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Montag, 19. Juli 2010 - 16:00 Uhr

Euro-Frust auch bei Gaunern? Weniger gefälschte Banknoten!

Im ersten Halbjahr 2010 hat die Europäische Zentralbank 13,4 Prozent weniger Euro-Blüten aus dem Verkehr gezogen.

Die Europäische Gemeinschaftswährung ist in den vergangenen Monaten kräftig unter Druck geraten. Die Verschuldungskrise hat viele Investoren aus dem Euro getrieben. Aus den aktuellen Zahlen der Europäischen Zentralbank geht hervor, dass der Euro auch bei Fälschern an Attraktivität verloren hat.

In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden 387.000 gefälschte Euro-Scheine aus dem Verkehr gezogen. Damit waren es 13,4 Prozent weniger, als im zweiten Halbjahr 2009 und 6,3 Prozent weniger als im ersten Halbjahr vergangenen Jahres.

Am häufigsten behielt man 50-Euro-Scheine (42,5% der Gesamtmenge) und 20-Euro-Noten (41,5%) ein. Auf Platz drei folgt der 100-Euro-Schein mit einem Anteil von 12 Prozent. Die weiteren Nominale: € 200 (1,5%), € 10 (1,5%), € 500 (0,5%) und € 5 (0,5%).

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Montag, 19. Juli 2010 - 12:27 Uhr

Staat in Malaysia führt reine Edelmetall-Währung ein

Im Teilstaat Kelantan im Norden von Malaysia wird im August ein neues edelmetallgedecktes Geldsystem eingeführt. Gold Dinar und Silber Dirham gelten dann als offizielles Zahlungsmittel. Die Verantwortlichen erwarten in den kommenden Jahren ein höchstes Maß an Geldwertstabilität.

Geplant war die Einführung bereits für das Jahr 2003, nun soll das Papiergeld im Staat Kelantan im Norden von Malaysia endgültig durch das Dinar-System ersetzt werden. Die Provinz hat die Genehmigung der islamischen Regierung in Malaysia erhalten, Gold Dinar und Silber Dirham am 12. August 2010 in drei Schritten als offizielles Zahlungsmittel einzuführen.

Zunächst wird der malaysische Teilstaat 25 Prozent der Gehälter seiner Staats-Bediensteten in Dinar und Dirham auszahlen. Im zweiten Schritt sind alle Firmen angehalten, das neue Zahlungsmittel zu akzeptieren. Und am Ende sollen alle 600 gewerblichen Unternehmen in Kelantan die neue Bimetallwährung verwenden.

Die ursprüngliche Initiative für die Edelmetallwährung ging nach der Asienkrise 1997 vom einstigen Premierminister Malaysias, Mahathir Mohamad, aus. Er versprach sich durch den inneren Wert der Gold- und Silberwährung eine höhere Widerstandskraft des Geldes gegenüber Marktfluktuationen und Entwertung.

Im Rahmen der aktuellen Finanzkrise haben sich Befürworter der unabhängigen Bimetallwährung nun des Vermächtnisses Mohamads erinnert, dessen Initiative von seinem Nachfolger Abdullah Badawi nach 2003 zunächst auf Eis gelegt worden war.

Der Gold Dinar wird seit einigen Jahren bereits in moderaten Stückzahlen in Indonesien von der Münzprägeanstalt Wakala Induk Nusantara (WIN) geprägt. Er wurde hauptsächlich von Goldanlegern und Sammlern erworben. In Indonesien zirkulieren bereits rund 50.000 Dinar- und Dirham-Münzen. Beide haben eine lange Geschichte in der arabischen Welt. Der Name Dinar ist von der römischen Münze Denarius abgeleitet.

WIN ist stolz darauf, dass Dinar und Dirham nun in Kelantan wieder als offizielles Zahlungsmittel eingeführt werden. Der Firmenchef der Prägeanstalt, Pak Zaim Saidi, sagt dem Geld eine große Zukunft voraus. Er verweist auf die große Wertstabilität des Goldes, die sich nun auch in der Dinar-Währung widerspiegle.

“Im alten Medina kostete ein Huhn vor 1400 Jahren 1 Dirham und auch heute kostet ein Huhn 1 Dirham, wenn man den Preis in Indonesien in dieser Währung misst”, so Zaim Saidi.

Die Daten der Geldmünzen im Dinar-System:

1 Dinar (Gold)
Reinheit: 917/1000 (22 Karat)
Durchmesser: 23 mm
Gewicht: 4,25 Gramm

Weitere Nominale: 2 Dinar, ½ Dinar

1 Dirham (Silber)
Reinheit: 999,5/1000
Durchmesser: 25 mm
Gewicht: 2,975 Gramm

Weitere Nominale: 5 Dirham, 2 Dirham, ½ Dirham, 1/6 Dirham (genannt Daniq)



Der Daniq gilt als die wichtigste Münze des Systems, da er aufgrund seines Wertes am besten zum Erwerb von Gütern des täglichen Bedarfs geeignet ist. Edelmetallwert derzeit: umgerechnet 2,28 Euro.

Die Münzen werden mit einem Abschlag von 4 Prozent gegen Papiergeld eingetauscht. Darin spiegeln sich nicht nur die Herstellungskosten wider. Man will den generellen Umtausch der Münzen in Papierwährung unattraktiv halten.

Der Regierungsbezirk Kelantan hat 1,6 Millionen Einwohner. In der Hauptstadt Kota Bharu leben rund 577.000 Menschen.

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Bilder: Wakala Induk Nusantara

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Sonntag, 18. Juli 2010 - 11:56 Uhr

Inflation oder Dekadenz: Dollar-Scheine als Geschenkpapier (Video)

Die USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Und jene, die Geld im Überfluss haben, lassen sich ihren Reichtum auch noch standesgemäß verpacken.

Maus & Hoffman in Palm Beach, Florida, ist eine der besten Adressen für Luxus-Bekleidung in den Vereinigten Staaten. Das Modehaus lockt seine Kunden derzeit mit meinem besonderen Marketing-Gag. Auf Wunsch wird die gekaufte Ware in einem original Druckbogen aus US-Dollar-Scheinen verpackt.

Das Unternehmen erhält die Dollar-Bögen direkt aus der US-Bundesdruckerei in Washington. Die amerikanische Notenbank hat Maus & Hoffmann die Genehmigung erteilt, Dollar-Scheine als Geschenkpapier zu verwenden.

So verlassen in der Hochsaison pro Woche bis zu 400 bei Maus & Hoffman gekaufte Artikel, eingewickelt in echten Dollar-Noten den Laden.

Und als besonderer Ausdruck des Wohlstandes, werfen einige Kunden die Dollar-Verpackung nach dem Auspacken einfach in den Müll.



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Samstag, 17. Juli 2010 - 09:17 Uhr

Araber in sommerlicher Goldkauflaune

Die Goldumsätze in der Golfregion sind in den Sommermonaten deutlich gestiegen. Arabische Investoren würden sogar mehr in Gold investieren, können das aber nur begrenzt.

Wie arabische Nachrichtenseiten berichten, sind die Goldumsätze in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Juni substanziell gestiegen. In den Scheichtümern wird die Urlaubszeit gerne zum Schmuck- und Golderwerb genutzt.

„Im Juni und Juli begeben sich viele Menschen auf Reisen und kaufen Gold zum Verschenken. In diesem Jahr hatten die Kunden mehr Geld ausgegeben als vergangenes Jahr“, sagt Tushar Patni, Leiter des größten Juwelierladens in Abu Dhabi gegenüber Arab News. Der leicht gesunkene Goldpreis habe viele Kunden dazu veranlasst, noch ein wenig mehr zu kaufen.

Die größte Goldnachfrage in der Golfregion besteht in Form von physischen Goldprodukten aus dem Einzelhandel. Der Investment-Markt steckt noch in den Kinderschuhen, weist dafür aber große Wachstumsraten auf.

Das Volumen an Gold Futures an der Dubai Gold & Commodities Exchange (DGCX) stiegt im Juni um 24 Prozent gegenüber dem Vormonat. „In den Golf-Staaten besteht seitens von Investoren grundsätzlich eine Nachfrage nach Gold. Es gibt allerdings nicht genügend Anlageprodukte. Diese Marktlücke muss noch geschlossen werden“, erklärt Pradeep Unni, Goldanalyst und Trader beim Investmenthaus Richcomm Global Services in Dubai.

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Foto: Imre Solt

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Freitag, 16. Juli 2010 - 17:59 Uhr

China stößt überraschend US-Staatsanleihen ab

Der Bestand an US-Staatsanleihen im Reserve-Portfolio der Chinesischen Zentralbank ist im Mai deutlich gefallen. Das Schreckgespenst steigender US-Zinsen macht die Runde.

Nach Angaben des US-Schatzamtes hat China im Mai seine Bestände an amerikanischen Staatsanleihen um 32,5 Milliarden Dollar oder 3,5 Prozent reduziert. Das chinesische Gesamtvolumen an US-Treasuries beträgt nun 867,7 Milliarden Dollar.

Die deutliche Abnahme von US-Schuldenposten im Fremdwährung-Portfolio der People’s Bank of China kam für Analysten überraschend. Nach Berichten der Finanzpresse hatten diese vor dem Hintergrund der Euro-Krise mit einer deutlichen Aufstockung der Dollar-Bestände berechnet. Erschwerend kommt hinzu, dass die Summe der gesamten chinesischen Währungsreserven im Mai um 5,8 Prozent auf einen Gegenwert von insgesamt 3,96 Billionen US-Dollar stieg.

Wie Yahoo Finance berichtet, nährte diese Meldung Befürchtungen, China baue US-Schuldtitel systematisch ab. Dies könnte die Kosten der US-Staatsfinanzierung erhöhen, da China der weltweit größte Abnehmer von US-Staatsanleihen ist, und die Anleihe-Renditen bei fallender Nachfrage deutlich steigen könnten.

Großbritannien investierte im Mai dagegen kräftig in den Greenback und stockte seine US-Treasury-Bestände um 9 Prozent auf.

Die größten US-Gläubiger im Mai 2010:
1. China: 867,7 Mrd. Dollar
2. Japan: 786,7 Mrd. Dollar
3. Großbritannien: 350 Mrd. Dollar

Die Entwicklung der Auslandsbestände amerikanischer Schuldpapiere wird von Investoren aufmerksam verfolgt. Denn der US-Staatsanleihen-Markt hat direkte Auswirkungen auf die generelle Zinsentwicklung in den USA.
Die offizielle amerikanische Neuverschuldung ist im vergangenen Jahr auf das neue Rekordhoch von 1,4 Billionen Dollar gestiegen. In diesem Jahr wird ein Staatsdefizit von 1,3 Billionen Dollar erwartet.

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Freitag, 16. Juli 2010 - 08:04 Uhr

Goldman Sachs rät Goldproduzenten zu Vorwärtsverkäufen

Die US-Großbank hebt ihre 12-Monatsprognose für den Goldpreis an, behauptet aber, der Kurs des Edelmetalls werde nach 2011 wieder sinken. Nebenbei gibt Goldman Sachs provokante Empfehlungen ab.

Goldman Sachs erwartet, dass der Goldpreis innerhalb der kommenden zwölf Monate auf 1.355 US-Dollar je Feinunze steigt. Das meldet der Nachrichtendienst Market Watch. Die amerikanische Großbank hebt damit ihr bisheriges Kursziel für den genannten Zeitraum um 1,5 Prozent an. Man gehe von einer andauernden Periode niedriger Zinsen und anhaltenden Schuldenproblemen europäischer Staaten aus.

Über das Jahr 2011 hinaus rechnet Goldman Sachs dagegen mit einem Goldpreisrückgang, sobald die amerikanische Notenbank auf eine restriktivere Geldpolitik umschwenke. Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Institut Goldproduzenten, ihre künftigen Golderträge jetzt bereits auf Termin zu verkaufen, also wieder verstärkt so genanntes Hedging zu betreiben.

Hintergrund: Die großen Goldproduzenten haben das Hedging ihrer Goldproduktion aufgrund höhere Goldpreiserwartungen in den letzten Jahren praktisch komplett eingestellt. Diese Verkäufe von noch nicht gefördertem Gold auf Termin, haben nach der letzten großen Goldhausse dazu beigetragen, dass der Goldpreis bis ins Jahr 2000 kontinuierlich gesunken ist Bergbauunternehmen haben ihren Gold-Output in den 90er-Jahren teilweise bis zu 15 Jahre im Voraus verkauft.

So gesehen, kann der Ratschlag von Goldman als Provokation gegenüber denjenigen gesehen werden, die seit Jahren davon ausgehen, dass der Goldpreis im großen Stil von einem Konglomerat, bestehend aus Bullion Banks, Notenbanken und großen Minengesellschaften, im Eigeninteresse manipuliert wird. Sollten die Minengesellschaften wieder verstärkt Hedging betreiben, dann ist zusätzlicher Druck auf den Goldpreis zu erwarten.

Link: Mehr zum Thema Hedging/De-Hedging.

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Foto: AngloGold Ashanti

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Donnerstag, 15. Juli 2010 - 11:59 Uhr

US-Bildungsfonds investiert über 500 Millionen Dollar in Gold

Der Stiftungsfonds der texanischen Hochschulen will das Anlagevermögen gegen Finanzmarkt-Turbulenzen schützen und legt drei Prozent des Portfolios in Edelmetall an. Kluge Entscheidung und dennoch macht er etwas grundlegend falsch.

Auch im Bildungssektor der Vereinigten Staaten spricht sich langsam herum, dass die Inflationsgefahren im Land steigen. Wie texanische Tageszeitungen berichten, hat die University of Texas Investment Management Co. (UTIMCO) Gold im Wert von mehr als 500 Millionen US-Dollar gekauft. Das entspricht aktuellem einer Menge von rund 12,85 Tonnen Gold.

Das Gold-Investment repräsentiert drei Prozent des gesamten Fonds-Vermögens der Gesellschaft. Dieses beläuft sich auf insgesamt 22,3 Milliarden Dollar.

Der Stiftungsfonds ist dazu bestimmt, jährlich 5,1 Prozent der Investmentgelder unter anderem an die University of Texas und die Texas A&M University auszuschütten. Dass ein solcher Fonds entsprechende Beträge in Rohstoffe investiert, wird von den amerikanischen Medien als ungewöhnlich angesehen.

“Wir haben drei Prozent unseres Portfolios in Gold investiert, um uns vor Inflation zu schützen, aber mehr noch wegen mangelndem Vertrauen in die Finanzmärkte”, so Bruce Zimmermann, CEO der UTIMCO.

Im Jahr 2009 hatte das Fondsvermögen aufgrund der Finanzkrise drei Milliarden Dollar an Wert eingebüßt.

Kommentar: Das Goldinvestment des Fonds ist zwar generell lobenswert. Unverständlich, besser unlogisch, ist jedoch die Art der Goldanlage. Laut Aussage Zimmermanns hat man den größten Teil der Goldkäufe über den Erwerb von Futures getätigt.

Die UTIMCO-Manager haben ganz offensichtlich nicht verstanden, dass nur der physische Besitz von Gold wirklichen Vermögensschutz bietet. Wenn das Finanzsystem kollabiert oder der Terminmarkt das Gold nicht liefern kann, sind die Gold-Futures der UTIMCO keinen Penny mehr wert. Fazit: Gute Idee, mangelhafte Umsetzung.

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Donnerstag, 15. Juli 2010 - 08:06 Uhr

Langfristige Gold-Optionsgeschäfte mit Zielpreis 2.000 Dollar explodieren

Immer mehr Händler am US-Terminmarkt rechnen bis Ende 2011 annähernd mit einer Goldpreis-Verdopplung.

Die Interessen am amerikanischen Warenterminmarkt COMEX sind vor allem auf die kurzfristige Preisentwicklung gerichtet. Denn der größte Handelsumsatz wird mit Kontrakten erzielt, deren Laufzeit im folgenden Monat endet. In Sachen Gold sind es derzeit Termingeschäfte (Futures oder Optionen) mit Fälligkeit im August.

Interessant ist jedoch eine Beobachtung des amerikanischen Goldbrokers Goldcore. Der Händler hat festgestellt, dass der Open Interest - also die Summe aller offenen Gold-Kontrakte (Short und Long zählen jeweils als zwei Seiten eines Kontraktes), die im Dezember 2011 fällig sind und 2.000 Dollar pro Feinunze als Kaufpreis vorsehen, seit 11. Mai um 1.000 Prozent gestiegen ist.

Im Gegensatz dazu ist laut Goldcore das Volumen von Optionen, die es Händlern erlauben, bis Ende 2010 eine Goldunze zum Preis von 1.500 Dollar zu erwerben, um 33 Prozent zurückgegangen. Das Unternehmen zieht daraus den Schluss, dass die Marktteilnehmer weiter unsicher über die kurz- und mittelfristige Entwicklung des Goldpreises sind, langfristig aber mit deutlich höheren Kursen rechnen.

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Mittwoch, 14. Juli 2010 - 12:58 Uhr

Großbritannien: Staatsschulden doppelt so hoch wie offiziell angegeben

Eine aktuelle Studie warnt vor einer Reihe erheblicher Verbindlichkeiten Großbritanniens, die nicht in den offiziellen Zahlen berücksichtigt sind.

Die drei großen Rating-Agenturen Standard & Poor’s (S&P), Moody’s, Fitch sehen weiterhin keinen Anlass, das Top-Rating für Großbritannien fallen zu lassen. S&P beließ es zuletzt bei einem negativen Ausblick, wegen der haushaltspolitischen Probleme des Landes.

Laut einer Studie des unabhängigen Centre for Economics and Business Research (CEBR) könnte dieses Problem allerdings noch deutlich größer sein, als die offiziellen Zahlen glauben machen. Das Institut warnt vor verstecken Belastungen in erheblichem Umfang.

Die britische Staatsverschuldung soll laut Regierungsangaben bis zum kommenden Frühjahr auf 932 Pfund steigen (1,12 Billionen Euro). Laut CEBR fehlen in dieser Betrachtung allerdings Ausgaben im öffentlichen Dienst und Pensionsrückstellungen für Staatsbedienstete sowie Kosten im Rahmen von Infrastruktur-Projekten, die mit privaten Investorengeldern finanziert wurden.

Das CEBR schätzt die in diesem Zusammenhang zusätzlich anfallenden Verbindlichkeiten auf 1,13 Billionen Pfund (1,36 Bio. Euro). Somit summiert sich das britische Staatsdefizit vor diesem Hintergrund auf insgesamt 2,06 Billionen Pfund (2,48 Bio. Euro). Die britische Schuldenstandsquote läge statt den offiziellen 62 Prozent, bei 138 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

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Mittwoch, 14. Juli 2010 - 07:34 Uhr

Vietnam hebt Gold-Importverbot auf

Zwei Jahre nachdem man die Goldeinfuhr untersagte, soll das Verbot nun wieder gelockert werden. Vietnam gehört zu den bedeutendsten Goldkonsumenten Asiens. Schmuckhändler kündigen bereits umfangreiche Goldkäufe im Ausland an.

Im Juni 2008 hatte die State Bank of Vietnam Händlern die Einfuhr von Gold untersagt, weil man befürchtete, massive Käufe könnten das Handelsdefizit des Landes weiter vergrößern. Gold gehörte in dieser Zeit zu den bedeutendsten Importgütern Vietnams, das wiederum zu den größten goldkonsumierenden Ländern Asien zählt. In den sechs Monaten vor Einsetzen des Importverbotes, hatten vietnamesische Händler rund 60 Tonnen Gold im Ausland gekauft.

Das kommunistische Nachrichtenblatt Sai Gon Giai Phong berichtet nun, dass das Einfuhrverbot für Gold wieder aufgehoben werden soll. Einige Juweliere hätten bereits angekündigt, von der Möglichkeit sofort Gebrauch zu machen, sobald sich mit den angebotenen Importpreisen profitabel wirtschaften ließe, schreibt Vietnamnet. So ist die Rede davon, dass der Schmuckhändler Saigon Jewellery alleine fünf Tonnen Gold einführen will. Wettbewerber Phu Nhuan kündigt laut Presseberichten Goldimporte im Umfang von zwei Tonnen an.

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Dienstag, 13. Juli 2010 - 13:31 Uhr

Defizitverfahren jetzt gegen 24 von 27 EU-Ländern

Die Europäische Union hat Defizitverfahren gegen vier weitere Mitglieder eingeleitet. Jetzt müssen sich bereits 24 der 27 EU-Staaten wegen zu hoher Schulden gegenüber der EU-Kommission verantworten. Passieren wird aber nicht viel.

Dänemark, Finnland, Bulgarien und Zypern haben Post von den Finanzministern der Europäischen Union erhalten. Gegen die Länder wurde jetzt ein Defizitverfahren eingeleitet, weil sie gegen den EU-Stabilitätspakt verstoßen haben. Er lässt eine maximale Staatsverschuldung von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu.

Einen Blauen Brief haben aus dem gleichen Grund bereits 20 andere EU-Länder erhalten. 13 Staaten bleiben jedoch von Strafmaßnahmen verschont. Dazu gehören unter anderem Deutschland, Frankreich und Österreich. Diesen Mitgliedern hat der EU-Ministerrat bereits ausreichende Bemühungen bescheinigt, das eigene Staatsdefizit zu bekämpfen.

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Dienstag, 13. Juli 2010 - 08:34 Uhr

Gold: Neues Kaufinteresse nach Kurs-Rücksetzer?

Der Goldpreis hat von seinen Höchstkursen Ende Juni rund 5 Prozent abgegeben. Einige Analysten erwarten nun weiter fallende Edelmetallpreise, weil die Investorennachfrage aufgrund der verbesserten Konjunkturlage nachlasse. Andere sehen die kürzliche Kursentwicklung als Marktbereinigung und erwarten nun wieder steigende Kurse.

Im Nachmittagsfixing des 28. Juni wurde der Goldpreis in London auf 1.261 Dollar festgelegt. Neuer Rekord. Seither knickte der Kurs des Edelmetalls um 55,5 Dollar oder 4,4 Prozent ein. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Preisrutsch am 2. Juli, der alleine für einen Abschlag von 40 Dollar verantwortlich war.

Wie geht es nun weiter? Die Meinungen der Finanzanalysten sind wie immer geteilt.

“Der Goldpreis ist auf das Niveau von Anfang April zurück gefallen, als das Metall unterhalb von 1.150 Dollar notierte. Das bedeutet effektiv, dass alle Handelspositionen, die in Zusammenhang mit dem erhöhten Staatspleitenrisiko aufgebaut wurden, nun herausgenommen sind. Das ergibt einen Sinn, weil Investoren das Risiko von Staatspleiten für unwahrscheinlicher halten”, erklärt Edel Tully, Analyst bei UBS gegenüber Economic Times.

"Kurzfristig dürfte der Preis nach unten gehen, könnte bei 1000 Dollar oder darunter liegen", sagt Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg der Frankfurter Rundschau. Das aktuelle Niveau werde laut Weinberg erst wieder Ende 2010 erreicht.

“Legt man die breite Zunahme der Risikofreude zugrunde, dann könnte Gold eine Liquidation weiterer Long-Positionen bevorstehen”, so James Moore, Analyst bei TheBullionDesk.com gegenüber dem Nachrichtendienst Bloomberg.

Er erwarte jedoch, dass unterhalb von 1.200 Dollar wieder verstärkt Käufer von physischem Gold und nicht-physischen Goldanlagen aktiv werden.

“Gold könnte ein paar neue Impulse gebrauchen, um über das aktuelle Niveau hinaus anzusteigen. Da die Sorgen über eine Abschwächung der Konjunkturerholung schwinden, verlieren Investoren ihren Appetit auf Gold. Dennoch ist einer schärferer Kursrückgang derzeit unwahrscheinlich”, so Chae Un Soo, Trader bei KEB Futures Co. in Seoul.

Tatsache ist: An der amerikanischen Terminbörse sind die spekulativen Long-Positionen (Wetten auf steigende Kurse) in der vergangenen Woche deutlich zurückgegangen. Dafür hat vor allem der 2. Juli gesorgt. Denn diese Anlegergruppe war vielfach gezwungen, ihre Termingeschäfte einzudecken.

"Der Markt wurde stark bereinigt. Das sehe ich nun erneut als sehr bullisches Zeichen für Gold", sagt der amerikanische Rohstoff-Experte Ted Butler. Die Logik dahinter: Wenn "alle" bereits auf steigende Kurse wetten, kann es kaum mehr zusätzliche Nachfrageimpulse geben. Umgekehrt: Je weniger "long" sind, desto größer ist das Aufwärtspotenzial.

Fazit: Die vorübergehende Goldpreis-Schwäche könnte schon bald wieder vorüber sein. Denn an den fundamentalen Gründen, Gold zu halten, hat sich in den letzten Wochen rein gar nichts geändert.

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Montag, 12. Juli 2010 - 15:19 Uhr

Krügerrand-Goldmünzen immer noch teuer, relativ!

Das Aufgeld für die beliebteste Goldanlagemünze ist acht Wochen nach dem großen Goldboom in Deutschland immer noch deutlich höher als zu Normalzeiten. Kein Grund, nicht trotzdem zu kaufen.

Durchschnittlich 6,66 Prozent betrug das Aufgeld für eine Unze Krügerrand am vergangenen Freitag. Dies geht aus einer Erhebung von Goldreporter.de im Rahmen des wöchentlichen Newsletters hervor. Nach dem großen Ansturm auf die deutschen Edelmetall-Shops Mitte Mai, ist der Krügerrand-Preis, den man für die Münze über den reinen Goldwert bezahlen muss, deutlich gefallen.

Am 21. Mai wurde das Aufgeld von Goldreporter mit durchschnittlich 9,13 Prozent erfasst. Seinerzeit waren die Krügerrand-Münzen deutschlandweit ausverkauft. Der aktuelle Wert von 6,66 Prozent liegt aber immer noch über dem Normalwert von 4 bis 5 Prozent.

Die Entwicklung des durchschnittlichen Aufpreises für 1 Unze Krügerrand seit Mitte März 2010 ist in der nachfolgenden Grafik ersichtlich.



Abb.: Entwicklung Aufgeld 1 Unze Krügerrand seit Mitte März 2010
Quelle: Eigene Erhebung

Steigendes Aufgeld ist häufig ein Zeichen für Warenknappheit, da sich die betroffenen Anlageprodukte wegen der geringeren Verfügbarkeit zu höheren Preisen absetzen lassen.

Erstkäufer und Anleger, die regelmäßig Gold erwerben, sollten sich vom erhöhten Aufgeld jedoch nicht abschrecken lassen. Angesichts der weltweiten Finanz- und Schuldenkrise sowie der großen Diskrepanz zwischen elektronisch gehandeltem und tatsächlich verfügbarem physischem Gold, ist das Edelmetall derzeit weiterhin als billig anzusehen. Derzeit sind Krügerrand-Münzen wieder verfügbar. Und der nächste Run kommt bestimmt.

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Montag, 12. Juli 2010 - 11:22 Uhr

US-Banken verkaufen 500 Tonnen Gold auf Termin

An der amerikanischen Warenterminbörse COMEX wetteten vier US-Banken Anfang Juli weiterhin mit rekordverdächtigen Positionen auf fallende Goldpreise. Gegenüber dem Vormonat verkauften sie noch einmal rund 15 Tonnen Gold mehr auf Termin.

An der amerikanischen Warenterminbörse COMEX wurde Anfang Juli weiter in hohem Umfang mit Gold gehandelt. Der Open Interest, die Summe aller offenen Terminhandelskontrakte (Futures), summierte sich auf 577.538 Verträge (Rekord: 602.411 Kontrakte am 25 Juni 2010). Das entspricht einer implizierten Menge von 1.796,14 Tonnen Gold (Rekord: 1.873,49 t). Ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Umgerechnet 501,88 Tonnen dieser abgeleiteten Menge verkauften vier US-Banken auf Termin. Das waren noch einmal rund 15 Tonnen mehr als Anfang Juni. Anders ausgedrückt: Vier US-Banken verkauften 27,9 Prozent allen an der COMEX Anfang Juli auf Termin gehandelten Goldes. Dies zeigt die hohe Marktkonzentration am amerikanischen Terminmarkt, in dem nachweislich das Bankhaus JP Morgan die mit Abstand größte Rolle spielt.

Das Verhältnis von US-Banken gehaltenen Short- zu Long-Positionen betrug 6,83 : 1. Das heißt, auf jede Tonne Gold die US-Banken an der COMEX auf Termin kauften, kamen 6,83 Tonnen, die von diesen Instituten zum gleichen Zeitpunkt abgestoßen wurden. Vormonat: 7,76:1.

Die Zahlen zur Bankenbeteiligung am COMEX-Handel werden einmal im Monat veröffentlcht.



Abb.: Gold-Short-Wetten der US-Banken auf Rekordniveau

Im Bereich Silber stieg die Anzahl der von US-Banken gehaltenen Short-Futures Anfang Juli um 4,5 Prozent auf 31.803 Kontrakte. Das entspricht umgerechnet 4.945 Tonnen Silber.

Hintergrund
US-Banken spielen am Warenterminmarkt eine dominante Rolle. Mit großvolumigen Vorwärtsverkäufen (Short-Futures und -Optionen) besteht für sie die Möglichkeit, Kurse an der Warenterminbörse kurzfristig stark zu drücken. Durch Arbitrage-Geschäfte zwischen Spot- und Terminmarkt korrespondieren die Kurse auf beiden Märkten eng miteinander. Terminmarktgeschäfte haben also auch entscheidenden Einfluss auf den Preis für Gold zur sofortigen Lieferung (Spot Price).

Banken betreiben mit Warentermingeschäften Eigenhandel, bauen damit aber auch Gegenpositionen zu anderen Derivate-Geschäften auf, bei denen sie als Kontrahenten ihrer Kunden auftreten. Man spricht in diesem Zusammenhang von so genannten Bullion Banken.

Die starke Short-Konzentration bei Gold und Silber, dominiert von diesen wenigen Banken, wird von Kritikern seit langem als marktbeherrschend und manipulativ angesehen. Man geht davon aus, dass weniger große US-Häuser die Vormachtstellung am Terminmarkt nutzen, um den Gold- und Silberpreis zu drücken. Derzeit finden von Seiten der US-Kartellbehörde Untersuchungen zur Rolle der Großbank JP Morgan auf dem Terminmarkt statt. Insbesondere geht es um mögliche Marktmanipulationen auf dem Silbermarkt.
Die Aktivitäten der US-Banken am Terminmarkt sorgen immer wieder zu zeitweiligen Rücksetzern beim Goldpreis. Den kontinuierlichen Kursanstieg über die vergangenen zehn Jahre hinweg könnten diese Termingeschäfte allerdings nicht verhindern.

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Sonntag, 11. Juli 2010 - 11:37 Uhr

Die mysteriösen Gold-Swap-Geschäfte der BIZ

Die Nachricht über Gold-Swap-Geschäfte der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) im Umfang von 346 Tonnen in der vergangenen Woche wirft Fragen auf. Wer genau ist in diese Geschäfte verwickelt? Welche möglichen Auswirkungen auf den Goldpreis sind zu erwarten? Steht der starke Goldpreisrückgang in der vergangenen Woche sogar mit diesen Transaktionen im Zusammenhang?

Berichte über Gold-Swap-Geschäfte der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) beschäftigte die Finanzmedien in den vergangenen Tagen. Seit Dezember 2009 hat die BIZ (die Zentralbank der Zentralbanken) ihre Goldbestände im Rahmen solcher Verträge um 346 Tonnen vergrößert. Das geht aus einem umfangreichen Marktbericht hervor, den die BIZ in der vergangenen Woche veröffentlichte.

Was sind Swaps
Zunächst einmal ist die Frage zu klären, worum es sich bei Swaps eigentlich handelt. Swap ist der englische Begriff für “Tausch”. Im Rahmen eines Swap-Geschäftes schließen zwei Parteien einen Kaufvertrag ab, der gleichzeitig eine Rückkaufvereinbarung enthält. Im Grunde ist es also nichts anderes als ein Verleihgeschäft. Gegenstand von Swap-Geschäften können beliebige Vermögenswerte sein: Devisen, Aktien, Anleihen und eben auch Rohstoffe oder Edelmetalle wie Gold.

Was wurde “geswapt”?
Die BIZ hat von Zentralbanken oder Geschäftsbanken (das ist weiterhin offen) Gold zu einem bestimmten Preis erworben und gleichzeitig eine Vereinbarung über den Rückkauf der festgelegten Edelmetallmenge zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt getroffen. Genaueres ist nicht bekannt. Für den Verleiher wirkt das Geschäft wie ein Kredit. Deshalb gehen Marktbeobachter davon aus, dass sich klamme Länder aus Südeuropa auf diese Weise Liquidität verschafft haben.

Was passiert mit dem Gold?
Zunächst einmal dürfte sich das Gold rein physisch gar nicht bewegt haben. Es lagert vermutlich weiterhin am gleichen Lagerort. Es wurde entweder in den Bestandsbüchern des Lagerunternehmens einem anderen Besitzer zu geordnet, oder bestenfalls innerhalb der Lagerräume in ein anderes Gitterabteil verschoben.

Auswirkungen auf den Goldpreis
Die BIZ könnte das Gold innerhalb des Vertragszeitraums auf den Markt werfen. Das zusätzliche Goldangebot könnte sich dann kurzfristig negativ auf den Goldpreis auswirken. Die BIZ ist jedoch im Rahmen des Swap-Geschäftes gezwungen, dass Gold am Vertragsende an die Banken zurückzugeben. Verkauft die BIZ das Gold also auf dem Markt, dann muss sie es irgendwann von dort oder aus anderen Quellen zurückkaufen. Das wiederum würde sich zu diesem Zeitpunkt positiv auf den Goldpreis auswirken.

Gefahren für den Goldpreis
Angenommen Spanien hätte der BIZ Gold geliehen und dafür Zahlungen erhalten. Angenommen das Land schlittert einige Zeit später in die Staatspleite, noch bevor das Swap-Geschäft endet. Nehmen wir weiter an, Spanien ist dann finanziell nicht mehr in der Lage ist, dass Gold wie im Swap-Geschäft vereinbart zurückzukaufen. Hat die BIZ das Gold nicht ohnehin schon verkauft, dann könnte sie endgültig gezwungen sein, die betroffenen Bestände am Markt zu veräußern.

(Kurzfristige) Auswirkungen auf den Goldpreis haben die Swap-Transaktionen nur dann, wenn Teile oder die Gesamtheit der gehandelten Bestände auf den freien Markt gelangen. Handelt es sich um eine reine Liquiditätsmaßnahme der BIZ (das Gold wird nur als “Pfand” einhalten), dann ergibt sich daraus kein unmittelbarer Einfluss auf den Goldpreis.

Schlussfolgerungen
Derartige Swap-Geschäfte unter Notenbanken waren in den Jahrzenten nach dem Ende der letzten großen Gold-Hausse (1981) weit verbreitet. Die Geschäfte dienten auch dazu, den Goldpreis künstlich zu drücken. Im Rahmen des europäischen Rettungsschirms im Umfang von 750 Milliarden Euro sollte den gebeutelten PIGS-Staaten eigentlich genügend Liquidität zur Verfügung stehen. Es darf also zumindest bezweifelt werden, dass es sich bei den Gold-Swap-Geschäften der BIZ um eine reine Liquiditätsmaßnahme handelt. Sollten also tatsächlich PIGS-Staaten als Kontrahenten bei den Swap-Geschäften aufgetreten sein, dann könnte dies folgende Hypothesen zulassen:

a) Der Gold-Verleiher will alternative Geldquellen anzapfen, weil man die möglichen negativen Signale beim Griff in den Rettungstopf scheut.
b) Die PIGS-Staaten wurden im Rahmen des Rettungs-Schirm-Abkommens gezwungen, Teile ihrer Goldbestände zu swapen.
c) Die Zentralbanken möchten den wahren Finanzbedarf der betroffenen Staaten verschleiern. (“Seht her, der Rettungstopf wird gar nicht benötigt”).
d) Das Gold dient dazu, den Goldpreis gezielt unter Druck zu setzen.

Adrian Douglas vom Gold Anti-Trust Action Comittee (GATA) bringt noch ein weiteres Szenario ins Spiel. Er hält es für möglich, dass mit dem Gold, dass aus Zentralbankbeständen von PIGS-Staaten stammen könne, ein Banken Bailout stattgefunden hat. Dann nämlich, wenn eine Bullion Bank dringend physisches Gold benötigte, um Lieferverpflichtungen bedienen zu können.

Aber ganz egal, was hinter den Kulissen abgelaufen ist. Es zeigt wieder einmal, welche Angst die Währungshüter vor der Macht des Edelmetalls haben müssen. Ein altväterliches Sprichwort sagt: "Wenn Gold redet, schweigt alle Welt". Also versucht man, das Metall möglichst selten zu Wort kommen zu lassen.
Anders kann man sich kaum erklären, warum Transaktionen auf diesem Markt immer wieder wie ein Staatsgeheimnis behandelt werden.

Goldreporter

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Freitag, 9. Juli 2010 - 16:49 Uhr

“Akute Crash-Gefahr ... wenn das Plunge Protection Team nicht eingreift” (Video)

Der amerikanische Vermögensverwalter Damon Vickers erklärt auf CNBC, dass die Märkte kurz vor einem Einbruch stehen, wenn das so genannte "Plunge Protection Team" von höchster geldpolitischer Stelle aus nicht manipulativ eingreift. Von den Moderatoren erhält er für seine Äußerungen wenig Anerkennung.

Möglicherweise war es sein letzter Auftritt beim US-Nachrichtensender CNBC. Damon Vickers, Vermögensverwalter des Unternehmens Nine Point Capitals spricht in der Sendung "Squawk Box" (auf Deutsch.: Gegensprechanlage) vom 7. Juli 2010 über das aktuelle Marktgeschehen.

Seinen Aussagen zufolge stehen die Finanzmärkte vor einer deutliche Korrektur. Seine Argumente:
- Keines der Probleme, die zur aktuellen Weltfinanzkrise geführt haben wurde gelöst
- Die Länge eines Bärenmarktes entspricht erfahrungsgemäß der Länge des vorangegangenen Bullenmarktes, also haben wir noch ein ganzes Stück Wegstrecken nach unten zu gehen
- Die Preise am US-Immobilien werden noch über Jahre hinweg fallen
- Die Amerikaner sparen nicht, sind nicht in der Lage ihre Häuser zu verkaufen und können sich Liquidität deshalb nur über den Verkauf von Aktien verschaffen.
- Die US-Arbeitslosigkeit ist niederschmetternd.
- Der Markt für Konsumentenkredite trocknet aus.
- Es wurden kritische charttechnische Unterstützungen bei wichtigen Indizes durchbrochen.
- Alle Märkte wurden in den vergangenen Jahrzehnten durch Kreditvergabe beflügelt, dies nun nicht mehr möglich.

Dann macht er eine Aussage, die in einem reichweitenstarken Sender wie CNBC selten zu hören ist. “Wenn das Plunge Protection Team in den kommenden Tagen nicht einschreitet, dann wird die Lage an den Märkten sehr brenzlig.”

Die Moderatoren halten Vickers’ Aussage für einen Scherz und sprechen von Verschwörungstheorien verrückter Webseiten. Dass dieses Gremium mit dem Namen “Working Group on Financial Markets” tatsächlich existiert, sollte sich allerdings mittlerweile auch bei CNBC herum gesprochen haben.

Den Ausschnitt dieser Sendung haben wir unten verlinkt:



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Freitag, 9. Juli 2010 - 11:41 Uhr

Goldanlage: Das öffentliche Missverständnis

“Der Goldkauf macht nur Spaß, wenn der Kurs steigt, ansonsten ist es eine scheiß Geldverschwendung.” Dieser Satz könnte von einem beliebigen Finanzanalysten aus der Mainstream-Presse stammen. Die große Mehrheit der Finanzjournalisten verleugnet weiterhin die wahre Bedeutung des Goldes und deshalb hat der gemeine Zeitungsleser immer noch nicht verstanden, worum es bei Gold eigentlich geht.

“Sell in May and go away”. Wer dieser Börsenweisheit in diesem Jahr bei Gold gefolgt ist, könnte zu der Erkenntnis gelangen, er habe alles richtig gemacht. Der Goldpreis rangiert derzeit im Bereich eines 6-Wochentiefs. Und gerne gönnt sich Gold um diese Jahreszeit eine kleine Pause.

Zeit auch für die Publikumsmedien, erneut hämische Anti-Gold-Artikel auszupacken (siehe Tagespresse). Und so mancher Anleger zweifelt tatsächlich, ob er vor ein paar Wochen mit seinem Goldkauf wirklich alles richtig gemacht hat.

Nun, wer im Mai 2009 mit ähnlichen Motiven seinen Goldschatz veräußerte, der schaut heute selbst aus der Sicht eines profitorientierten Geldanlegers ziemlich dumm aus der Wäsche. Er hätte sein Gold bei knapp unter 1.000 Dollar verkauft und bis heute 20 Prozent “Performance” verpasst. Ein Euro-Anleger wäre noch härter gestraft. Seit Mai 2009 hat der Goldpreis - in der Europäischen Gemeinschaftswährung gerechnet - 36 Prozent zugelegt.

Wir schreiben dies, weil Gold in der Finanzpresse nach wie vor beharrlich mit anderen Geldanlagen verglichen und bewertet wird. Gold ist in deren Augen ein Spekulationsobjekt mit dem man Zertifikate verkauft. Nur wenn es gut läuft, lobt man seine Funktion als Inflations- und Krisenschutz. Knickt der Kurs einmal stärker ein, wird das Edelmetall sofort als schlechtes Investment diffamiert. Und dafür gibt es ja auch vermittelbare Put-Optionsscheine.

Wir möchten an dieser Stelle nicht noch einmal detailliert auf die Qualität des Goldes in Sachen Vermögensschutz eingehen. Hierfür finden Sie genügend Argumente auf unserer Webseite. Klar sollte jedoch jedem sein, dass man natürlich kurzfristig mit Gold spekulieren kann, und damit sicher oft gehörig auf die Nase fällt. Anleger, die Gold aus Gründen des Vermögensschutzes erwerben, sehen die Welt allerdings mit anderen, sagen wir realistischen Augen. Diese Menschen verkaufen das Edelmetall eben nicht bei der nächstbesten Gelegenheit, sondern sehen Kursrückgänge als gute Kaufgelegenheit an.

Der Grund: Solange die Notenbanken den Markt mit ihrem deckungslosen Papiergeld überschütten, solange alte Schulden mit neuen beglichen werden, neues Geld nur durch neue Verschuldung entsteht und unser Geld von Monopolisten ausgegeben wird, müssen und wollen diese Anleger ihr Gold gar nicht verkaufen. Denn der Wert des möglichen Veräußerungserlöses würde nur erneut von denen bestimmt, die den Menschen mit der beliebigen Vermehrung des gesetzlichen Zahlungsmittels ihres Vermögens berauben. Deshalb ist Gold ein gutes Investment und nicht, weil man als Spekulant mit Gold auch bis zum kommenden Mai eine gute Performance erzielen wird.

Goldreporter


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Donnerstag, 8. Juli 2010 - 10:29 Uhr

Chinesen kaufen im ersten Halbjahr deutlich mehr Gold

Im ersten Halbjahr 2010 wurde am Shanghai Gold Exchange annähernd 60 Prozent mehr Gold gehandelt, als ein Jahr zuvor. Auch die physische Goldnachfrage in China ist deutlich gestiegen. Sie kann weiterhin nicht alleine mit der heimischen Produktion befriedigt werden.

Investoren am Shanghai Gold Exchange haben in den ersten sechs Monaten des Jahres Gold im Umfang von 3.174,5 Tonnen gehandelt. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 entspricht dies einem Plus von 59 Prozent. Dies meldete Song Yuqin, Vice General Manager des chinesischen Goldhandelsplatzes.

“Das Handelsvolumen bei Gold und Silber hat sich im ersten Halbjahr dieses Jahres stark ausgeweitet, weil der sinkende Aktienmarkt, die Anstrengungen der Regierung, den Immobilienmarkt zu beruhigen und die allgemeine Volatilität der globalen Finanzmärkte die Investorenlaune beflügelte”, so Song.

Hou Huimin, von der China Gold Association rechnet in diesem Jahr auch mit einer deutlichen Steigerung der physischen Goldnachfrage in China. Er rechnet mit einem Goldkonsum im Umfang von 440 bis 450 Tonnen, was einem Anstieg von 11 bis 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. “Chinesische Investoren haben ihren Willen gezeigt, mehr Gold zu kaufen, wenn der Preis steigt”, so Hou.

Nach Angaben der China National Gold Corp. sind die chinesischen Verkäufe von Goldbarren und Goldmünzen im ersten Halbjahr 2010 um 40 Prozent gestiegen.

Klar ist damit auch, dass China die Nachfrage des Landes weiterhin nicht alleine aus der heimischen Produktion bedienen kann. Im vergangenen Jahr förderten chinesische Minen 313 Tonnen Gold. In diesem Jahr wird mit einer Steigerung des Outputs um 5 Prozent gerechnet.

Goldreporter

Bild: (c) Goldreporter

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Mittwoch, 7. Juli 2010 - 09:23 Uhr

Marktmanipulation live (Video)

Ein Online-Video zeigt anhand eines elektronischen Orderbuches, wie die Kurses des S&P-Futures während des Handels am 5. Juli durch fingierte Orders manipuliert wurden. Es verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig es ist, dass man sein Vermögen nicht von virtuellen Werten abhängig macht.

Goldreporter berichtete kürzlich über das ungeheure Volumen an Derivaten, die alleine von US-Banken gehandelt werden. Es geht sich um die unvorstellbare Summe 216,6 Billionen US-Dollar.

Viele Preise kommen an den Märkten nicht mehr aufgrund echter Nachfrage und echten Angebots zustande, sondern nur über Wetten auf die Entwicklung der entsprechenden Basiswerte. Da Geschäfte an den Finanzmärkten praktisch nur noch elektronisch abgewickelt werden, mächtige Handelshäuser mit ihren vollautomatischen Schnellhandelssystemen entscheidende Wettbewerbsvorteile haben und die Regulierung des Handelsgeschehens praktisch unmöglich ist, sind Marktmanipulationen Tür und Tor geöffnet.

Die Methoden der Marktmanipulation sind facettenreich. Gründe und Initiatoren spekulationsumwittert. Dass es sie gibt, ist unzweifelhaft. Unklar ist weiterhin inwieweit zum Beispiel das so genannte Plunge Protection Team regelmäßig die Finger im Spiel hat. Das Gremium mit dem Namen Working Group on Financial Markets wurde 1988 über die Executive Order 12631 (unterschieben vom damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan) zu direkten Markteingriffen legitimiert, um in kritischen Situationen “das Vertrauen der Anleger in die Märkte zu festigen” .

Im Internet ist in Sachen Marktmanipulation nun ein interessantes Video zu finden. Anhand eines elektronischen Orderbuches (S&P 500 / ES Futures an der Terminbörse Globex vom 5. Juli) wird veranschaulicht, wie einfach die Märkte von einzelnen Händlern (eigentlich widerrechtlich) manipuliert werden.

Das Video zeigt, dass im Verlauf eines Handelstages regelmäßig großvolumige Aufträge in den Markt eingestellt werden, die nicht zur Ausführung gelangen, sondern wieder verschwinden, sobald der Kurs aufgrund der fingierten Order in Bewegung kommt. Dies kann sowohl auf der Käufer- als auch auf der Verkäuferseite geschehen.



Laut der amerikanischen Aufsichtsbehörde SEC ist es illegal, Aufträge zu platzieren, die nicht dazu gedacht sind, ausgeführt zu werden. Dennoch passiert dies offensichtlich börsentäglich.

Nun, warum ist dies für Anleger und insbesondere für Leser von Goldreporter.de interessant? Das Beispiel zeigt einmal mehr, wie stark die Finanzmärkte von nicht-realen Werten dominiert werden. Solche Werte können in null Komma nichts zerstört werden. Erinnern Sie sich an den 6. Mai 2010, als der Dow Jones innerhalb weniger Minuten um 1.000 Punkte in die Tiefe rauschte?

Geldwerte sind nur eine Illusion. Sein Vermögen wird man dauerhaft nur mit Realem wie Gold und Silber vor dem Verfall schützen können. Ein Stück Edelmetall kann nicht Pleite gehen. Im Gegenteil. Was wird wohl passieren, wenn das Vertrauen in die virtuellen Werte erneut massiv erschüttert wird? Ein Run auf reale Assets wird einsetzen. Gold- und Silberpreise werden durch die Decke gehen. Darauf sollte man vorbereitet sein.

Goldreporter

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Dienstag, 6. Juli 2010 - 14:40 Uhr

Deutsche Bank legt physisch hinterlegten Gold-Fonds auf

Konkurrenz für Xetra-Gold: Die Deutsche Bank bringt ein mit Gold hinterlegtes Anlagepapier auf den Markt. Solche Gold-ETCs sind streng sicherheitsorientierten Anlegern allerdings nicht zu empfehlen.

Die Deutsche Bank startet am 22. Juli in Deutschland mit einem Gold-ETC (Exchange Traded Commodity). Das mit Gold hinterlegte Wertpapier mit dem Namen db Physical Gold ETC wird über die Deutsche-Bank-Tochter db x-trackers angeboten.

Das Anlageprodukt soll mit physischem Gold hinterlegt und dazu gegen Währungsschwankungen abgesichert sein.

Der db Physical Gold ETC ist damit ein Wettbewerbsprodukt zu Xetra Gold. Dieses Anlageprodukt stammt von Deutsche Börse Commodities, ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem die Deutsche Bank ebenfalls beteiligt ist.

Gold-ETCs vollziehen die Bewegung des Goldpreises nach und werden fortlaufend während der Börsenzeiten gehandelt. Es sind auch Limit- und Stopp-Loss-Orders möglich.

Wichtiger Hinweis: Gold-ETCs werden rechtlich als Inhaberschuldverschreibungen, also wie Kredite behandelt. Geht der Emittent pleite, dann droht dem Anleger unabhängig vom Goldkurs der Totalverlust.

Im Gegensatz zu Xetra-Gold kann man sich das hinterlegte Gold beim db Physical Gold ETC nicht einmal physisch ausliefern lassen.

Goldreporter

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Dienstag, 6. Juli 2010 - 09:36 Uhr

“Die Inflation ist schon da”

In einem aktuellen CNBC-Interview spricht Investment-Legende Jim Rogers über lügende Regierungen, lohnende Investments und steigende Lebensmittelpreise.

Der Sprecher des Nachrichten-Senders CNBC will wissen, ob nach der Rekapitalisierung von Banken und Staaten in Europa die Basis für neues Wachstum geschaffen wurde. Der Investment-Profi Jim Rogers antwortet in gewohnt jovialer Art: “Wir haben jetzt schlimmere Probleme als zuvor. Wenn Sie denken, dass man das Problem von Schulden und Konsum mit mehr Schulden und mehr Konsum bekämpfen kann, dann trotz dies jedem Sachverstand”, sagt Rogers.

Die Dinge hätten sich nur für jene gebessert, die Geld erhalten hätten. Und damit meint er vor allem die Banken. Der Rest stehe nun schlechter da als zuvor und müsse den Preis dafür zahlen.

Im Rogers-Interview kommen weitere Themen zur Sprache.

Wo kann man derzeit investieren? Welche Branche hat Wachstumspotenzial? Ist es nicht doch besser, jetzt Aktien zu besitzen? Wann kommt die Inflation?

Rogers macht seine Standpunkte klar. Die Landwirtschaft hat Zukunft. Er setzt auf Rohstoffe, meidet Aktien. Investieren sollte man eher dort, wo die Gläubiger sitzen, nicht die Schuldner. Am besten also in China, Taiwan, Hong-Kong oder Singapur. Die Regierungen, allen voran in den USA und Großbritannien, sagten in Sachen Inflation die Unwahrheit. Inflation sei schon da und die Lebensmittelpreise würden bald durch die Decke gehen.

Rogers: “Wir haben bereits Inflation. Jeder der einkaufen geht, weiß, dass wir Inflation haben. Ob es Arzneimittel, Benzin oder Entertainment ist. Die Preise gehen rauf. Einige Regierungen wie die der USA und Großbritannien lügen uns an. Norwegen, Australien, Indien und China gestehen ein, dass es Inflation gibt. Es wird einfach immer schlimmer werden. Jeder von uns weiß, dass Nahrungsmittelpreise durch die Decke gehen werden.”

Rogers Fazit: Die Dinge werden eher schlimmer als besser.

Das komplette Interview (in Englisch):



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Montag, 5. Juli 2010 - 11:16 Uhr

Ted Butler: Goldpreisabsturz war manipuliert

Der amerikanische Rohstoffanalyst Ted Butler spricht in einem Online-Interview offen von betrügerischem Verhalten auf dem Gold- und Silbermarkt seitens der großen Bullion Banken.

Am vergangenen Donnerstag sackte der Goldpreis an einem einzigen Handelstag um 50 Dollar ab. Aus charttechnischer Sicht hatte der Kurs des Edelmetalls zuvor eine mehr als aussichtsreiche Formation gebildet. Der Einbruch kam für viele Marktteilnehmer plötzlich oder zumindest mit unerwarteter Vehemenz.

Der amerikanische Marktanalyst Ted Butler äußerte sich am Wochenende in einem Interview auf KingWorldNews zur Entwicklung der Edelmetallkurse. Butler sagt, der Absturz der Gold- und Silberpreise sei eindeutig Folge von Marktmanipulation gewesen, wie man sie seit Monaten am US-Terminmarkt beobachte.

”Das war eine präzise geplante Preisdrückung. Das soll keine Erklärung dafür sein, dass der Gesamtmarkt einbrach. Doch sehen Sie sich den Kursrückgang an. 50 Dollar beim Goldpreis, 1 Dollar bei Silber, ohne Nachrichten, die einen direkten Einfluss auf das physische Angebot gehabt hätten. Das war einhundertprozentig eine Angelegenheit, die alleine auf Papier-Transaktionen an der COMEX zurückzuführen ist."

Ted Butler erklärt wie das aus seiner Sicht abläuft. “Es werden mehrmals am Tag einige Kontrakte deutlich unterhalb des aktuellen Preises in den Markt gegeben, wenn das Handelsvolumen niedrig ist. Damit bringt man den Schneeball ins Rollen. Es finden bereits im Vorfeld Absprachen statt, dass man erst weit unter dem aktuellen Marktpreis wieder als Käufer auftritt. Dadurch, dass man damit kritische technische Marken verletzt, zwingt man durch den Kursrückgang andere Marktteilnehmer ebenfalls zum Verkauf.” Vor allem Investoren die mit großem Hebel, also geringem Kapitaleinsatz und/oder großem Kreditanteil bei ihren Wetten im Futures-Markt engagiert waren, hätten aussteigen müssen und so die Abwärtsfahrt beschleunigt.

“Danach sammelten die Jungs die Ware wieder ein, als der Preis um 50 Dollar gesunken war”. Deswegen sei es auch nicht verwunderlich gewesen, dass die kommerziellen Händler (d.h. die Bullion Banken, wie z.B. JP Morgan) am gleichen Tag zu den größten Nettokäufern zählten. “Das macht die Sache für diesen Abschaum fast zum perfekten Verbrechen, denn wenn die Regulierer die Banken auf den 50-Dollar-Absturz ansprechen, dann können die sagen `Was schauen Sie uns an, wir gehörten den ganzen Tag lang zu den Käufern’."

Ted Butler äußerte sich ohnehin enttäuscht, was das Verhalten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) angeht. Der Regulierungsbehörde lägen seit Jahren handfeste Beweise über Manipulation auf dem Gold- und Silbermarkt vor. Man sei offenen Ohres, höre aber nicht hin.

“Wir wissen, dass die kommerziellen Händler Gauner sind, angeführt von JP Morgan. Ich kann es nicht anders ausdrücken, diese Leute betreiben ein kriminelles Geschäft. Und man fragt sich, ob die Aufsichtsbehörde so dumm sein kann oder gar gemeinsame Sache mit den Typen macht, weil die Mitarbeiter auf eine Tasche Geld aus sind oder sie sich nach ihrer Commodity-Commission- Karriere einen Job versprechen? Ich weiß es nicht”, so Butler.

Er scheut sich nicht, seine Meinung in dieser Sache öffentlich so deutlich zu äußern. “Ich habe in der Vergangenheit erlebt, dass man sofort über dich herfällt, wenn du etwas Schlechtes über eine große Finanz-Institution sagst”, erklärt Butler. Er sei überrascht, dass er solche Dinge offen sagen könne, ohne von den Beteiligten in irgendeiner Form abgestraft zu werden. Er geht deshalb davon aus, dass also etwas an der Sache dran sein muss.

Link: Das komplette Interview auf KingWorldNews (in Englisch)

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Sonntag, 4. Juli 2010 - 12:09 Uhr

Mehr als nur Gold: Edelmetallanbieter Heraeus

Die Firma Heraeus mit Stammsitz im hessischen Hanau ist Anlegern vor allem als Produzent begehrter Goldinvestmentprodukte bekannt. Das Familienunternehmen stellt jedoch nicht nur Edelmetallbarren her, sondern beliefert die Halbleiter-, Auto- und Flugzeugbranche auch mit seltenen Industriemetallen. Eine TV-Beitrag von Deutsche Welle porträtiert den Unternehmer Jürgen Heraeus, seine Firma und eine aus der Mode gekommene Unternehmenskultur.



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Samstag, 3. Juli 2010 - 10:07 Uhr

Die steuerfinanzierte Vollkaskoversicherung für Banken (Video)

"Warum ist der Staat so bettelarm? Weil er Banken und Versicherungen, die diese Krise angerichtet haben, bis heute nicht nach einer Gegenleistung gefragt hat". Ein TV-Beitrag des ARD-Magazins Monitor berichtet über die bevorzugte Behandlung angeschlagener Finanzinstitute.



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Freitag, 2. Juli 2010 - 10:31 Uhr

Asiaten nutzen schwächeren Goldpreis als Kaufgelegenheit

Nach dem gestrigen Abverkauf der Edelmetalle schlagen Investoren in Asien nun bei günstigeren Preisen wieder verstärkt mit Goldkäufen zu.

„Der Goldpreis ist unten, also gibt es Goldkäufe“, erklärt Vikas Chittiprolu, Devisen-Händler der Andhra Bank in Mumbai gegenüber Yahoo Finance. Die Gold-Nachfrage habe auch den Kurs der indischen Rupie belastet, weil indische Investoren natürlich Dollar kaufen müssten, wenn sie in Gold anlegen wollen.

"Der Trend ist bullish, man sollte Kursrücksetzer zu Käufen nutzen", sagt Arun Kumar Ubbara, Analyst with Way 2 Wealth Securities gegenüber Reuters und meint den aktuellen Silberkurs.

“Wir erleben Kaufinteresse für Gold und Silber aus verschiedenen Bereichen, auch von Seiten der Privatkundschaft", so ein Edelmetallhändler aus Tokio gegenüber BusinessDay. Das Aufgeld für Goldprodukte sei aufgrund des Nachfrageschubs deutlich gestiegen.

Am gestrigen Donnerstag kam es zu deutlichen Kursverlusten auf breiter Front. Neben den Aktienmärkten wurden auch die Rohstoffe gebeutelt. Mit dabei: Gold und Silber. Der Einbruch des Goldpreises geschah unmittelbar vor dem Ausbruch aus einer charttechnisch wichtigen Formation.

Düstere Zahlen vom amerikanischen Häusermarkt – die Verkäufe bestehender US-Häuser brachen mit minus 30 Prozent unerwartet stark ein – und ein negativer Konjunkturausblick trugen zu den Kursverlusten bei. Die neuen US-Arbeitsmarktdaten waren schlecht. Händler machten zudem das Ende der EZB-Liquiditätsmaßnahme für den Einbruch zahlreicher Asset-Klassen verantwortlich. Europäische Geschäftsbanken mussten am Donnerstag insgesamt 442 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank zurückzahlen. Sie hatten das Geld vor einem Jahr zu einem Zinssatz von 1 Prozent erhalten. Hier kam es offensichtlich teilweise zur Liquidierung von Dollar-Anlagen. Der Greenback gab quasi in allen Währungen deutlich nach.

Der Goldpreis fiel um 3,5 Prozent und notierte am Donnerstagabend sogar unterhalb von 1.200 Dollar. Silber verlor zeitweise mehr als 5 Prozent und musste die 18-Dollar-Marke aufgeben.

Durch den gegenüber dem Dollar stark gestiegene Euro (gestern plus 2 Prozent), ist die Feinunze Gold hierzulande wieder deutlich günstiger zu haben. Der Kurs lag wieder deutlich unter 1.000 Euro.

Am heutigen Freitagvormittag erholten sich die Edelmetallkurse wieder etwas. Am Vormittag notierte Gold erneut oberhalb von 1.210 Dollar. Silber eroberte die 18-Dollar-Marke zurück.

Weitere Informationen zu den Perspektiven für Gold und Silber sowie über die Entwicklung der Handelspreise erhalten die Leser des Goldreporter-Newsletters in der heutigen Freitagsausgabe.

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