliche Aufgeld für 100-Gramm-Goldbarren unverändert bei 1,72 Prozent. Ein Exemplar kostete in unserer Datenerfassung im Mittel 8.801 Euro. Damit waren es 204 Euro weniger als vor einer Woche.

Silber kaufen

Wie entwickelten sich die Preise für die von uns beobachteten Silber-Produkte? Eine Unze Maple Leaf des aktuellen Jahrgangs kostete am Freitag durchschnittlich 40,68 Euro. Das Aufgeld für Silber-Maples lag damit bei 35,90 Prozent (Vorwoche: 35,79 Prozent). Auch bei 1-Kilogramm-Silberbarren nahm der von uns berechnete Aufschlag nur minimal zu auf 27,72 Prozent. Silbermünzen älterer Jahrgänge bekommt man weiterhin deutlich günstiger als prägefrische Stücke. Hier kann man etwa 4 Euro pro Unze sparen.

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Silber und Gold kaufen

Hinweis: Mit den von uns erhobenen Daten beobachten wir die allgemeine Marktpreis-Entwicklung und sondieren Hinweise auf die Veränderung von Angebot und Nachfrage im deutschen Edelmetall-Handel. Allerdings können die Preisangaben bei einzelnen Händlern deutlich variieren. Unsere wöchentlichen Durchschnittspreise erheben wir bereits seit dem Jahr 2010.

Wer Silber oder Gold kaufen möchte, sollte beachten: Kleinere Veränderungen beim Aufgeld sind nicht als Beurteilungsgrundlage für kurzfristige Kaufentscheidungen gedacht, da Silber- und Goldpreis ohnehin ständigen Schwankungen unterworfen sind. Aber das von uns berechnete durchschnittliche Aufgeld gibt einen Anhaltspunkt über das Preisniveau bei verschiedenen Anbietern.

Goldreserven: So viel Gold kaufte China im Februar!

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Die chinesische Zentralbank meldet im vierten Monat in Folge einen Anstieg ihrer Goldreserven. Im Februar kamen weitere fünf Tonnen Gold hinzu.

China kauft erneut Gold

Die chinesische Zentralbank hat den dritten Monat in Folge wieder Gold gekauft. Denn die offiziellen Goldreserven des Landes stiegen im vergangenen Monat auf 73,61 Millionen Unzen an. Das geht aus dem aktuellen Bericht der State Administration of Foreign Exchange (SAFE) hervor, der am heutigen Freitag veröffentlicht wurde.

Gold, China, Goldreserven (Bild: Goldreporter)
China hat seit November 2024 offiziell rund 25 Tonnen Gold zugekauft, davor erfolgte sechs Monate lang keine Änderungsmeldung.

Damit stieg die gemeldete Goldmenge gegenüber dem Vormonat noch einmal um 160.000 Unzen. Dieses Gewicht entspricht 4,97 Tonnen. Die gesamten Bestände der People’s Bank of China (PBOC) belaufen sich nun auf umgerechnet 2.289,53 Tonnen.

Chinesische Goldreserven

In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Phasen, in denen die chinesische Zentralbank über Monate und Jahre hinweg keine Bestandmeldungen ihrer Gold-Bestände bekanntgab. Aber darauf folgten oft Zeiträume, in denen regelmäßig monatliche Aufstockungen gemeldet wurden. Das sehen wir jetzt wieder seit vier Monaten.

Denn die PBOC hatte zwischen November 2022 und April 2024 umgerechnet rund 316 Tonnen Gold zugekauft. Dagegen erfolgten im Zeitraum bis Oktober 2024 sechs Monate lang keine Bestandsanpassungen.

Gold der PBOC

Hier eine Übersicht über die Entwicklung der chinesischen Goldreserven innerhalb der vergangenen zwei Jahre (Quelle: SAFE):

  • November 2022: +32,03 t (1.030.000 Unzen)
  • Dezember 2022: +30,17 t (970.000 Unzen)
  • Januar 2023: +14,93 t (480.000 Unzen)
  • Februar 2023: +24,88 t (800.000 Unzen)
  • März 2023: +18,04 t (580.000 Unzen)
  • April 2023: +8,08 t (260.000 Unzen)
  • Mai 2023: +16,86 t (510.000 Unzen)
  • Juni 2023: +21,15 t (680.000 Unzen)
  • Juli 2023: +23,02 t (740.000 Unzen)
  • August 2023: +28,93 t (930.000 Unzen)
  • September 2023: 26,13 t (840.000 Unzen)
  • Oktober 2023: 23,02 t (740.000 Unzen)
  • November 2023: 11,82 t (380.000 Unzen)
  • Dezember 2023: 9,02 t (290.000 Unzen)
  • Januar 2024: 9,95 t (320.000 Unzen)
  • Februar 2024: 12,13 t (390.000 Unzen)
  • März 2024: 4,97 t (160.000 Unzen)
  • April 2024: 1,87 t (60.000 Unzen)
  • November 2024: 4,97 t (160.000 Unzen)
  • Dezember 2024: 10,26 t (330.000 Unzen)
  • Januar 2025: 4,97 t (160.000 Unzen)
  • Februar 2025: 4,97 t (160.000 Unzen)

Summe: +341,20 Tonnen (10.970.000 Unzen)

Währungsreserven und Goldanteil

Währenddessen stieg auch der Wert der gesamten chinesischen Währungsreserven gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent oder 20,56 Milliarden US-Dollar auf 3.498,56 Milliarden US-Dollar.

Dabei wurde der Wert der Goldreserven per Ende Januar nun mit 208,64 Milliarden US-Dollar angegeben. Das sind 2,11 Milliarden US-Dollar mehr (+1 Prozent) als im Vormonat und gleichzeitig ein neuer Rekordwert.

Der Gold-Anteil an den Gesamtreserven beträgt jetzt 6 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 4,3 Prozent.

Dollar-Reserven steigen leicht

Unterdessen ist der Wert der von China gehaltenen US-Staatspapiere im vergangenen Dezember auf 759 Milliarden US-Dollar gesunken – gegenüber Vormonat um 9,6 Milliarden US-Dollar oder 1,3 Prozent. Das geht aus dem jüngsten Report des US-Finanzministeriums hervor.

Dagegen waren es ein Jahr zuvor noch 816,3 Milliarden US-Dollar – während China vor fünf Jahren noch US-Staatspapiere im Wert von 1,1 Billionen US-Dollar hielt.

Das heißt, China trennte sich in den vergangenen Jahren sukzessive von Dollar-Reserven und kaufte stattdessen Gold. Aber die Abnahme oder Zunahme der Dollar-Reserven steht auch im Zusammenhang mit Kapitalflüssen nach oder aus China.

Gold geht tonnenweise in die USA – auch aus Australien!

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Weltweit strömte zuletzt Gold in großen Mengen in die USA – im Januar erreichte auch Australiens Export ein Rekordniveau von 5,27 Milliarden Dollar.

Gold in die USA

Die USA haben in den vergangenen Wochen enorme Mengen an physischem Gold ins Land geholt. Das verdeutlichten Zahlen vom Londoner Goldmarkt und auch die Schweizer Außenhandelsstatistik wies hohe Goldexporte in die Vereinigten Staaten aus. Die Angst vor US-Importzöllen auf Edelmetall und Arbitragegeschäfte wurden als Gründe für die enorme amerikanische Goldnachfrage genannt. Und nun kommen entsprechende Lieferzahlen auch aus Australien. Denn Anfang 2025 erreichten deren nicht-monetäre Goldexporte in die USA ein Rekordhoch.

Gold, Goldexporte, Australien, USA (Bild: Goldreporter)
Im Januar lieferte Australien Gold im Wert von rund 5,3 Milliarden AUD in die USA. Unseren Berechnungen zufolge wären das rund 37 Tonnen gewesen, wenn es sich um Feingold handelte.

Mining.com.au berichtet aus dem jährlichen Handelsbericht des australischen Statistikamtes. Demnach stieg der Gesamtwert dieser Exporte im Januar auf 5,27 Milliarden Australische Dollar (AUD). Das waren zu diesem Zeitpunkt umgerechnet 3,2 Milliarden US-Dollar. Damit entspräche der Wert etwa 37 Tonnen Gold, wenn man von Feingold-Lieferungen ausgeht – basierend auf einem durchschnittlichen Goldpreis von 2.710 US-Dollar pro Unze im Januar (London P.M.).

Dramatischer Anstieg der Goldlieferungen

Bereits im Dezember 2024 hätten die Goldlieferungen in die USA sprunghaft auf 1,17 Milliarden AUD zugenommen. Doch im Januar 2025 ist der Wert noch drastischer gestiegen. Denn mit 4,62 Milliarden AUD entfielen 87 Prozent des gesamten Exportwerts im Januar allein auf die USA. Dies entsprach mehr als dem Doppelten der gesamten Goldlieferungen Australiens in die USA im Kalenderjahr 2024.

Die US-Nachfrage nach nicht-monetärem australischem Gold für Investitionen, Schmuck und industrielle Zwecke hätte in den Jahren 2023 und 2024 zwischen 31 Millionen und 337 Millionen AUD pro Monat geschwankt. Doch in den letzten beiden Monaten kam dann der drastische Anstieg.

EZB senkt Leitzinsen um 25 Basispunkte

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Die EZB hat am heutigen Donnerstag die Leitzinsen wie erwartet um 25 Basispunkte gesenkt. Es handelt sich um die sechste Senkung seit Juni 2024. Der Einlagenzins liegt nun bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 Prozent. Für 2025 erwartet die EZB eine Inflation von 2,3 Prozent, für 2026 von 1,9 Prozent und für 2027 von 2,0 Prozent. Die Kerninflation nähert sich dem 2-Prozent-Ziel. Zwar bleibt die inländische Inflation hoch, doch das Lohnwachstum schwächt sich ab. Die EZB erwartet 2025 ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent und 2026 von 1,2 Prozent. Schwache Exporte und Investitionen belasteten die Konjunktur. Mehr

Größter-Gold-ETF: Kapitalabzug nach Rekordzuflüssen

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Nach dem Rekordzufluss in der Vorwoche verzeichnete der SPDR Gold Shares (GLD) nun erneut Bestands- sowie Kapitalabgänge.

Silber- und Goldpreis

Am gestrigen Mittwoch ging der Goldpreis mit 2.926 US-Dollar pro Unze aus dem US-Gold-Futures-Handel (April-Kontrakt), was 2.710 Euro entsprach. Damit verbilligte sich Gold gegenüber Vorwoche um 0,1 Prozent (in USD) bzw. 3 Prozent (in EUR).

Parallel stieg der Dollar-Silberpreis im Vorwochenvergleich um 1,7 Prozent auf 33,13 US-Dollar, während Silber in Euro um 1,2 Prozent sank. In den Kursbewegungen wird auch der jüngste, massive Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich.

Gold, Gold_ETF, Goldbarren
Vor einer Woche flossen dem SPDR Gold Shares noch 2,8 Milliarden US-Dollar zu, und die Bestände stiegen um fast 29 Tonnen. Nun ist das Inventar wieder um 6 Tonnen gesunken. 

Größter Gold-ETF

Währenddessen verzeichnete der größte Gold-ETF nach dem starken Nachfrageschub der Vorwoche nun wieder deutliche Kapitalabflüsse. Denn der Betreiber des SPDR Gold Shares (US-Börsenkürzel: GLD) meldet per 5. März 2025 physische Bestände von 900,36 Tonnen. Damit wurden innerhalb einer Woche 6,6 Tonnen Gold ausgebucht.

Begleitet wurde der jüngste Lagermengenrückgang von einem Netto-Kapitalzufluss in Höhe von 473 Millionen US-Dollar. Hinweis: Pro ausgegebenem Anteilsschein muss der Betreiber dieses ETFs eine Zehntel Unze Gold physisch einlagern. Bei der Meldung von Kapitalflüssen und Fondsbeständen gibt es in der Regel eine zeitliche Verzögerung. Auf dem Goldmarkt besteht üblicherweise eine Zwei-Tages-Frist, in der physische Bestände nach einem Vertragsabschluss geliefert werden.

Größter Silber-ETF

Währenddessen meldet auch der größte Silber-ETF, der iShares Silver Trust (SLV), eine Bestandsabnahme in den vergangenen fünf Handelstage. Denn zuletzt summierte sich das Silber-Inventar des größten Silber-ETFs auf 13.562,56 Tonnen. Damit sind es 95,95 Tonnen weniger als vor einer Woche.

In diesem Zeitraum gab es laut Angaben des Emittenten einen Nettokapitalabfluss von 76 Millionen US-Dollar. Pro ausgegebenem Anteilsschein ist dieser ETF offiziell mit einer Unze Silber pro ausgegebenem Anteilsschein physisch gedeckt.

Gold, Gold-ETF, GLD, SLV, Silber, Silber-ETF

Edelmetall-ETFs und Goldpreis

Frühere Bullenmärkte bei Silber- und Goldpreis waren regelmäßig von deutlich steigenden Beständen in den entsprechenden Edelmetall-ETFs begleitet.

Generell gelten die Fondsbestände als Nachläufer, die einem steigenden Silber- und Goldpreis mit wachsendem Inventar folgen. Dann nämlich, wenn sich vor allem institutionelle Investoren über dieses Instrument („Papiergold“) auf dem Edelmetallmarkt positionieren. In den vergangenen Jahren stieg die Beliebtheit dieser ETFs bei jungen US-Anlegern, die sie zunehmend über Discount-Broker erwerben.

Goldreserven: Diese Länder haben gerade Gold zugekauft

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Zahlreiche Länder haben ihre Goldreserven weiter aufgestockt. Neben China und Indien traten auch Polen und Kambodscha als Käufer auf.

Weltweite Goldreserven

Der World Gold Council (WGC) hat neue Angaben zu den weltweiten Goldreserven veröffentlicht. Die Rangliste der größten nationalen Goldhalter zeigt in den überwiegenden Fällen die offiziellen Goldbestände der jeweiligen Länder per Ende Januar 2025. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass erneut zahlreiche Zentralbanken Gold zugekauft haben. Aber es gab auch Verkäufer.

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Zu den jüngsten nationalen Goldkäufern gehörten bereits bekannte Adressen. Es gab aber auch Verkäufer, wie etwa Kirgisien (-1,9 t) oder Jordanien (-2,9 t).

China und Indien

Zunächst einmal sind in den Zahlen die jüngsten Goldkäufe Chinas enthalten. Denn der WGC gibt die aktuellen Bestände des Landes mit 2.284,5 Tonnen an. Das sind 4,9 Tonnen mehr als ein Monat zuvor.

Goldreserven
WGC-Liste der weltweiten Goldreserven

Mit Indien hat eine weitere bekannte Adresse auf dem Goldmarkt zugeschlagen. Denn deren Goldreserven stiegen um 2,8 Tonnen auf 879 Tonnen. Parallel stiegen die türkischen Goldbestände um 4,9 Tonnen auf 619,9 Tonnen. Dabei handelt es sich um die rein staatlichen Reserven. Die Gesamtreserven der Türkei hatte die Zentralbank zuletzt mit umgerechnet 765,05 Tonnen beziffert. Darin enthalten ist auch Gold, das von Geschäftsbanken hinterlegt wurde.

Polen kaufte weitere 3,1 Tonnen hinzu und besitzt nun offiziell 451,3 Tonnen staatliches Gold. Und zu den Käufern gehörte erneut auch Usbekistan, deren Inventar um 8,1 Tonnen anstieg. Nachbar Kasachstan erwarb 3,8 Tonnen und wird nun mit 287,9 Tonnen in der Liste geführt. Kambodscha hat 4 Tonnen erworben und besitzt nun 46,5 Tonnen.

Weitere Gold-Bestandsmeldungen

Darüber hinaus gab es eine Reihe zusätzlicher staatlicher Aktivitäten auf dem Goldmarkt. Hier weitere Veränderungen gegenüber der WGC-Liste des Vormonats:

  • Tschechien. +1,7 t
  • Katar: +1,2 t
  • Ägypten: +0,5 t
  • Serbien: +0,3 t
  • Bolivien: +0,1 t
  • Ghana: +0,1 t
  • Mongolei: +0,1 t
  • Kirgisien: -1,9 t
  • Jordanien: -2,9 t

Gesamte Goldreserven

Währenddessen werden die gesamten weltweiten Goldbestände vom World Gold Council nun mit 36.197,3 angegeben. Das sind 16,1 Tonnen weniger als in der Meldung des Vormonats.

Zu beachten gilt: Einige Länder machen keine regelmäßigen Angaben zu ihrem nationalen Goldbesitz. Dazu gehören unter anderem Staaten wie Iran, Israel und Nordkorea. Grundsätzlich generiert der WGC die Zahlen aus den offiziellen Meldungen der Zentralbanken sowie aus den Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Goldpreis: Rebound gelungen – was kommt jetzt?

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Nach dem Rücksetzer der Vorwoche sehen wir einen Rebound beim Goldpreis. Allerdings war Gold auf Euro-Basis bis zuletzt unter Druck.

Goldpreis-Entwicklung

Am gestrigen Dienstag schloss der Goldpreis im US-Futures-Handel mit 2.920 US-Dollar pro Unze (April-Kontrakt). Das entsprach 2.749 Euro. Damit verteuerte sich das Edelmetall im Vorwochenvergleich minimal um 2 US-Dollar bzw. 5 Euro. Zwischenzeitlich waren die Notierungen deutlicher zurückgekommen. Die Rekordhochs liegen nach wie vor bei 2.963,20 US-Dollar (24.02.25) und 2.848,65 Euro (10.02.25). Wir skizzieren die aktuellen charttechnischen Rahmenbedingungen.

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Goldpreis in US-Dollar, 6 Monate, Tagesschlusskurse, Basis: US-Futures (April-Kontrakt), per 4. März 2025.

Charttechnik

Im Zuge der jüngsten Kursschwäche kam der Goldpreis am vergangenen Freitag bis auf 2.848 US-Dollar zurück. Der kräftige Rebound erfolgte dann oberhalb der Unterstützung von 2.850 US-Dollar. Dabei wurde schnell die Schwelle von 2.900 US-Dollar zurückerobert, die nun als wichtigster kurzfristiger Support dient.

Dagegen liegt auf der Oberseite die nächste Hürde bei 2.930 US-Dollar, bis schließlich das genannte Rekordhoch wieder in Reichweite ist.

Sentiment

Mit dem Rücksetzer in der vergangenen Woche hat sich die Marktstimmung vorübergehend entspannt. Denn mit einem RSI (Relative-Stärke-Index) von 56 befindet sich das Sentiment aus der Sicht von 14 Tagen nicht mehr im „überkauften“ Bereich. Denn das ist definitionsgemäß bei Werten oberhalb von 70 der Fall.

Derweil beträgt der Abstand zur 200-Tage-Linie nun 12 Prozent, und der aktuelle Kurs befindet sich 4,6 Prozent über dem 50-Tage-Schnitt. In beiden Fällen signalisiert das ein anhaltend positives Goldpreis-Momentum.

Goldpreis in Euro

Durch die Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar kam der Euro-Goldpreis noch nicht in gleichem Maße voran. Denn hier befindet sich der Goldchart noch in einem kurzfristigen Abwärtstrend, ausgehend vom Februar-Hoch. Dabei befinden sich nun die bedeutendsten Unterstützungen bei 2.740 Euro und 2.700 Euro. Für die Realisierung einer Trendumkehr muss der Widerstand von 2.760 Euro durchbrochen werden. Währenddessen ist der Abstand zur 50-Tage-Linie bereits auf 2,4 Prozent geschrumpft.

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Goldpreis in Euro, 6 Monate, Tagesschlusskurse, Basis: US-Futures (April-Kontrakt), per 4. März 2025.

Goldpreis-Ausblick

Im Rahmen des starken, bereits seit Ende 2024 beschleunigten Aufwärtstrends war der jüngste Kursrücksetzer keine ungewöhnliche Erscheinung. Wie in den vergangenen Monaten fanden sich bei günstigeren Kursen wieder schnell genügend Käufer, um den Kurs wieder zu stabilisieren.

Nach wie vor haben wir in der seit Ende 2022 laufenden Goldpreis-Rally noch keine übertriebene spekulative Überhitzung gesehen – etwa in Form einer sogenannten Fahnenstange. Denn auf eine solche Formation folgt oft eine stärkere Kurskorrektur. Somit spricht vorläufig nichts gegen eine Wiederaufnahme der ausgedehnten Kursrally.

Hinweis Goldpreis-Chartanalyse

Die obige Darstellung ist eine rein spekulative Betrachtung im Hinblick auf die Geldanlage in Gold. Wie immer gilt der Hinweis: Die auf Goldreporter.de bereitgestellten Informationen stellen weder eine Anlageberatung noch eine Anlagevermittlung dar.